Freitag, 1. April 2016

Der April 2016

4 Montag
Es ist eine sehr attraktive Wohnlage in Thun. Nur wenige hundert Meter ins Stadtzentrum und zum Bahnhof. Ein Kino gleich integriert und das legendäre Musiklokal Mokka auf der anderen Strassenseite. Beides auch Lärmquellen, aber bei gut isolierten Fenstern sicher kein Problem.
Doch eines gibt mir zu denken: die Balkone. Die Ingenieure werden sicher die Belastung gut ausgerechnet haben, aber mich brächte man da kaum raus. Da bekomme ich sofort weiche Knie.

7 Donnerstag
Ah, wieder mal Option Musique…Sie spielten Stück von Yma Sumac gestern Nachmittag. Es ist schon längere Zeit her, als ich – auch im Radio – diese ausserordentliche Sängerin hörte. Ihren Namen hatte ich damals vergessen, jetzt aber merke ich ihn mir.

14 Donnerstag
Der deutsche Justizminister will sexistische Werbung verbieten. Nachdem er schon daran ist, das Internet zu zensurieren, wird er jetzt von Kommentatoren „Verbotsminister“ genannt.
Unter sexistisch verstehen die meisten nur, was auf irgendeine Weise gegen Frauen gerichtet ist. An Männer denkt man nur selten. Das zeigt auch dieses Plakat der BLS:
Zugegeben, um hier etwas männerfeindliches zu finden, muss man schon genau hinschauen: Drei Personen, alles Männer, werden in lächerlichen Positionen gezeigt. Einen Ruderer, der sich furchtbar anstrengt, während seinen Passagierin lächelnd in die Umgebung schaut, einen Heuer, der von einer Ziege in den Hintern gebissen wird und einen Familienvater, dem gerade die Wanderkarte aus den Händen geweht wird, während seine Familie keine Notiz davon nimmt.
Ok, nehmen wir’s leicht. Selbstbewusste Männer habe kein Problem damit, wenn man sich über sie lustig macht. Selbstbewusste Frauen auch nicht.

17 Sonntag
Auch wenn ich gerne über diese Listen mit 10, 15, 100 Tipps was man tun oder lassen soll spotte, lese ich doch ab und zu eine. Diese hier gefiel mir auch:
11 Fehler auf Städtereisen
Dieser Artikel richtet sich zwar an 20jährige, aber ich kann durchaus auch etwas damit anfangen und kommentiere sie hier:
Feiern gehen, obwohl man kaputt ist.
Wie hiess der Spruch noch? „Schlafen kann man, wenn man tot ist.“ Aber sich tot feiern ist eben auch nicht das Wahre, vor allem nicht in den Ferien. Mass halten ist auch in anderen Punkten noch das Thema.
Ohne Plan nach Restaurants suchen.
Das ist auch für mich ein Thema. Kaum eine Städtereise, in der ich nicht schon ein schlechtes Restaurant erwischt habe oder, wie beschrieben, aus reiner Not beim Hamburgerbrater gelandet bin.
Im Winter gen Norden fliegen.
Ach was! Museen und Konzerte besuchen kann man natürlich immer. Und ein paar Stunden hält man es im Winter draussen aus.
In Läden einkaufen, die es auch zuhause gibt.
An Shopping denke ich bei Ferien sowieso nicht. Mit einer Ausnahme vielleicht: Am letzten Tag besorge ich mir noch ein paar Bierchen, die ich als Souvenir mit nach Hause nehme.
Sightseeing, obwohl man keinen Bock hat.
Ähniich wie der erste Punkt. Sich nicht zuviel vornehmen oder auch mal auf etwas verzichten, wenn es zuviel wird. Ja, das fällt mir schwer.
Mehr als fünf Kleidungsstücke mitnehmen.
Oder einfach genau so viel, wie in den Koffer passt, aber Platz für die Bierchen frei halten.
Klischeefotos.
Der Eiffelturm, das  Brandenburger Tor, das Kollosseum nicht fotografieren? Nein, diesen Ratschlag halte ich nicht ein. Ich will mein eigenes Bild und wenn es das 7378221ste ist.
Nicht allen unter die Nase reiben.
Per Social Media quasi eine Life-Reportage auf Instagramm veranstalten. Da halte ich mich auch zurück. Am Abend im Hotel ein Bildchen auf Facebook genügt.
Bei Freunden pennen.
Hätte es vor 30 Jahren schon Couch-Surfing gegeben, hätte ich es sicher auch ausprobiert. Heute ziehe ich das Hotel oder die Ferienwohnung vor.
Sich vornehmen, eine gute Zeit zu haben.
Wo du auch hingehst, nimmst du immer auch dich mit. Darum nicht erwarten, dass Ferien das Leben verändern. Geniessen reicht.
Zum dritten Mal in dieselbe Stadt fahren.
Ein Rat, den ich einem U30 auch geben würde. Später aber wird es sogar reizvoll, zu erforschen, was sich in den letzten 10 oder 20 Jahren in einer Stadt geändert hat. Berlin ist ein besonders gutes Beispiel dafür.

