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Nochmal: Die Küche.

Fotografiert war die neue Küche schnell. Aber zum Einräumen brauchte ich zwei Tage. Schliesslich soll der neue Stauraum möglichst übersichtlich gestaltet werden. Das heisst also auch, weniger Ware pro Tablar und somit nicht mehr Platz als vorher. Eine Kiste fehlt noch, d.h. eigentlich zwei. Ganz zuletzt will ich die neuen Pfannen auspacken - Pfannen für mein neues Induktionskochfeld. Ostern sind gerade ideal, damit ich diese neue Art des Kochens ausprobieren kann. Ich bin gespannt.
Ja, was ich alles noch an Ostern machen muss. Den Reisebericht über Lissabon schreiben! Wie immer werde ich die Artikel auf die entsprechenden Tage rückdatieren. Nicht in den Blog kommt die Steuererklärung, wie immer mit Verspätung, aber online erfasst. Und schliesslich muss ich, Schneesturm hin oder her, mit dem Lauftraining beginnen. Der GP ruft!

Das war's auch schon

Der Sonntag wurde gleich 2 Stunden gekürzt. Einmal durch die Zeitzone und einmal durch die Sommerzeit. Der übliche langweilige Aufenthalt auf dem Flugplatz, der Flug und die Zugreise warteten auf mich. Einziges Souvenir sind 6 Pasteis de Queijo, die ich vor ein paar Tagen genüsslich alleine verspeist habe. Wenn ich wieder davon will, muss ich sie selbst machen.
Hat sich die Reise gelohnt? Sicher! Ich bin jetzt zum zweiten mal mit Studiosus gereist, dem Spezialisten für Studienreisen. Wieder wurde die Gruppe von einem kompetenten Reiseleiter geführt, aber die Tatsache, dass er Deutscher war, erscheint mir heute doch etwas von Nachteil. Das Bedürfnis den Leuten das Land und die Stadt näher zu bringen ist bei Einheimischen vielleicht doch etwas stärker. Aber vielleicht habe ich auf meiner Baltikumreise einfach eine Reiseleiterin erlebt, die nicht mehr zu übertreffen ist.
Fragt mich jemand, ob Lissabon eine Reise wert sei, kann ich nur antworten: Auf jeden Fall! Empfehlen würde ich aber eine gute Vorbereitung. Viele Sehenswürdigkeiten sind relativ unscheinbar. Die Strassen sind eng und es hat nur wenige grosse Plätze. Trotz der Enge kommt man aber kaum in Atemnot, denn der Atlantikwind versorgt die Stadt mit frischer Luft. Der öffentliche Verkehr ist gut und, wie beschrieben, selbst auch eine Sehenswürdigkeit.
Meine nächste Aufgabe ist, das Buch "Nachtzug nach Lissabon" wieder zu lesen und das Beschriebene mit meinem eigenen Eindrücken zu vergleichen. Und dann... neue Reisepläne schmieden!

