Mittwoch, 1. Oktober 2014

Der Oktober 2014

12 Sonntag
Der holländische Ontbijtkoek war schon öfter Thema in meinem Blog und mein erster Versuch, einen herzustellen, war ein zumindest halbes Fiasko. Heute habe ich mich wieder daran gewagt, weil ich ein holländisches Rezept gefunden habe, das ich wirklich 1:1 umsetzen konnte. D.h., es wäre nicht ich, wenn ich nicht doch eine kitzekleine Änderung angebracht hätte. Ich habe statt Stroop, worunter die Holländer Apfelmelasse verstehen, Birnel verwendet. Es funktionierte!
Man nehme 375 g Mehl, 3 Teelöffel Backpulver, je einen halben Teelöffel Zimt, Ingwerpulver, Nelkenpulver, Kardamom und Koriander und je 50 g weissen und braunen Zucker. Nach dem dies etwas durchmischt ist, gibt man löffelweise 2 dl Milch und 150 g Honig (oder eben Birnel) dazu. Nachdem man einen gleichmässigen, zähflüssigen Teig hat, gibt man diesen in die gefettete und gemehlte Cake-Form und stellt sie in den auf 150 Grad vorgeheizten Ofen. Bei dieser Temperatur bleibt man und bäckt den Kuchen 60 Minuten.
Auch die Anweisung, den Kuchen sofort aus der Form zu nehmen, ist mir gelungen. Und wenn er kalt ist, dann:
Bei den Gewürzen ist sicher einiges an variieren möglich. Ich überlege mir schon, beim nächsten etwas mehr Zimt und vielleicht sogar etwas Kakaopulver zuzufügen.

13 Montag
Letzten Samstag hat auf dem Bundesplatz eine Misswahl stattgefunden. Dass die Juso gegen die in ihren Augen sexistische Veranstaltung demonstriert haben, sei ihnen geschenkt. Die Berner beschäftigt, wenn überhaupt, eher die Frage, ob und wie oft solche (kommerziellen) Anlässe auf dem Bundesplatz statfinden dürfen.
In einem Artikel im „Bund“ spielt sich die Diskussion zwischen Architekten und dem Polizeidirektor Reto Nause ab. Erstere möchten den Bundesplatz am liebsten immer leer sehen, als städtebauliches Monument sozusagen. Ich habe diese Architekten ein bisschen in Verdacht, dass sie ihre Werke am liebsten „rein“, also ohne Leben, ohne Menschen sähen.
Im Gegensatz dazu möchte Nause eine Piazza, einen Treffpunkt, auf dem immer etwas los ist. Auch ein Strassencafé hätte er noch gerne.
Ich bin eher auf Nauses Seite, möchte aber auch nicht, dass der Bundesplatz zum Rummelplatz wird. Der Platz hat ja auch die Funktion, dass man das Bundeshaus richtig ansehen kann. Dabei stören der Markt, die Demos, die Eisbahn im Winter nicht, der Glasdom vom letzten Samstag hingegen schon. Alles mit Mass heisst es eben auch hier.

19 Sonntag
Ausflug nach Avenches. Den sollte ich wiederholen.

22 Mittwoch - I nime no e Mojito
Wer denkt nicht an dieses Lied von Züri West, wenn er an der Strandbar seiner Trauminsel steht – oder zumindest davon träumt. Mein letzter echter Moijito ist schon eine paar Jahre her, aber immerhin hat die Migros einen Mojito-Sirup lanciert, den ich mir gerne zubereite. Auch den Soft-Drink Lemonsoda gibt es als Mojito-Version. Und dies:

Aber ehrlich gesagt, wenn ich schon mit Mojito-Geschmack ins Bett gehen will, dann von einem echten. Dasselbe gilt für andere Geschmäcker und so habe ich mich für die „normale“ Zahnpasta entschieden.

