In Sachen Bier brauen habe ich einen guten Lehrmeister. Nachbar J. hat sich von Anfang an festgelegt, alle Arbeitsgänge selbst durchzuführen, wie in einer Brauerei. So habe ich es von ihm gelernt und wie hier, am ersten Brautag, durchgeführt. Aber es gibt Dinge, die man als Hobbybrauer kaum hinkriegt. Fruchtbiere gehören dazu. Man muss nicht nur genug Früchte haben, sondern diese auch lange lagern, bevor man sie verwenden kann. Da ich aber unbedingt mal ein Kriek - ein Kirschenbier - brauen möchte, habe ich gestern diesen kleinen Verrat an unserer Brauerehre begangen und folgendes gekauft:
Diese Büchsen enthalten eingedickte Melasse, die man nur noch verdünnen muss und die Hefe zugeben. So vergeht keine Stunde, bis man das Bier im Gärfass hat. Aber keine Angst, ich werde auch weiterhin "richtig" brauen. Meine Bierclubkollegen haben mir einen Sack Gestenmalz zum Geburtstag spendiert. Des weiteren habe ich noch zwei Dutzend Einwegflaschen und Kronkorken gekauft. Ein kleiner Anteil des Bieres wir in Zukunft so abgefüllt. Auf diese Weise kann man auch Bier an Leute verschenken, von denen man die Flaschen nur noch schwer zurückbekommen kann.
Die Einkaufstour für Brauutensilien (vier weitere Säcke Malz für J.) ist jeweils auch kein kleine Klubreise - diesmal zu viert. Wir besuchten noch die Seetal-Brauerei in Hochdorf, die am Samstag ihren neuen Standort einweiten und beschlossen die Reise in Burgdorf im Schützenhaus.
Da sich der Brauerei-Laden in Bünzen befindet, drängt sich die Erinnerung an diese Caberet-Nummer auf: César Keiser - Das Telefon.
Sonntag, 13. November 2011
Freitag, 11. November 2011
Kriegsdenkmäler
Etwas was mir auf meinen Reisen, z.B. in Frankreich bald auffiel: Fast jedes Dorf hat einen Ort, wo den getöteten Soldaten in den beiden Weltkriegen gedacht wird. Solches findet man in der Schweiz nicht, denn unsere Armee war glücklicherweise nicht in Kriegshandlungen verwickelt.
Trotzdem, so findet Diccon Bewes in seinem Blog Swisswatching, könnte das Gedenken an die Weltkriege in der Schweiz etwas besser gestellt sein. Er kannte bis jetzt nur Denkmäler, die an den Einmarsch Napoleons erinnern. Erst kürzlich hat er ein Weltkriegsmonument in Montreux gefunden.
Da bin ich ihm etwas voraus. Ich habe letztes Jahr eines in Bern gefunden. Zwischen innerer und äusserer Enge. Ich habe sogar eine Beschreibung dazu.
Dass es zum 50. Jubiläum der ersten Mobilmachung von 1914 errichtet wurde, ist sicher bezeichnend für ein Land, das dem eigentlichen Krieg entgangen war. Bekannter als dieses ist der "Fritz" in Les Rangiers. Auch er ein Symbol der Grenzwacht im 1. Weltkrieg. Später wurde er zum Ziel von Anschlägen der Béliers während des Jurakonflikts.
Aber man hat nicht nur den Soldaten, die frierend unsere Grenzen bewachten, gedacht. Auch die vierbeinigen Begleiter, die Militärpferde, haben ihr Monument. In Thun, gleich beim Schwäbisbad.
Trotzdem, so findet Diccon Bewes in seinem Blog Swisswatching, könnte das Gedenken an die Weltkriege in der Schweiz etwas besser gestellt sein. Er kannte bis jetzt nur Denkmäler, die an den Einmarsch Napoleons erinnern. Erst kürzlich hat er ein Weltkriegsmonument in Montreux gefunden.
Da bin ich ihm etwas voraus. Ich habe letztes Jahr eines in Bern gefunden. Zwischen innerer und äusserer Enge. Ich habe sogar eine Beschreibung dazu.
