Montag, 28. Februar 2011

Strampeln muss man!

Kennen alle die Geschichte mit den drei Fröschen? Ich wiederhole sie kurz: Also, drei Frösche fallen in ein Butterfass voller Rahm und können nicht mehr raus. Der eine ist Pessimist, gibt auf und ertrinkt. Der zweite ist Optimist, hofft auf ein Wunder und ertrinkt ebenfalls. Der dritte sieht zwar auch die hoffnungslose Situation, hört aber nicht auf, wie wild zu strampeln. Kurz bevor ihn die Kräfte verlassen, scheidet der Rahm und er steht auf einem Butterklumpen. Auf diesem kann er abstossen und aus dem Fass springen.
Ich befinde mich zwar durchaus auf festem Boden, habe aber anderen Grund zu strampeln. Der zweite Wahlgang der Berner Ständeratswahlen steht an. Im ersten hatte A.A. bereits einen beachtlichen Vorsprung. Die Wähler der unterlegenen Kandidaten werden kaum geschlossen zu Ursula Wyss überlaufen, wer Amstutz nicht wählen will, wird eher zuhause bleiben. Ich bin also pessimistisch und hoffe darauf, dass viele optimistische SVP-ler passiv bleiben. Für mich kommt passiv bleiben nicht in Frage, denn strampeln muss man!

Sonntag, 27. Februar 2011

Eine Katze zuviel

Dass sich auf meinem Balkon auch fremde Katzen herumtreiben, habe ich schon beschrieben. Neuerdings zeigt sich dieses elegante schwarze Tier regelmässig. Miaut auch sehr freundlich. Nur - leider weiss sie auch, was Katzentüren sind. Wenn mein Katze gemütlich schläft, kommt die Schwarze herein und tut sich an den Brekkies gütlich. Kein Wunder, mindern diese seit einigen Tagen schneller. Ich habe sie bereits zweimal eigenhändig vor die Türe gesetzt, aber man weiss ja, wie dickköpfig Katzen sind. Wenn also meine Katze ihr Revier nicht gewissenhaft verteidigt, befindet sich wohl noch häufiger eine Katze zu viel in meiner Wohnung.

Samstag, 26. Februar 2011

Weitersagen oder nicht?

Christian Leu, von dem ich auch schon gelesen habe, er sei der Sascha Lobo der Schweiz, hat in seinem Blog einen Artikel über das Retweeten und Faven in Twitter geschrieben. Faven heisst, einen Tweet mit einem Sternchen versehen und ihn auf dem Twitterkonto in einem Verzeichnis der Favoriten abzulegen. Das habe ich auch schon getan und ich finde das auch in Ordnung. Beim Thema Retweet sehe ich die Sache anders, als die meisten Twitterer und habe das in einem Kommentar auch kundgetan. Es sei reines Wiederkäuen und es gehe bei den RTs doch nur um alte Witze. Das war natürlich zugespitzt und Christian meinte dazu, es liege wohl auch an den Leuten, denen ich folge. Das ist sicher auch so - jedenfalls wenn es mir darum ginge, möglichst intelligente RTs zu sammeln. Aber ich bin halt ein Wald und Wiesen Blogger und Twitterer und folge auch ähnlichen Leuten.
Ein Kommentator gibt mir zu bedenken, dass ich ja nicht alle 30'000 deutschsprachigen Twitterer folgen könne und dank den RTs wichtige Informationen besser verbreitet würden. Da muss ich ihm recht geben. Aber gleichzeitig stellt sich hier sogleich die Frage "Was ist wichtig?" Auch wenn man sich darüber endlos streiten kann, ich denke, dass wirklich wichtige Informationen sich auch über verschiedene Kanäle ausbreiten. Ausschliesslich über Twitter erfährt man höchstens Twitter-Interna oder News für Web 2.0 Afficionados, aber ein solcher bin ich nicht.
Ich bin also ein RT-Verschmäher. Ich schreibe keine und bei fast allen, denen ich folge, habe ich die RTs unterdrückt. Ich will Originale lesen. Ich will wissen, was bei A. und B. vor der Tür passiert, darum folge ich ihnen - nicht jedoch bei C. und D., und von denen will ich es auch nicht retweeted haben.
Jetzt aber zu mir. Wenn ich schon predige selbstgepressten Orangensaft zu trinken anstatt Fanta, muss ich wohl auch den Beweis antreten, dass ich bereit bin die Orangen auszupressen. Respektive meine Hirnzellen. Also will ich etwas bieten und will eine Aktion wieder aufnehmen, die ich zu Anfang meiner Twittererzeit versucht habe: Der tägliche Vierzeiler. Also ein gereimter Tweet, der irgendein Thema des Tages aufnimmt und zusammenfasst. Zugegeben, schon jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich Angst vor meinem Mut. Aber ich will nicht mit einem Kompromiss beginnen. Darum: Achtung, Fertig, Los!
Nachtrag: Der bereits genannte Twitterpapst Sascha Lobo hat sich auch zum Thema geäussert.