Viel Geschichte und das Meer

Heute begaben wir uns noch einmal unter die Fittiche der portugiesischen Reiseführerin, denn der Besuch im Museum für alte Kunst war angesagt. Viele sakrale Kunst ist in dieses Museum gelangt, denn im 19. Jahrhundert wurden in Portugal alle Klöster aufgelöst. Auch viele Exponate aus den ehemaligen Kolonien, vor allem aus Asien. Besonders interessant zwei japanische Wandschirme, wo ein japanischer Künstler die fremden Besucher malte. Eigentlich müsste man karikieren sagen, denn die Portugiesen erkennt man an den langen Nasen und den Pluderhosen.
Ein weiteres Prunkstück des Museums ist die "Versuchung des hl. Antonius" von Hieronymus Bosch. Die Führerin erklärte uns ausführlich die Bedeutung aller gemalten Dämonen, aber die meisten Mitglieder der Gruppe flohen in die anliegenden Räume. Auch weil es kaum Sitzgelegenheiten gab. Mich zog es auch mehr zu der Porträtmalerei. Es beeindruckt mich immer, solche mehrhundertjährige Porträts anzuschauen und zum Schluss zu kommen, dass ich diese Menschen durchaus auch heute hätte antreffen können. In anderer Kleidung natürlich.
Am Nachmittag gab es wieder einen Bus um nach Sintra zu fahren. Sintra ist ein mittelalterliches Städtchen nördlich von Lissabon mit einer Burg und einem Palacio, das wir besichtigten. Sintra war schon früher ein Ort, wo die reichen Lissabonner in die Sommerfrische gingen und heute liegen ab Stadtrand einige Luxushotels, wo bei Konferenzen Staatsgäste einquartiert werden. Nachdem wir auch die Pasteis de Queijo degustiert hatten, führen wir mit dem Bus Richtung Meer. Das Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes, war nächstes Ziel. Es war das letze Stück Land, das die Seefahrer vor ihrer Fahrt nach Amerika jeweils sahen.
Durch die Seeorte Cascais und Estoril führen wir der Küste entlang zurück zu Mündung des Tejo. Eigentlich ist es keine richtige Flussmündung, sondern eine Bucht, die bereits Salzwasser enthält. Der Tejo fliesst etwas westlich von Lissabon in diese Bucht.

Mit Bus, Tram und Metro

Heute erhielten wir eine Tageskarte, quasi mit dem Auftrag, die berühmte Tramlinie 28 eigenständig zu erkunden. Zuerst ging es aber in einem kleinen, und dank uns überfüllten, Bus hinauf zur Burg. Die Burg selbst ist nichts besonderes, hingegen bietet sie den schönsten Blick auf die Stadt. Interessant wurde es beim Abstieg durch das Quartier Alfama mit vielen engen Gassen und Treppen. Die Alfama war im 18. Jahrhundert das Rotlichtviertel und wurde, im Gegensatz zu den vielen Kirchen, von Erdbeben nicht zerstört. Wie in anderen mittelalterlischen Städten, zahlten auch die Lissabonner Steuern abhängig von der Grundfläche des Hauses und so sind auch in der Alfama die Häuser hoch und schmal, wie z.B. in Amsterdam.
Nach erfolgtem Abstieg durch die Alfama, fuhren wir erstmals mit der Metro, um wieder ins Stadtzentrum zu gelangen. Dort wollten wir erstmals eine Standseilbahn benutzen, die hier Elevator heissen. Die Bahn führt übrigens genau zu der Terasse in der Oberstadt, die ich am Abend zuvor besucht hatte. In der Oberstadt wurde es erstmals politisch. Wir standen vor der Polizeikaserne, in die die Regierung beim Aufstand von 1974 geflohen war. Die Oberstadt war damals von Menschen verstopft, so dass regierungstreue Truppen nicht zu Befreiung eindringen konnten. Der Regierung gelang zwar die Flucht, aber das Ende der Diktatur war besiegelt.
Den individuellen Nachmittag nutzte ich für einen längeren Spaziergang und natürlich für die Tramfahrt.
Die Linie 28 fährt auf wirklich abenteuerlicher Route durch die engen Strassen rund um die Burg, dann durch die Unterstadt und über einen weiteren Hügel an den Stadtrand. In der Unterstadt blieben wir eine Viertelstunden stehen, denn es war wieder Demo. Diesmal, wie ich später erfuhr, von der öffentlichen Angestellten. Nicht bis zum Stadtrand, sondern nur bis zum Jardin da Estrela fuhr ich, um dann etwas kreuz und quer wieder ins Zentrum zurück zu marschieren. Hier traf ich auch auf einen modernen Glaspalast, der sich hinter einer historischen Fassade "versteckt".
Am Abend ging es wieder in die Alfama in ein Fado-Restaurant. Ein Dreigängemenu und zwischen den Gängen Gesang. Drei Frauen mit je drei Liedern und nach dem Dessert sang auch noch der Gitarrist selbst, der, wie ich es verstanden haben, auch Komponist einiger der Lieder war. Interessant war auch der Aufbau der Auftritte. Angefangen wurde immer mit einem sehr langsamen, dramatischen oder traurigen Lied. Das dritte war aber immer beschwingt und fröhlich, teilweise gar zum mitklatschen. So als ginge es darum, die Zuhörer nicht in eine allzutraurige Stimmung zu entlassen.