Dass es zum 50. Jubiläum der ersten Mobilmachung von 1914 errichtet wurde, ist sicher bezeichnend für ein Land, das dem eigentlichen Krieg entgangen war. Bekannter als dieses ist der "Fritz" in Les Rangiers. Auch er ein Symbol der Grenzwacht im 1. Weltkrieg. Später wurde er zum Ziel von Anschlägen der Béliers während des Jurakonflikts.
Aber man hat nicht nur den Soldaten, die frierend unsere Grenzen bewachten, gedacht. Auch die vierbeinigen Begleiter, die Militärpferde, haben ihr Monument. In Thun, gleich beim Schwäbisbad.
Donnerstag, 10. November 2011
öuf
Eigentlich sollte ich an diesem Freitag in Solothurn sein. Dann könnte ich mir ein Öufi-Bier gönnen. Am besten elf Stangen. Da die aber nicht schon um 11 Uhr 11, sondern erst am Abend feiern, werde ich mich auf das übliche Zwickelbier am Spiezer Stammtisch beschränken. Der 11. November ist aber nicht nur Fasnachtsanfang und Datum diverser Feste, sondern auch der Martinstag. Auch wenn ich nicht Namenstag feiere, freut es mich doch, meinen Namen im Kalender zu finden - und erst noch an prominenter Stelle.
Wie illustriere ich das jetzt? Ach, das Blog führen ist ja anerkannterweise nichts andereres, als der Vorwand, Katzenbilder zu veröffentlichen. Hier ist eines:
Wie illustriere ich das jetzt? Ach, das Blog führen ist ja anerkannterweise nichts andereres, als der Vorwand, Katzenbilder zu veröffentlichen. Hier ist eines:
Dienstag, 8. November 2011
Liebe oder Peitschenhiebe
Es wurde in unserer Presse nur nebenbei erwähnt. Die französische Satirezeitschrift Charlie Hébdo hat, zum Anlass der Wahlen in Tunesien, ein Titelblatt gezeichnet mit Mohammed, der als Gast-Chef-Redaktor sagt: "100 Peitschenhiebe, wenn ihr euch nicht totlacht!" Die Zeitschrift, das kann man auf ihrer Homepage nachschauen, kommentiert nicht nur die Politik, sondern auch alle Religionen bissig bis bösartig. Nun ist ihr Büro mit Molotow-Cocktails zerstört worden von Leuten die die Religion wohl im wörtlichsten Sinne todernst nehmen.
Die Redaktion hat diese Tat sofort - wieder mit Mohammed - kommentiert. Er sagt, was hoffentlich jeder uns bekannte Religionsgründer sagen würde: "Es ist schlimm, von Idioten geliebt zu werden!
Die neuste Ausgabe von Charlie Hébdo schlägt noch mal in dieselbe Kerbe. Es ist aber zu vermuten, dass dieser feuchte Kuss zwischen einem Charlie-Redakteur und Nicolas Blancho, äh, einem Cliché-Moslem nicht zur Beruhigung der Lage führen wird. Obwohl - Die Liebe ist stärker als der Hass - hoffen wir's!
Die Redaktion hat diese Tat sofort - wieder mit Mohammed - kommentiert. Er sagt, was hoffentlich jeder uns bekannte Religionsgründer sagen würde: "Es ist schlimm, von Idioten geliebt zu werden!
Die neuste Ausgabe von Charlie Hébdo schlägt noch mal in dieselbe Kerbe. Es ist aber zu vermuten, dass dieser feuchte Kuss zwischen einem Charlie-Redakteur und Nicolas Blancho, äh, einem Cliché-Moslem nicht zur Beruhigung der Lage führen wird. Obwohl - Die Liebe ist stärker als der Hass - hoffen wir's!
