8 Mittwoch
Fasnachtsumzug in Basel. Dank der letztjährigen Fussbal EM war auch Island ein Thema.
Aber Waggis sind manchmal einfach Waggis.
14 Dienstag
In Deutschland lief vor einigen Tagen ein kleiner Shitstorm, weil eine
Krankenkasse Homöopathie bezahlt. Dummerweise antwortete der/die
Twitterverantworliche auf die Kritik mit „beweise, dass H. nicht
funktioniert“. Eine Aussage mit Shitstormpotential, denn, dass etwas
nicht ist, lässt sich nicht beweisen.
Aber zurück zum Thema: Auch bei uns ist via Volksabstimmung die
„Alternativmedizin“ in die Grundversicherung gehievt worden. Dies stellt
sich auch in der Werbung dar.
Was haben sich die Werber hier wohl gedacht? Wahl zwischen zwei Sorten
Nadeln? Ich nehme doch an, dass selbst jemand der auf Akupunktur
schwört, bei einer Blutvergiftung eine Tetanus-Impfung vorzieht.
Habe ich „der“ gesagt? Interessant an diesem Plakat scheint mir, dass
eine Frau hier die Akupunktur-Türe öffnet. Da bedient man wohl das nicht
ganz falsche Cliché, dass vor allem Frauen für esoterische Methoden
empfänglich sind. Beim Thema Spitalwahl wird jedenfalls ein Mann
abgebildet.
26 Sonntag
Als ich das letzte Mal in Neuenburg war, habe ich mir vorgenommen, mir
Hauterive genauer anzusehen. Dass das Dorf auch einen deutschen Namen
hat - Altenryf, weiss ich aber nur aus Wikipedia.
Ich fuhr also nach Neuenburg, verliess den Bahnhof durch den
„Hinterausgang“ und ging die nächste steil ansteigende Strasse hinauf.
So erreichte ich den Stadtrand an der Juraflanke, was mich sogleich an
entsprechene Strassen in meiner Heimatstadt erinnerte, und marschierte
ostwärts. Immer wieder bewunderte ich die Aussicht und benied die hier
wohnenden.
Kein Alpenpanorama, dazu war es zu dunstig, aber immerhin der Mont
Vully. Das liesse ich mir auch gerne gefallen. Da ich aber hier kein
Haus habe, marschierte ich weiter und kam schliesslich in Hauterive an.
Ein richtiges Winzerdorf mit einem Kern aus eng zusammengebauten Häusern
und den Weinbergen darum herum. Gut, ein Teil dieser Weinberge hat sich
in moderne Vorstadtquartiere verwandelt. Das ist der Lauf der Zeit.
Auch der Dorfplatz, gemäss Info-Tafel Treffpunkt des Bevölkerung, war
leer und die Autos fuhren durch die enge Strasse weiter.
Interessant für eine meiner Leserinnen könnte die Flagge am Gemeindehaus
links im Bild sein. Nein, es ist nicht die Schwedische Fahne, es ist
kein Skandinavisches Kreuz, sondern ein zentriertes – das Kreuz auf dem
Wappen von Hauterive.
Gleich hinter dem Standort des Fotografen ist die Trolleybushaltestelle
der Linie Neuchâtel – Marin und zu letzterem fuhr ich um wieder nach
Bern und weiter nach Hause zu fahren.
Wikipedia über Hauterive.
27 Montag
Bei diesem Titel denkt man in erster Linie an Bern. Aber natürlich kann
man auch in vielen Städten und Dörfern im Berner Oberland und am
Jurasüdfuss der Aare entlang flanieren. Ich tat dies heute wieder einmal
in Interlaken. Erstmals flussabwärts vom Bahnhof West bis zum
Thunersee. Dort am rechten Ufer steht die Ruine Weissenau.
Es sei die älteste erhaltene Burgruine im Berner Oberland, sagt die
Info-Tafel. Als die Aare noch nicht kanalisiert war, war das hier eine
Insel im Aaredelta und die Wiese davor ein Hafen.
Die Ruine erhielt 2001 traurige Berühmtheit, weil eine Gruppe
Rechtsradikaler einen Kollegen wegen angeblichen Verrats dort
ermordeten.