Montag, 1. September 2014

Der September 2014

5 Freitag
Wieder mal Früchtetag hatte ich gestern. Nebst Banane, Birne und Nektarine hatte ich erstmals auch Trauben gekauft. Jetzt dürfte das saisonmässig drin liegen. Fein sind sie, haben aber leider die nette Eigenschaft Kerne zu haben, die zwischen den Zähnen stecken bleiben. Gut habe ich Zahnseide im Büro.
Am heutigen Freitag habe ich frei genommen, quasi als ersten Erholungstag vor den baldigen Ferien. Dabei hatte ich auch Gelegenheit, mich mit dem Plättlileger zu unterhalten. Er sei im Plan, sagte er, und der Maler, ja, das könnte etwa Freitag werden. Da musste ich ihm klar machen, dass ich nächsten Freitag meine Wohnung schon mal etwas einrichten möchte und wieder in meinem Bett schlafen, bevor ich am Samstag früh abreise. Etwas verstimmt hat er mit dem Maler Kontakt aufgenommen und mir nun den Donnerstag Abend als Endtermin zugesichert.
A propos Ferien: Da hat mir Studiosus nach den Reiseunterlagen noch ein Päckchen zugeschickt. Dieses enthielt eine 5cm hohe Schachtel, welche wiederum die Adressträger für die Koffer und dieses Büchlein „Italien Verstehen“ enthielt. Einem geschenkten Gaul, soll man bekanntlich nicht ins Maul schauen, einer geschenkten Schachtel hingegen … jedenfalls fragte ich mich, was das soll. Der Begleitbrief klärte mich auf: „…sammeln Sie in der Studiosus-Box …. Tickets, Postkarten … alles was Sie an Ihren traumhaften Urlaub erinnert.“ Na gut. Trotzdem finde ich, dass gerade ein Reiseunternehmen, welches auf Nachhaltigkeit setzt, nicht Verpackungsmaterial im Übermass produzieren sollte. (Gegen das Buch ist nichts zu sagen, im Gegenteil)

9 Sonntag - Schulhauspläne
Im Frühling wurde beschlossen, die Anzahl Schulstandorte im Diemtigtal auf zwei zu reduzieren. Einen vorne, also in Oey, und einen hinten. Zum Standort der hinteren Schule wurde mein Wohnquartier, das Allmiried erwählt. Hier steht zwar bisher kein Schulhaus, wohl aber die einzige Turnhalle der Gegend. Schon vor Jahren wurde die dreiplätzige Tennishalle umgebaut und der eine Platz in eine Mehrzweck- und Turnhalle verwandelt
Zuerst war geplant, einen weiteren Tennisplatz zu opfern und die Schule in die Halle einzubauen, dann aber erfuhr ein findiger Kopf, dass dieses Haus Augit zum Verkauf stand. Da dieses auch den besseren Vorplatz hat, als die Tennishalle, entstand der Plan, gleich ein richtiges Schulhaus hierhin zu bauen.
Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung bewilligte nun diesen Plan und nur ein paar wenige Quartierbewohner opponierten und machten sich damit unbeliebt. Ich blieb der Versammlung fern, denn ich mochte mich weder gegen meine Nachbarn, noch gegen das Schulhaus aussprechen.
Der zu erwartende Kinderlärm macht mir keine Sorgen, eher die Mama-Taxis, die vor unserem Haus durchfahren werden. Ich hoffe, es wird hier auf die Benutzung der Schulbusse bestanden.
Was generell fragwürdig an der Standortwahl ist, ist, dass es in unserem Quartier gar keine Familien hat, weil es sich ja um eine Ferienwohnungssiedlung handelt. Alle zukünftigen Schüler werden auf Velo oder Schulbus angewiesen sein. Es sei denn, die Gemeinde hätte da noch ein paar Baupläne, von denen wir noch nichts wissen.

27 Samstag


Unser Klub der Bierfreunde hatte seine GV. Dazu wurde als erstes der Apérotisch installiert. Und weil wir dieses Jahr nur zu siebt waren, fand der „offizielle“ Teil auch gleich an diesem Tisch statt. Mit Bier natürlich.


28 Sonntag
Mein Esszimmer.

Eigentlich ist es als Schlafzimmer gedacht, aber da ich eine Galerie habe, habe ich das Bett schon vor Jahren dort hinaufgezügelt. Somit habe ich also ein Esszimmer, welches ich auch gerne Rittersaal nenne, weil der Esstisch jetzt permanent ausgezogen ist und ich so jederzeit sieben Leute daran setzen kann.
Der Tischläufer überbrückt das bleiche Mittelteil und führt zum Apéro-Körbchen. Es enthält Flaschenöffner und Bierdeckel, aber auch Schreibzeug, Lesebrille und sogar den Fotoapparat. Vom Eckbank ist nur noch das kurze Stück geblieben, welches Rücken an Rücken zu einer kleinen Kommode steht. Auf dieser hat eine Amnesty-Kerze ihren Platz.
Links steht ein Buffet, das ich mir schon für meine vorherige Wohnung habe machen lassen, rechts ist der Durchgang zum Korridor – die Türe habe ich ausgehängt und in den Keller verbannt.
Hinter den Stoffbahnen verbirgt sich folgendes:


Diese Gestelle und die Stoffbahnen sind der Grund, warum ich am Donnerstag bei Ikea war. Früher stand an dieser Wand ein Schrank, der mir immer etwas unpraktisch und unflexibel erschien. So kam ich auf die Idee, dort Einzelgestelle auf Rollen hinzustellen. Putzsachen, Tischwäsche, Haushaltsgeräte und Sportsachen sind dort aufbewahrt. Links und rechts des Gestelles grössere Gegenstände, die auf dem Boden stehen, z.B. der Staubsauger.
Am Mittwoch hole ich noch ein Büchergestell bei der Migros und dann ist dieses Zimmer komplett eingerichtet. Es ist fast, wie eine neue Wohnung.