Auf grosser Stadtrundfahrt

Ich habe gewisse Ressentiments gegenüber Luxushotels. Ausser beim Frühstücksbuffet - dort schätze ich die Ueppigkeit und muss mich stets zusammenreissen, nicht schon am ersten Tag alles durchzuprobieren.
Heute war viel Busfahren angesagt und die erste Station war ein Brunnen und Gedenkmal an das Erdbeben, von wo man über den Park, auf einer geraden Linie durch Hauptstrasse und Stadttor bis zum Tejo hinunter sah. Danach verliessen wir das Stadtzentrum, um den Palacio da Fronteira, resp. dessen Garten zu besuchen. Dort wurden wir zum ersten Mal mit vielen (vielen!) Kacheln konfrontiert. Besondere Kacheln waren in einem Gartenpavillon zu sehen. Hier wurden einst die Teller an den Verputz geklebt, aus denen der König, wenn er hier zu Besuch war, gegessen hatte. Danach ging es an den Tejo zum Turm von Belem. Dort beginnt - man staunt - ein Radweg, der zum Entdeckerdenkmal und zur Hängebrücke führt.
Die Mittagspause verbrachten wir in der Pastelaria de Belem, wo es die besten Pasteis de Nata oder eben die Pasteis de Belem, gibt.
In vielen Ländern muss man in staatlichen Museen einen einheimischen Führer anheuern, unabhängig davon, welsche Qualifikationen der mitgebrachte hat. So wurden wir im Hieronymuskloster von einer portugiesischen Führerin empfangen. Sie zeigte uns die Kirche, wo auch ein Grabmal für Vasco da Gama steht und den Kreuzgang des Klosters. Ein kräftiger Wolkenbruch über der Stadt kam gerade richtig, jetzt wo wir unter Dach waren. Die letzte Station des Tages war das Museo do Azulejos, das Kachelmuseum. Es ist tatsächlich beeindruckend, wie in Lissabon die Kacheln benutzt wurden und wie sich Motive und Anwendungen im Laufe der Zeit geändert haben. Ein besonders kostbares Stück, ist die Kachelwand, die Lissabon vor dem Erbeben zeigt. Was leider zu kurz kam, war die zeitgenössische Kachelkunst. Nur ein paar wenige Ausstellungsstücke konnte ich vor dem Weggehen noch anschauen.
Auch voller Kacheln war das Restaurant wo wir am Abend assen. Das Casa do Alentejo, dem Kulturhaus der Leute vom Alentejo, was soviel wie "ennet dem Tejo" heisst. Hier wählte ich ausnahmsweise Schweinefleisch. Da niemand den Wein mit mir teilen wollte, war ich nach dem Essen doch etwas geduselt und macht noch einen kleinen Ausnüchterungsspaziergang in die Oberstadt auf auf die Aussichtsterrasse. Ich hatte ja bis jetzt noch gar nichts von Lissabon by night gesehen.

Auf nach Lissabon

Um vier Uhr aufstehen an einem Tag der 25 Stunden haben wird. Das wird anstrengend, aber die Freude auf Lissabon macht wach! Leider ist Lissabon zu weit weg, als dass eine Anreise mit dem Zug sinnvoll wäre, des Buches (Nachtzug nach Lissabon), denn ich fliege nicht gerne. Nicht Flugangst, sondern die langen Wartezeiten, die Enge im Flugzeug, nerven mich. Immerhin, nach zweieinhalb Stunden Flugzeit musste der Pilot offenbar von Westen anfliegen und so kamen wir mit einer grossen Schleife über Lissabon zu einem kleinen Stadtrundflug. Der Transfer klappte und bis zum ersten Stadtspaziergang mit dem Reiseführer hatte ich noch etwas Zeit, auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden. Dabei fand ich eine Terrasse mit einem ersten Aussichtspunkt über die Stadt, einen Platz mit einem Kiosk, wo man mir ein Sagres ausschenkte und das Denkmal für den Marques de Pombal, wo Studenten sich gerade für eine Demo bereitmachten.
Zurück im Hotel fand ich schliesslich die anderen Leute und stellte fest, dass ich diesmal einziger Nichtdeutscher in der Gruppe war. Der erste Gang führte in die Baixa, die Unterstadt, die beim
Erdbeben von 1755 durch eine Flutwelle zerstört wurde. Im Schachbrettmuster wurde die Unterstadt nach Plan des Marques de Pombal neu aufgebaut und als Denkmal schaut dieser Marques durch die breite Avenida da Libertade und die Baixa zum Stadttor hinunter.