Wenn man auf dem Turm steht, vergisst man aber die schreckliche
Geschichte und geniesst die Aussicht. Und vielleicht träumt man davon,
die Burg würde sich rekonstruieren und man könnte Burgherr oder
Burgherrin sein.
Mittwoch, 1. März 2017
Mittwoch, 1. Februar 2017
Der Februar 2017
4 Samstag
Da ich in Frutigen zu tun hatte, machte ich auch noch ein paar Schritte im Dorf herum. Für mich das interessanteste Haus ist dieses:
Das Amtshaus. Nicht aus historischen oder architektonischen Gründen ist es wichtig für mich, sondern weil es auch das Grundbuchamt für das westliche Oberland beherbergt. Also auch den Eintrag für meine Wohnung (und den Parkplatz).
Amtshäuser gibt es in jedem der 23 Berner Bezirke, aber viele verloren nach der Verwaltungsreform ihre Funktion. Auch „mein“ ursprüngliches in Wimmis, das jetzt der Gemeinde gehört.
8 Mittwoch
Gestern war ich ganz in meinem Element als Vereinsmeier. Wir hatten Vorstandssitzung im Schachklub und im Nebenzimmer spielten noch einige ihren Match der laufenden Stadtmeisterschaft. So huschte ich etwas hin und her und freute mich, dass um zehn sowohl die Sitzung, als auch die Spiele fertg waren.
Morgen früh mache ich gleich die nächste Runde, sagte ich und verliess unser Spiellokal, um noch den Nachbarn J. am Brauerstammtisch abzuholen. Dort blieb ich auch noch eine Stunde sitzen, so dass ich schliesslich erst um Mitternacht ins Bett kam.
Heute Morgen startete ich gleich den Computer und verschickte die Paarungen der nächsten Runde. Eine halbe Stunde später kam ein Mail eines Spielers: ich hatte ein Resultat falsch eingeschrieben. Am liebsten wäre ich jetzt hysterisch schreiend die Wände hochgelaufen, entschied mich aber doch, den Spielern mit einigen entschuldigenden Worten eine korrigierte Paarungsliste zu schicken. So ist wieder alles Banane – hoffe ich.
13 Montag
Es war eine spontane Idee, mit einen langweiligen Samstag Nachmittag zu vertreiben, in dem ich nach Bern und von dort mit der S5 nach Marin fuhr, um dann dem See entlang nach Neuenburg zu spazieren. Dort warf ich erst noch einen Blick ins Einkaufszentrum, in welchen sich, schien mir, mehr Dorfleben abspielte, als im Dorf Marin selbst. Dieses gehört seit 2009 zu einer Fusionsgemeinde namens La Tène, benannt nach der Ausgrabungsstätte am See.
Ich ging aber nicht zu dieser, sondern in die andere Richtung und kam auf dem Boden von Saint-Blaise an den See. Dort gibt es einen relativ neuen Uferweg, kleine Badebuchten, einen Bootshafen mit bunten Häuschen, einen Picknick-Platz mit Wifi und diesen Brunnen von Herrn Botta:
In Saint-Blaise gibt es einen ausgeschilderten Brunnen-Weg, der hier endet.
Da ich schon etwas müde war, folgte ich nicht weiter dem Uferweg, sondern nahm den nächsten Trolleybus Richtung Neuenburg. Glücklicherweise erwischte ich die Linie via Hauterive, denn dieser Weg entpuppte sich alse echter Panoramaweg. Hier komme ich sicher noch einmal hin und dann nehme ich sicher auch noch die Drahtseilbahn auf den Chaumont.
Auf der Website von Saint-Blaise findet man mehr über die Sehenswürdigkeiten des Dorfes.
18 Samstag
Ich spiele mit den Worten Ode und Odem
und auch mit der Mode und dem Modem.
Aber schon ist mir der Schnauf,
ausgegangen und ich gebe auf!
Nur frag ich mich noch ob
kommt das gewünschte Lob,
oder ob alle atmen schwer:
was Odem ist, weiss keiner mehr.
19 Sonntag
Auch diesen Samstag dachte ich mir: Sitze in einen Zug und schaue wo du hin kommst. Ich kam nach Z wie unsere kleine Grossstadt.
