2 Freitag - Der 20. Geburtstag
11 Samstag
Es war eine umtriebige Woche. So musste ich am Freitag Abend den Stammtisch
unterbrechen, um an eine Sitzung zu gehen. Zum Glück war diese fast
nebenan, d.h. in der Spiezer Bucht. Als ich wieder hinaufmarschierte,
bot sich mir dieses Bild:
Bucht „by night“. Die Lichter unten rechts gehören zur Rutschbahn des
Schwimmbads. Dieses ist zwar noch nicht offen, aber anscheinend
trainiert bereits der Schwimmklub dort.
Am Samstag absolvierte ich den Altstadt-GP mit zufriedenstellendem
Resultat und am Sonntag schliesslich leitete ich das Thuner
Volksschachturnier, welches unser Klub organisiert. Und der ESC war auch
noch. Genug Stoff also für weitere Artikel. Für’s Erste bin ich aber
einfach froh, dass jetzt eine normale Woche folgt.
Der ESC und der Phoenix
Der Phoenix ist ein mystischer Vogel, der verbrannte und aus seiner
Asche wiederauferstand. Tom aus Oesterreich ist zwar nicht gerade
verbrannt, aber er ist durch die Feuer einiger Castingshows gegangen um
schliesslich als Conchita aufzuerstehen und im diesjährigen ESC als
Siegerin zum Höhenflug anzusetzen. Wie dieser Flug wird, werden wir noch
sehen.
Es ist ein Sieg von Toleranz und Freiheit, sagt er, pardon, sie und
viele haben in diese Worte eingestimmt. Manche von Herzen, andere wohl
eher aus Opportunismus. Diesen Sieg hätte man ja schon 2007 beim
Lesben-Song von Marija Šerifović oder, mit
Einschränkung, auch 1998 mit Dana International feiern können. Aber an
Serbien hing immer noch bisschen die Kriegsschuld und positives über
Israel zu sagen ist in vielen Kreisen nicht opportun.
Dieses Jahr war die Konstellation aber speziell. Im Osten gibt es
nämlich einen Macho-Zaren dem man unbedingt eines auswischen musste. Und
wie kann man das besser, als in dem man einen als Frau verkleideten
Homosexuellen auf den Olymp hebt. Der ESC war schon immer nur in den
Träumen der Eurovisions-Manager unpolitisch. Die Politik spielte immer
mit und dieses Jahr besonders. Die Russinnen wurden ausgebuht, die
Ukrainerin heftig beklatscht und der Phoenix frenetisch gefeiert.
Aber bei alledem sei nicht vergessen: Conchita Wurst war gut. Die
Präsenz, die Stimme, das Lied – alles perfekt und im besten Sinne
konservativ. Einfach da stehen und singen, ohne Ballet, ohne Akrobaten,
ohne verrückte Requisiten (abgesehen von der Lightshow der
Bühnentechnik). Ein Konzept das dieses Jahr gut honoriert wurde, denn
auch die Plätze zwei bis vier mit den Niederländern (deren Lied mir am
besten gefällt), der Schwedin und dem Armenier wurden so errungen.
Mein Fazit ist darum positiv. Nicht zuletzt auch wegen dem dreizehnten
Platz des Schweizers. Wie es mit Conchita, Oesterreich, Freiheit und
Toleranz weitergeht, werden wir sehen.
Breaking News
Breaking News, auf deutsch Eilmeldung, ist eine journalistische
Nachricht, die eine derart hohe Relevanz besitzt, dass eine reguläre
Nachrichtensendung in Radio oder TV nicht abgewartet werden kann und
darum das laufende Programm unterbrochen wird, sagt Wikipedia.
Was wären solche relevanten Ereignisse? Eine Naturkatastrophe
vielleicht, oder ein lange erwartetes Gerichtsurtei, oder etwas, was den
Hörer unmittelbar betrifft, wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn oder
eine Sirenenalarm. Letzteres ist glücklicherweise meist ein Fehlalarm.
Und genau das sind heutzutage meist auch die „Breaking News“.
Dazu eine Geschichte: Es war an einem Sonntag im Jahre 2009. Am Tag
zuvor war eine Air France Maschine von Brasilien her kommend
verschwunden, also wahrscheinlich abgestürzt. Ich stellte den Computer
an, um auf dem Schawinski-Sender Radio 1 eine Interviewsendung mit
ebendiesem anzuhören. Kurz vor elf ertönte das Breaking-News-Signet.
„Wir schalten in unsere News-Redaktion“, verkündete der Moderator.
(Vermutlich ins Büro nebenan…) Dann erklärte der angesprochene
News-Redaktor, dass soeben die Pressekonferenz der Air France zu Ende
gegangen sei. Leider habe Air France noch keine neuen Erkenntnisse zur
verschwundenen Maschine, sagte er. Wiederum wurde das
Breaking-News-Signet eingespielt und der Moderator bedankte sich bei
seinem Kollegen.
In meinen Augen (oder Ohren) erlebte ich da eine Karikatur von Breaking
News. Erstens waren es gar keine News, denn man hatte ja keine neuen
Erkenntnisse. Zweitens war das Breaking nur wenige Minuten vor den
regulären Nachrichten überflüssig. Drittens gab es gar keine laufende
Sendung zu unterbrechen, denn das Programm von Radio 1 ist, wie bei den
meisten Sendern, ein permanentes Magazin mit Musik und Wortbeiträgen.
Eine unaufgeregte Mitteilung des Moderators mit Verweis auf die
folgenden Nachrichten hätte gereicht.
Der Wunsch nach Unaufgeregtheit ist aber wohl der eines
Medienkonsumenten von gestern, wie ich einer bin. Radio, TV und
Internetportale bieten sich ein Wettrennen, wer zuerst die neueste
Meldung über ein Nicht-Ereignis bringen kann und „breaken“ was das Zeug
hält. Wobei, so gestrig ist meine Ansicht vielleicht doch nicht. Auf
Twitter jedenfalls spotten auch Junge gerne über diese News-Manie und
verkünden gerade die banalsten Sachen wie „Kaffee ist fertig“ oder „es
regnet schon wieder“ mit einem „BREAKING“ vorne dran.
26 Montag
Dieses Plakat kommt wie gerufen um jemandem, der nicht Dialekt spricht,
die Namen unserer Haupt- und Nebenmahlzeiten zu lehren. Alle mitsingen:
Zum ZMorge, zum ZNüni, zum ZMittag, zum ZVieri, zum ZNacht …
Donnerstag, 1. Mai 2014
Dienstag, 1. April 2014
Der April 2014
Wie man sich bettet, so liegt man und wie man sich darstellt, wird
man gesehen. Nicht gesehen, so bin ich mir relativ sicher, wird meine
Fotoalbum auf Flickr. Ich selbst schaue auch wenig rein, um zu sehen,
was andere zeigen. Darum plane ich Flickr nicht mehr weiter zu bedienen
und auch ein bisschen auszumisten. So werde ich Bilder – neue und alte –
hier im Blog zeigen, was diesen ja auch lebendiger macht. Hierbei
braucht es dann auch keine grossen Geschichten dazu, nur eine kleine
Bildlegende. Hier gleich ein Bild von heute Nachmittag:
Es gibt ja ganze Blogs, die nur grässliche Namen von Coiffeurgeschäften behandeln. Dieses Geschäft in Thun besänftigt den Betrachter mit einer gelungenen Graffiti.
Bild muss noch ersetzt werden!
Dieses Bild ist schon fünf Jahre alt, aber das sieht man ihm nicht an, denn das Denkmal in der Berner Nydegg ist ja noch viel älter. Das Bärchen als Butler hat mich einfach fasziniert – ich möchte auch einen!
13 Sonntag
Nun ja, eigentlich müsste es heissen: „Beim Ausmisten Herrn Einstein
angetroffen“, respektive ein Zitat von ihm. Das Buch, wegen dessen ich
im Keller war, habe ich zwar nicht gefunden, aber eine Kiste voller
alter Uni-Scripte. Dreissig Jahre waren die alt und ich habe sie wohl
nur ein einziges Mal wieder berührt: Bei der Züglete vor zwanzig Jahren.
Zeit also, die Sachen endlich zu entsorgen. Aber man entsorgt natürlich
keine Schriftsachen ohne sie noch ein letztes Mal durchzublättern.
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
Man könnte dieses Zitat gut als Leitgedanken des Lehrer-Seins betrachten. Er soll sich sein Staunen und seine Neugier erhalten und diese Haltung weitergeben. Alles andere ist Technik – oder eben, Didaktik.
Diese und die vielen anderen Papiere werden bald ihren Heizwert von sich geben. Der Inhalt aber bleibt, nicht zuletzt auch dank dem Internet, erhalten.
Wahnsinn, was ich damals am Sekundarlehramt alles gelernt habe. Gelernt, es zu lehren, was in dieser Form nie geschehen ist. Im Order „Physik-Didaktik“ fand ich also den Herrn Einstein.
16 Mittwoch
Mein Nachbar J. und ich, beide Aktionäre bei Burgdorfer Bier, haben die Einladung zur GV bekommen. Da ist uns die spezielle Frankierung aufgefallen:
Der Burgdorfer Versandverantwortliche schein noch einen grossen Fundus an Briefmarken aus den 70er Jahren zu haben. Witzigerweise hat er damit die gleiche Macke, wie der Präsident meines Schachklubs. Auch der klebt die Couverts mit den Klubmitteilungen jeweils mit Marken aus diversen Jahrzehnten voll.
Ja, die Schweizer Briefmarken halten – wie auch der Franken – ihren Wert.
23 Mittwoch
Zu den Büchern von Andreas Altmann habe ich mich schon öfters positiv geäussert.
Das bleibt auch bei diesem Buch so. Diesmal geht es um eine Meditations-Retraite in Indien. Eine von etlichen, die er schon besucht hat, aber die, die ihn am meisten überzeugt hat.
Es ist etwas paradox, dass er über eine Woche, bei der es darum geht, an nichts zu denken, ein Buch schreiben konnte. Aber das zeigt gerade, wie schwierig das ist. So erzählt er, was ihm so alles durch den Kopf ging, zwischen den Momenten, in denen er tatsächlich frei von Gedanken war. Die Meditation präsentiert sich so, wie ein permanenter Tagtraum, in dem das Leben aufgeräumt wird. Meditation bis zur Auflösung des Egos, wäre das Ziel. Aber dem verweigert sich Altmann, trotz des Vorsatzes, sich auf alles einzulassen. Dazu ist er eben zu fest Europäer und Individualist (und das wäre ich auch).