Freitag, 1. August 2014

Der August 2014

Gruss zum 1. August

3 Sonntag
Die Zeiten haben sich geändert. Kuli ist nicht mehr und die TV-Sender senden rund um die Uhr. (Ver-)Sendeschluss hingegen haben die deutschen Buchklubs.
Mittlerweile weiss ich etwas mehr über mein eigenes Schicksal in dieser Angelegenheit. Da die Informatik bis zum Schluss gebraucht wird, bleibt auch meine Stelle bis zum Lichterlöschen erhalten, also bis zum 31. Januar 2016. In diesem letzten Monat wird es vor allem darum gehen, Konten abzuschliessen und Daten zu archivieren.
Dann aber, heute in 18 Monaten, werde ich stellenlos und/oder pensioniert sein. Letzteres würde mir besser gefallen, denn als Rentenbezüger wäre ich niemandem verpflichtet. Ich muss nicht auf Stellensuche gehen oder, wenn doch, mich nur dort bewerben, wo es sinnvoll ist. Aber, die Rente wird mit Sicherheit tiefer sein, als das Arbeitslosengeld. Ich werde vor der gefürchteten Wahl zwischen mehr Geld und mehr Freiheit stehen. Mit welchen Zahlen ich genau rechnen muss, werde ich erste nächstes Jahr wissen.

13 Mittwoch 
Regnet es im Mai, ist der April vorbei.
Ein Spruch, den es auch auf niederländisch gibt, wie ich kürzlich gelernt habe. Ich habe versucht, den Gedanken noch etwas weiter zu spinnen:
Regnet es im Juni, ischt auch der Meien umi!
He ja, dieses vermischen von Hochdeutsch und Dialekt ist beliebt bei Lumpenversen. Und wie lumpe, äh, dichte ich weiter? Juli reimt sich auf… Chueli? Nein, ich kombiniere lieber zwei Monate:
Regnet es in Juli und Augustus, 
isch bim Summer ganz der Pfuus duss!
Da erwarten wir vom September schon nicht mehr viel, denn dann warten wir gemäss Emil nur noch auf den Dezember. Dazwischen aber, wenn wir Glück haben, geniessen wir den goldenen Herbst.

17 Sonntag
Die Initianten des Geoblogs haben letzten Samstag wieder zur Wanderung eingeladen. Diesmal stand folgender Höhepunkt auf dem Plan:


Dieses begehbare, filigrane Kunstwerk, die neue Fussgängerbrücke nach Sigriswil. Nicht ganz unerwartet, wackelt das Ding, vor allem in der Mitte. Nicht auszudenken, wenn da eine Kompanie im Gleichschritt darüber marschieren würde. Aber das tut natürlich niemand. Einerseits, weil man eher vorsichtig langsam darüber geht und andererseits, weil man ja noch Bildchen machen muss.
Die Wanderung begann übrigens auf dem Vesuv – einem Hügel bei Heiligenschwendi, dem ersten von vielen Aussichtspunkten auf das Südufer des Thunersees. Ein weiterer war das Restaurant Krindenhof. Dort hatten wir aber eher Augen für Rösti, Steak, Fondue (!) oder – in meinem Fall – für Käseschnitte.
Am Schluss der Wanderung in Sigriswil bestiegen wir den Bus nach Thun und einen weiteren ins Lerchenfeld. Dort erwartete uns Martin Tschanz mit einem Lerchu-Bier. Er kredenzte uns sein Helles mit Namen Thunerli und in IPA. Er ist einer von vielen (gerade in Thun), die aus dem Schweizer Einheitsbräutrinker wieder Bier-Geniesser machen wollen.
Der Bericht im Geoblog. Die Homepages von Krindenhof und von Lerchubier.