Sonntag, 6. November 2011
Sedimente
Mit der Überschrift ist nicht der Voralpenkalk gemeint, auf dem unser Haus gebaut ist, sondern die Zeitungen und Zeitschriften, die sich im Laufe eines Monat auf meinem Frühstückstisch häufen. Die muss ich ab und zu an einem Sonntag Mittag abarbeiten. Rechnungen sind manchmal auch dabei. Auch heute. Des weiteren ein Prospekt des Reisebüros Studiosus mit diversen Angeboten für die Festtage. Den musste ich gebührend studieren. Aufgefallen sind mir aber nicht die Festtagsangebote, sondern eine Reise nach Istanbul im nächsten Frühling. Aber auch für Jerusalem habe ich mich vor einiger Zeit schon interessiert. Also könnte es sein, dass ich mich im März oder April für eine Woche in den Orient verabschiede.
Habe ich nicht gerade kürzlich meine ID erneuert und behauptet, einen Pass brauche ich demnächst nicht? Es gab schon schlimmere Fehleinschätzungen - daran sollte es nicht scheitern.
Habe ich nicht gerade kürzlich meine ID erneuert und behauptet, einen Pass brauche ich demnächst nicht? Es gab schon schlimmere Fehleinschätzungen - daran sollte es nicht scheitern.
Freitag, 4. November 2011
Anonymus putzt
Ich hasse es, beim Putzen beobachtet, oder überhaupt beachtet zu werden. Diesen Defekt habe ich mir wahrscheinlich im Teenager-Alter angeeignet. Wir haben immer in Genossenschaftswohnungen gewohnt, wo man einmal wöchentlich das Treppenhaus putzen musste. Ab einem gewissen Alter erledigte ich das, denn ich lernte schon früh, im Haushalt mit zu helfen. Zu dieser Zeit war aber ein Mann, der putzt noch eher die Ausnahme, was die Nachbarn veranlasste mich sehr für meinen Einsatz zu loben. Als Teenager als lieber Sohn betitelt zu werden, ist aber trotz allem nicht das, was man sich wünscht. So machte ich meine Arbeit am liebsten unentdeckt und das ist mir geblieben.
Letzten Sonntag war ich dran mit Treppenhaus putzen. Ich begann mit Staubsaugen. Da öffnete sich die Tür der einen Nachbarin, Kinder und Enkelin waren zu Besuch. Sie pendelten vom Keller zur Wohnung und zurück. Dann erschien eine weitere Nachbarin. Sie brachte Wäsche in die Wohnung und räumte wohl auch welche weg. Das war mir definitiv zu viel Betrieb und ich zog mich nach dem Staub saugen zurück.
Heute nun - Haus leer - putzte ich noch die Fenster der Eingangstüren und wischte die Plätze davor. Auch vor dem Seiteneingang, wo diese Gummigitter liegen. Diese von allen Blätter zu befreien ist schwierig, wie man sieht. Aber ich hebe die Gitter auch auf und lege sie zusammen, um darunter zu wischen. Hierbei gilt es zu beachten, dass, wenn man die Gitter am Metallrand hebt um sie wieder in Position plumpsen zu lassen, man erst schauen sollte, wo man die Füsse hat. Aber im November wischt man ja nicht barfuss.
Letzten Sonntag war ich dran mit Treppenhaus putzen. Ich begann mit Staubsaugen. Da öffnete sich die Tür der einen Nachbarin, Kinder und Enkelin waren zu Besuch. Sie pendelten vom Keller zur Wohnung und zurück. Dann erschien eine weitere Nachbarin. Sie brachte Wäsche in die Wohnung und räumte wohl auch welche weg. Das war mir definitiv zu viel Betrieb und ich zog mich nach dem Staub saugen zurück.
Heute nun - Haus leer - putzte ich noch die Fenster der Eingangstüren und wischte die Plätze davor. Auch vor dem Seiteneingang, wo diese Gummigitter liegen. Diese von allen Blätter zu befreien ist schwierig, wie man sieht. Aber ich hebe die Gitter auch auf und lege sie zusammen, um darunter zu wischen. Hierbei gilt es zu beachten, dass, wenn man die Gitter am Metallrand hebt um sie wieder in Position plumpsen zu lassen, man erst schauen sollte, wo man die Füsse hat. Aber im November wischt man ja nicht barfuss.
