Dass die Schweiz den Final nur knapp verpasst hat, habe ich schon erwähnt. Letztes Jahr hatte man als Gastgeber das Privileg direkt in den Final zu kommen. Dieses hatte dieses Jahr Österreich und landete auf den zweitletzten Platz. Schade, ich fand das Stück ganz witzig. Nur einen Platz besser war Deutschland. Nun, wer als Hundertster "fire" auf "liar" reimt, verdient keinen Spitzenplatz. Natürlich gab es noch mehr banale Texte. Nicht aber bei Kroatien. Es gehe um die Unterdrückung der Frau und die Gesichtsbemalung sei ein alter kroatischer Brauch, sagte unser Sven Epiney. Dass es um die Gefangennahme und Zwangskonvertierung junger Kroatinnen unter den osmanischen Besetzung ging, verschwieg er.
Dass aller guten Dinge nicht immer drei sind, musste Frankreich erfahren. Nach zwei Pop-Opern hatte das ESC-Publikum genug von diesem Stil und die tolle Sängerin Monroe musste sich mit dem elften Platz begnügen. Sie gehörte zum Favoritenfeld, auf das allesamt höher gewettet wurde, als auf Bulgarien. Wir in den deutschsprachigen Ländern jammern ja gerne: "niemand liebt uns". Abgesehen davon, dass das Blödsinn ist, hätte wohl ein Land mehr Grund das zu sagen: Israel. Aber sie haben neben den "Kritikern" auch eine grosse Unterstützer-Community. Vielleicht haben die fünf Boykottanten sogar geholfen, indem sie die grössten Anti-Israel-Gruppen beim Voting aus dem Rennen genommen haben. Noam Bettan sang von einer Michelle und einer zerbrochenen Liebe. Man kann den Namen der Frau aber auch durch jene der Boykott-Länder oder einfach durch "Europa" ersetzen.
Zum Schluss noch dies: Schweden auf den zwanzigsten! Ich habe die Sängerin und das Lied schon bei der Vorausscheidung nicht gemocht, darum erlaube ich mir ein kleines bisschen Schadenfreude.

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