Nach dem Spaziergang und einer kurzen Pause ging es mit der ganzen Bande in ein Restaurant wo ich mein erstes, aber nicht letztes, Fischgericht geniessen konnte.


Das weitere Programm wird sein:
Donnerstag: Stadtrundfahrt mit dem Bus, das Tejo-Ufer und Besichtigung eines Klosters und eines Kachelmuseums.
Freitag: Die Burg und das Quartier Alfama und individuelles Entdecken mit der Tageskarte.
Samstag: Das historische Museum und der Ausflug nach Sintra.

Der Tag davor

Heute Morgen war die Ecke leer. Jetzt ist schon ein Gerüst drin und die elektrischen Installationen sind gemacht. Noch fehlt, was eine Küche ausmacht: Herd, Backofen und Lavabo. Auch ein Abzug kommt noch. Der Rest wird in meiner Abwesenheit gemacht. D. h. auch heute war ich abwesend. Zuerst fuhr ich nach Thun, um dort zu frühstücken. Auch das Zugsbillet für morgen, also zum Flughafen Zürich, habe ich gekauft. Als ich dort am Bahnhof stand, habe ich auch gleich - zack! - einen Entscheid gefasst und gleich ein GA bestellt. So wird Ende April Wirklichkeit, was ich vor ein paar Tagen angekündigt habe: Ich werde wieder Zugpendler.
Als nächstes fuhr ich nach Biel, um einen kleinen Spaziergang in meiner alten Heimatstadt zu machen. Gleich neben dem Bahnhof, steht ein neuer City-Disc. Ich wollte doch noch die neue CD von Christophe Maé und habe sie bisher in Bern nicht gefunden. Hier müsste es gehen und tatsächlich - ein ganzes Gestell voll! Mit ein paar Gramm mehr Ballast ging ich weiter Richtung Altstadt. Dann den Hang hinauf und ich pausierte schliesslich beim Pavillion. Ich konnte es nicht lassen, gleich einen 'Wo bin ich' - Tweet loszulassen, aber Helmut erkannte die Aussicht sofort und piepte zurück.
Anschliessend stieg ich zum abgebildeten Strandboden hinunter um dort etwas zu trinken (was wohl?) und das bunte Treiben zu geniessen. Allzuwild war das Treiben zwar noch nicht, aber viele Gymeler genossen die Mittagspause auf der Liegewiese. Vor 35 Jahren, selbst noch Gymeler, hielt ich meine Eltern dazu an, für den Neubau des Gymnasiums am See zu stimmen. Ich marschierte noch weiter zum Hafen, wo die Schiffe auf die Sommersaison, die nächste Woche beginnt, warten. Dann am Block vorbei, indem ich die ersten acht Lebensjahre verbrachte, zurück zum Bahnhofparkhaus.
Jetzt sitze ich wieder zuhause am MacBook, der nicht mit auf die Reise kommt. Das iPhone muss reichen. Noch ein bisschen fernsehen und dass packen. Morgen heisst es früh aufstehen und auf nach Lissabon.

Doch, doch - Frühling!



Nur weil ich über die Jammeris lästere, die bereits Mitte Februar nach Frühling schreien, heisst das nicht, das ich etwas gegen diese Jahreszeit habe. Aber alles zu seiner Zeit, zum Beispiel jetzt! Heute Mittag war ich mit einem Kollegen zum Mittagessen verabredet und hatte vorher noch Zeit, für einen kleinen Spaziergang. Da bin ich auch diesen Frühlingsboten begegnet. An einem Ort, wo nicht viele Leute vorbei kommen, nämlich ... aber halt, ich verrate das noch nicht. Das Bild rechts soll als Ratehilfe dienen.