Dienstag, 1. Juli 2014

Der Juli 2014

6 Sonntag
Blau, blau blüht der Enzian… – halt, das falsche Genre! Aber irgendein blaues Kraut war es doch? Ach ja, Bluegrass!
Am Samstag fand das Bluegrassfestival auf dem Grunderinseli in Thun, resp. im Thunersee statt. Ein Pflichttermin für den harten Kern unseres Bierclubs. Denn wo gutes Bier (gab es auf dem Grunderinseli leider nicht) oder gute Musik ist, das sind auch wir. Moderne Country-Musik aus Deutschland und den Niederlanden, sowie traditionelle Bluegrass-Musik aus der Schweiz (erst noch aus Meinisberg, quasi meiner Heimat) und aus Italien.
Bei Italien denkt man ja nicht unbedingt an Bluegrass. Aber diese Bluedust Bluegrass-Band gehört wahrscheinlich zum besten, was Europa zu diesem Thema zu bieten hat. Nicht nur die Instrumentierung mit Mandoline, Kontrabass und Banjo. Auch im Liedrepertoire liegen die typischen Themen Liebesleid, Liebesfreud, Spiritualität und Mord (wie der moderierende Mandolinist betonte) genau richtig. Im Zentrum der Band steht der Commodore unbestimmten hohen Alters, der nicht nur in Stimme und Ausstrahlung überzeugt, sondern auch permanent – ganz Italiener – permanent mit den Damen im Publikum flirtet. Besonders wenn er als Elvis-Inkarnation „O Sole Mio“ – pardon – „It’s now or never“ in Bluegrass-Version vorträgt.

26 Samstag Reise Bierklub
Letzten Samstag war es wieder soweit: Jahresausflug unseres Biervereins.
Der Braumeister hatte ein Progamm mit minimalen Anteilen an Fusswegen zusammengestellt. Das erwies sich als Glücksfall, da es fast durchgehend regnete.
Mit Feuchtigkeit hatten auch die beiden Attraktionen der Reise zu tun.
Für diesen Anblick mussten wir aber doch noch den Schirm zücken oder den Kopf einziehen. Es handelt sich um die Via Mala Schlucht. Heute mit einer alten und einer neuen Strasse ausgestattet. Früher aber benutzt man einen Säumerweg, der auf der rechten Seite unter den Brücken verläuft und heute kaum mehr sichtbar ist.
Für uns Touristen hat man hier eine Treppe zum Talgrund gebaut, wo man sich von der Enge der Schlucht beeindrucken lassen kann.
Lange hielten wir uns nicht dort auf, denn wir wurden langsam hungrig und durstig.

Am Trockenen, aber alsbald inseitig befeuchtet, genossen wir die zweite Attraktion – die Brauerei Monstein. Wir besichtigten die Brauerei und degustierten die Biere. Bald war die Diskussion, welches wohl das bessere Bier wäre: Das Helle, das Dunkle, das Starke oder gar das Wisky-Bier.
Wer’s mochte, lobte vor allem letzteres. Mir selbst schmeckte das Dunkle am besten und (fast) allen schmeckte die Fleischplatte.
Das sagt Wikipedia zur Via Mala und hier die Homepage der Brauerei Monstein.

Sonntag, 1. Juni 2014

Der Juni 2014

Alte Gerichte
Wenn es über diese neuen Nachrichten-Portale wie Watson gelästert wird, bin auch ich gerne dabei. Aber zwischendurch schaue ich auch gerne rein, denn wer weiss, ob sich doch etwas interessantes findet. Beim Thema „Essen und trinken“ kann ich sowieso nicht wiederstehen und so las ich den Artikel über Menus, die unsere Kinder vielleicht nicht mehr kennen, recht aufmerksam.
Nicht weniger als 25 Gerichte sollen ausgestorben sein. Ich habe ein paar Sachen rausgepflückt und kommentiere sie:
Riz Casimir
Eine Erfindung von Mövenpick. Mache ich mir vielleicht noch einmal im Jahr mit Fruchtsalat aus der Büchse und einem Curry, das nicht nur gelb ist. Schon lange nicht mehr gemacht habe ich Risi-Bisi und Tomatenreis, welche im Artikel auch erwähnt werden.
Pastetli
Das gibt es bei mir regelmässig. Mit der Pastetlifüllung aus der Migros, wobei ich häufig Kalbsbrätkügeli und Champignons dazu füge. Als Gemüse gibt es, wie im Artikel bebildert, Erbs und Rüebli.
Toast Hawaii
Eine einfache und schnelle Leckerei. Alles, das Toastbrot, die Käse-, die Schinken- und die Ananascheiben kann man fertig kaufen. Wenn man den Ofen nicht bemühen will, geht auch die Mikrowelle.

Zum Beweis, wie einfach es ist, habe ich nur für diesen Artikel das Abendessen umdisponiert. Für den Rotton sorgt etwas Paprika. Das habe ich lieber, als Herzkirschen.
Kutteln, Rindszunge
Innereien sind immer ein Thema. Hier und Heute, wo sich viele das „bessere“ Fleisch leisten können, wandern die Innereien eher ins Tierfutter. Ich mag das Zeug, auch Leber.
Gefüllte Sülzli
Pasteten und Terrinen sind ja auch nicht viel anderes. Sie selbst zu machen, ist halt doch einiger Aufwand. Ich habe es auch erst einmal versucht um einer Vegetarierin ein Gemüse-Terrine (mit Agar-Agar) zu servieren.
Fotzelschnitte
Habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gemacht. Dabei – so eine Fotzelschnitte mit Zimtzucker oder Rhabarberkompott oder frischen Erdbeeren ist einfach etwas Gutes.
Blancmanger
Da musste ich zuerst nachschauen, was es ist. Aussehen tut es wie Griesspudding und ist auch etwas ähnliches, aber mit Mandeln. Und mit viel Gelatine. Da bleibe ich beim Griesspudding – mit Rosinen natürlich.