Entgegen früherer Erfahrung galt aber vorerst nicht: Bern sonnig, dazwischen Nebel, Zürich wieder sonnig. Es blieb beim Nebel und auch der Versuch, diesem auf den Üetliberg zu enfliehen, misslang. So nahm ich, nach kurz Würdigung der nicht sichtbaren Aussicht, wieder die Bahn bis zum Triemli. Dort begann ich eine kleine Stadtwanderung, bei Sonnenschein, notabene, die mich erst nach Albisrieden führte – siehe das Bild von gestern – und dann, einfach der Nase nach – hierher:
Ja, diesen Glasturm kennen wir doch von irgendwoher. So kann es sich nur um den Blick auf die Hardbrücke handeln. Ich habe mich übrigens nicht etwa in den Verkehr gestellt – es hatte eine Fussgängerinsel. Auf der Brücke wird zur Zeit eine Tramtrassee eingebaut, so dass, wer bei der S-Bahn-Station aussteigt, gleich auf Schienen weiterfahren kann.
Ennet dieser Brücke war es nicht weit zum Viadukt mit den Läden unter den Brückenbögen und dem Beginn des Lettenweges. Das ist eine ehemalige Bahntrassee, die über die Limmat führt und heute ein beliebter Spazierweg ist. Auch der Bahnhof Letten steht noch und wird von einem alternativen Spielpark und einem Skatingpark flankiert. Schliesslich überquerte ich die Limmat ein zweites Mal und kam hier an:
Da, wo die Nixe mit dem Nixerich, da wird einem auch klar, warum dies Platzspitz heisst. Es ist tatsächlich ein spitz zulaufendes Landstück, im Zusammenfluss von Limmat und Sihl. Der Park hinter dem Landesmuseum wurde in den 80-er Jahren als Needle-Park weltberühmt. Heute dürfte nichts aufregenderes mehr passieren, als dass ein paar Junge ihren Ghettoblaster im Pavillon loslassen.
Zum Bahnhof ist es ab hier auch nicht mehr weit, so dass ich mich nach diesem langen Spaziergang gleich im Zugssitz erholen konnte.
25 Samstag
Was schauen im TV am Freitag Abend? Ich blieb beim Disney-Channel und dem Film „Lilo & Stitch“ hängen. Ein typischer Disney Film mit viel Farben, Clichés, Action und einer Moral. Aber etwas war darin, was mir geblieben ist.
Kurz die Geschichte: Ein kleines ausserirdisches Monster landet auf der Flucht auf einer Hawaii-Insel und wird dort vom Waisenmädchen Lilo als vermeintlicher Hund adoptiert und Stitch genannt. Stitch ist aber ein egoistisches, auf Zerstörung programmiertes Wesen, das viel Schaden anrichtet. Er ist mit Schuld, dass Lilos ältere Schwester keine Stelle findet und die Verantwortung für Lilo verlieren soll.
Dann aber gibt es diese spezielle Szene: Stitch schaut sich ein Märchen-Bilderbuch an und Lilo erzählt ihm die Geschichte des hässlichen Entleins, das ein Aussenseiter ist. Sie erzählt ihm, dass auch sie Aussenseiterin ist, seit ihre Eltern tot sind. Stitch verlässt darauf das Haus mit dem Buch, geht in den Wald, schaut das Bild des einsamen Entleins an und ruft um Hilfe.
Es ist der Moment, so betrachte ich es jedenfalls, wo Stitch erkennt, dass seine Umwelt nicht lediglich Objekt seiner Triebbefriedigung ist, sondern dass er von Individuen umgeben ist, dass er auch ein Individuum ist und dass er die anderen braucht. Das drückt sich im Verlauf der Geschichte auch dadurch aus, dass er zu sprechen beginnt und seine Bedürfnisse ausdrückt.
Er hat somit in einer Nacht eine Entwicklung durchgemacht, die beim Menschen 10 bis 15 Jahre dauert und bei manchen Leuten hat man das Gefühl, sie kämen nie soweit.
Ja, ich kann meine pädagogische Grundausbildung nicht ganz verleugnen und diese Geschichte hat ein bisschen darin herumgewühlt. Der Film wird mir darum etwas weniger clichiert und moralisch in Erinnerung bleiben, als erst gedacht.