Freitag, 25. Februar 2011

Kalifornien?

Wird Appenzell zum Kalifornien der Schweiz? Diese Frage steht im Untertitel der Hauptgeschichte dieses Magazins von Mitte Januar. Worum könnte es da gehen? Woran denke ich beim Stichwort Kalifornien? An Golden Gate, Venice Beach, Go West und Hippie-Zeit. An Hollywood und Arnold Schwarzenegger. Ans Silicon Valley oder auch an Napa Valley. Aber auch an Rassenkonflikte, an die Einwanderung der Latinos, an das kalifornische Haushaltsdefizit. Oder auch nur daran, dass ich in einer sechsstündigen Zugfahrt von San Francisco nach Los Angeles gefahren bin. In dieser Zeit könnte man den Kanton Appenzell wohl zu Fuss durchqueren. Ich finde keinen Zusammenhang und lese den Artikel, um mehr zu erfahren.
Es geht darum, das immer mehr hippes Volk aus den Städten an ländlichen Gebieten, eben z.B. dem Appenzell Gefallen findet. Porträtiert wird eine indischstämmige Londonerin, die einen Appenzeller geheiratet hat, der Bankier Hummler, und eine Appenzeller Künstlerin. Porträtiert werden etwas pauschaler die knorrigen Appenzeller und natürlich die Landschaft. Dazu ein paar Bilder, die porträtierten Frauen mit Namen, die Appenzeller namenlos, als Requisit neben einem Bauernhaus, mit dem Bläss. Ein Artikel, wie man in so schreibt, wenn man möglichst viele Themen anstechen will (Zersiedelung, Stadt-Land, Tradition-Moderne, Demokratie), aber nichts vertiefen. Atmosphärisch halt. Ein Artikel von dem dem Leser nicht mehr haften bleibt, als vielleicht die Frage "Was hatte das jetzt eigentlich mit Kalifornien zu tun?"

Donnerstag, 24. Februar 2011

Eine ganze Woche

Vor einiger Zeit habe ich das Ziel meiner Frühlingsferien festgelegt: Berlin. Lange habe ich überlegt, wie diese Ferien aussehen sollen. Geführt oder individuell, Hotel oder Privatzimmer, Auto, Zug oder Flug?
Gleich habe ich mich auf die Angebote von Studiosus, mit denen ich ja bereits gute Erfahrungen gemacht habe, gestürzt. Aber hier passten die Termine nicht. Auch sind die Hotels in Berlin nicht allzu günstig, zumindest die zentral gelegenen. Da kam mir ein Gedanke: Warum nicht eine Feienwohnung?
Meist denkt man bei einer Grossstadt nicht unbedingt an so etwas. Dabei gibt es ein recht gutes Angebot und ich fand auch eine 1-Zimmerwohnung in Berlin-Mitte. So werde ich im Mai für sieben Tage zum Berlin-Bewohner, zwar ohne Zimmerservice (brauche ich sowieso nicht) und ohne Frühstücksbuffet (besser für die Linie), aber mit gratis WLAN, was in vielen Hotels immer noch nicht selbverständlich ist.
Nach der Wohnung, habe ich gleich auch noch den Flug gebucht. Ganz patriotisch mit der Swiss, wobei der Flug auch mit der Lufthansa sein könnte, aber das bleibt sozusagen in der Familie. Jetzt muss es nur noch Mai werden.

Dienstag, 22. Februar 2011

Anfangen und fertigmachen

Am Sonntag habe ich begonnen Fotos zu sortieren. Es war nicht der erste Versuch, aber vielleicht der bisher effektivste, denn ich habe immerhin fast alle Fotos in Jahrgangscouverts versorgt. Dann ist noch ein Haufen unbestimmter, die ich zwar einem Ereignis, aber nicht einem Jahr zuordnen kann. Diese Auslage liebt jetzt noch auf dem Tisch und kommt hoffentlich am nächsten Sonntag wieder weg.
Etwas anderes habe ich dafür fertig gemacht: Essensreste. Genauer, weisse Böhnchen mit Hörnli, vom vorherigen Sonntag. Sie schmeckten gut und waren nahrhaft, nur mein Gedärm - jedenfalls beschäftigte mich die Sache zwei Tage lang. Jetzt geht's mir wieder gut und ich muss wohl meine Strategie zur Verwendung von Essensresten neu überdenken. So sehr es mich auch reut, etwas wegzuwerfen, mehr als drei Tage sollte ich nichts aufbewahren. Daran ändert auch der neue Kühlschrank nichts. Ja, am Mittwoch ist Kühlschrank-Hype und am Freitag ist Zahltag. Die Woche endet auf jeden Fall besser, als sie angefangen hat!
Korrektur: Die Auslage liegt natürlich auf dem Tisch. Das war wohl definitiv ein freudscher Verschreiber!