Hier der ganze Artikel.

7 Samstag
Eigentlich dachte ich an eine kleine Wanderung am Pfingstsamstag. Da der Wetterbericht aber grosse Hitze versprach, disponierte ich auf kleine Etappen in klimatisierten Wagen um. Bahnreisen, also.
Zuerst wollte ich aber den Thuner Sommermarkt besuchen, denn meine Brauerkollegen vom THC hatten dort einen Stand, zusammen mit dem Erzbierschof. So konnte man auf dem Rathausplatz für einmal regionales Handwerk auch trinken. Für’s essen sorgte die Hotelfachschule mit diversen Angeboten wie Suppe, Salat oder Sandwiches. Am begehrtesten war aber die typische Chilbispeise, die Bratwurst.
Dann verliess ich Thun um weiter nach Downtown Switzerland zu fahren. Ja, die mit dem Hafenkram, äh, -kran.  Ich habe mir das Ding angeschaut, mich daruntergestellt und darauf gewartet, dass der Duft der grossen, weiten Welt mich umwehe. Den habe ich dann aber doch eher beim Volk am Utoquai verspührt, wo allerlei fremde Sprachen wie Englisch, Spanisch und Züridütsch zu hören waren. Ich spazierte bis zum Zürichhorn, wo ich das Schiff nahm, um zurückzufahren. Die Endstation des Schiffsverkehrs heisst nicht etwas Zurich-Harbour, sondern ganz schnöde Bürkliplatz.

An diesem Hafen, ohne Kran aber mit Tramstation, machte mich wieder auf den Heimweg und zu Hause stellte ich fest, dass mein Kopf schön rot leuchtete und das ganz ohne Alkohol. Gut blieb ich am Sonntag im Haus.

22 Sonntag

Dass ich zur Zeit nicht genau weiss, wo der Weg durch geht, habe ich ja schon angetönt. Am Samstag hingegen, als ich an dieser Verzweigung stand, war die Richtung klar (nach rechts). Ich habe mir vorgenommen, entlang der RBS-Linie Bern-Solothurn zu wandern. Ab Jegenstorf, wo dieser Baum steht, nach Solothurn. Ich habe mich allerdings etwas überschätzt und schon nach zweieinhalb Stunden die Wanderung in Bätterkinden beendet.
Ich plane aber schon einen zweiten Versuch, aber diesmal nicht zu Fuss. Ich habe mein Klapprad aus dem Keller geholt, abgestaubt und gepumpt. Für eine „Wanderung“ im Flachland drängt sich dies ja fast auf und weil ich mein Klapprad auch in einer Tasche verstauen kann, kann ich es als Gepäckstück im Zug mitnehmen.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Der Mai 2014

2 Freitag - Der 20. Geburtstag

11 Samstag
Es war eine umtriebige Woche. So musste ich am Freitag Abend den Stammtisch unterbrechen, um an eine Sitzung zu gehen. Zum Glück war diese fast nebenan, d.h. in der Spiezer Bucht. Als ich wieder hinaufmarschierte, bot sich mir dieses Bild:


Bucht „by night“. Die Lichter unten rechts gehören zur Rutschbahn des Schwimmbads. Dieses ist zwar noch nicht offen, aber anscheinend trainiert bereits der Schwimmklub dort.
Am Samstag absolvierte ich den Altstadt-GP mit zufriedenstellendem Resultat und am Sonntag schliesslich leitete ich das Thuner Volksschachturnier, welches unser Klub organisiert. Und der ESC war auch noch. Genug Stoff also für weitere Artikel. Für’s Erste bin ich aber einfach froh, dass jetzt eine normale Woche folgt.