Das Buch beginnt und endet mit der Erklärung des Titels. Es geht nicht um einen Mordaufruf – der ja auch unsinnig wäre, ist Buddha doch schon seit zweieinhalbtausend Jahren tot. Es ist ein Aufruf, sich von jeder Art von Lehrer oder Guru zu emanzipieren, gleich wer. Heisse er nun Buddha oder Christoph, sei er lebendig oder längst tot.
Télévision française
Seit ich kein französisches Fernsehen mehr schaue, resp. wegen der
vielen deutschsprachigen Angebote nicht mehr dazu motiviert bin, ist
Arte meine fast einzige Verbindung zum französischen Fernseh- und
Filmschaffen.
Aber zugegeben, mein Interesse ist vor allem nostalgischer Art. So auch vor zwei Wochen, als am Samstag Abend eine Doku mit dem Titel „Il est minuit, Paris s’éveille“ lief. Es ging um die Chanson-Szene der späten fünfziger Jahre. Um den Wettstreit der Lokale am linken und am rechten Seineufer und die Entwicklung der bekannten Sänger wie Jean Ferrat, Charles Aznavour, Juliette Gréco oder Serge Gainsbourg. Gerade letzterer war interessant, weil er den Niedergang der Szene in den sechziger Jahren überstanden und die moderne französische Popmusik mitgestaltet hat.
Der Titel der Sendung ist natürlich eine Anspielung auf dieses Lied von Jacques Dutronc
Gleich weiter nostalgisch ging es in der Folgewoche mit dem Film „Les choses de la vie“ mit Romy Schneider und Michel Piccoli. Den habe ich zwar nicht geschaut, aber ich habe mich an die Gym-Zeit erinnert. Unsere Französischlehrerin hat die ganze Klasse eingeladen, den Film im Fernsehen zu schauen. Im ersten französischen Programm, das damals nur mit Mehrnormengeräten empfangbar war. Der Sender hiess damals schon tf1, war aber noch nicht privatisiert. Die Handlung des Film habe ich vergessen, aber an die Ansagerin kann ich mich noch gut erinnern. Ich erklärte einem Kollegen, sie erinnere mich an ein nasses Eichhörnchen, was ihm ein sehr absonderlicher Vergleich schien.
Besagte Ansagerin heisst Denise Fabre. Aber eigentlich ging es ja um den Film Die Dinge des Lebens.
Es gibt ja ganze Blogs, die nur grässliche Namen von Coiffeurgeschäften behandeln. Dieses Geschäft in Thun besänftigt den Betrachter mit einer gelungenen Graffiti.
Bild muss noch ersetzt werden!
Dieses Bild ist schon fünf Jahre alt, aber das sieht man ihm nicht an, denn das Denkmal in der Berner Nydegg ist ja noch viel älter. Das Bärchen als Butler hat mich einfach fasziniert – ich möchte auch einen!
13 Sonntag
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
Man könnte dieses Zitat gut als Leitgedanken des Lehrer-Seins betrachten. Er soll sich sein Staunen und seine Neugier erhalten und diese Haltung weitergeben. Alles andere ist Technik – oder eben, Didaktik.
Diese und die vielen anderen Papiere werden bald ihren Heizwert von sich geben. Der Inhalt aber bleibt, nicht zuletzt auch dank dem Internet, erhalten.
Wahnsinn, was ich damals am Sekundarlehramt alles gelernt habe. Gelernt, es zu lehren, was in dieser Form nie geschehen ist. Im Order „Physik-Didaktik“ fand ich also den Herrn Einstein.
16 Mittwoch
Mein Nachbar J. und ich, beide Aktionäre bei Burgdorfer Bier, haben die Einladung zur GV bekommen. Da ist uns die spezielle Frankierung aufgefallen:
Der Burgdorfer Versandverantwortliche schein noch einen grossen Fundus an Briefmarken aus den 70er Jahren zu haben. Witzigerweise hat er damit die gleiche Macke, wie der Präsident meines Schachklubs. Auch der klebt die Couverts mit den Klubmitteilungen jeweils mit Marken aus diversen Jahrzehnten voll.
Ja, die Schweizer Briefmarken halten – wie auch der Franken – ihren Wert.
23 Mittwoch
Zu den Büchern von Andreas Altmann habe ich mich schon öfters positiv geäussert.
Das bleibt auch bei diesem Buch so. Diesmal geht es um eine Meditations-Retraite in Indien. Eine von etlichen, die er schon besucht hat, aber die, die ihn am meisten überzeugt hat.
Es ist etwas paradox, dass er über eine Woche, bei der es darum geht, an nichts zu denken, ein Buch schreiben konnte. Aber das zeigt gerade, wie schwierig das ist. So erzählt er, was ihm so alles durch den Kopf ging, zwischen den Momenten, in denen er tatsächlich frei von Gedanken war. Die Meditation präsentiert sich so, wie ein permanenter Tagtraum, in dem das Leben aufgeräumt wird. Meditation bis zur Auflösung des Egos, wäre das Ziel. Aber dem verweigert sich Altmann, trotz des Vorsatzes, sich auf alles einzulassen. Dazu ist er eben zu fest Europäer und Individualist (und das wäre ich auch).
Das Buch beginnt und endet mit der Erklärung des Titels. Es geht nicht um einen Mordaufruf – der ja auch unsinnig wäre, ist Buddha doch schon seit zweieinhalbtausend Jahren tot. Es ist ein Aufruf, sich von jeder Art von Lehrer oder Guru zu emanzipieren, gleich wer. Heisse er nun Buddha oder Christoph, sei er lebendig oder längst tot.
Télévision française
Aber zugegeben, mein Interesse ist vor allem nostalgischer Art. So auch vor zwei Wochen, als am Samstag Abend eine Doku mit dem Titel „Il est minuit, Paris s’éveille“ lief. Es ging um die Chanson-Szene der späten fünfziger Jahre. Um den Wettstreit der Lokale am linken und am rechten Seineufer und die Entwicklung der bekannten Sänger wie Jean Ferrat, Charles Aznavour, Juliette Gréco oder Serge Gainsbourg. Gerade letzterer war interessant, weil er den Niedergang der Szene in den sechziger Jahren überstanden und die moderne französische Popmusik mitgestaltet hat.
Der Titel der Sendung ist natürlich eine Anspielung auf dieses Lied von Jacques Dutronc
Gleich weiter nostalgisch ging es in der Folgewoche mit dem Film „Les choses de la vie“ mit Romy Schneider und Michel Piccoli. Den habe ich zwar nicht geschaut, aber ich habe mich an die Gym-Zeit erinnert. Unsere Französischlehrerin hat die ganze Klasse eingeladen, den Film im Fernsehen zu schauen. Im ersten französischen Programm, das damals nur mit Mehrnormengeräten empfangbar war. Der Sender hiess damals schon tf1, war aber noch nicht privatisiert. Die Handlung des Film habe ich vergessen, aber an die Ansagerin kann ich mich noch gut erinnern. Ich erklärte einem Kollegen, sie erinnere mich an ein nasses Eichhörnchen, was ihm ein sehr absonderlicher Vergleich schien.
Besagte Ansagerin heisst Denise Fabre. Aber eigentlich ging es ja um den Film Die Dinge des Lebens.
Samstag, 1. März 2014
Der Marz 2014
Wenn Nachbar J. Geburtstag hat, braut er ein Extra-Bier und lädt zur
Brötli-Party. Sechs Platten voll. Alle sorgfältig gelegt und keines wie
das andere. So kennen wir ihn.
19 Mittwoch
Zurück von der Fastenwoche: ich bin wieder da und überhaupt nicht verhungert. Wie die Fastenwoche verlief, darüber gibt es bald mehr zu lesen. Vorerst dies:
Bei der Anreise hatte ich in Bregenz noch eine Stunde übrig bis der Hotelbus kam. So spazierte ich noch etwas der Uferpromenade entlang, wo auch die berühmte Seebühne steht. Die Zauberflöte steht auf dem Programm.
24 Montag
Wenn man Ferien hat, hat man Zeit für viele schöne Dinge. Die Steuererklärung, zum Beispiel, oder die Wahlen im Kanton Bern.
So habe ich denn mein Wahlmaterial gesichtet und schon mal das meiste aussortiert. Dann habe ich Smartvote aufgerufen und dort die 60 aktuellen Fragen beantwortet und war gespannt auf die Auswertung. Ich hatte bereits an die Grünliberalen gedacht und tatsächlich: 7 der 16 besten Plätze ging an die GLP. Weiter 4 SP, 1 Grün und überraschenderweise auch 4 FDP. Ein bisschen Bauchweh machen mir ja die Listenverbindungen der GLP. Mit der EVP geht es ja noch, aber die EDU geht mir klar gegen den Strich.
Nun – ich habe doch die Listennummer der GLP eingesetzt und dazu die beiden besten und den Kandidaten aus dem Dorf, der nur auf Platz 19 war, doppelt aufgeschrieben. Dazu noch zwei von der SP, denn ein bisschen panaschieren gehört einfach dazu.
Und beim Regierungsrat? Da nahm ich die vier bisherigen des links-grünen Blocks. Die leeren Zeilen füllte ich mit den Kandidaten von GLP und EVP und dann noch… Gerne hätte ich den wilden Kandidaten aus Biel gesetzt, aber auf seiner Homepage wird klar, dass er Verschwörungstheoretiker ist – so liess ich die letzte Linie leer.
Die Smartspider, die grafische Darstellung der Auswertung meiner Antworten zeigt, dass ich in vielem zurückhaltender geworden bin. Klar eine Alterserscheinung, kommt einem da wohl als erstes in den Sinn. Aber natürlich hat das auch charakterliche Gründe: Ein „eher ja“ oder „eher nein“ geht mir leichter, als eine absolute Antwort. Solche habe ich aber doch in Sachen „Liberale Gesellschaft“ abgegeben, da bin ich fast auf 100%.
Soweit meine politischer Striptease für dieses Wahljahr. Wer meine wenigen politischen Artikel gelesen hat, wird aber kaum überrascht sein.
19 Mittwoch
Zurück von der Fastenwoche: ich bin wieder da und überhaupt nicht verhungert. Wie die Fastenwoche verlief, darüber gibt es bald mehr zu lesen. Vorerst dies:
Bei der Anreise hatte ich in Bregenz noch eine Stunde übrig bis der Hotelbus kam. So spazierte ich noch etwas der Uferpromenade entlang, wo auch die berühmte Seebühne steht. Die Zauberflöte steht auf dem Programm.
24 Montag
Wenn man Ferien hat, hat man Zeit für viele schöne Dinge. Die Steuererklärung, zum Beispiel, oder die Wahlen im Kanton Bern.