Sonntag, 20. Februar 2011

Vom Kloster zum Einkaufszentrum

Am Samstag gehe ich nach Engelberg, habe ich gesagt und prompt danebengegriffen. Nein, Einsiedeln! Aber immerhin, dieser Versprecher ist sehr verbreitet. Also hiess es auf nach Zürich, von dort nach Wädenswil und schliesslich mit der S13 in die Höhe. Der Zug, ein topmodernes Fahrzeug der SOB. Einsiedeln ist bestens erschlossen und ist auch kein Dorf, sondern ein Städtchen. Etwas ausgewuchert wohl, aber im Kern, nahe beim Kloster, mit einigen schönen Gebäuden. Und hier ist es, das Kloster:
Wie man sieht, sonnig und schneefrei. Ob sich das in diesen Tagen ändert? Die Kirche ist natürlich imposant und innen - typisch Barock - reicht ausgeschmückt. Viel Rosa dabei ... Hmm. Alles sehr kunstvoll, aber ich muss zugeben, dass ich nicht viel Sinn dafür habe. Auch nicht für Madonnenverehrung, aber die ist mit der schwarzen Madonna hier sehr präsent.
Ich mochte nicht mehr bleiben und machte mich an den zweiten Teil des Ausflugs, denn ich wollte, quasi im vorübergehen, mein Projekt Linie 31 in Luzern weiterführen. Dort angekommen, musste ich noch ein Stück der Reuss entlang marschieren, den der Luzerner 31-er fährt, als eine der wenigen Linien, nicht ab Bahnhof. Startpunkt ist der Kasernenplatz. Quasi der Hinterausgang der Altstadt. Der Platz selbst ist so hässlich, wie sein Name, aber er bietet eine schöne Aussicht auf die Stadtmauer.
Der Bus verlässt das Wohngebiet sehr bald und durchkurvt die Industriezone zwischen Kriens und Horw. Darum fahren am Samstag auch die meisten Leute bis zur Endstation, dem Pilatuszentrum, einem von Coop dominierten Einkaufszentrum. Es ist bald Fasnacht und da war auch eine Guggemusig. Die waren wohl schon fertig mit der Vorstellung und tranken Bier in der Eingangshalle zu Stimmungsschlagern. Kein Wunder blieb ich nicht lange. So entdeckte ich, dass der Bus 31 ein Doppelleben führt und sich halbstündlich in die Linie 21 verwandelt. Der fährt weiter nach Horw und geht anschliessend auf Landtour und bedient die Häuschenquartiere auf schmalen Strassen dem See entlang. Erst die letzten paar Stationen sind wieder in der Stadt und Endstation ist sogar der Bahnhof.
Ich stieg dort in den Zug nach Bern, natürlich in den Wagen mit Steckern, und verbrachte die Heimreise mit lesen.

Freitag, 18. Februar 2011

Blogbasteleien

So frei mein Freitag auch ist, hatte ich heute nicht die geringste Lust, auch nur einen Fuss aus dem Haus zu setzen. So widmete ich mich meinem Blog. Ich habe die neue Seitenfunktion von Blogger genutzt und zwei Seiten erstellt. Die eine ist die sehr verbreitete "über mich"-Seite. Ein kleines Porträt, natürlich mit Bierglas in der Hand, und im Text viele Links zu den Stichworten zu mir. Dafür ist das "Passfoto" aus der Seitenleiste weg und wird wieder durch das Bild des Monats ersetzt.
Die zweite Seite ist die Reise-Seite. Die letzten zwei Jahre sind ja schon in meinem Blog dokumentiert, aber der Rest... Ja, da musste ich recht in meinem Erinnerungen wühlen. Für einige Ergänzungen muss ich noch in meinen Fotoalben kramen und natürlich auch Bilder scannen. So kann ich sukzessive weitere Reiseberichte erstellen. Als erstes entstand eine Stichwortliste, die bis ins Jahr 1974 zurückgeht.
Weggefallen ist durch die beiden neuen Seiten auch die Linkliste, denn alles, was dort erwähnt war, findet sich jetzt am neuen Ort. Und da ich gerade dabei war, habe ich den unterkühlten Design gleich noch durch etwas wärmeres ersetzt. Eine Bücherwand - das passt zu mir.