Ein Wiki mit detailierten Infos zu „Lilo & Stitch„
26 Sonntag
Sie soll ja ein Kraftort sein, die Kirche von Einigen. Von dieser Kraft spürte ich allerdings nichts und auch das Innere der Kirche ist nicht sehr spektakulär. Der Altar ist, wie es sich gehört, nach Osten und somit zum See gerichtet, die bunten Fenster verhindern aber den Blick auf den See.
Was man in Einigen und in den anderen zu Spiez gehörigen Seegemeinden immer noch nicht geschafft hat, ist ein Seeuferweg. In Einigen kann man nicht einmal von einem Weg reden, denn nur bei Badi und Schiffländte kommt man an den See.
Seit vielen Jahre hatte ich die Sicht auf Einigen vom Zug aus und nahm mir vor, das Dorf einmal von Nahem zu erkunden … ok, erledigt!
28 Dienstag
Der Montag war als einziger Schönwettertag der Woche angesagt. Grund genug, an einen Ort zu gehen, wo man lieber bei schönem Wetter hingeht. Einen Flugplatz, zum Beispiel.
Nach Interkontinentalflug sieht das sieht das nicht aus und ist es auch nicht. Sportflugzeuge starten und landen hier. Das einzige Militärflugzeug dient als Kreiselfigur. Dafür ziert ein moderner Engel, pardon, Ikarus, den Vorplatz.
Als ich A. bat, zu raten, wo ich war, erriet er es nicht, obwohl dies nach Belp der am nächsten bei Bern gelegene Flugplatz ist: Grenchen.
Ich wählte einen unüblichen Weg dorthin. Ich fuhr erst via Lyss nach Büren und nahm dort den Bus nach Grenchen, der am Flughafen hält. Das heisst aber nicht, dass er abgelegen ist – er ist nur 15 Fussminuten vom Bahnhof Grenchen Süd entfernt.
Da ich in Frutigen zu tun hatte, machte ich auch noch ein paar Schritte im Dorf herum. Für mich das interessanteste Haus ist dieses:
Das Amtshaus. Nicht aus historischen oder architektonischen Gründen ist es wichtig für mich, sondern weil es auch das Grundbuchamt für das westliche Oberland beherbergt. Also auch den Eintrag für meine Wohnung (und den Parkplatz).
Amtshäuser gibt es in jedem der 23 Berner Bezirke, aber viele verloren nach der Verwaltungsreform ihre Funktion. Auch „mein“ ursprüngliches in Wimmis, das jetzt der Gemeinde gehört.
8 Mittwoch
Gestern war ich ganz in meinem Element als Vereinsmeier. Wir hatten Vorstandssitzung im Schachklub und im Nebenzimmer spielten noch einige ihren Match der laufenden Stadtmeisterschaft. So huschte ich etwas hin und her und freute mich, dass um zehn sowohl die Sitzung, als auch die Spiele fertg waren.
Morgen früh mache ich gleich die nächste Runde, sagte ich und verliess unser Spiellokal, um noch den Nachbarn J. am Brauerstammtisch abzuholen. Dort blieb ich auch noch eine Stunde sitzen, so dass ich schliesslich erst um Mitternacht ins Bett kam.
Heute Morgen startete ich gleich den Computer und verschickte die Paarungen der nächsten Runde. Eine halbe Stunde später kam ein Mail eines Spielers: ich hatte ein Resultat falsch eingeschrieben. Am liebsten wäre ich jetzt hysterisch schreiend die Wände hochgelaufen, entschied mich aber doch, den Spielern mit einigen entschuldigenden Worten eine korrigierte Paarungsliste zu schicken. So ist wieder alles Banane – hoffe ich.
13 Montag
Es war eine spontane Idee, mit einen langweiligen Samstag Nachmittag zu vertreiben, in dem ich nach Bern und von dort mit der S5 nach Marin fuhr, um dann dem See entlang nach Neuenburg zu spazieren. Dort warf ich erst noch einen Blick ins Einkaufszentrum, in welchen sich, schien mir, mehr Dorfleben abspielte, als im Dorf Marin selbst. Dieses gehört seit 2009 zu einer Fusionsgemeinde namens La Tène, benannt nach der Ausgrabungsstätte am See.