So habe ich denn mein Wahlmaterial gesichtet und schon mal das meiste aussortiert. Dann habe ich Smartvote aufgerufen und dort die 60 aktuellen Fragen beantwortet und war gespannt auf die Auswertung. Ich hatte bereits an die Grünliberalen gedacht und tatsächlich: 7 der 16 besten Plätze ging an die GLP. Weiter 4 SP, 1 Grün und überraschenderweise auch 4 FDP. Ein bisschen Bauchweh machen mir ja die Listenverbindungen der GLP. Mit der EVP geht es ja noch, aber die EDU geht mir klar gegen den Strich.
Nun – ich habe doch die Listennummer der GLP eingesetzt und dazu die beiden besten und den Kandidaten aus dem Dorf, der nur auf Platz 19 war, doppelt aufgeschrieben. Dazu noch zwei von der SP, denn ein bisschen panaschieren gehört einfach dazu.
Und beim Regierungsrat? Da nahm ich die vier bisherigen des links-grünen Blocks. Die leeren Zeilen füllte ich mit den Kandidaten von GLP und EVP und dann noch… Gerne hätte ich den wilden Kandidaten aus Biel gesetzt, aber auf seiner Homepage wird klar, dass er Verschwörungstheoretiker ist – so liess ich die letzte Linie leer.
Die Smartspider, die grafische Darstellung der Auswertung meiner Antworten zeigt, dass ich in vielem zurückhaltender geworden bin. Klar eine Alterserscheinung, kommt einem da wohl als erstes in den Sinn. Aber natürlich hat das auch charakterliche Gründe: Ein „eher ja“ oder „eher nein“ geht mir leichter, als eine absolute Antwort. Solche habe ich aber doch in Sachen „Liberale Gesellschaft“ abgegeben, da bin ich fast auf 100%.
Soweit meine politischer Striptease für dieses Wahljahr. Wer meine wenigen politischen Artikel gelesen hat, wird aber kaum überrascht sein.
Samstag, 1. Februar 2014
Der Februar 2014
Fundstück
Da habe ich im Kleiderschrank meine Skijacke durchsucht und dabei die vermutlich letzte Skiliftkarte gefunden, die ich gebraucht habe. Es sind somit genau 5 Jahre her, seit ich zum letzten Mal auf Ski, resp. auf Snowblades gestanden bin.
Es hat ja etwas Paradoxes. Vor zwanzig Jahren bin ich in ein Skigebiet gezogen und habe es auch genossen, nur hundert Meter bis zur Piste zu haben. Zum Heim kommen kann man mit etwas Schwung sogar bis vors Haus fahren. Bequemer geht es wirklich nicht mehr.
Das Unbequeme hat sich aber auf die Montur verlegt. Ich habe einfach genug davon, mich in Thermounterwäsche, Skihosen und Skischuhe einzupacken. Denn, einen ganzen Tag nonstop auf der Piste zu verbringen, das liegt mir sowieso nicht mehr. Darum habe ich das Ski fahren vorläufig aufgegeben.
Vorläufig heisst klar: nicht endgültig. Schliesslich winkt schon von weitem das Pensionärsleben und dann organisiert sich das Leben wieder neu. Auch die Rolle der Bretter unter den Füssen.
Der Bauch des Physikers
Das Buch, das ich zur Zeit lese, ist nicht, wie man vielleicht wegen des Titelbildes vermuten könnte, ein Buch über Aktphotographie, sondern ein Physikbuch.
Aber die Wahl des Bildes ist natürlich kein Zufall, denn es geht um die Physik des Zu- und Abnehmens. Der Physiker sieht die Sache so einfach wie klar: Solange Input = Output ist, bleibt alles gleich. Sobald mehr reinkommt, als verbraucht wird, werden Speicher aufgebaut und im gegenteiligen Fall wieder abgebaut. Was man isst, spielt beim zu- und abnehmen keiner Rolle.
Der Autor stellt einiges an Rechnungen an und eine davon hat mich bereits gepackt: Zwei Stück Würfelzucker täglich ergeben in einem Jahr im Schnitt 1 kg Fett! Jetzt bin ich definitiv reif, den Kaffee im Büro auch ohne Zucker zu nehmen. Dabei zuckere ich meinen Kaffee seit Jahrzehnten auswärts. Aber da kommt die Erkenntnis dazu, dass der Grundumsatz, also die Energie, die man rein durchs Leben verbraucht, mit dem Alter abnimmt. Das bedeutet, dass man, wenn man sich ein Leben lang exakt gleich ernährt, einfach so 200 bis 300g pro Jahr zunimmt.
Die Devise heisst somit – eigentlich weiss man es ja – weniger essen und mehr bewegen. Irgendein anderes Zaubermittel gibt es nicht. Das ist Physik. Es ist wohl doch kein Zufall, dass meine Gymerkollegen, die Physiker geworden sind, immer noch so schlank sind, wie damals.
Freundlich verabschieden
Ich habe es befürchtet. Mein Weisheitszahn rechts unten wird immer brüchiger und hat schon zum dritten Mal seine Plombe verloren. Es war also keine Überraschung, dass mir mein Zahnarzt empfohlen hat, mich von diesem Zahn „freundlich zu verabschieden“. Und weil sein Gegenüber (oder Obendrüber) leicht kariös ist, sei eine doppelte Verabschiedung am besten.
Noch gruselt mich dieser Vorschlag. Ich habe Zeit bis Montag mich zu entscheiden, dann wird noch eine andere Plombe geflickt. Die Alternative ist, die Weisheitszähne auch noch mal flicken und in ein, zwei Jahren wieder schauen.
Doch lieber auf Abbruch? Wenn’s gemacht ist, ist’s durch.
Da habe ich im Kleiderschrank meine Skijacke durchsucht und dabei die vermutlich letzte Skiliftkarte gefunden, die ich gebraucht habe. Es sind somit genau 5 Jahre her, seit ich zum letzten Mal auf Ski, resp. auf Snowblades gestanden bin.
Es hat ja etwas Paradoxes. Vor zwanzig Jahren bin ich in ein Skigebiet gezogen und habe es auch genossen, nur hundert Meter bis zur Piste zu haben. Zum Heim kommen kann man mit etwas Schwung sogar bis vors Haus fahren. Bequemer geht es wirklich nicht mehr.
Das Unbequeme hat sich aber auf die Montur verlegt. Ich habe einfach genug davon, mich in Thermounterwäsche, Skihosen und Skischuhe einzupacken. Denn, einen ganzen Tag nonstop auf der Piste zu verbringen, das liegt mir sowieso nicht mehr. Darum habe ich das Ski fahren vorläufig aufgegeben.
Vorläufig heisst klar: nicht endgültig. Schliesslich winkt schon von weitem das Pensionärsleben und dann organisiert sich das Leben wieder neu. Auch die Rolle der Bretter unter den Füssen.
Der Bauch des Physikers
Das Buch, das ich zur Zeit lese, ist nicht, wie man vielleicht wegen des Titelbildes vermuten könnte, ein Buch über Aktphotographie, sondern ein Physikbuch.
Aber die Wahl des Bildes ist natürlich kein Zufall, denn es geht um die Physik des Zu- und Abnehmens. Der Physiker sieht die Sache so einfach wie klar: Solange Input = Output ist, bleibt alles gleich. Sobald mehr reinkommt, als verbraucht wird, werden Speicher aufgebaut und im gegenteiligen Fall wieder abgebaut. Was man isst, spielt beim zu- und abnehmen keiner Rolle.
Der Autor stellt einiges an Rechnungen an und eine davon hat mich bereits gepackt: Zwei Stück Würfelzucker täglich ergeben in einem Jahr im Schnitt 1 kg Fett! Jetzt bin ich definitiv reif, den Kaffee im Büro auch ohne Zucker zu nehmen. Dabei zuckere ich meinen Kaffee seit Jahrzehnten auswärts. Aber da kommt die Erkenntnis dazu, dass der Grundumsatz, also die Energie, die man rein durchs Leben verbraucht, mit dem Alter abnimmt. Das bedeutet, dass man, wenn man sich ein Leben lang exakt gleich ernährt, einfach so 200 bis 300g pro Jahr zunimmt.
Die Devise heisst somit – eigentlich weiss man es ja – weniger essen und mehr bewegen. Irgendein anderes Zaubermittel gibt es nicht. Das ist Physik. Es ist wohl doch kein Zufall, dass meine Gymerkollegen, die Physiker geworden sind, immer noch so schlank sind, wie damals.
Freundlich verabschieden
Ich habe es befürchtet. Mein Weisheitszahn rechts unten wird immer brüchiger und hat schon zum dritten Mal seine Plombe verloren. Es war also keine Überraschung, dass mir mein Zahnarzt empfohlen hat, mich von diesem Zahn „freundlich zu verabschieden“. Und weil sein Gegenüber (oder Obendrüber) leicht kariös ist, sei eine doppelte Verabschiedung am besten.
Noch gruselt mich dieser Vorschlag. Ich habe Zeit bis Montag mich zu entscheiden, dann wird noch eine andere Plombe geflickt. Die Alternative ist, die Weisheitszähne auch noch mal flicken und in ein, zwei Jahren wieder schauen.
Doch lieber auf Abbruch? Wenn’s gemacht ist, ist’s durch.
Mittwoch, 1. Januar 2014
Der Januar 2014
Bärzelistag
Früher haben wir den Berchtoldstag gerne als Brätzelistag verballhornt. Und einmal gab es am Bärzelisturnier (es geht um Schach) tatsächlich Brätzeli als Preise. Aber das war vor langer, langer Zeit damals in Biel.
Heute aber hatte ich Lust dieses Wort „Bärzelistag“ in die Twitter Timeline zu schreiben. Mit dem Resultat, dass ich nach der Bedeutung des Wortes gefragt wurde. In anderen Dialekten sagt man Bechtelistag und das dürfte der Schlüssel zum Ursprung sein. Das Idiotikon führt das Wort auf eine „Missbildung“ des Begriffes Epiphania, mit dem u.a. der Dreikönigstag gemeint ist, zu Bechta zurück. Dies wiederum ist eine Form von Bertha und die berühmteste Bertha der Schweiz ist die Königin von Burgund.
Die Königin hat in der Westschweiz annähernd Heiligenstatus und Claude Longchamp meinte während der Diskussion um die Fernseh-Doku „Die Schweizer“, sie hätte dort Platz gehabt. Nur, dass sie vor Gründung der Eidgenossenschaft lebte.
Wikipedia zu Bertha und zum Berchtoldstag. Im letzteren findet man auch einen Link zum Idiotikon.