Der ESC und der Phoenix
Der Phoenix ist ein mystischer Vogel, der verbrannte und aus seiner Asche wiederauferstand. Tom aus Oesterreich ist zwar nicht gerade verbrannt, aber er ist durch die Feuer einiger Castingshows gegangen um schliesslich als Conchita aufzuerstehen und im diesjährigen ESC als Siegerin zum Höhenflug anzusetzen. Wie dieser Flug wird, werden wir noch sehen.
Es ist ein Sieg von Toleranz und Freiheit, sagt er, pardon, sie und viele haben in diese Worte eingestimmt. Manche von Herzen, andere wohl eher aus Opportunismus. Diesen Sieg hätte man ja schon 2007 beim Lesben-Song von Marija Šerifović oder, mit Einschränkung, auch 1998 mit Dana International feiern können. Aber an Serbien hing immer noch bisschen die Kriegsschuld und positives über Israel zu sagen ist in vielen Kreisen nicht opportun.
Dieses Jahr war die Konstellation aber speziell. Im Osten gibt es nämlich einen Macho-Zaren dem man unbedingt eines auswischen musste. Und wie kann man das besser, als in dem man einen als Frau verkleideten Homosexuellen auf den Olymp hebt. Der ESC war schon immer nur in den Träumen der Eurovisions-Manager unpolitisch. Die Politik spielte immer mit und dieses Jahr besonders. Die Russinnen wurden ausgebuht, die Ukrainerin heftig beklatscht und der Phoenix frenetisch gefeiert.
Aber bei alledem sei nicht vergessen: Conchita Wurst war gut. Die Präsenz, die Stimme, das Lied – alles perfekt und im besten Sinne konservativ. Einfach da stehen und singen, ohne Ballet, ohne Akrobaten, ohne verrückte Requisiten (abgesehen von der Lightshow der Bühnentechnik). Ein Konzept das dieses Jahr gut honoriert wurde, denn auch die Plätze zwei bis vier mit den Niederländern (deren Lied mir am besten gefällt), der Schwedin und dem Armenier wurden so errungen.
Mein Fazit ist darum positiv. Nicht zuletzt auch wegen dem dreizehnten Platz des Schweizers. Wie es mit Conchita, Oesterreich, Freiheit und Toleranz weitergeht, werden wir sehen.


Breaking News
Breaking News, auf deutsch Eilmeldung, ist eine journalistische Nachricht, die eine derart hohe Relevanz besitzt, dass eine reguläre Nachrichtensendung in Radio oder TV nicht abgewartet werden kann und darum das laufende Programm unterbrochen wird, sagt Wikipedia.
Was wären solche relevanten Ereignisse? Eine Naturkatastrophe vielleicht, oder ein lange erwartetes Gerichtsurtei, oder etwas, was den Hörer unmittelbar betrifft, wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn oder eine Sirenenalarm. Letzteres ist glücklicherweise meist ein Fehlalarm. Und genau das sind heutzutage meist auch die „Breaking News“.
Dazu eine Geschichte: Es war an einem Sonntag im Jahre 2009. Am Tag zuvor war eine Air France Maschine von Brasilien her kommend verschwunden, also wahrscheinlich abgestürzt. Ich stellte den Computer an, um auf dem Schawinski-Sender Radio 1 eine Interviewsendung mit ebendiesem anzuhören. Kurz vor elf ertönte das Breaking-News-Signet. „Wir schalten in unsere News-Redaktion“, verkündete der Moderator. (Vermutlich ins Büro nebenan…) Dann erklärte der angesprochene News-Redaktor, dass soeben die Pressekonferenz der Air France zu Ende gegangen sei. Leider habe Air France noch keine neuen Erkenntnisse zur verschwundenen Maschine, sagte er. Wiederum wurde das Breaking-News-Signet eingespielt und der Moderator bedankte sich bei seinem Kollegen.
In meinen Augen (oder Ohren) erlebte ich da eine Karikatur von Breaking News. Erstens waren es gar keine News, denn man hatte ja keine neuen Erkenntnisse. Zweitens war das Breaking nur wenige Minuten vor den regulären Nachrichten überflüssig. Drittens gab es gar keine laufende Sendung zu unterbrechen, denn das Programm von Radio 1 ist, wie bei den meisten Sendern, ein permanentes Magazin mit Musik und Wortbeiträgen. Eine unaufgeregte Mitteilung des Moderators mit Verweis auf die folgenden Nachrichten hätte gereicht.
Der Wunsch nach Unaufgeregtheit ist aber wohl der eines Medienkonsumenten von gestern, wie ich einer bin. Radio, TV und Internetportale bieten sich ein Wettrennen, wer zuerst die neueste Meldung über ein Nicht-Ereignis bringen kann und „breaken“ was das Zeug hält. Wobei, so gestrig ist meine Ansicht vielleicht doch nicht. Auf Twitter jedenfalls spotten auch Junge gerne über diese News-Manie und verkünden gerade die banalsten Sachen wie „Kaffee ist fertig“ oder „es regnet schon wieder“ mit einem „BREAKING“ vorne dran. 