Achtung, Baustelle!

Das ist das letzte Bild meiner Küche im (fast) ursprünglichen Zustand. Herd und Backofen habe ich vor zehn Jahren einbauen lassen. Vor zwei Jahren kam die Abwaschmaschine, rechts im Bild dazu. Damals habe ich bereits den neuen Design gewählt: Die Fronten Ahorn, die Rückwand Aluminium und die Arbeitsfläche Granitimitation. Heute fliegt der alte Teil raus und am Mittwoch erstrahlt dann die ganze Küche im neuen Design. Sehen werde ich sie allerdings erst am Sonntag, denn Mittwoch früh geht's ab nach Lissabon. So kann ich dann nicht nur dort, sondern auch zu Hause Neues entdecken. Bin gespannt, ob ich auch Kochinspirationen aus Lissabon mitnehme, die ich in der neuen Küche umsetzen kann.
PS: Das Skigebiet Wiriehorn kommt langsam zum Saisonschluss. Nur noch nächstes Wochenende und an Ostern wird - gutes Wetter vorausgesetzt - offen sein. Aber schon bald beginnt die Mountainbike- und Wandersaison.

Hin und Her

Dieses Bild illustriert meinen vermutlich letzten Abendspaziergang in Ittigen. Zwar habe ich die Wohnung dort noch bis Ende April gemietet, aber um Ostern herum habe ich Ferien und brauche sie kaum noch. Ein Spaziergang ist immer eine gute Gelegenheit, um, im wörtlichen, wie im übertragenen Sinn, über seinen Weg nachzudenken. Ueber die weiterführenden Wege und über die Sackgassen, die man schon beschritten hat. Eine Sackgasse ist ja eine Weg, den man hin und zurück auf der genau gleichen Route begeht. Von einem Spezialfall einer solchen Sackgasse - es tönt natürlich jetzt etwas sarkastisch - soll dieser Artikel handeln: Dem Arbeitsweg.
Seit ich die verrückte Idee hatte, meinen Wohnsitz ins Diemtigtal zu verlegen, habe ich fast alle Möglichkeiten ausprobiert, meinen jeweiligen Arbeitsplatz in oder um Bern zu erreichen. Von 100% ÖV bis  100% Auto, wie zur Zeit. Oder ich versuchte den Weg ganz zu vermeiden, mit einer Mansarde oder gar einer Wohnung. Die am längsten ausprobierte war, mit dem Auto nach Thun zu fahren und dort in den Zug umzusteigen. In Thun sind Kieser, Schachklub, Bibliothek und natürlich auch viele Einkaufsmöglichkeiten. Seit zwei Jahren fahre ich den ganzen Weg mit dem Auto. Dies bringt mir Zeitgewinn, aber paradoxerweise auch Zeitverlust. Auto fahren braucht einen und lässt nicht viel Möglichkeiten für anderes. So begann ich eine Sache zu vermissen - die, jeden Tag zu lesen. Soviel Reisezeit ich sparte, soviel Lesezeit verlor ich: Jeden Tag eine Stunde.
So denke ich ernsthaft darüber nach, wieder zum Zugpendler zu werden. Schon habe ich alle Varianten wild durchgerechnet. Es gibt das Streckenabo, das Inter-Abo Thun-Bern und das GA.In der Reihenfolge des Preises, aber auch der Flexibilität. Auch wenn die Entscheidung noch nicht ganz gefallen ist - wahrscheinlich nehme ich das, was mit auch die grössten Freiheiten bietet: Das GA.
So werde ich mich wohl ab Mai wieder mit tausenden anderen Pendlern in die Züge drängen, mit dem iPod am Ohr und einem Buch in der Hand.