4 Samstag
Es dämmerte schon, als ich nach Hause kam. Ich musste in der ganzen Wohnung Licht machen. Die Katze sass vor den Näpfchen, verlangte Futter und bekam es auch. Ich öffnete den Kühlschrank, um zu sehen, was es zum Abendessen geben könnte. Ich wollte auch gleich beginnen, aber da dämmerte es auch bei mir – es war erst viertel nach vier!
Da läuft bei mir die Werktagsuhr trotz Festtagen noch tadellos, die sagt: Wenn es dunkel ist beim nach Hause kommen, dann sofort Znacht machen, sonst musst du mit vollem Magen ist Bett. Aber es ist ja Samstag und ich warte noch bis mindestens halb sieben mit Essen.
Und weil’s draussen so gräuslich regnet, greife ich auf die Schneekugel zurück, die wir beim Erzbierschof auf der Theke hatten. Der Schnee kommt schon noch mal.
7 Dienstag - Der hundertste Geburtstag
Bei der Jahreszahl 1914 denken wohl fast alle an den Beginn des 1. Weltkrieges. Für mich ist es in erster Linie das Geburtsjahr meines Vaters. Am 7. Januar 2014 wäre er 100 Jahre alt geworden.
Das Bild in der Mitte zeigt ihn 1944. Er hatte also schon mit dreissig schütteres Haar, was im zurückgekämmten Zustand noch auffälliger ist. Glücklicherweise hat er seine Haare danach wieder etwas wachsen lassen, so dass er auf den Hochzeitsfotos, ein Jahr später in meinen Augen besser aussieht. Er heiratete relativ spät für die damalige Zeit. im Gegensatz zu meiner Mutter, die gerade zwanzig war.
25 Samstag
Kommen wir zum Essen, das ist immer erfreulich. Vor allem, wenn es sich um das traditionelle Treberwurstessen in Spiez handelt. Mastig die Wurst – mit Marc flambiert, mastig der Kartoffelsalat. Aber gut! Da nimmt man eben gerne nach der zweiten noch eine dritte Portion, obwohl man merkt, dass man sie kaum mehr mag.
Die Quittung kommt dann des nachts. Es war so um halb zwei, als ich erwachte und Magengrimmen verspürte. So stand ich halt auf und machte mir einen Verdauungstee. Ja, für den Magen ist die Treberwurst à discrétion halt eine Herausforderung. Aber nächstes Jahr gehen wir wieder und ich werde genau so unvernünftig sein, wie dieses Jahr.
28 Dienstag
Jetzt geht es um den letzten halben Ferientag aus dem Jahre 2013, den ich heute für einen Spaziergang an der Aare verjubelt habe.
Der Spaziergang begann in der Aareschlaufe bei Worblaufen. Da, wo man gerade noch zur Brücke, mitsamt RBS-Bahn, zurücksieht. Es war gerade nach ein Uhr und ich musste beim stehenbleiben aufpassen, nicht von den Joggern umgerannt zu werden. Eigentlich, ja eigentlich sollte ich ja auch bei den Läufern sein, denn in gut drei Monaten ist bereits der GP Bern.
Für’s erste blieb es halt noch beim spazieren und so ging ich Aare aufwärts. Als nächstes kam ein schattiges Wegstück mit Aussicht auf die Schrebergärten auf der anderen Flussseite. Dann kam das Tiefenauquartier und schliesslich der Autobahnviadukt. So schön es sicher ist, dort am Aarehang zu wohnen, so mühsam ist wohl das Dauerrauschen der Autobahn.
Wenige Schritte von diesem Standort ist schon das Felsenauwehr. Dort verliess ich das Aareufer und stieg ins Lorrainequartier hinauf. An Häusern entlang, die ich jeden Tag vom Zug aus sehe, kam ich zum Nordring, wo ich mit dem 20-er Bus weiter zum Bahnhof fuhr.
Der Rest des Nachtmittags war noch für Krafttraining und einen kurzen Einkauf reserviert.
Taschenhund
Erst gerade letzte Woche sass im Nebenabteil eine junge Frau, die irgend etwas in der offenen Tasche hatte. Ein Stofftier? Nein, einen kleinen Hund.
Letzten Montag schon wieder. Diesmal ein Pärchen und ein etwas grösseres Exemplar der Familie der Canidae. Ein Jack Russell Terrier, um genau zu sein. Der 7Uhr50 Zug ab Spiez ist bereits schwächer besetzt, so dass man auch mal der Rucksack auf dem Sitz lassen kann. Oder eben die Tasche mit dem Hund.
Als sie den Hund in Bern aus der Tasche nahmen, sah ich, dass er auch noch ein Mäntelchen trug. Begreiflich, den die Jack Russell sind klein und dünn und frieren schnell. Allerdings zittern sie meist auch schon aus lauter Nervosität, wie ich von einem anderen solchen weiss.
Witz und Vorurteil
Viele Witze nehmen ihre Pointe aus Vorurteilen, die wir gewissen Menschengruppen gegenüber haben. Blondinenwitze, Lehrerwitze, Jägerwitze usw. spielen mit Clichés. Clichés gibt es auch von Volksgruppen und Religionen und dort wird es heikel. Denn dort ist man schnell mal in der Nähe dessen, was die Antirassismus Strafnorm „herabsetzen und diskriminieren von Volksgruppen“ nennt.
Diese Grenze haben in den letzten Tagen sicher auch Alex Tschäppät, Massimo Rocchi und Birgit Steinegger (resp. ihre Autoren) geritzt. Geritzt – aber auch verletzt? Die entsprechenden Klagen sind eingereicht und werden leidenschaftlich diskutiert. Ich persönlich denke, dass diese Klagen unberechtigt sind und eher dem Geltungsbedürfnis der Kläger, als dem Kampf gegen Rassismus oder Antisemitismus dienen. Darum bin ich froh um diesen Artikel von Marco Ratschiller, dem Chefredaktor des Nebelspalters: Lachen und Lachen lassen.
Nutzen des Vorurteils
Wir haben alle Vorurteile. Immer wenn wir in eine neue Situation kommen, müssen wir erste Entscheidungen treffen und diese basieren zuerst auf dem Vorurteil. Wichtig ist es aber, dass das Vor-Urteil nur provisorisch bleibt und sobald möglich neu betrachtet wird. Erst wenn man alle Umstände kennt, kann man schliesslich sein Urteil fällen. Dieses kann dem Vor-Urteil entsprechen, dann hatte man eine gute Intuition, oder eben nicht.
Grenzüberschreitung
Grenzen, zumindest streng definierte, sind immer kulturell bedingt. Politische, moralische oder – um die soll es hier noch gehen – zeitliche. Heute war eines der vielen Neujahre, die die Menschheit feiert. Für die Chinesen beginnt das Jahr des Pferdes.
Die alten Kelten und jene, die sich heute noch dafür halten, feiern in der Nacht zum 1. Februar Imbolg. Es ist der Höhepunkt des Winters zwischen dem kürzesten Tag und der Tag-und-Nacht-Gleiche. Es liegt zwischen den uns gut bekannten Festen Samhain (Halloween) und Beltane (Walpurgisnacht) und ist der kalendarische Antipode zum 1. August. Dass die Schweiz, die ungefähr am 1. August gegründet wurde, an einem 1. Februar untergehen müsste, ist allerdings eine gewagte Aussage, auch wenn dies uns, wie immer vor einer Abstimmung, wieder in Aussicht gestellt wird.
Früher haben wir den Berchtoldstag gerne als Brätzelistag verballhornt. Und einmal gab es am Bärzelisturnier (es geht um Schach) tatsächlich Brätzeli als Preise. Aber das war vor langer, langer Zeit damals in Biel.
Heute aber hatte ich Lust dieses Wort „Bärzelistag“ in die Twitter Timeline zu schreiben. Mit dem Resultat, dass ich nach der Bedeutung des Wortes gefragt wurde. In anderen Dialekten sagt man Bechtelistag und das dürfte der Schlüssel zum Ursprung sein. Das Idiotikon führt das Wort auf eine „Missbildung“ des Begriffes Epiphania, mit dem u.a. der Dreikönigstag gemeint ist, zu Bechta zurück. Dies wiederum ist eine Form von Bertha und die berühmteste Bertha der Schweiz ist die Königin von Burgund.
Die Königin hat in der Westschweiz annähernd Heiligenstatus und Claude Longchamp meinte während der Diskussion um die Fernseh-Doku „Die Schweizer“, sie hätte dort Platz gehabt. Nur, dass sie vor Gründung der Eidgenossenschaft lebte.
Wikipedia zu Bertha und zum Berchtoldstag. Im letzteren findet man auch einen Link zum Idiotikon.
4 Samstag
Es dämmerte schon, als ich nach Hause kam. Ich musste in der ganzen Wohnung Licht machen. Die Katze sass vor den Näpfchen, verlangte Futter und bekam es auch. Ich öffnete den Kühlschrank, um zu sehen, was es zum Abendessen geben könnte. Ich wollte auch gleich beginnen, aber da dämmerte es auch bei mir – es war erst viertel nach vier!
Da läuft bei mir die Werktagsuhr trotz Festtagen noch tadellos, die sagt: Wenn es dunkel ist beim nach Hause kommen, dann sofort Znacht machen, sonst musst du mit vollem Magen ist Bett. Aber es ist ja Samstag und ich warte noch bis mindestens halb sieben mit Essen.
Und weil’s draussen so gräuslich regnet, greife ich auf die Schneekugel zurück, die wir beim Erzbierschof auf der Theke hatten. Der Schnee kommt schon noch mal.
7 Dienstag - Der hundertste Geburtstag
Bei der Jahreszahl 1914 denken wohl fast alle an den Beginn des 1. Weltkrieges. Für mich ist es in erster Linie das Geburtsjahr meines Vaters. Am 7. Januar 2014 wäre er 100 Jahre alt geworden.
Das Bild in der Mitte zeigt ihn 1944. Er hatte also schon mit dreissig schütteres Haar, was im zurückgekämmten Zustand noch auffälliger ist. Glücklicherweise hat er seine Haare danach wieder etwas wachsen lassen, so dass er auf den Hochzeitsfotos, ein Jahr später in meinen Augen besser aussieht. Er heiratete relativ spät für die damalige Zeit. im Gegensatz zu meiner Mutter, die gerade zwanzig war.
25 Samstag
Kommen wir zum Essen, das ist immer erfreulich. Vor allem, wenn es sich um das traditionelle Treberwurstessen in Spiez handelt. Mastig die Wurst – mit Marc flambiert, mastig der Kartoffelsalat. Aber gut! Da nimmt man eben gerne nach der zweiten noch eine dritte Portion, obwohl man merkt, dass man sie kaum mehr mag.