26 Montag

Dieses Plakat kommt wie gerufen um jemandem, der nicht Dialekt spricht, die Namen unserer Haupt- und Nebenmahlzeiten zu lehren. Alle mitsingen: Zum ZMorge, zum ZNüni, zum ZMittag, zum ZVieri, zum ZNacht … 

 

Dienstag, 1. April 2014

Der April 2014

Wie man sich bettet, so liegt man und wie man sich darstellt, wird man gesehen. Nicht gesehen, so bin ich mir relativ sicher, wird meine Fotoalbum auf Flickr. Ich selbst schaue auch wenig rein, um zu sehen, was andere zeigen. Darum plane ich Flickr nicht mehr weiter zu bedienen und auch ein bisschen auszumisten. So werde ich Bilder – neue und alte – hier im Blog zeigen, was diesen ja auch lebendiger macht. Hierbei braucht es dann auch keine grossen Geschichten dazu, nur eine kleine Bildlegende. Hier gleich ein Bild von heute Nachmittag:
Es gibt ja ganze Blogs, die nur grässliche Namen von Coiffeurgeschäften behandeln. Dieses Geschäft in Thun besänftigt den Betrachter mit einer gelungenen Graffiti.
DSC00489 
Bild muss noch ersetzt werden!
Dieses Bild ist schon fünf Jahre alt, aber das sieht man ihm nicht an, denn das Denkmal in der Berner Nydegg ist ja noch viel älter. Das Bärchen als Butler hat mich einfach fasziniert – ich möchte auch einen!

13 Sonntag
Nun ja, eigentlich müsste es heissen: „Beim Ausmisten Herrn Einstein angetroffen“, respektive ein Zitat von ihm. Das Buch, wegen dessen ich im Keller war, habe ich zwar nicht gefunden, aber eine Kiste voller alter Uni-Scripte. Dreissig Jahre waren die alt und ich habe sie wohl nur ein einziges Mal wieder berührt: Bei der Züglete vor zwanzig Jahren. Zeit also, die Sachen endlich zu entsorgen. Aber man entsorgt natürlich keine Schriftsachen ohne sie noch ein letztes Mal durchzublättern.

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
Man könnte dieses Zitat gut als Leitgedanken des Lehrer-Seins betrachten. Er soll sich sein Staunen und seine Neugier erhalten und diese Haltung weitergeben. Alles andere ist Technik – oder eben, Didaktik.
Diese und die vielen anderen Papiere werden bald ihren Heizwert von sich geben. Der Inhalt aber bleibt, nicht zuletzt auch dank dem Internet, erhalten.
Wahnsinn, was ich damals am Sekundarlehramt alles gelernt habe. Gelernt, es zu lehren, was in dieser Form nie geschehen ist. Im Order „Physik-Didaktik“ fand ich also den Herrn Einstein.

16 Mittwoch
Mein Nachbar J. und ich, beide Aktionäre bei Burgdorfer Bier, haben die Einladung zur GV bekommen. Da ist uns die spezielle Frankierung aufgefallen:

Der Burgdorfer Versandverantwortliche schein noch einen grossen Fundus an Briefmarken aus den 70er Jahren zu haben. Witzigerweise hat er damit die gleiche Macke, wie der Präsident meines Schachklubs. Auch der klebt die Couverts mit den Klubmitteilungen jeweils mit Marken aus diversen Jahrzehnten voll.
Ja, die Schweizer Briefmarken halten – wie auch der Franken – ihren Wert.

23 Mittwoch
Zu den Büchern von Andreas Altmann habe ich mich schon öfters positiv geäussert.
Das bleibt auch bei diesem Buch so. Diesmal geht es um eine Meditations-Retraite in Indien. Eine von etlichen, die er schon besucht hat, aber die, die ihn am meisten überzeugt hat.
Es ist etwas paradox, dass er über eine Woche, bei der es darum geht, an nichts zu denken, ein Buch schreiben konnte. Aber das zeigt gerade, wie schwierig das ist. So erzählt er, was ihm so alles durch den Kopf ging, zwischen den Momenten, in denen er tatsächlich frei von Gedanken war. Die Meditation präsentiert sich so, wie ein permanenter Tagtraum, in dem das Leben aufgeräumt wird. Meditation bis zur Auflösung des Egos, wäre das Ziel. Aber dem verweigert sich Altmann, trotz des Vorsatzes, sich auf alles einzulassen. Dazu ist er eben zu fest Europäer und Individualist (und das wäre ich auch).
Das Buch beginnt und endet mit der Erklärung des Titels. Es geht nicht um einen Mordaufruf – der ja auch unsinnig wäre, ist Buddha doch schon seit zweieinhalbtausend Jahren tot. Es ist ein Aufruf, sich von jeder Art von Lehrer oder Guru zu emanzipieren, gleich wer. Heisse er nun Buddha oder Christoph, sei er lebendig oder längst tot.