20 Mittwoch
Nach dem Essen mit A. noch einen Spaziergang machen…
Erst durch die Altstadt, dann noch zum Rosengarten. Dieser ehemalige Friedhof ist ja heute die Aussichtsterrasse für die Sicht auf die Berner Altstadt.
Vor der Terrassenmauer hat es auch einen Weg und den ging ich entlang, als mir die Idee kam, Münster und Altstadt einmal mit Beigemüse, sprich Bäumen, zu fotografieren. Aber als ich stehen blieb, schimpfte eine Frau, die auf einem Bank sass, weil ich ihr in der Aussicht stand. Erstaunt ging ich weiter und machte das Bild dann von oberhalb der Mauer.

23 Samstag
Schon meine Grossmutter nutzte ihr GA, um mit einer Freundin auf Kaffee und Kuchen an den Bodensee, nach Romanshorn, zu fahren. Ich fahre gerne mal nach Kreuzlingen und Konstanz.
Es kann ja auch Bier und Currywurst sein.
Vorher tat ich aber etwas, was ich mir schon länger vorgenommen hatte: Ich stieg in Kreuzlingen-Bernrain aus, bei der Schokoladefabrik. Nicht der Schokolade wegen, sondern weil man von dort eine schöne Aussicht hat und gemütlich durch die Quartiere hinunterspazieren kann. Hierbei leistete ich mir noch einen Umweg, denn ich wollte mir das Haus anschauen, in welchem mein Vater aufgewachsen war und in dem sein Bruder mit seiner Frau bis an sein Lebensende wohnte. Es steht noch – renoviert, aber sonst fast wie früher. Ich stand nur kurz davor, denn ich wollte nicht auffallen und ging wieder zur Hauptstrasse um dem Bus nach Konstanz zu nehmen. Seit fast fünfzig Jahren fuhr ich wieder mit dem „roten Arnold„, wie meine Tante sagte.
Der Konstanzer Bus, der die Stadt im Halbstundentakt mit Kreuzlingen verbindet, hält am Zoll. Der Grenzübergang ist aber für Autos geschlossen und der Bus schwenkt auf eine Nebenstrasse, wo er ferngesteuert einige Poller versenkt und so zum Bahnhof Konstanz fährt. Dort stieg ich aus, um etwas durch die Stadt zu flanieren. An diesem schonen Nachmittag waren die Gassen ziemlich voll. Voller Schweizer Einkaufstouristen.
Ich plante in der Brauerei Johann Albrecht eine Kleinigkeit zu essen und natürlich ein Bier zu trinken. Ich war vor Jahren dort mit einer Freundin und ass damals eine Schweinshaxe. Nur ich – sie, die Vegetarierien, schaute mir mit gespieltem Entsetzen bei einem Salat zu.
Dort angekommen entschied ich mich anders. Lieber wollte ich mich an die Strandpromenade setzen, als in ein Restaurant. Ich ging zurück und, weil ich an der Kathedrale vorbeikam, ging ich kurz hinein. Wie in allen katholischen Kirchen, gibt es auch dort viele Altäre, vor denen man eine Kerze anzünden kann. Ich habe das noch nie getan, aber als ich diesen Altar sah, tat ich es.

Warum ausgerechnet hier?
Das Altarbild zeigt für einmal keine Pietà, sondern die Begegnung des auferstanden Jesus mit dem Jünger Thomas.
Thomas hatte gemäss Evangelium das Pech, die Erscheinung des Auferstandenen bei seinen Jüngern zu verpassen und glaubte seinen Kollegen nicht, was sie ihm erzählten. So erschien Jesus ein zweites Mal und forderte ungläubigen Thomas ihn auch zu berühren. So konnte er auch ihn überzeugen. Thomas ist somit das Sinnbild für jene, die nur glauben, was sie mit eigenen Sinnen wahrnehmen.
Ich bin meist auch so ein Ungläubiger und sehe fantastische Geschichten, die mir erzählt werden, skeptisch. Möglichst diplomatisch versuche ich dann, Beweise nachzufordern. Wenn es sich um Geschichten aus zweiter Hand handelt, sage ich meist: „Beurteilen kann ich nur, was ich selbst sehe oder erlebe“. Bei obiger Sache war ich übrigens auch nicht dabei.


Freitag, 18. März 2016

Museumsnacht 2016

Endlich einmal an die Museumsnacht gehen, habe ich mir vorgenommen. Glücklicherweise hatte A. dieselbe Idee und so gingen wir zu zweit. Punkt 18 Uhr standen wir vor dem Bundeshaus an und mussten bereits eine halbe Stunde warten, konnten aber dafür die Oldtimerparade schauen.
Dann konnten wir endlich hinein und die diversen Palastgemächer – pardon – die Sitzungs- und Konferenzzimmer und natürlich den Ständerats- und den Nationalratssaal besichtigen.
Hungrig geworden, genossen wir ein Sandwich und betrachteten die Kuppel mit den nach wie vor nur 22 Kantonswappen.
Nach einem Besuch im Museum für Kommunikation, wo wir uns u.a. mit dem Thema Alter befassten, zogen wir weiter in Paul-Klee-Zentrum. Dort wurden wir gleich noch einmal mit dem Thema Alter konfrontiert, nämlich in der Sonderausstellung für chinesische Kunst: schlafende Greise (lebensechte Figuren) in Rollstühlen.
Bilder von Klee sahen wir auch. Bilder zum Thema Bewegung. Tänzer, Wanderer, Fische und andere Figuren.
Den Titel dieses Bildes weiss ich nicht mehr, ich nenne es einfach: Das Haar in der Suppe. Wollten wir ein solches bei der Museumsnacht finden, wäre es wohl die reine Grösse. Für 25 Franken zwanzig Museen besuchen, tönt ja sehr verlockend, aber mehr als vier oder fünf schafft man in acht Stunden kaum, wenn man die Ausstellungen einigermassen aufmerksam anschaut.
Wir gingen noch einmal zum Helvetiaplatz ins historische Museum und schauten uns dort noch die Einstein-Ausstellung an. Um Mitternacht waren wir müde genug und überliessen das Feld den Nachtschwärmern.