Die Quittung kommt dann des nachts. Es war so um halb zwei, als ich erwachte und Magengrimmen verspürte. So stand ich halt auf und machte mir einen Verdauungstee. Ja, für den Magen ist die Treberwurst à discrétion halt eine Herausforderung. Aber nächstes Jahr gehen wir wieder und ich werde genau so unvernünftig sein, wie dieses Jahr.
28 Dienstag
Jetzt geht es um den letzten halben Ferientag aus dem Jahre 2013, den ich heute für einen Spaziergang an der Aare verjubelt habe.
Der Spaziergang begann in der Aareschlaufe bei Worblaufen. Da, wo man gerade noch zur Brücke, mitsamt RBS-Bahn, zurücksieht. Es war gerade nach ein Uhr und ich musste beim stehenbleiben aufpassen, nicht von den Joggern umgerannt zu werden. Eigentlich, ja eigentlich sollte ich ja auch bei den Läufern sein, denn in gut drei Monaten ist bereits der GP Bern.
Für’s erste blieb es halt noch beim spazieren und so ging ich Aare aufwärts. Als nächstes kam ein schattiges Wegstück mit Aussicht auf die Schrebergärten auf der anderen Flussseite. Dann kam das Tiefenauquartier und schliesslich der Autobahnviadukt. So schön es sicher ist, dort am Aarehang zu wohnen, so mühsam ist wohl das Dauerrauschen der Autobahn.
Wenige Schritte von diesem Standort ist schon das Felsenauwehr. Dort verliess ich das Aareufer und stieg ins Lorrainequartier hinauf. An Häusern entlang, die ich jeden Tag vom Zug aus sehe, kam ich zum Nordring, wo ich mit dem 20-er Bus weiter zum Bahnhof fuhr.
Der Rest des Nachtmittags war noch für Krafttraining und einen kurzen Einkauf reserviert.
Taschenhund
Erst gerade letzte Woche sass im Nebenabteil eine junge Frau, die irgend etwas in der offenen Tasche hatte. Ein Stofftier? Nein, einen kleinen Hund.
Letzten Montag schon wieder. Diesmal ein Pärchen und ein etwas grösseres Exemplar der Familie der Canidae. Ein Jack Russell Terrier, um genau zu sein. Der 7Uhr50 Zug ab Spiez ist bereits schwächer besetzt, so dass man auch mal der Rucksack auf dem Sitz lassen kann. Oder eben die Tasche mit dem Hund.
Als sie den Hund in Bern aus der Tasche nahmen, sah ich, dass er auch noch ein Mäntelchen trug. Begreiflich, den die Jack Russell sind klein und dünn und frieren schnell. Allerdings zittern sie meist auch schon aus lauter Nervosität, wie ich von einem anderen solchen weiss.
Witz und Vorurteil
Viele Witze nehmen ihre Pointe aus Vorurteilen, die wir gewissen Menschengruppen gegenüber haben. Blondinenwitze, Lehrerwitze, Jägerwitze usw. spielen mit Clichés. Clichés gibt es auch von Volksgruppen und Religionen und dort wird es heikel. Denn dort ist man schnell mal in der Nähe dessen, was die Antirassismus Strafnorm „herabsetzen und diskriminieren von Volksgruppen“ nennt.
Diese Grenze haben in den letzten Tagen sicher auch Alex Tschäppät, Massimo Rocchi und Birgit Steinegger (resp. ihre Autoren) geritzt. Geritzt – aber auch verletzt? Die entsprechenden Klagen sind eingereicht und werden leidenschaftlich diskutiert. Ich persönlich denke, dass diese Klagen unberechtigt sind und eher dem Geltungsbedürfnis der Kläger, als dem Kampf gegen Rassismus oder Antisemitismus dienen. Darum bin ich froh um diesen Artikel von Marco Ratschiller, dem Chefredaktor des Nebelspalters: Lachen und Lachen lassen.
Nutzen des Vorurteils
Wir haben alle Vorurteile. Immer wenn wir in eine neue Situation kommen, müssen wir erste Entscheidungen treffen und diese basieren zuerst auf dem Vorurteil. Wichtig ist es aber, dass das Vor-Urteil nur provisorisch bleibt und sobald möglich neu betrachtet wird. Erst wenn man alle Umstände kennt, kann man schliesslich sein Urteil fällen. Dieses kann dem Vor-Urteil entsprechen, dann hatte man eine gute Intuition, oder eben nicht.
Grenzüberschreitung
Grenzen, zumindest streng definierte, sind immer kulturell bedingt. Politische, moralische oder – um die soll es hier noch gehen – zeitliche. Heute war eines der vielen Neujahre, die die Menschheit feiert. Für die Chinesen beginnt das Jahr des Pferdes.
Die alten Kelten und jene, die sich heute noch dafür halten, feiern in der Nacht zum 1. Februar Imbolg. Es ist der Höhepunkt des Winters zwischen dem kürzesten Tag und der Tag-und-Nacht-Gleiche. Es liegt zwischen den uns gut bekannten Festen Samhain (Halloween) und Beltane (Walpurgisnacht) und ist der kalendarische Antipode zum 1. August. Dass die Schweiz, die ungefähr am 1. August gegründet wurde, an einem 1. Februar untergehen müsste, ist allerdings eine gewagte Aussage, auch wenn dies uns, wie immer vor einer Abstimmung, wieder in Aussicht gestellt wird.
Sonntag, 1. Dezember 2013
Der Dezember 2013
Was man nicht wissen sollte
Wenn man so in den Zeitungen blättert – in den Gratiszeitungen, aber auch in den anderen – oder im Internet auf Blogs, Twitter oder Facebook herumschnüffelt, fragt man sich manchmal: „Haben die nichts gescheiteres, um darüber zu schreiben?“ oder „Muss ich das wirklich alles wissen?“
Die schlechte Nachricht ist: Sie haben nichts gescheiteres. Die gute ist: Man muss das wirklich nicht wissen. Man muss den „Star“, der kürzlich die Hosen heruntergelassen hat, nicht kennen, denn er ist sowieso nur ein Star, weil die Medien so begierig darauf gewartet haben, dass ebendies passiert. Ebenso wenig muss man die TV-Sendung gesehen haben, wo sich die gegnerischen Parteien – seien es politische, oder private – angeschrien haben.
Nur, wie geht man damit um, wenn die anderen davon reden und man anscheinend alleine mit seiner Unwissenheit ist? Man kann natürlich den anderen zeigen, dass es unter der Würde eines gebildeten Menschen ist, sie da auszukennen, was vermutlich eher schlecht ankommt. Dann gibt es die philosophische Variante: Man redet mit (man hat ja sowieso das eine oder andere mitbekommen), aber aus der Beobachterwarte. Man diskutiert, warum sich die Leser oder die Journalisten für hosenverlierende Skandalnudeln interessieren. Oder was es für die Demokratie bedeutet, wenn ihre Exponenten in Schreishows auftreten.
Ganz Mutige können auch auf naiv machen. Sie können mit grossen Augen nachfragen, was den diese skandalösen Ereignisse für die Zukunft des Planeten bedeuten. Sind es Vorboten einer kulturellen Revolution? Oder ein Ausdruck der Klimaveränderung? Müssen wir alle sterben? – Ok, letzteres sowieso. Aber ist es wirklich wegen … aber halt, offiziell weiss ich natürlich nichts davon!
Weihnachtsessen
Es ist vollbracht: Am Mittwoch Nüsslersalat, Rindfleischspiess, Waldbeerengratin und am Freitag Blattsalat, Entrecote, Apfelstrudel. Da war mein Magen, der kein Essen nach 19 Uhr mehr gewohnt ist, echt gefordert.
Gerade beim Firmenessen am Freitag habe ich wieder gemerkt, dass mir die Stehapéros, wie sie ab und zu in unserer Cafeteria stattfinden, lieber sind. Nicht nur, weil sich das Essen ein bisschen besser verteilt, sondern auch, weil man sich jederzeit bewegen kann. Ein Esssaal ist eine eher enge Sache. So kam es, dass sogar ich, der Nichtraucher zwischen den Gängen vor die Türe floh. Aber klar, es gibt sicher auch Leute, welche genau das schätzen, dass sie am Tisch bleiben können und bedient werden.
Alle kann man nicht befriedigen. Und so hätten wir den Salat:
Um mit Peach Weber zu sprechen: Überall het’s Pilzli dra! Bei mir, gerne!
20 Freitag
Am Freitag Abend feierte unser Bierclub Weihnachten. Nachbarin M. (ja, die mit der Türdeko) hat ihre Krippenfiguren in unseren Gemeinschaftsraum gestellt. Eine Kleinigkeit fehlte allerdings:
Ja gut, es sollten eigentlich drei Weise sein, die angereist sind. Einer hat sich für diesen Abend entschuldigen lassen. Es geht mir aber um etwas anderes. Wie gesagt, es war die Feier des Bierklubs!
Genau! Das Bier musste noch aufs Bild. Und anschliessend habe wir es kreisen lassen – von den Weisen zu den Kamelen, dann zu Hirten und Schafen, zu Maria und Josef, Esel und Ochs – das Christuskind trank heimlich.
Genug Blödsinn erzählt, lieber noch das Bier vorstellen: Der Braumeister nennt das Weihnachtsbier jeweils „Schwarzenberg“, weil wir am Hang ebendieses Berges wohnen und weil es immer dunkel ist. Variationen gibt es bei den Gewürzen. Dieses Jahr versuchte er es mit Vanille. Man merkte aber nichts davon, was möglicherweise auch gut war.
24 Dienstag
Seit längerem ist der 24. Dezember bei mir kein Feiertag mehr. Ich habe mich so dem angelsächsischen Brauch angeschlossen, wo der „Christmas Eve“ auch nur der Tag vor Weihnachten ist. Immerhin ist es aber ein freier Tag, da unsere Firma geschlossen ist. So kann ich doch kurz in der Stadt vorbeischauen, ohne aber in Einkaufsstress zu geraten.
Gelegentlich ist der 24. Dezember gleichzeitig der 4. Adventssonntag. Nicht dieses Jahr, erst 2017 wieder.
Advent heisst Ankunft und die Adventszeit ist jene Zeit, in der man auf die Ankunft des Messias wartet. Eigentlich ist hat diese Ankunft vor 2000 Jahren schon stattgefunden, aber man tut jedes Jahr wieder so als ob. Als ich letzten Sonntag obiges Bild schoss, wartete ich auch auf die Ankunft – auf die meiner Nachbarn zum Zvieribier.
Der Weihnachtsgruss
Silvester
Zum heutigen Silvester habe ich meine Schachfiguren nicht auf dem Brett, sondern rund um eine Beschädigung meines Fussbodens gruppiert. Ich hatte dieses Jahr auch im übertragenen Sinn nicht immer festen Boden unter den Füssen. Aber wie das so ist: Man schaut sich den Schaden an und schaut wie es weiter geht. So habe ich im nächsten Jahr noch ein paar andere Dinge zu flicken, als nur den Fussboden.
