Sonntag, 31. Juli 2011

Abfall

Es dürfte ja niemandem ganz unbekannt sein, was mit seinen Abfallsäcken passiert. Diesen Säcken, die im Berner Oberland einheitlich grau sind und mit AVAG beschriftet. In der Region Bern treibt man es bunter und jede Gemeinde hat eine andere Farbe. So oder so, mit dem Sack bezahlt man einen Teil der Arbeit, die in der KVA, der Kehrichtverbrennungsanlage geleistet wird.
Dank der Initiative von Aendu konnten ein Dutzend Twitterer die KVA Thun besichtigen. Die einst umstrittene Anlage - man fürchtete eine touristische Abwertung der Region durch das grosse Gebäude - ist heute Vorzeigeanlage und selbst Objekt von spezifisch interessiertem Tourismus.
Interessanteste Erkenntnis des Besuchs war für mich, dass der Abfallbunker - zweieinhalb Tonnen Material hat in dieser Klammer Platz - und der Ofen eigentlich die kleineren Teile der Anlage sind. Die ganze Rauchgasentgiftung ist grösser und geht über vier Filterstufen. Was am Schluss durch den Kamin kommt ist zwar nicht perfekt sauber, aber natürlich viel besser, als wenn man den Abfall offen verbrennen würde. Ausserdem beheizt die KVA die Militäranlagen und man plant auch für die benachbarten Wohnquartiere eine Fernheizung.
Nicht gerade auf, aber beim Kamin befindet sich eine Terrasse mit bester Aussicht. Eigentlich schade, dass man hier kein Panoramarestaurant einrichten kann. Hier noch der Flyer der KVA Thun als PDF.
Die Teilnehmer: @aendu, @gwundrig, @quantenlawine, @BOESCHtler, @LiFrT, @senfwurst, @zunder, @drPfarrer, @michu, @souslik

Freitag, 29. Juli 2011

Schweigen ist Gold - nicht immer, aber manchmal!

Wenn jemand vom Beten spricht, berührt das mich nicht speziell, da ich nicht religiös bin. So zuckte ich auch nur mit den Achseln, als AbtMartin twitterte, er sei froh, die Gewalttaten in Norwegen im Gebet bewältigen zu können.
Jetzt, eine Woche später, wo auch ich erleben konnte, resp. musste, was in den Medien für ein Sturm entfacht wurde, muss ich wieder an diesen Tweet denken. Ob in Radio, TV oder Zeitungen, in Blogs oder auf Twitter, ist etwas ausgebrochen, was man nur behelfsmässig als Diskussion bezeichnen kann. So denke ich mir: wenn all diese Leute, die sich daran beteiligten, wenn nicht gebetet, so doch wenigstens geschwiegen hätten!
So möchte ich an dieser Stelle all jenen danken, die es getan haben: Geschwiegen. Danke!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Muntermacher

Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, zur Frage, ob Fernsehen unzufrieden macht. Leider habe ich vergessen wo. Ob Serien, die in reichen Häusern spielen, oder Model-Wettbewerbe nicht den Durchschnittszuschauer frustrieren, der solches nie erreichen kann. Vielleicht. Aber ich denke, dass die meisten Menschen durchaus unterscheiden können, zwischen der TV-Welt und ihrer Realität.
Wenn mich jemand fragen würde, ob Medien die Menschen frustrieren, dächte ich an ein anderes Beispiel: Unsere täglichen Begleiter, die Radioprogramme. Ursprünglich beschimpfte man die "fröhlichen Wellen" wegen ihrer Oberflächlichkeit, aber immerhin, wenn sie wenigstens fröhlich wären. Die Moderatoren haben nämlich eine Vorliebe dafür, morgens die Zuhörer, die schon auf sind zu bedauern, den nahenden Feierabend zu begrüssen, die Montagsdepression - die man gar nicht hat - zu beschwören und den ganzen Freitag "Juhu, Weekend" zu rufen. Das vergällt einem nicht nur die Arbeit, sondern ist auch altmodisch, denn es richtet sich nach den herkömmlichen Bürozeiten. Eine zusätzliche Möglichkeit das Publikum zu demoralisieren bietet immer wieder das Wetter. Zwar kommt gelegentlich auch der Meteorologe zu Wort, der sagen darf, dass die derzeitigen Temperaturen nur 1-2 Grad unter dem Durchschnitt sind, aber danach wird gleich wieder die alte Platte "Wann wird es endlich wieder Sommer" aufgelegt. Nicht die von Rudi Carrell (höchstens auf DRS1), aber das entsprechende Gejammer wird ausgiebig zelebriert.
So verlässt man also morgens doppelt frustriert das Haus. Erstens, weil man zur Arbeit muss und zweitens, weil man, müsste man nicht zur Arbeit, nicht in die Badi könnte. Oder man ignoriert die Moderatoren und hat Spass am Leben!