Dienstag, 1. März 2016

Der März 2016

3 Donnerstag
„Das ist doch kein Wit“, sagte D. zu J. am Brauerstamm. „Na ja“, gab der Angesprochene zu, „es ist keine Wit-Hefe drin“. So ist das: „Wit“, also belgisches Weissbier, ist doch recht klar definiert und der Bierliebhaber merkt da schnell, dass etwas nicht stimmt.
Eindeutig weiss ist hingegen dies:
So sah der Donnerstag morgen direkt vor der Haustür aus. Die ganze Nacht hatte es geschneit und … es begann schon bald wieder. Jetzt, um 15 Uhr, wo ich den Artikel schreibe, schneit es immer noch. Darum habe ich spontan beschlossen zuhause zu bleiben. Das kann man ja, als Pensionierter …

9 Mittwoch
Da war ich heute mit A. Mittagessen und habe ihn auch wieder nach Worblaufen zurückbegleitet. Ich beschloss zu Fuss in die Stadt zurück zu gehen. Der Weg führte mich über das Rossfeld, wo schon die Römer waren.
Ein kleines Theater zeugt davon, dass es hier wohl an nichts fehlte. Auch die Kelten wohnten gerne auf der Engehalbinsel, denn die Aare bildet auf drei Seiten einen natürlichen Schutz.
Das Tiefenauquartier ist ein recht schönes Wohnquartier, gut erschlossen und, je nach Gebäude, mit Aareblick. Nun, beim Blick auf die Aare sieht man auch ein Viadukt, das nicht von den Römern stammt.
Dieses Viadukt hatte einst eine Rolle in der Verfilmung von „Der Richter und sein Henker“, wo ein Protagonist über die noch halbe Brücke in den Tod rast.
Ich raste zum Glück nicht, sondern spazierte gemütlich zum Bahnhof.

12 Samstag
Heute war mir wieder nach spazieren zu Mute und so suchte ich einen ehemaligen Arbeitsplatz auf. Hier ist er:
 Das ist nicht der Arbeitsplatz. Der war in diesem knapp sichtbaren lachsfarbenen Gebäude rechts der Bildmitte. Das eigentliche Ziel des Spazierganges war der Egelsee. Ja, Bern hat einen See. Er zwar ist in wenigen Minuten umrundet, aber deshalb auch ideal für einen Verdauungsspaziergang nach dem Mittagessen, bevor man ins Büro zurückkehrt.
Ich arbeitete nur etwa zwei Jahre dort und in diesem Team, aber es ist genau dieses Team, das sich jedes Jahr einmal zum Essen trifft. Damals assen wir mittags mal im Büro, mal leisteten wir uns einen Ausbruch und fuhren auf die Moosegg, nach Chuderhüsi und einmal gar nach Murten. Meistens aber gingen wir ins Migros-Restaurant am Freudenbergerplatz.
Seither wurden das Restaurant und die Läden mindestens zwei mal renoviert. Was sich nicht geändert hat, ist, dass Migros und Coop unmittelbar nebeneinander sind. Ich weiss nicht, ob es in der Schweiz noch ein anderes Einkaufszentrum gibt, wo das der Fall ist.

14 Montag
Da finde ich heute im Migros-Magazin einen „alten Bekannten“.
 Wobei es etwas übertrieben ist, wenn ich ihn als Bekannten bezeichne, denn ich habe ihn noch nie persönlich getroffen. Ich gehöre zu seinen über sechseinhalbtausend Folgern auf Twitter. Mir gefällt seine leicht zynische Art, allerlei Themen, ob Alltag oder Politik, zu kommentieren. Als ehem. Gerichtskorrespondent ist natürlich die Rechtssprechung häufig sein Thema. Einige Beispiele sind im Artikel nachzulesen, so z.B.: “ Die Justiz leidet nicht an Realitätsverlust. Sie geniesst ihn“.
Ich finde, dieser Spruch trifft auch auf Twitter und die anderen Social Media zu.

16 Mittwoch

Der Tag begann damit, dass ich nach Oberdiessbach in die Garage fuhr, weil sich die Bremsen nicht mehr richtig lösten und pfiffen und stanken. Kaum dort, ruft mich A. an, mit dem ich zum Mittagessen abgemacht habe, und meldet sich krank. So fahre ich mit dem Zug nach Bern und dort kommt mir die Eingebung: Warum nicht wieder mal bei Ikea essen.
Gesagt getan – und nebenbei natürlich auch ein bisschen Möbel angeschaut. Da hat es tatsächlich Stühle, die sehr gut zu meinem Tisch passen würden. Besser als die Metallstühle jetzt. Es riecht nach einer zweiten Ikea-Exkursion.