Besucherverkehr

Es liegt sicher auch daran, dass mein Balkon mit Katzenleiter bestens erreichbar ist. Aber auch daran, dass Katzen neugierig sind und Aussichtspunkte mögen. Ausserdem bieten die Balkone in dieser Jahreszeit schneefreie Wanderwege. Darum erscheinen immer wieder fremde Katzen auf meinem Balkon. Auf dem ersten Bild der Tiger, der meiner Katze recht ähnlich sieht. Sie sitzt auf dem Fensterbank und beobachtet ihn. Ich wunderte mich schon, dass sie in nicht wegjagte. Erst als er die Bewegung hinter dem Fenster, also mich, sah, wechselte er auf den Nachbarbalkon. Das war gestern. Heute Morgen erschien der anthrazitfarbene Kater. Er ist noch scheuer, als der Tiger, und floh sofort, als er mich sah. Ich erwähne seine Farbe explizit, da es noch einen ganz schwarzen Streuner gibt, den ich aber schon lange nicht mehr gesehen habe.
Ausserdem stören die Reflektionen im Fenster. Vielleicht sollte ich mal eine Aussenkamera installieren, um meine Besucher abzulichten. Oder sind es doch eher die Besucher meiner Katze. Vielleicht vermag sie, trotz Sterilisation, immer noch die Kater des Quartiers anzulocken. Allerdings reagiert sie eher ungnädig auf die Annäherungsversuche.
Gnädig hingegen zeigt sich das Wetter dieses Wochenende. Perfekt, zumal heute der Berner Oberländer Skitag am Wiriehorn stattfindet. Natürlich freue auch ich mich, dass es langsam wieder wärmer wird. Nicht allzuwarm hoffentlich, denn es wäre natürlich schön, wenn unser Skigebiet an Ostern noch offen haben könnte. Das sage ich auch, obwohl ich diese Saison kein einziges Mal auf den Brettern gestanden bin.

Des Rois, des Pions et des Fous

Eigentlich mag ich Stress nicht besonders. Ich habe auch keine CD von ihm, auch die genannte nicht. Das Verdienst dieser CD ist aber, den Deutschschweizern die französischen Namen der Schachfiguren beigebracht zu haben. Klar, "Roi" dürfte bekannt sein. Auch die drei nicht genannten, "Dame", "Tour" und "Cheval" (eigentlich "Chevalier") sind keine Herausforderung. Die beiden anderen hingegen sind weniger bekannt.
Die schillernste Figur von allen ist der Läufer. Er hat auch die unterschiedlichsten Namen. Während er im deutschen noch einen gewissen Bezug zur Armee hat als Meldeläufer, hat er aufgrund seines sonderbaren Hutes in anderen Sprachen die Rolle geändert. Im Englischen wird der Hut als Bischofshut interpretiert, darum "Bishop", im Französischen als Narrenkappe, eben "Fou".  Etwas närrisches hat der Läufer ja, denn er bewegt sich nur diagonal.
Der Bauer hat meines Wissens nur im Deutschen einen Bezug zum Agronomen. "Pion" hat wie das englische "Pawn" den Ursprung im lateinischen Wort für Fusssoldat. Das englische Wiki erkärt sehr schön, dass die acht Bauern ursprünglich verschiedene Berufe des Mittelalters darstellten. Die heutigen sind standardisiert und nicht unterscheidbar. Bekannt aus der Schachsprache ist ja das "Bauernopfer". Es bedeutet, dass man jemanden als minderwertig genug betrachtet, ihn zu opfern oder, im einigermassen ziviliserten Umfeld, seine Interessen hintenan zu stellen. Die Aufgabe der Bauern ist auch, den König zu schützen.
Ich stelle mir die Idee des Herrn Andreksen - oder soll man ihm jetzt Herr Winiger sagen - so vor: Da sind die modernen Könige, sprich Wirtschaftskapitäne, die sich mit Bauern umgeben, die von ihnen abhängig sind. Diese Bauern werden bei Notwendigkeit auch geopfert, um den Schwerfiguren Platz zu machen. Daneben stehen die Narren - Politiker, Journalisten - die dem Ganzen machtlos zusehen und nur ihr Schauspiel abziehen können, indem sie quer übers Feld huschen.
Wie gesagt, die Musik mag ich nicht besonders, aber das Bild überzeugt mich. Der Link zum neusten Video soll aber trotzdem nicht fehlen: Tous les Mêmes.