Dienstag, 26. Juli 2011

20 Jahre Travertin (III)

Wohnungsbesitzer zu  sein, bedeutet nicht nur Verschuldung, sondern auch viele neue Steuern, Abgaben und Formulare. Bevor es im Kanton die elektronische Steuererklärung gab, musste ich pro Grundstück ein Formular ausfüllen. Auch der Parkplatz in der benachbarten Einstellhalle ist ein eigenes Grundstück. Ebenso das Studio im Parterre, dass ich später dazu kaufte, um mehr Platz zu haben. Zu diesem musste ich noch einen Parkplatz dazu kaufen und so hatte ich vier Grundstücke, bis ich diesen weiterverkaufen konnte. Ja, der Notar hat auch gut an mir und meinen Nachbarn verdient.
Im Jahr 2000 vernahm ich, dass jene Nachbarn, die eine der grossen zwei-Zimmerwohnungen besassen, verkaufen wollten. Ich ging das Risiko ein und schlug zu. Jetzt war ich doch am Rand der möglichen Hypothek gelangt. Zwar konnte ich die erste Wohnung ab und zu als Ferienwohnung vermieten, aber das deckte mir gerade die Nebenkosten. So war ich froh, als eine Nachbarin sich dafür interessierte, diese Wohnung zu kaufen um sie mir der ihrigen zu verbinden.
Heute bewohne ich also eine schöne zwei-Zimmerwohnung mit Galerie, habe ein Studio, das mir als Arbeits- und Gästezimmer dient und mein Auto erfreut sich eines Hallenplatzes, was im Winter sehr von Vorteil ist. Ja, ich habe meine Traumwohnung gefunden. Abgelegen zwar, aber ruhig. Im Sommer nicht zu heiss, im Winter nicht zu nass. Ein klein bisschen in die Jahre gekommen, aber als Besitzer habe ich es in der Hand, was wann renoviert wird. Letztes Jahr war es die Küche, dieses Jahr wird es das Bad. Und solange es mit den Nachbarn gut geht - und die letzten zwanzig Jahre ging es gut - kann ich nur sagen: Ins Haus Travertin zu ziehen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Und wenn wir noch ein Fest vor dem Haus haben, dann gilt das Gesagte erst recht.

Montag, 25. Juli 2011

Maschinenfest

Natürlich kann man die in der Maschine abwaschen, habe ich gesagt. Diese Plastikteller, die eine Nachbarin in unseren Gemeinschaftsraum gestellt hat und die wir gestern bei unserer Grillade gebraucht haben. Die sind maschinenfest! Der Beweis:

Samstag, 23. Juli 2011

Gut gezwitschert

Ausgerechnet mir muss das passieren, der doch gerne über das Retweeten und Faven auf Twitter lästert. Dabei begann es doch harmlos: Ich brauche meinen Windows-Laptop nur selten und so war es ja kein Wunder, dass sich mir beim herunterfahren das nebenstehende Bild bot. Während der Wartezeit kam mir ein Vergleich in den Sinn, den ich gleich als Tweet in die Welt setzte:
Wndows abschalten ist wie ein Kind ins Bett bringen: Wäääh! Nur noch ein paar Updates. 
Soweit das Original mitsamt Tippfehler. Ein anmassender Tweet ausserdem, denn ich habe selbst ja noch nie ein Kind ins Bett bringen müssen. Drei mir bekannte Follower hielten diesen Spruch für Retweet-würdig und so nahm die Sache ihren Lauf. Zwölf Retweets, neun Favs und zwei direkte Ansprachen erhielt ich.
Aber ganz ehrlich, ein bisschen schmeichelt es mir natürlich schon, wenn ein Spruch von mir Karriere macht.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Die Mürgguzahl

Mein anonymer Kommentator hat kürzlich meinen Plural zu Mürggu, nämlich Mürggle, angemerkt. Warum bilde ich den Plural so? Gerne hätte ich jetzt auf ein berndeutsches Wörterbuch verwiesen, bin aber nicht fündig geworden. Darum erkläre ich kurz, was mir mein Sprachgefühl zum Thema sagt:
Bei Wörtern, die im Deutschen auf -el enden, kommt im Berndeutschen die L-Verdumpfung zum Zug. Aus Hügel, Dackel, Pickel werden Hügu, Daggu, Picku. Bei der Bildung des Plurals, kehrt das L in Form der Endung -le wieder zurück: Hügle, Daggle, Pickle. Dasselbe gilt für mich auch bei Mürggu - Mürggle und weiteren ähnlichen Wörtern.
Wie sagte ein ehemaliger Gymlehrer: Jede Stunde eine Deutschstunde! Und der eine oder andere Blogartikel wird zur Berndeutschstunde.

Mittwoch, 20. Juli 2011

20 Jahre Travertin (II)

Vor 20 Jahren, wie hier beschrieben, kam ich in dieses Haus, welches nach dem Gestein Travertin benannt ist. Analog dazu heissen die beiden Nachbarhäuser Turmalin und Serpentin. Tritt ein!

Das erste, was nach dem Eintreten auffällt: Das Haus hat zwei Treppenhäuser. Die Stockwerke sind nämlich versetzt. In der Mitte hat es, wie vielerorts, das Parterre, den ersten und zweiten Stock, links und rechts aber sind "halbe" Stockwerke. So führt je eine Treppe nach links und nach rechts zu diesen halben und von dort zur Mitte wieder zum ganzen Stockwerk. Das wiederholt sich noch einmal, bis man das Plateau des zweiten Stocks erreicht und vor meiner Tür steht.
Das ist zwar eine gewisse Platzverschwendung, andererseits ist es auch angenehm, ein grosszügiges und helles Treppenhaus zu haben. Die Wohnungen gehen nur auf eine Seite, d.h. auf die  Front über dem Eingang gehen vier ein- und zwei zwei-Zimmer-Wohnungen. Die Gegenfront sieht gleich aus, aber vis-à-vis des Eingangs befindet sich eine zusätzliche zwei-Zimmer-Wohnung. Die Wohnungen unter dem Dach haben eine Galerie.
Diese Häuser liegen in einem Skigebiet, und haben darum nicht nur einen normalen Keller, sondern auch einen - etwas kleineren - Skikeller. Weil an unserem Haus, also dem Travertin, eine Treppe vorbei führt, haben die ersten Bewohner des Hauses beschlossen, gleich eine Tür vom Skiraum zu dieser Treppe einzubauen. So müssen die Skifahrer nicht durch das Treppenhaus trampeln. Aber auch ausserhalb der Skisaison ist diese Tür nützlich, denn die Treppe führt nicht nur zum Weg hinauf, sondern auch zum Parkplatz hinunter. Was für Kapriolen ich in diesem Haus gemacht habe, erzähle ich im nächsten Artikel.