28 Montag
Raus am Ostersonntag. Wohin? Hierhin:

Die Habsburg – ja, auch die späteren Herrscher eines Weltreiches haben klein angefangen. Wobei mit diesem Turmgebäude nur noch einen Drittel der ursprünglichen Burg besteht. Vom meisten gibt es nur noch Fundamente.
Im Turm gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Habsburger, die einst aus dem Elsass einwanderten, den Namen ihres neuen Sitzes im Aargau annahmen und später aus diesem vertrieben wurden. Hätten sich die ersten Schweizer für eine Monarchie ausgesprochen, hätten wir vielleicht heute noch ein habsburgisches Königshaus.
Das Dorf Habsburg selbst ist ein Bauerndorf, das sich in ein Einfamilienhausquartier verwandelt hat. Jede Stunde fährt ein Postauto und in 40 Minuten (abwärts) ist man auch zu Fuss in Brugg. Letzteres unternahm ich auch, denn ich wollte unterwegs noch hier Halt machen:
Das Amphitheater von Vindonissa. Ich beschränkte mich darauf, einmal darum herum zu spazieren. Die Spuren der Römer hier genauer anzuschauen, spare ich mir für ein andermal. Per Twitter wurde mir bereits empfohlen, den Legionärsweg zu machen.



Montag, 1. Februar 2016

Der Februar 2016

8 Montag
Freunde zu haben, ist sowieso ein Privileg. Und letzten Samstag hatte ich das Privileg mit A. und zehn weiteren Privilegierten solchen Konfekt zu geniessen.

Es ging natürlich nicht (nur) ums Essen, wie der Prospekt auf dem Bild zeigt. A. hatte in einem Fan-Wettbewerb einen Matchbesuch in einer VIP-Loge gewonnen und hatte beim Einladen auch an mich, einen ausgesprochenen Anti-Fussball-Fan, gedacht. Mit Essen, Trinken und Leckereien zwischendurch – aber auch einem Fussballspiel! Auch ich stand, wie es sich gehört, während des Spiels draussen und schaute zu.
Einen Torschuss konnte ich leider nicht aufnehmen, obwohl es immerhin drei gab. Ein Tor wurde aber nicht anerkannt, so dass der Match 1:1 unentschieden ausging. So eine Loge ist etwas tolles, selbst wenn es nichts zu Essen gäbe. Man kann sich vor und nach dem Match und in der Pause ins Geheizte zurückziehen.

14 Sonntag
Schweden, Dänemark, die Schweiz und Italien entschieden letzte Nacht über ihren Teilnehmer am Eurovision Song Contest 2016. Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ergab sich auch in der Reihenfolge der Kür. Die Schweden waren schon um halb zehn soweit. Die Dänen folgen kurz vor zehn und die Schweiz etwas danach. Die Italiener, die traditionellerweise etwas länger in den Abend leben, liessen sich entsprechend länger Zeit.
Zugegeben, sie begannen auch erst um 21.Uhr und San Remo ist etwas ganz anderes als Kreuzlingen. Ich habe durchgehalten und bis halb zwei geschaut bis der Sieger Feststand: Eine Altherrenband namens Stadio. Die Herren wollen aber nicht an den ESC, haben sie mittlerweile verlauten lassen und die RAI wird dann wohl den zweit- oder den drittplatzierten schicken.
Was denke ich zum Schweizer Beitrag? In meinen Augen, pardon, Ohren ein durchschnittliches Stück, das es vielleicht in den Final schafft, aber dort kaum so gut abschneidet, wie jenes vor zwei Jahren (13. Platz für Sebalter). Den letzten Sieg schafften wir zwar auch mit einer Kanadierin, aber Rykka ist nicht Céline.

15 Montag
Schon wieder ein Selfie!

Der Grund, warum ich mich wieder einmal vor die Linse genommen habe, ist nicht im Bild sichtbar, denn es sich das Gerät selbst. Ich habe mir ein neues Handy, resp. Smartphone geleistet. Ich bin dem iPhone untreu geworden und habe auf Samsung gewechselt. Und da muss natürlich auch die Selfie-Funktion getestet werden. Auf eine neue Qualität! Zumindest der Fotos…


23 Dienstag
So sah die Mise an Place aus:
 Eigentlich sogar eine Pré-Mise-en-Place, denn noch ist nichts ausgepackt, nichts geschnitten. Ich konnte jetzt den ganzen Dienstag Nachmittag in Ruhe damit verbringen, aus diesen Zutaten das geplante Gericht zuzubereiten. Wer genau geschaut hat, hat es sicher erraten – es soll eine Lasagne werden. D.h. sogar zwei. Eine konventionelle mit Hackfleisch und eine Gemüselasagne. Letztere mit Tortilla-Abdeckungen anstatt Lasagne-Nudeln. Sie war dann das alleinige Gericht für die Fleisch verschmähende und für die anderen die Gemüse-Beilage. Für mich zum Beispiel:
 Für’s Kochbuch hätte man die Lasagne wahrscheinlich irgendwie fixiert und mit Glanzspray und Trockeneisdampf präpariert. Aber ich wollte sie schliesslich essen. Sie schmeckte gut und meine Gäste bestätigten es.