Télévision française
Seit ich kein französisches Fernsehen mehr schaue, resp. wegen der vielen deutschsprachigen Angebote nicht mehr dazu motiviert bin, ist Arte meine fast einzige Verbindung zum französischen Fernseh- und Filmschaffen.
Aber zugegeben, mein Interesse ist vor allem nostalgischer Art. So auch vor zwei Wochen, als am Samstag Abend eine Doku mit dem Titel „Il est minuit, Paris s’éveille“ lief. Es ging um die Chanson-Szene der späten fünfziger Jahre. Um den Wettstreit der Lokale am linken und am rechten Seineufer und die Entwicklung der bekannten Sänger wie Jean Ferrat, Charles Aznavour, Juliette Gréco oder Serge Gainsbourg. Gerade letzterer war interessant, weil er den Niedergang der Szene in den sechziger Jahren überstanden und die moderne französische Popmusik mitgestaltet hat.
Der Titel der Sendung ist natürlich eine Anspielung auf dieses Lied von Jacques Dutronc

Gleich weiter nostalgisch ging es in der Folgewoche mit dem Film „Les choses de la vie“ mit Romy Schneider und Michel Piccoli. Den habe ich zwar nicht geschaut, aber ich habe mich an die Gym-Zeit erinnert. Unsere Französischlehrerin hat die ganze Klasse eingeladen, den Film im Fernsehen zu schauen. Im ersten französischen Programm, das damals nur mit Mehrnormengeräten empfangbar war. Der Sender hiess damals schon tf1, war aber noch nicht privatisiert. Die Handlung des Film habe ich vergessen, aber an die Ansagerin kann ich mich noch gut erinnern. Ich erklärte einem Kollegen, sie erinnere mich an ein nasses Eichhörnchen, was ihm ein sehr absonderlicher Vergleich schien.
Besagte Ansagerin heisst Denise Fabre. Aber eigentlich ging es ja um den Film Die Dinge des Lebens.


Samstag, 1. März 2014

Der Marz 2014

Wenn Nachbar J. Geburtstag hat, braut er ein Extra-Bier und lädt zur Brötli-Party. Sechs Platten voll. Alle sorgfältig gelegt und keines wie das andere. So kennen wir ihn.

19 Mittwoch
Zurück von der Fastenwoche: ich bin wieder da und überhaupt nicht verhungert. Wie die Fastenwoche verlief, darüber gibt es bald mehr zu lesen. Vorerst dies:

Bei der Anreise hatte ich in Bregenz noch eine Stunde übrig bis der Hotelbus kam. So spazierte ich noch etwas der Uferpromenade entlang, wo auch die berühmte Seebühne steht. Die Zauberflöte steht auf dem Programm.

24 Montag
Wenn man Ferien hat, hat man Zeit für viele schöne Dinge. Die Steuererklärung, zum Beispiel, oder die Wahlen im Kanton Bern.
So habe ich denn mein Wahlmaterial gesichtet und schon mal das meiste aussortiert. Dann habe ich Smartvote aufgerufen und dort die 60 aktuellen Fragen beantwortet und war gespannt auf die Auswertung. Ich hatte bereits an die Grünliberalen gedacht und tatsächlich: 7 der 16 besten Plätze ging an die GLP. Weiter 4 SP, 1 Grün und überraschenderweise auch 4 FDP. Ein bisschen Bauchweh machen mir ja die Listenverbindungen der GLP. Mit der EVP geht es ja noch, aber die EDU geht mir klar gegen den Strich.
Nun – ich habe doch die Listennummer der GLP eingesetzt und dazu die beiden besten und den Kandidaten aus dem Dorf, der nur auf Platz 19 war, doppelt aufgeschrieben. Dazu noch zwei von der SP, denn ein bisschen panaschieren gehört einfach dazu.
Und beim Regierungsrat? Da nahm ich die vier bisherigen des links-grünen Blocks. Die leeren Zeilen füllte ich mit den Kandidaten von GLP und EVP und dann noch… Gerne hätte ich den wilden Kandidaten aus Biel gesetzt, aber auf seiner Homepage wird klar, dass er Verschwörungstheoretiker ist – so liess ich die letzte Linie leer.
Die Smartspider, die grafische Darstellung der Auswertung meiner Antworten zeigt, dass ich in vielem zurückhaltender geworden bin. Klar eine Alterserscheinung, kommt einem da wohl als erstes in den Sinn. Aber natürlich hat das auch charakterliche Gründe: Ein „eher ja“ oder „eher nein“ geht mir leichter, als eine absolute Antwort. Solche habe ich aber doch in Sachen „Liberale Gesellschaft“ abgegeben, da bin ich fast auf 100%.
Soweit meine politischer Striptease für dieses Wahljahr. Wer meine wenigen politischen Artikel gelesen hat, wird aber kaum überrascht sein.