Das Wahlmaterial ist angekommen

So jetzt mal die Prospekte durchschauen. Zuerst kommt die EVP, da kann ich mich darauf beschränken die Köpfe anschauen und den Pospekt weglegen. Dann die SVP. Da gibt es sogar einen Kanidaten aus meinem Dorfteil. Der wird freundlich begutachtet - und weg damit. Weiter die BDP im Berner Wanderwege Look. Mögen viele Ex-SVPler mit ihnen wandern. Nächstes Highlight ist die EDU. Stark im Oberland mit drei Listen. Auch zwei Diemtiger, ... die ich natürlich auch nicht wähle. Als nächstes die FDP, die Wirtschaftspartei. Welcher Wirtschaft auch immer. Gegen den gläsernen Bürger, aber für Videoüberwachung. Weiter. Alle Listen, die ich in Betracht ziehen kann, sind am Schluss. Die Grünen, die SP und, quasi als Reserve, die Grünliberalen.
Jetzt kommt Smartvote zum Zug. Im ersten Durchlauf bin ich für die 17 Oberländer Sitze auf 11 SP und 6 Grüne gekommen. Die GLP, wie angetönt, auf der Ersatzbank. Soll ich dem Diemtigtaler Vertreter eine Sympathiestimme geben? Die grüne Spitzenkandidatin, die ich flüchtig kennengelernt habe, ist auch nicht unter den Top 17. Dafür auf der SP-Liste Stefan, mit dem ich im Spanischkurs war.
Wahrscheinlich mache ich es so: Ich nehme die leere Liste, knalle meine Glückszahl 13 drauf (die SP-Liste) und schreibe erstmal besagten Stefan zweimal drauf. Dann die bestplatzierten Grünen und den dorfeigenen Grünliberalen. Die leeren Zeilen gehen zugunsten der Liste.
Mein politisches Outing sieht man hier rechts. Es dürfte in ziemlich allen Punkten das Gegenteil sein von Bloggerkollegen annubis - dank ihm bin ich immerhin zu einem roten iPod gekommen. Als ich zu den Stadt Berner Wahlen Smartvote ausfüllte, hatte ich noch einige EVP-Vertreter drin. Da ich meine Meinung innert Jahresfrist kaum geändert habe, zeigt das wohl, dass im Oberland die Konservativen noch konservativer sind.
Ach ja, der Regierungsrat! Da werde ich auch brav das Ticket "Vier gewinnt" wählen, also rot-grün. Und da noch Platz frei ist, hier wird ja nach Majorz gewählt, setze ich wohl noch die BDP-Kandidatin ein. Nicht unbedingt für sie, aber gegen die SVP. Auch beim wählen kommt manchmal die menschliche Hinterlist zum Zug.

Kleine Designänderung

Irgendwie befriedigt mich die Sache mit den verzerrten Headerbildern nicht. Darum wechsle ich mal auf einen kleinen Schriftheader und führe daneben das "Bild des Monats" ein. Diesmal den bereits unten genutzten Narren - später sollten diese Bilder "saisongerecht" sein. Mal schauen, wie lange der Vorsatz hält.