Freitag, 1. Januar 2016

Der Januar 2016

1 Freitag
„Wenn Sie via Satellit schauen“, sagte der Moderator auf der ARD, „dann sind Sie etwa 2 Sekunden hintendrein. Vielleicht knallen bei Ihren Nachbarn die Korken früher, als bei Ihnen.“ Ich habe ja noch nie den Korken Punkt zwölf knallen lassen – gestern erst recht nicht.
Ich war bei Nachbarn zum Fondue eingeladen. Wir waren, nicht nur vom Essen,  schon bald müde, so dass wir beschlossen, bereits um elf auf’s neue Jahr anzustossen. Danach gingen alle nach Hause und ich sass um Viertel vor zwölf wieder vor dem Fernseher und konnte obige dringliche Warnung verfolgen.

3 Sonntag
Oh, Schreck, ein Selfie! Aber ich habe ja anfangs Jahr geschrieben, dass ich ein Selfie ab und zu gar nicht so schlecht finde.
Eigentlich bin ich gar nicht der Typ für Jahresrückblicke. Ich schaue mit Be- und Verwunderung auf andere Blogs, wo die Autoren all ihre Bücher, Filme, Musikalben, Konzerte, Messen, Reisen, Familienerlebnisse und natürlich Blogartikel des Jahres Revue passieren lassen und für jede Kategorie eine Top 3 (wenn nicht gar eine Top 10) bilden können.
Dass dies bei mir nicht so ist, liegt auch daran, dass ich kein Thema beruflich verfolge, über das ich bloggen könnte. Ich blogge eher assoziativ und plane kaum. Aber wiederkehrende Themen gibt es natürlich: Essen und Trinken, resp. Kochen und Brauen, Reisen, Lesen, der Alltag und das Bloggen selbst. Seit meine Katze tot ist, ist ein beliebtes Füllthema zu Ende und dasselbe gilt bald auch für den Job. Aber ich denke, mit offenen Augen und Ohren werde ich weiterhin etwas zu schreiben haben.

10 Sonntag
Sich nicht zu verbiegen, wird einem ja gerne in Lebenshilfebücher und ähnlichem geraten. Aber hier geht es nicht ums biegen, sondern ums beugen, ums Verbeugen eben.
Aber erst mal etwas ganz anderes: Am Samstag Abend lief auf SWR ein Porträt vom Caterina Valente. Unter anderem zeigten sie diesen Ausschnitt aus einer Show, wo sie sich mit Ella Fitzgerald messen konnte.
Valentes Karriere begann im meinem Geburtsjahr und sie war einer der Stars, die meine Mutter gerne sah. Mit einer Einschränkung: Caterina Valente hatte die Gewohnheit, sich nach jeder Nummer zum Applaus zu verbeugen. Tief zu verbeugen. Das war meiner Mutter zuwider. Mehr als einmal verwies sie mich auf einen anderen Star – auf Mireille Mathieu. Diese reagierte auch auf brausenden Applaus lediglich mit einem Kopfnicken. So musste es sein, befand meine Mutter: ein Nicken genügt.

18 Montag
Ein guter Vorwand, ein altes Bild mit Katze zu recyclen:
Ich habe beschlossen meinen alt-ehrwürdigen Revox-Receiver (das ist ein Verstärker mit Radio) zu pensionieren. Wobei er nicht Rente bekommt, sondern in die Entsorgung wandert. Als ich vor dreissig Jahren meine Anlage zusammenstellte, war für mich klar, dass das Herzstück aus bestem Hause stammen musste. Er hat mir auch gute Dienste geleistet, aber mit dem Alter leistet er sich auch immer neue Macken. Kaum ein Tag, an dem er sich nicht selbständige um- oder ausschaltet. So wird er bald durch einen Mini-Anlage, die nicht halb so gross, aber doppelt so leistungsfähig ist, ersetzt.

23 Samstag
„Du solltest dir einen Tagesplan machen, damit du nicht nur noch passiv daheim sitzt“. In etwa diesen Worten warnte mich A. vor den Gefahren des Pensionärsdaseins. Nett, wenn sich Freunde so Gedanken um einen machen, aber so schlecht war der Tipp ja nicht. Also tat ich wie geheissen.
Ich unterteilte den Tag in fünf Teile: Morgen, Vormittag, Nachmittag, Vorabend und Abend. Dann legte ich fest, wann welche Tätigkeiten in diesem Raster Platz haben. So vorbereitet öffnete ich eine Excel-Tabelle mit diesen Tageszeiten als Kolonnen und jedem Kalendertag als Zeile. Von Februar bis Mai füllte ich Feld um Feld mit Training, Einkaufen und Essen, mit Hobbies, diversen Stammtischen und Schachabenden. Einen Tag pro Woche will ich für eine Tagesreise frei behalten, wenn ich in Bern bin, will ich dort noch etwas unternehmen und monatliche Anlässe bedingen manchmal die Verschiebungen eines sonst festgeplanten Termins. Je nach Thema gab ich den Feldern noch verschiedene Farben und als ich fertig war, sicherte ich die Tabelle. Dann schaute ich mir die Sache noch einmal genau an, korrigierte ein paar Sachen, schloss die Tabelle und … und … löschte sie.
Der Tagesplan war gut, aber gleich einen Kalender füllen ist Blödsinn. In den Kalender gehören nur diese Termine, die den normalen Ablauf ändern. Für den Rest gibt es das, was ich mir für den Montag Morgen vorgenommen habe – die Wochenplanung.