Mittwoch, 2. November 2011
Tückische CD-ROM
Ein Anruf vom Verkaufschef: "Haben wir eigentlich schon Daten von CD-ROM übernommen?" - "Von CD-ROM? Von wem den?" - "Von Firma X." - "Nein. Firma X schickt doch ihre Daten per FTP." - "Ich meine, äh, wir haben doch die Produktdaten erfasst." - "Ah, du meinst CD-ROM, die wir verkaufen." - "Ja." - "Nein." - "Aber die Vorkehrungen sind getroffen?" - "Ja." - "Ok, Danke."
So geht es, wenn Medien sowohl Handelsprodukt, wie Arbeitsinstrument sind.
So geht es, wenn Medien sowohl Handelsprodukt, wie Arbeitsinstrument sind.
Dienstag, 1. November 2011
Nachtfahrten
Wenn ich des Nachts nach Hause fahre, geschieht tatsächlich allerlei. Von den beiden Dachsen habe ich bereits hier berichtet. Da gerade Halloween war, erzähle ich gleich noch ein paar weitere Nachtgeschichten:
An unserem Schachabend fand ich keinen Parkplatz in der Nähe unseres Lokals und musste den Wagen in einer etwas entfernteren Nebenstrasse abstellen. Diese mündet beim Schloss Schadau in die Seestrasse, wo ich nach rechts abbiegen kann und so auf meinen Heimweg komme. Bei dieser Abzweigung hat es einen Parkplatz und als ich gerade darauf losfuhr, kamen zwei Wagen vom Bahnhof her, bogen in den Parkplatz ein, wendeten und führen wieder zurück. Nach dem Einbiegen auf die Seestrasse sah ich hinter mir einen weiteren Wagen, der dasselbe Manöver ausführte. Was soll das, fragte ich mich. Aber da wurde mir alles klar, denn die Seestrasse.... also diese Typen - es mussten Männer sein - haben auf der Hinfahrt das Angebot studiert und fuhren dann zurück, um bei der Dame ihrer Wahl anzuhalten.
Anderer Abend, fast gleiche Strasse. Ein Auto biegt zackig vor mir ein. Meine Scheinwerfer zünden auf die Schrift auf den Seitentüren: "keinzufall.ch". Nun, wenn ich ihn gerammt hätte, wäre das wahrlich kein Zufall gewesen. Aber man fährt ja vorsichtig. Kein Zufall auch, dass man unter dieser Internet-Adresse ein Sammelsurium von esoterischen Angeboten findet. Wahrscheinlich hatte der Fahrer bereits aus dem Stein der Weisen gelesen, dass er heute keinen Unfall haben würde.
Da sieht man, was für ein heisses Pflaster Thun doch ist.
An unserem Schachabend fand ich keinen Parkplatz in der Nähe unseres Lokals und musste den Wagen in einer etwas entfernteren Nebenstrasse abstellen. Diese mündet beim Schloss Schadau in die Seestrasse, wo ich nach rechts abbiegen kann und so auf meinen Heimweg komme. Bei dieser Abzweigung hat es einen Parkplatz und als ich gerade darauf losfuhr, kamen zwei Wagen vom Bahnhof her, bogen in den Parkplatz ein, wendeten und führen wieder zurück. Nach dem Einbiegen auf die Seestrasse sah ich hinter mir einen weiteren Wagen, der dasselbe Manöver ausführte. Was soll das, fragte ich mich. Aber da wurde mir alles klar, denn die Seestrasse.... also diese Typen - es mussten Männer sein - haben auf der Hinfahrt das Angebot studiert und fuhren dann zurück, um bei der Dame ihrer Wahl anzuhalten.
Anderer Abend, fast gleiche Strasse. Ein Auto biegt zackig vor mir ein. Meine Scheinwerfer zünden auf die Schrift auf den Seitentüren: "keinzufall.ch". Nun, wenn ich ihn gerammt hätte, wäre das wahrlich kein Zufall gewesen. Aber man fährt ja vorsichtig. Kein Zufall auch, dass man unter dieser Internet-Adresse ein Sammelsurium von esoterischen Angeboten findet. Wahrscheinlich hatte der Fahrer bereits aus dem Stein der Weisen gelesen, dass er heute keinen Unfall haben würde.
Da sieht man, was für ein heisses Pflaster Thun doch ist.
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