Den Boden will ich im Laufe des nächsten Jahres einem Profi anvertrauen. Nach über 20 Jahren darf es ein neuer sein. Ein Glas darauf schmeissen werde ich aber heute Abend nicht, denn das grosse Anstossen findet vor dem Haus statt. Prost!
Wenn man so in den Zeitungen blättert – in den Gratiszeitungen, aber auch in den anderen – oder im Internet auf Blogs, Twitter oder Facebook herumschnüffelt, fragt man sich manchmal: „Haben die nichts gescheiteres, um darüber zu schreiben?“ oder „Muss ich das wirklich alles wissen?“
Die schlechte Nachricht ist: Sie haben nichts gescheiteres. Die gute ist: Man muss das wirklich nicht wissen. Man muss den „Star“, der kürzlich die Hosen heruntergelassen hat, nicht kennen, denn er ist sowieso nur ein Star, weil die Medien so begierig darauf gewartet haben, dass ebendies passiert. Ebenso wenig muss man die TV-Sendung gesehen haben, wo sich die gegnerischen Parteien – seien es politische, oder private – angeschrien haben.
Nur, wie geht man damit um, wenn die anderen davon reden und man anscheinend alleine mit seiner Unwissenheit ist? Man kann natürlich den anderen zeigen, dass es unter der Würde eines gebildeten Menschen ist, sie da auszukennen, was vermutlich eher schlecht ankommt. Dann gibt es die philosophische Variante: Man redet mit (man hat ja sowieso das eine oder andere mitbekommen), aber aus der Beobachterwarte. Man diskutiert, warum sich die Leser oder die Journalisten für hosenverlierende Skandalnudeln interessieren. Oder was es für die Demokratie bedeutet, wenn ihre Exponenten in Schreishows auftreten.
Ganz Mutige können auch auf naiv machen. Sie können mit grossen Augen nachfragen, was den diese skandalösen Ereignisse für die Zukunft des Planeten bedeuten. Sind es Vorboten einer kulturellen Revolution? Oder ein Ausdruck der Klimaveränderung? Müssen wir alle sterben? – Ok, letzteres sowieso. Aber ist es wirklich wegen … aber halt, offiziell weiss ich natürlich nichts davon!
Weihnachtsessen
Es ist vollbracht: Am Mittwoch Nüsslersalat, Rindfleischspiess, Waldbeerengratin und am Freitag Blattsalat, Entrecote, Apfelstrudel. Da war mein Magen, der kein Essen nach 19 Uhr mehr gewohnt ist, echt gefordert.
Gerade beim Firmenessen am Freitag habe ich wieder gemerkt, dass mir die Stehapéros, wie sie ab und zu in unserer Cafeteria stattfinden, lieber sind. Nicht nur, weil sich das Essen ein bisschen besser verteilt, sondern auch, weil man sich jederzeit bewegen kann. Ein Esssaal ist eine eher enge Sache. So kam es, dass sogar ich, der Nichtraucher zwischen den Gängen vor die Türe floh. Aber klar, es gibt sicher auch Leute, welche genau das schätzen, dass sie am Tisch bleiben können und bedient werden.
Alle kann man nicht befriedigen. Und so hätten wir den Salat:
Um mit Peach Weber zu sprechen: Überall het’s Pilzli dra! Bei mir, gerne!
20 Freitag
Am Freitag Abend feierte unser Bierclub Weihnachten. Nachbarin M. (ja, die mit der Türdeko) hat ihre Krippenfiguren in unseren Gemeinschaftsraum gestellt. Eine Kleinigkeit fehlte allerdings:
Ja gut, es sollten eigentlich drei Weise sein, die angereist sind. Einer hat sich für diesen Abend entschuldigen lassen. Es geht mir aber um etwas anderes. Wie gesagt, es war die Feier des Bierklubs!
Genau! Das Bier musste noch aufs Bild. Und anschliessend habe wir es kreisen lassen – von den Weisen zu den Kamelen, dann zu Hirten und Schafen, zu Maria und Josef, Esel und Ochs – das Christuskind trank heimlich.
Genug Blödsinn erzählt, lieber noch das Bier vorstellen: Der Braumeister nennt das Weihnachtsbier jeweils „Schwarzenberg“, weil wir am Hang ebendieses Berges wohnen und weil es immer dunkel ist. Variationen gibt es bei den Gewürzen. Dieses Jahr versuchte er es mit Vanille. Man merkte aber nichts davon, was möglicherweise auch gut war.
24 Dienstag
Seit längerem ist der 24. Dezember bei mir kein Feiertag mehr. Ich habe mich so dem angelsächsischen Brauch angeschlossen, wo der „Christmas Eve“ auch nur der Tag vor Weihnachten ist. Immerhin ist es aber ein freier Tag, da unsere Firma geschlossen ist. So kann ich doch kurz in der Stadt vorbeischauen, ohne aber in Einkaufsstress zu geraten.
Gelegentlich ist der 24. Dezember gleichzeitig der 4. Adventssonntag. Nicht dieses Jahr, erst 2017 wieder.
Advent heisst Ankunft und die Adventszeit ist jene Zeit, in der man auf die Ankunft des Messias wartet. Eigentlich ist hat diese Ankunft vor 2000 Jahren schon stattgefunden, aber man tut jedes Jahr wieder so als ob. Als ich letzten Sonntag obiges Bild schoss, wartete ich auch auf die Ankunft – auf die meiner Nachbarn zum Zvieribier.
Der Weihnachtsgruss
Silvester
Freitag, 1. November 2013
Der November 2013
2 Samstag
Wenn man eine zweistündige Fahrt als Katzensprung bezeichnen kann. Aber so ist nun mal die Redensart und dank GA und SBB ist Basel und auch der Rest der Schweiz recht schnell und quasi gratis zu erreichen.
Von der Basler Herbstmesse habe ich zwar gehört, dass sie aber noch im Gange ist, war mir nicht bewusst. So beschloss ich, meinen Hunger an einem Stand beim Münster zu stillen. Aber erst musste ich hungrig werden. Ich spazierte vom Bahnhof die St. Alban Anlage hinunter bis zum St. Alban Tor. Das Quartier dort heisst übrigens … St. Alban. Dort befindet sich auch noch ein Stück Stadtmauer und parallel dazu ein Wohnblock. Muss ein interessantes Gefühl sein, die Stadtmauer vor dem Fenster zu haben. Und mit einem Spazierweg dazwischen. So kann man auch in der Stadt erleben, wie es ist, an einem Wanderweg zu wohnen.
Ich marschierte von der Stadtmauer dem Rhein entlang bis zum Einfluss der Birs. Endlich mal die Birs. Wenn ich bis jetzt das Wort Birs in den Mund nahm, wurde ich einmal korrigiert, es handle sich um die Birsig (!), ein andermal, war es die Wiese. Diesmal stimmte es aber. Ich mochte den Fluss aber nicht weiter erforschen, sondern ging, weil ich jetzt tatsächlich Hunger hatte, zum Münster.
Dass ich den Rest des Nachmittags an der Herbstmesse herumhing, anstatt noch etwas mehr Basel zu erforschen, ist zwar schade, aber die Stadt gibt es ja hoffentlich nächstes Jahr immer noch.
8 Freitag
Auf dem Bundesplatz. Zum dritten Mal gibt es dieses Jahr diese Lightshow und diese habe ich mir am Donnerstag Abend angeschaut.

Die Lichteffekte sind wieder super, die Geschichte – na ja. Das Bundeshaus wird zum Märchenschloss in dem der König der Schweiz und die Prinzessin Helvetia leben. Sie soll den Wilhelm Tell heiraten, liebt aber den gefangenen Uhrmacher. Als dieser endlich frei ist, entschliesst sie sich aber doch, ledig zu bleiben. Den Einstieg in die Show bildet Mani Matters Lied „Dynamit“, das gegen Schluss noch eine Bedeutung bekommt, und einer Hommage an Gottlieb Duttweiler (und somit an Sponsor Migros) mit zerspringenden Fenstern am Bundeshaus (täuschend echt).
Vielleicht gehe ich mir das Ganze noch einmal anschauen, denn manches beachtet man ja erst beim zweiten Mal.
Drei weitere Bilder findet man am Schluss meines Flickr-Albums Bern.
18 Montag
Vor ein paar Tagen habe ich auf einem Bänkchen an der Worble Mittag gegessen. Diese Fertigsalatportiönchen in der Migros meide ich zwar normalerweise, aber diesem konnte ich nicht widerstehen: Ochsenmaulsalat.
Wenn ich mir so vorstelle, ich hätte den Kopf eines Rindviechs vor mir und müsste ein Stück des Mauls abschneiden – es würde mich grausen. Aber zum Glück hat das der Metzger gemacht. Gepresst und in feine Scheiben geschnitten, an einer Vinaigrette mit Gurkenstückchen, sieht es schon ganz anders aus. So mag ich das Zeug. Schon durch das darüber schreiben, bekomme ich wieder Appetit darauf.
20 Mittwoch
Die Schweizer Blogger und Twitterer haben hatten letzte Woche nicht nur Fototermin. Einer hat auch ein neues „Projekt“ angerissen, das jetzt hin und her diskutiert wird. Kevin hat einen Offline-Day initiert, also einen Tag, an dem auf alles, was mit Internet zusammenhängt, verzichten will. Vorsichtshalber hat er sich für einen Sonntag – den 15. Dezember – entschieden.
Er gibt auch zu, dass er sich die Sache mit dem Sonntag etwas leichter macht. Am Sonntag gibt es sicher mehr Zerstreuungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt, an diesem Adventssonntag mit Weihnachtsmarkt und Sonntagsverkauf.
Meine Haltung dazu ist noch etwas zwiespältig. Einerseits denke ich, dass man den Online-Konsum jeden Tag richtig dosieren sollte. Ein Offline-Tag ist so ein Eingeständnis, dass man es nicht im Griff hat. Andererseits muss ich zugeben, dass ich auch manchmal übertreibe. Ausserdem mache ich ja ab und zu eine Fastenwoche, was doch etwas ganz ähnliches ist.
Darum heisst hier, wie in so vielem die Devise: Schaue jeder selbst, was gut für ihn ist.
Wenn man eine zweistündige Fahrt als Katzensprung bezeichnen kann. Aber so ist nun mal die Redensart und dank GA und SBB ist Basel und auch der Rest der Schweiz recht schnell und quasi gratis zu erreichen.