30 Samstag
Pokale sind bekanntlich Geschmacksache. Aber ein Klub, der eine Klubmeisterschaft durchführt, muss den Sieger ja irgendwie auszeichnen.

So drängt sich ein Pokal auf. Meist handelt es sich um einen Wanderpokal, auch in unserem Schachklub. Als Turnierleiter bin ich für die Gravur zuständig. Nachdem vorletztes Mal der Graveur in Thun krank war und ich es letztes Jahr schlicht vergessen hatte, wollte ich es jetzt besser machen und bin letzten Samstag nach Frutigen gefahren, wo es ein Geschäft für Sporttrophäen hat. Heute konnte ich das Resultat der Arbeit abholen, wobei ich mir die Hinfahrt mit einem viertelstündigen Stau verdienen musste. Glücklicherweise hatte ich genügend Zeit berechnet. Heute Nachmittag an der GV kann ich unserem Seriensieger Reto endlich den gravurmässig aktualisierten Pokal überreichen.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Der Dezember 2015

3 Donnerstag
Le brochet heisst der Hecht. Eine brochette ist hingegen keine Hechtin, sondern ein Spiess.
Seit Jahren bestelle ich an unserem Treffen in der Brasserie Bärengraben die „brochette dijonnaise“ mit „pommes allumettes“. Davor Nüsslersalat und nachher Schokoladetorte. Ganz vorher und ganz nachher ein Weihnachtsbier.
Natürlich sind wir, die einst in der Volksbank (†) zusammengearbeitet haben, einschliesslich der einen Dame, ganz tolle Hechte!

14 Montag
Im Dezember sind ja immer die „Lohnverhandlungen“, d.h. der Chef schlägt vor und der/die Angestellte sagt ja und bekommt Schokolade. Wobei ich in diesen acht Jahre nie Probleme hatte, ja zu sagen, denn die Chefs waren immer grosszügig, wenn man bedenkt, dass wir seit Jahren kaum Inflation hatten. Auch diesmal erhalte ich eine Lohnerhöhung von 1%. Das ist nicht allzuviel und gilt nur noch für einen Monatslohn, denn der Januar ist ja mein letzter. Aber wie sagt das Mäuschen? „S’isch gäng das!“ – Ein paar Bierchen mehr.

15 Dienstag
Manchmal braucht es nur ein Wort und ich erinnere mich an einen Episode von früher. Als ich Jugendschachleiter war und ein Spieler einen Regelverstoss seines Gegners meldete, wollte ich ihn überreden, nachgiebig zu sein. „Mais, sois généreux“, sagte ich ihm. Darauf wollte er aber nicht eingehen. „La générosité ne paye pas!“
Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen, vielleicht ist er heute grosszügiger und teilt die Meinung des Moderators von Option Musique von heute morgen. In welchem Zusammenhang er gerade von Grosszügigkeit sprach, habe ich nicht mitbekommen, wohl aber diesen Satz: „La générosité fait part de la nature humaine“. Genau!

Instagramm 2015
Silvester

Sonntag, 1. November 2015

Der November 2015

11 Mittwoch
Ich ergötze mich immer noch an der Tatsache, dass die Unterländer Biertage in Oberglatt stattfinden, obwohl ich letzten Sonntag schon zum dritten Mal dort war. Aber unabhängig wie es heisst, Hauptsache es gibt gutes Bier dort, so dass sich die dreistündige Anreise lohnt.
Ein weiteres Paradoxon ist, dass wir als erstes bei dem Brauer landen, für den wir nicht so weit reisen müssten – bei Ueli Bösiger aus Burgdorf. Aber er hat immer den Stand beim Eingang. So stimmen wir uns jeweils bei ihm ein und lassen uns von Ursula und Ueli die neuesten Gerüchte aus der Brauerszene berichten.
Dann geht’s aber los. Zum Glück haben mittlerweile fast alle Brauer Probiersets mit 1dl-Bechern, so dass wir bei der Brauerin von Monsterbräu und den Brauern von Schlachthuus-Bräu und Brüllbier von Hell über Weizen, Amber, Stout bis IPA durchprobieren konnten. Bei letzterem gab es auch noch ein im Whisky-Fass gereiftes Whisky-Bier. Als nächstes besuchten wir den nach meiner Meinung schönsten Stand:

Wobei der rustikale Holzverschlag mit Hopfenranken täuscht. Die Ein-Mann-Brauerei heisst „Ahoi“ und hat ein Schiffssteuerrad als Logo. Er hatte kein Probierset und so wählten wir das  zweite, das vierte und das sechste Bier (von links). Erstaunlich, was ein Bierliebhaber und begabter Bastler (er hat die Brauerei grösstenteils selbst gebaut) hinbringt.
Weiter ging es zu St. Laurentius Bräu (der Laurentiusrost ziert das Wappen von Bülach), Nubiabrew (der Brauer stammt aus Äthiopien) und „biervonvier„. Bei letzterem handelt es sich, wie der Name sagt, um vier Brauer, die sich eine Brauanlage teilen und jeder sein Bier nach eigenen Rezepten anbietet.
Einer der Brauer hat auch gebacken:

Bei den vieren erinnerten wir uns daran, dass wir um vier wieder gehen mussten und nur noch eine Stunde Zeit hatten. Also noch ein Abstecher bei Culina, bei dem ich sogar noch eine Flasche Orangen-Ale kaufte und dann zum zweiten Berner in der Runde: Dani-Bier. Leider hatte er nur zwei eher uninteressante Helle im Ausschank. Darum ging es nach ein bisschen Smalltalk weiter zu Lägere-Bräu, deren Biere wir schon kannten, ausser dem Espresso-Stout, das wir noch probieren mussten. Noch einmal ein 5-er-Probierset gab es schliesslich bei Hugo Gutknecht, dem Organisator der Veranstaltung.
Das letzte Glas (natürlich im Stehen) gönnten wir uns wiederum bei Bösigers und dann hiess es: Zug nicht verpassen!
Fazit: Bei den Unterländer Biertagen herrscht die familiärere Atmosphäre als in Rapperswil oder gar in Solothurn. Gerade als Hobbybrauer ist es angenehm, wie man Erfahrungen austauschen kann und die Aussteller lassen die interessierten Besucher gerne an ihren Erfahrungen teilhaben. Wir freuen uns bereits auf November 2016…

13 Freitag
Kürzlich las ich auf einer Webseite die Bemerkung, junge Eltern verstünden Altersangaben nur in Monaten. Nun, ich hoffe doch, dass solches spätestens beim 3. oder 4. Geburtstag des Kindes aufhört. Spasseshalber habe ich mein Alter in Monaten ausgerechnet und kam so zu folgender Erkenntnis:
Heute, am Freitag, 13. November, bin ich genau 700 Monate alt.
Da triffte es sich bestens, dass Kollege A. und ich heute unser Weihnachtsessen unter Freunden haben. Da können wir – nicht gerade 700 Mal – aber einige Male darauf anstossen.

 Abendstimmung

29 Sonntag
Wann immer eine Kleinbrauerei ihre Tore öffnet, schauen auch die beiden Brauer aus dem Diemtigtal gern rein. So begaben sich J. und ich letzten Samstag nach Ringgenberg und suchten dort erst einmal das Altersheim. Gut versteckt ist es und nur dank einer Fahne fanden wir auch den Eingang , nicht zum Heim, sondern zur Zivilschutzanlage, wo sich die Burgbier-Brauerei befindet.

Glücklicherweise liefen wir gleich dem einen Brauer in die Arme, der uns gleich eine Degustationsrunde anbot. Einige Bier ab Hahnen, einige aus der Fasche mit Etiketten, die sein Sohn entworfen hat. Mit einer Ausnahme schmeckten uns alle Biere und wir verabschiedeten uns nach einer Stunde nicht ohne Einkauf.
Nächste Station war die Brasserie 17 in Interlaken, wo es im November Muscheln gibt. Ursprünglich planten wir noch mit ein paar anderen Bierfreunden zu gehen, es liess sich aber kein gemeinsamer Termin finden. So gingen wir halt zu zweit, denn gleich ist die Muschelzeit zu Ende und wir haben sie schon letztes Jahr verpasst.

30 Montag
Um den Brienzersee herum wird vielerorts gebraut. In Ringgenberg, wie gestern berichtet, in Schwanden ob Brienz und in Matten, wo der Oberländer Lokalmatador, Rugenbräu, seinen Sitz hat. In Schwanden befindet sich die Kleinbrauerei Jungfraubräu, wo man sich folgendermassen über den grossen Konkurrenten lustig macht:


Bei Rugenbräu und ähnlich grossen Brauereien lästert man natürlich über Feldschlösschen, welches Carlsberg gehört oder die Heineken-abhängigen. Auch unter den Kleinen gibt es Rangeleien, bleibt aber diskret, denn ein gemeinsames Ziel haben alle: Die Förderung der Biervielfalt.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Der Oktober 2015

5 Montag
„Le fabuleux destin d’Elisabeth Vigée“, so hiess die Doku, die letzten Samstag auf Arte lief auf französisch. Elisabeth Vigée war eine auf Porträts spezialisierte Malerin, die von 1755 bis 1842 lebte. Sie war Hofmalerin von Marie-Antoinette und Mitglied der Académie de St-Luc, als eine von nur vier Frauen.
Während der Revolution floh sie erst nach Italien, reiste später nach Wien und schliesslich nach St. Petersburg. Dank ihrer Bekanntheit und den guten Beziehungen zu den europäischen Königshäusern fand sie immer ein Auskommen als Porträtmalerin und verdiente gut.
Als sie wieder nach Paris zurückdurfte, erhielt sie auch dort wieder Aufträge (obwohl Napoleon sie nicht mochte), bildete ihre Nichten als Malerinnen aus und unterhielt einen Literatursalon, wo bekannte Autoren verkehrten. Genau 660 Bilder von ihr sind erhalten geblieben. Keine üble Karriere, könnte man sagen, mit allerlei auf und ab, wie’s halt so geht.
Einen ganz anderen Eindruck muss man haben, wenn man den deutschen Titel des Films liest: „Aufstieg und Fall der Elisabeth Vigée“. Typisch deutsch, habe ich geschimpft. Wer aufsteigt, muss gemäss germanischer Mentalität auch fallen. Jede Karriere eine Wagner-Oper…
Sei es so. Mich hat jedenfalls beeindruckt, dass sich eine Frau im 18. und 19. Jahrhundert doch recht gut alleine durchschlagen konnte und offenbar auch von niemandem gehindert wurde, zu tun was sie wollte.
Hier auf Wikpedia – noch detaillierter natürlich der französiche Artikel.