Delirium samstagens


Im Delirium haben sich vielleicht einige gewähnt, als sie den Neuschnee vom Samstag gesehen haben. Es sind wohl jene, die den meteorologischen Frühlingsanfang mit Sonne rund um die Uhr assoziieren. Nun, der Wonnemonat mit M ist nicht der März, sondern der Mai. 
Ich hätte ja auch gerne den Rat befolgt, zu Hause zu bleiben. Aber der Schachklub rief. Immerhin fand der Match nicht wie ursprünglich vorgesehen in Zweisimmen, sondern in Spiez statt. Ich kann durchaus gut auf Neuschnee fahren. Wenn ich aber einen vornedran habe, der jede Kurve für Schleuderkunststücke nutzt, wird mir doch etwas mulmig. Ich hielt Abstand und hoffte das Beste, also dass kein Unfall geschah. 
Wir spielten im Hotel Belvedere in einem Saal, der für vier Bretter viel zu gross war. Mal was anderes, denn in Zweisimmen haben wir auch schon in der Kegelbahn gespielt. Da im ganzen Hotel nicht viel los war, hatte die Serviererin genug Zeit, regelmässig im Saal vorbei zu kommen und regelmässiges Erscheinen hat sogar bei Schachspielern häufigere Bestellungen zur Folge. Ich hätte am liebsten ein paar Extrazüge bestellt. Bei der Eröffnung hatte ich doch etwas Tempo verloren und konnte mich dem Druck meines Gegners nicht mehr erwehren. So musste ich nach gut zwei Stunden aufgeben. 
Lange musste ich mich nicht grämen, den am Abend war noch eine Geburtstagsparty beim Nachbarn angesagt. Bei Brötchen und natürlich dem hauseigenen Bier. Dem habe ich auch ausgiebig zugesprochen bis es Mitternacht wurde. Mit der nötigen Bettschwere legte ich mich hin, schrak aber bald nach dem Eindösen wieder auf. Ich delirierte irgendetwas von rosafarbenen Figuren - eventuell Schachfiguren, aber mit Sicherheit keine Elefanten. So stand ich nochmal auf und bereitete mir einen Magen und Nerven schonenden Kräutertee zu. Der wirkte wie vorgesehen und ich konnte endlich dem Sonntag entgegenschlafen.

The Fool - not on the Hill

Manchmal komme ich mir vor, wie ein Narr, der die ganze Last der Welt auf dem Schultern tragen muss. Gut, was den zweiten Teil des Satzes betrifft, ist das eine masslose Selbstüberschätzung. Aber deshalb blogge ich, denn in der Bloggerwelt bin ich nicht alleine mit diesem Fehler.
Man könnte meinen, wenn man Zeitungs- und Tagesschaukonsum reduziert, hätte man auch ein bisschen Ruhe von all den Problemen der Welt und somit auch ein bisschen weniger von besagter Last. Die Blogs sind allerdings auch nicht immer ohne. Nicht nur, weil diese die politische Aktualität auch berücksichtigen, sondern auch, weil die Blogschreiber häufig auch näher an der Sache dran sind. Näher nicht im Sinne, dass sie irgendwo im Kugelhagel stünden. Ich meine die gedankliche Nähe. Der Blogger denkt über sein Leben und über allgemeine Themen nach und zieht seine persönlichen Schlüsse daraus. Nicht selten negative. So muss ich manchmal zum Schluss kommen, dass die Welt verdorben und dem Untergang geweiht ist. Aber stur wie ich bin, bin ich entschlossen, die Welt vorläufig nicht untergehen zu lassen und lese noch ein paar andere, lustigere Blogs.
Damit mein Blog ein bisschen lustiger wird, mache ich den Narren noch zu meinem März-Titel.
D' Musig derzue: Zur Beruhigung noch eine französische Schnulze, die - der Narr lässt grüssen - auf englisch gesungen wird: The Fool von Gilbert Montagnié.

Bier für Blogger

Jetzt habe ich also am Montag Abend ein paar Fläschchen verteilt. Der Anlass war eine kleine Twitterdiskussion mit dem Nachtmeister. Ich fand, er trinke zu billiges Bier, worauf er mir antwortete, sein Budget sei in dieser Hinsicht eben beschränkt. So versprach ich ihm ein Qualitätsbier, ein "handgemachtes", also ein Wiriebier.
Ich habe noch weitere Flaschen mitgenommen um sie unter den Anwesenden zu verlosen. Sie mussten schätzen, wieviele Blogposts ich hier schon geschrieben habe. Sie schätzten alle zu hoch, aber der Yves, chm und Rouge waren am nächsten.
Die beiden letzteren vergassen bei ihrem Abschied allerdings ihren Preis (ich zugegebenerweise auch) und so kamen DJBrutalo und Ekston dann zu einem Fläschchen. Ich kann ja ein andermal wieder Bier verteilen.