Von der Basler Herbstmesse habe ich zwar gehört, dass sie aber noch im Gange ist, war mir nicht bewusst. So beschloss ich, meinen Hunger an einem Stand beim Münster zu stillen. Aber erst musste ich hungrig werden. Ich spazierte vom Bahnhof die St. Alban Anlage hinunter bis zum St. Alban Tor. Das Quartier dort heisst übrigens … St. Alban. Dort befindet sich auch noch ein Stück Stadtmauer und parallel dazu ein Wohnblock. Muss ein interessantes Gefühl sein, die Stadtmauer vor dem Fenster zu haben. Und mit einem Spazierweg dazwischen. So kann man auch in der Stadt erleben, wie es ist, an einem Wanderweg zu wohnen.

Ich marschierte von der Stadtmauer dem Rhein entlang bis zum Einfluss der Birs. Endlich mal die Birs. Wenn ich bis jetzt das Wort Birs in den Mund nahm, wurde ich einmal korrigiert, es handle sich um die Birsig (!), ein andermal, war es die Wiese. Diesmal stimmte es aber. Ich mochte den Fluss aber nicht weiter erforschen, sondern ging, weil ich jetzt tatsächlich Hunger hatte, zum Münster.
Dass ich den Rest des Nachmittags an der Herbstmesse herumhing, anstatt noch etwas mehr Basel zu erforschen, ist zwar schade, aber die Stadt gibt es ja hoffentlich nächstes Jahr immer noch.
8 Freitag
Auf dem Bundesplatz. Zum dritten Mal gibt es dieses Jahr diese Lightshow und diese habe ich mir am Donnerstag Abend angeschaut.

Die Lichteffekte sind wieder super, die Geschichte – na ja. Das Bundeshaus wird zum Märchenschloss in dem der König der Schweiz und die Prinzessin Helvetia leben. Sie soll den Wilhelm Tell heiraten, liebt aber den gefangenen Uhrmacher. Als dieser endlich frei ist, entschliesst sie sich aber doch, ledig zu bleiben. Den Einstieg in die Show bildet Mani Matters Lied „Dynamit“, das gegen Schluss noch eine Bedeutung bekommt, und einer Hommage an Gottlieb Duttweiler (und somit an Sponsor Migros) mit zerspringenden Fenstern am Bundeshaus (täuschend echt).
Vielleicht gehe ich mir das Ganze noch einmal anschauen, denn manches beachtet man ja erst beim zweiten Mal.
Drei weitere Bilder findet man am Schluss meines Flickr-Albums Bern.
18 Montag
Vor ein paar Tagen habe ich auf einem Bänkchen an der Worble Mittag gegessen. Diese Fertigsalatportiönchen in der Migros meide ich zwar normalerweise, aber diesem konnte ich nicht widerstehen: Ochsenmaulsalat.
Wenn ich mir so vorstelle, ich hätte den Kopf eines Rindviechs vor mir und müsste ein Stück des Mauls abschneiden – es würde mich grausen. Aber zum Glück hat das der Metzger gemacht. Gepresst und in feine Scheiben geschnitten, an einer Vinaigrette mit Gurkenstückchen, sieht es schon ganz anders aus. So mag ich das Zeug. Schon durch das darüber schreiben, bekomme ich wieder Appetit darauf.
20 Mittwoch
Die Schweizer Blogger und Twitterer haben hatten letzte Woche nicht nur Fototermin. Einer hat auch ein neues „Projekt“ angerissen, das jetzt hin und her diskutiert wird. Kevin hat einen Offline-Day initiert, also einen Tag, an dem auf alles, was mit Internet zusammenhängt, verzichten will. Vorsichtshalber hat er sich für einen Sonntag – den 15. Dezember – entschieden.
Er gibt auch zu, dass er sich die Sache mit dem Sonntag etwas leichter macht. Am Sonntag gibt es sicher mehr Zerstreuungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt, an diesem Adventssonntag mit Weihnachtsmarkt und Sonntagsverkauf.
Meine Haltung dazu ist noch etwas zwiespältig. Einerseits denke ich, dass man den Online-Konsum jeden Tag richtig dosieren sollte. Ein Offline-Tag ist so ein Eingeständnis, dass man es nicht im Griff hat. Andererseits muss ich zugeben, dass ich auch manchmal übertreibe. Ausserdem mache ich ja ab und zu eine Fastenwoche, was doch etwas ganz ähnliches ist.
Darum heisst hier, wie in so vielem die Devise: Schaue jeder selbst, was gut für ihn ist.
Dienstag, 1. Oktober 2013
Der Oktober 2013
6 Samstag
Wenn man sich in Zürich herumtreibt, steht man früher oder später auch vor dem Denkmal des Hans Waldmann. Wieder zuhause liest man dann dessen Geschichte nach. Er war ein richtiger Emporkömmling. Hat sich als Kleinbürger über Kriegsdienste (Burgunderkriege) eine guten Ruf geschaffen und wurde über die erstarkten Zünfte schliesslich Bürgermeister der Stadt. Natürlich schmiedete er auch allerlei Bündnisse und Intrigen, half bei Verurteilung und Hinrichtung eines Gegners nach und verlor schliesslich selbst seinen Kopf durch das Richterschwert.

An der Veranstaltung, an der ich war, verlor zwar niemand seinen Kopf, zumindest nicht konkret, aber es ging auch um einen Aufstieg und einen – möglichen – Untergang. Den der EU nämlich, bei einer Lesung von Henryk M. Broder aus seinem Buch „Die letzten Tage Europas“. Wobei der Buchtitel auch geraden den darin beklagten Fehler macht, Europa und EU gleichzusetzen. Broder ist ein scharfzüngiger Kritiker, aber, im Gegensatz zu den Veranstaltern der Lesung, kein absoluter Gegner der EU. Nicht einmal des Euros. Er wolle, sagte er, einfach Missstände anprangern. Er findet, dass das krampfhafte Festhalten am Bisherigen und Weiterentwickeln in die gleiche Richtung, die Grundidee der EU eigentlich gerade gefährden. Alternativlosigkeit ist sein Schimpfwort.
Broder unterscheidet sich darin vor Prof. David Dürr, der in einer witzigen Conference darlegte, dass die Schweiz in manchen Punkten gar nicht so viel demokratischer ist, als die EU, der man undemokratische Strukturen vorwirft. Allerdings ist Dürr durch und durch ein Anti-Etatist, der staatliche Strukturen komplett ablehnt. Selbst das Gewaltmonopol, also die Polizei würde er privatisieren. Eine wohlfeile Forderung eines Pensionärs, der in einem der sichersten Länder der Welt lebt. Broder, der schon mehrmals überfallen wurde (in Zürich und in Berlin), empfahl ihm folgerichtig einen Besuch in Somalia oder Gaza, wo dieser Traum Wirklichkeit ist.
Zurück zu Broder. Ich bin natürlich nicht mit allem einverstanden, was er sagt, aber ich mag seine Art der Polemik und der direkten Ansprache, anstatt darum herum zu reden. Mir käme es ja nie in den Sinn, jemanden zu beleidigen, wie er es tut. Das Buch habe ich nicht gekauft, ich kenne ja das meiste daraus durch Zitate und eine TV-Reportage gab es auch. Aber ich habe das Buch zu einer anderen TV-Serie : „Entweder Broder“. Er reist mit Hamed Abdel-Samad durch Deutschland und erlebt so einiges. Auch dort gibt er gerne den Provokateur.
Es waren also zwei ganz vergnügliche Stunden, die ich da erlebte. Das Publikum war, wen verwundert’s, wohl eher dem Rechtsfreisinn oder der SVP zu zuordnen – Claudio Zanetti machte den Ansager. Ich konnte ein paar Worte mit der unzimperlichen Twittererin Dani Brandt wechseln („Ah, du bist doch der mit dem Bier“) und ein Promi lief mir auch noch über den Weg: Bruno Stanek. Gut, vielleicht waren noch andere Promis im Publikum, aber die kannte ich nicht.
15 Dienstag
Heute ist der finnische Staatspräsident Sauli Niinistö zum Staatsbesuch in Bern. Grund für mich, nachzudenken, was mir zu Finnland in den Sinn kommt.
Als erstes natürlich meine zweite Interrail-Reise 1982, als ich über eine Woche in Finnland war. Das sind Erinnerungen an abgelegene Jugendherbergen, Wälder voller Mücken, öde Busbahnhöfe im Norden. Dann eine Ruderfahrt auf etwa drei der unzähligen Seen bei Kuopio. Die Sprungschanzen von Lahti. Die Trams und die Felsenkirche von Helsinki. Und auch immer das ungläubige Staunen, wenn man finnische Beschriftungen zu entziffern versuchte. Zum Glück ist vieles auch auf schwedisch und in Touristenorten natürlich auch auf englisch angeschrieben.
Zehn Jahre später wäre es vielleicht noch einmal zu Finnlandferien gekommen. Ein damaliger Arbeitskollege – mit einer Finnin verheiratet – hatte ein Häuschen im Süden Finnlands, das er vermietete. Ich hatte das aber mehrmals vor mir hergeschoben und so verlief sich das Ganze. So kam ich erst auf meiner Baltikumreise 2009 wenigstens wieder in die Nähe von Finnland.
Und die Bilder? Na ja, 1982 habe ich natürlich noch keine Digitalkamera mitgeführt und mit dem iPhone Papierbilder abfotografieren ist doch etwas öde. Aber noch ein kulinarischer Tipp: Kalakukko. Ein Brot mit Fischfüllung. Kann man als Ganzes machen, wie im folgenden Rezept, oder klein, in Bürli-Grösse. Letzteres ist ideal als Wanderproviant.
22 Dienstag
Wann immer Abstimmungen vor uns stehen, werden die beteiligten Parteien nicht müde, uns Gold- oder Pechregen vorauszusagen, je nach dem , was wir stimmen werden. Die Horrorszenarien sind meistens besonders wild und wenn es in den letzten Jahrzehnten immer danach gegangen wäre, würde die Schweiz schon längst nicht mehr exisiteren.
Da ist die Drohung, die Frau Leuthard kürzlich ausgesprochen hat, eher harmlos. Sie meinte, im Falle, dass die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette auf 100 Franken abgelehnt würde, der Benzinpreis um 6 Rappen pro Liter erhöht werden müsste. Da musste ich gleich mal nachrechnen: Die 60 Franken teurere Vignette entspricht dann dem Verbrauch von 1000 Litern Benzin. Da meine Auto ca. 8 l/100km verbraucht, sind das 12’500 km, die mich 60 Franken kosten. Der Clou ist, dass ich tatsächlich 10-15’000 km im Jahr fahre. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich mit beiden Varianten zum gleichen Resultat komme.