8 Donnerstag
Das Lied gefiel mir schon immer. So ergab es sich, dass ich im Gitarrenkurs dieses Lied vorschlug. Das sei aber schwer, sagte der Gitarrenlehrer, zu schwer für Anfänger. Trotzdem brachte er das Notenblatt samt Text mit.
Es war wirklich zu schwer, so wie das Gitarren spielen überhaupt zu schwer für mich war. Schon bald litt ich nämlich an einem Gitarrenarm – einem Verwandten des Tennisarms. 
Ein ganz interessanter Text: Da wandert ein Krieger durch die Welt und trifft eine geheimnisvolle Dame im schwarzen Mantel. Er erkennt gleich, dass sie eine Art Göttin ist und erbittet ihre Hilfe. Wilde Pferde, um seine Feinde niederzutrampeln, wünscht er und, dass sie bei ihm bleibe. Obwohl sie ihm beide Wünsche verweigert, erfährt er neue Kraft und ruft alle auf, sie immer von ihm zu grüssen.
Für meinen quasi gelähmten Arm brauchte ich eine Lady in White, eine Physiotherapeutin. Sie konnte mit den passenden Übungen meine „eingefrorenen“ Muskeln aktivieren. Die Gitarre habe ich dann in eine Ecke gestellt und letztes Jahr einer Nachbarin verkauft.

11 Sonntag
So einen kleinen Abstecher an den Bodensee, nach Lindau, wollte ich schon länger machen. Am Samstag habe ich es gewagt. Immerhin viereinhalb Stunden pro Weg (nach Mailand waren es nur drei). Also früh aus den Federn um dann am Mittag einen Blick auf den Hafen zu werfen.

Im Bild der Mangturm, der frühere Leuchtturm Lindaus. Links vom Fotografen steht die Säule mit dem Löwen.

Die Altstadt von Lindau liegt auf einer Insel – der Insel der Linden, wie der Name sagt. Diese Altstadt ist auch recht gross und voller Läden, Restaurants und Hotels. Ich bin durch etliche Gassen marschiert und fast um die ganze Insel herum.
Schaut man von der Hafenmole auf den See, sieht man, dass Lindau eigentlich in einer Bucht, der Bregenzer Bucht, liegt. Der lange Landstreifen im Süden ist der Damm des Rhein-Einflusses.

Es war ziemlich bewölkt, wie man sieht. Vielleicht ganz gut, denn wer weiss, wie voll die Stadt bei perfektem Ausflugswetter gewesen wäre. Ich habe für beide Wege den Weg via Friedrichshafen gewählt. Bei schönerem Wetter hätte ich etwas mehr Zeit investiert und wäre auf dem Rückweg mit dem Schiff nach Rorschach gefahren.

13 Dienstag
Es ist schätzungsweise schon 30 Jahre her, als es möglich wurde, dass bei der Heirat der Mann den Namen der Frau übernahm. Damit wurde es auch nötig, in Formularen den Begriff „Mädchenname“ zu ersetzen, konnte ja jetzt sowohl die verheiratete Frau, wie auch der verheiratete Mann einen früheren Namen haben.
Ehen werden bekanntlich auch geschieden und so kommen jetzt auch Männer in die Situation, dass sie den Namen, den sie als ledig trugen, wieder annehmen können, wollen oder müssen. Ein Kollege im Schachklub hat dies gerade getan. „Ah, du trägst wieder deinen Ledigen-Namen“, habe ich gesagt, nicht etwa dein Bubennamen.

14 Mittwoch
Heute Mittwoch ist es heraus gekommen. Das crowdgefundete Titelblatt von 20 Minuten. Beidseitig mit den Namen der Spender bedruckt. Meiner ist auch dabei, obwohl ich gar nicht gespendet habe. Offenbar war ein Namensvetter (oder eine Namensbase) am Werk.
Die Aktion „mir langets“ ist eine Reaktion auf den Spasswahlkampf speziell einer Partei. Ein Student namens Donat Kaufmann hat sie gestartet und ein paar tausend Leute sind darauf angesprungen. Inwiefern man die SVP – um diese geht es ja in erster Linie – bekämpft, indem man dem TA-Verlag 138’000 Franken nachwirft, ist mir allerdings schleierhaft. Das haben sich Donat und seine Freunde wohl auch noch gefragt und versucht, TA dazu zu bringen, den Ertrag an „Reporter ohne Grenzen“ zu spenden. Die haben abgelehnt. Zu Recht finde ich, denn man ändert die Regeln nicht während des Spiels.
Der SVP dürfte es auch kaum schaden, schliesslich wurde sie in der Diskussion um diese Aktion wieder hundertmal genannt. 20 Minuten hat einmal mehr ihre teuerste Inseratenseite verkauft. Und Donat? Nun, der hatte zumindest seine 15 Minuten (und sogar etwas mehr) Berühmtheit.

23 Freitag
Bei den neu gewählten vom letzten Sonntag wird man nach 100 Tagen fragen, was sie geleistet haben. Ich habe heute auch den 100. Tag. Nicht den nach der Wahl, sondern den vor der Pensionierung. In 100 Tagen ist der 1. Februar 2016.
Darüber sinnierend ass ich heute mein Sandwich auf dem Picknickplatz an der Worble.