Das Problem ist, dass man bei Gebühren und Steuern nie ganz sicher ist, wie sich das Ganze entwickelt. Wird die 100-fränkige Vignette in ein paar Jahren wieder teurer? Wird die Benzinsteuer mehr erhöht, als angekündigt? Oder gar beides?
Bei der Verkehrspolitik stehen zur Zeit die „Flatrates“, wie z.B. das GA unter Beschuss und auch die Vignette kann man als „Flatrate“ betrachten. Die Benzinsteuer hingegen verbrauchsorientiert. Da ich im Zweifelsfall dem Verursacherprinzip zuneige, müsste ich also mit nein stimmen. Ganz anders, als ich es ursprünglich vorhatte.
26 Samstag
Die Initianten des Geoblogs können nicht nur Rätsel stellen, sie können auch einschenken. Vorausgesetzt, man befindet sich auf einem Berggipfel.

Christian (@chm, links) und Adrian (@Herr_Natischer, rechts) luden zur Wanderung aufs Guggershörnli und sieben Geoblog-Rätsler folgten. Dass die beiden nicht nur Geos, die Erde, im Griff haben, sondern auch die Atmosphäre, zeigte sich am Superwetter, das wir an diesem Samstag hatten. Die makellose Sicht bis zur Jurakette erwärmte das Herz des Seeländers unter den Teilnehmern – dass der Gantrisch die Sicht zu seiner neuen Heimat verwehrte, ertrug er stoisch.

Etwas weniger stoisch ertrug der Höhenängstige, dass eine Teilnehmerin (die einzige Frau in der Gruppe), den geschützten Bereich verliess, um auf dem obersten Teil der Hörnlis die Aussicht zu geniessen und ein Bild von uns zu machen. Das Glas heben und in die Kamera lächeln, heisst es in solchen Momenten.
Das Glas zu heben, galt es im Anschluss bei einem Besuch beim Erzbierschof in Köniz. Beim Erzbierschof kann man, wie der Name sagt, Bier trinken, fernsehen, töggelen und Schränke und Regale abschreiten um hunderte von Bieren zu betrachten und das eine oder andere Fläschchen in das man sich verliebt hat, käuflich erwerben. Ehrlich gesagt: ich könnte sie alle …. kaufen – und jeden Abend eine geniessen!
Wenn man sich in Zürich herumtreibt, steht man früher oder später auch vor dem Denkmal des Hans Waldmann. Wieder zuhause liest man dann dessen Geschichte nach. Er war ein richtiger Emporkömmling. Hat sich als Kleinbürger über Kriegsdienste (Burgunderkriege) eine guten Ruf geschaffen und wurde über die erstarkten Zünfte schliesslich Bürgermeister der Stadt. Natürlich schmiedete er auch allerlei Bündnisse und Intrigen, half bei Verurteilung und Hinrichtung eines Gegners nach und verlor schliesslich selbst seinen Kopf durch das Richterschwert.

An der Veranstaltung, an der ich war, verlor zwar niemand seinen Kopf, zumindest nicht konkret, aber es ging auch um einen Aufstieg und einen – möglichen – Untergang. Den der EU nämlich, bei einer Lesung von Henryk M. Broder aus seinem Buch „Die letzten Tage Europas“. Wobei der Buchtitel auch geraden den darin beklagten Fehler macht, Europa und EU gleichzusetzen. Broder ist ein scharfzüngiger Kritiker, aber, im Gegensatz zu den Veranstaltern der Lesung, kein absoluter Gegner der EU. Nicht einmal des Euros. Er wolle, sagte er, einfach Missstände anprangern. Er findet, dass das krampfhafte Festhalten am Bisherigen und Weiterentwickeln in die gleiche Richtung, die Grundidee der EU eigentlich gerade gefährden. Alternativlosigkeit ist sein Schimpfwort.
Broder unterscheidet sich darin vor Prof. David Dürr, der in einer witzigen Conference darlegte, dass die Schweiz in manchen Punkten gar nicht so viel demokratischer ist, als die EU, der man undemokratische Strukturen vorwirft. Allerdings ist Dürr durch und durch ein Anti-Etatist, der staatliche Strukturen komplett ablehnt. Selbst das Gewaltmonopol, also die Polizei würde er privatisieren. Eine wohlfeile Forderung eines Pensionärs, der in einem der sichersten Länder der Welt lebt. Broder, der schon mehrmals überfallen wurde (in Zürich und in Berlin), empfahl ihm folgerichtig einen Besuch in Somalia oder Gaza, wo dieser Traum Wirklichkeit ist.
Zurück zu Broder. Ich bin natürlich nicht mit allem einverstanden, was er sagt, aber ich mag seine Art der Polemik und der direkten Ansprache, anstatt darum herum zu reden. Mir käme es ja nie in den Sinn, jemanden zu beleidigen, wie er es tut. Das Buch habe ich nicht gekauft, ich kenne ja das meiste daraus durch Zitate und eine TV-Reportage gab es auch. Aber ich habe das Buch zu einer anderen TV-Serie : „Entweder Broder“. Er reist mit Hamed Abdel-Samad durch Deutschland und erlebt so einiges. Auch dort gibt er gerne den Provokateur.
Es waren also zwei ganz vergnügliche Stunden, die ich da erlebte. Das Publikum war, wen verwundert’s, wohl eher dem Rechtsfreisinn oder der SVP zu zuordnen – Claudio Zanetti machte den Ansager. Ich konnte ein paar Worte mit der unzimperlichen Twittererin Dani Brandt wechseln („Ah, du bist doch der mit dem Bier“) und ein Promi lief mir auch noch über den Weg: Bruno Stanek. Gut, vielleicht waren noch andere Promis im Publikum, aber die kannte ich nicht.
15 Dienstag
Heute ist der finnische Staatspräsident Sauli Niinistö zum Staatsbesuch in Bern. Grund für mich, nachzudenken, was mir zu Finnland in den Sinn kommt.
Als erstes natürlich meine zweite Interrail-Reise 1982, als ich über eine Woche in Finnland war. Das sind Erinnerungen an abgelegene Jugendherbergen, Wälder voller Mücken, öde Busbahnhöfe im Norden. Dann eine Ruderfahrt auf etwa drei der unzähligen Seen bei Kuopio. Die Sprungschanzen von Lahti. Die Trams und die Felsenkirche von Helsinki. Und auch immer das ungläubige Staunen, wenn man finnische Beschriftungen zu entziffern versuchte. Zum Glück ist vieles auch auf schwedisch und in Touristenorten natürlich auch auf englisch angeschrieben.
Zehn Jahre später wäre es vielleicht noch einmal zu Finnlandferien gekommen. Ein damaliger Arbeitskollege – mit einer Finnin verheiratet – hatte ein Häuschen im Süden Finnlands, das er vermietete. Ich hatte das aber mehrmals vor mir hergeschoben und so verlief sich das Ganze. So kam ich erst auf meiner Baltikumreise 2009 wenigstens wieder in die Nähe von Finnland.
Und die Bilder? Na ja, 1982 habe ich natürlich noch keine Digitalkamera mitgeführt und mit dem iPhone Papierbilder abfotografieren ist doch etwas öde. Aber noch ein kulinarischer Tipp: Kalakukko. Ein Brot mit Fischfüllung. Kann man als Ganzes machen, wie im folgenden Rezept, oder klein, in Bürli-Grösse. Letzteres ist ideal als Wanderproviant.
22 Dienstag
Wann immer Abstimmungen vor uns stehen, werden die beteiligten Parteien nicht müde, uns Gold- oder Pechregen vorauszusagen, je nach dem , was wir stimmen werden. Die Horrorszenarien sind meistens besonders wild und wenn es in den letzten Jahrzehnten immer danach gegangen wäre, würde die Schweiz schon längst nicht mehr exisiteren.
Da ist die Drohung, die Frau Leuthard kürzlich ausgesprochen hat, eher harmlos. Sie meinte, im Falle, dass die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette auf 100 Franken abgelehnt würde, der Benzinpreis um 6 Rappen pro Liter erhöht werden müsste. Da musste ich gleich mal nachrechnen: Die 60 Franken teurere Vignette entspricht dann dem Verbrauch von 1000 Litern Benzin. Da meine Auto ca. 8 l/100km verbraucht, sind das 12’500 km, die mich 60 Franken kosten. Der Clou ist, dass ich tatsächlich 10-15’000 km im Jahr fahre. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich mit beiden Varianten zum gleichen Resultat komme.
Das Problem ist, dass man bei Gebühren und Steuern nie ganz sicher ist, wie sich das Ganze entwickelt. Wird die 100-fränkige Vignette in ein paar Jahren wieder teurer? Wird die Benzinsteuer mehr erhöht, als angekündigt? Oder gar beides?
Bei der Verkehrspolitik stehen zur Zeit die „Flatrates“, wie z.B. das GA unter Beschuss und auch die Vignette kann man als „Flatrate“ betrachten. Die Benzinsteuer hingegen verbrauchsorientiert. Da ich im Zweifelsfall dem Verursacherprinzip zuneige, müsste ich also mit nein stimmen. Ganz anders, als ich es ursprünglich vorhatte.
26 Samstag
Die Initianten des Geoblogs können nicht nur Rätsel stellen, sie können auch einschenken. Vorausgesetzt, man befindet sich auf einem Berggipfel.

Christian (@chm, links) und Adrian (@Herr_Natischer, rechts) luden zur Wanderung aufs Guggershörnli und sieben Geoblog-Rätsler folgten. Dass die beiden nicht nur Geos, die Erde, im Griff haben, sondern auch die Atmosphäre, zeigte sich am Superwetter, das wir an diesem Samstag hatten. Die makellose Sicht bis zur Jurakette erwärmte das Herz des Seeländers unter den Teilnehmern – dass der Gantrisch die Sicht zu seiner neuen Heimat verwehrte, ertrug er stoisch.

Etwas weniger stoisch ertrug der Höhenängstige, dass eine Teilnehmerin (die einzige Frau in der Gruppe), den geschützten Bereich verliess, um auf dem obersten Teil der Hörnlis die Aussicht zu geniessen und ein Bild von uns zu machen. Das Glas heben und in die Kamera lächeln, heisst es in solchen Momenten.
Das Glas zu heben, galt es im Anschluss bei einem Besuch beim Erzbierschof in Köniz. Beim Erzbierschof kann man, wie der Name sagt, Bier trinken, fernsehen, töggelen und Schränke und Regale abschreiten um hunderte von Bieren zu betrachten und das eine oder andere Fläschchen in das man sich verliebt hat, käuflich erwerben. Ehrlich gesagt: ich könnte sie alle …. kaufen – und jeden Abend eine geniessen!
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