Ich ging aber nicht zu dieser, sondern in die andere Richtung und kam auf dem Boden von Saint-Blaise an den See. Dort gibt es einen relativ neuen Uferweg, kleine Badebuchten, einen Bootshafen mit bunten Häuschen, einen Picknick-Platz mit Wifi und diesen Brunnen von Herrn Botta:
In Saint-Blaise gibt es einen ausgeschilderten Brunnen-Weg, der hier endet.
Da ich schon etwas müde war, folgte ich nicht weiter dem Uferweg, sondern nahm den nächsten Trolleybus Richtung Neuenburg. Glücklicherweise erwischte ich die Linie via Hauterive, denn dieser Weg entpuppte sich alse echter Panoramaweg. Hier komme ich sicher noch einmal hin und dann nehme ich sicher auch noch die Drahtseilbahn auf den Chaumont.
Auf der Website von Saint-Blaise findet man mehr über die Sehenswürdigkeiten des Dorfes.
18 Samstag
Ich spiele mit den Worten Ode und Odem
und auch mit der Mode und dem Modem.
Aber schon ist mir der Schnauf,
ausgegangen und ich gebe auf!
Nur frag ich mich noch ob
kommt das gewünschte Lob,
oder ob alle atmen schwer:
was Odem ist, weiss keiner mehr.
19 Sonntag
Auch diesen Samstag dachte ich mir: Sitze in einen Zug und schaue wo du hin kommst. Ich kam nach Z wie unsere kleine Grossstadt.
Entgegen früherer Erfahrung galt aber vorerst nicht: Bern sonnig, dazwischen Nebel, Zürich wieder sonnig. Es blieb beim Nebel und auch der Versuch, diesem auf den Üetliberg zu enfliehen, misslang. So nahm ich, nach kurz Würdigung der nicht sichtbaren Aussicht, wieder die Bahn bis zum Triemli. Dort begann ich eine kleine Stadtwanderung, bei Sonnenschein, notabene, die mich erst nach Albisrieden führte – siehe das Bild von gestern – und dann, einfach der Nase nach – hierher:
Ja, diesen Glasturm kennen wir doch von irgendwoher. So kann es sich nur um den Blick auf die Hardbrücke handeln. Ich habe mich übrigens nicht etwa in den Verkehr gestellt – es hatte eine Fussgängerinsel. Auf der Brücke wird zur Zeit eine Tramtrassee eingebaut, so dass, wer bei der S-Bahn-Station aussteigt, gleich auf Schienen weiterfahren kann.
Ennet dieser Brücke war es nicht weit zum Viadukt mit den Läden unter den Brückenbögen und dem Beginn des Lettenweges. Das ist eine ehemalige Bahntrassee, die über die Limmat führt und heute ein beliebter Spazierweg ist. Auch der Bahnhof Letten steht noch und wird von einem alternativen Spielpark und einem Skatingpark flankiert. Schliesslich überquerte ich die Limmat ein zweites Mal und kam hier an:
Da, wo die Nixe mit dem Nixerich, da wird einem auch klar, warum dies Platzspitz heisst. Es ist tatsächlich ein spitz zulaufendes Landstück, im Zusammenfluss von Limmat und Sihl. Der Park hinter dem Landesmuseum wurde in den 80-er Jahren als Needle-Park weltberühmt. Heute dürfte nichts aufregenderes mehr passieren, als dass ein paar Junge ihren Ghettoblaster im Pavillon loslassen.
Zum Bahnhof ist es ab hier auch nicht mehr weit, so dass ich mich nach diesem langen Spaziergang gleich im Zugssitz erholen konnte.
25 Samstag
Was schauen im TV am Freitag Abend? Ich blieb beim Disney-Channel und dem Film „Lilo & Stitch“ hängen. Ein typischer Disney Film mit viel Farben, Clichés, Action und einer Moral. Aber etwas war darin, was mir geblieben ist.
Kurz die Geschichte: Ein kleines ausserirdisches Monster landet auf der Flucht auf einer Hawaii-Insel und wird dort vom Waisenmädchen Lilo als vermeintlicher Hund adoptiert und Stitch genannt. Stitch ist aber ein egoistisches, auf Zerstörung programmiertes Wesen, das viel Schaden anrichtet. Er ist mit Schuld, dass Lilos ältere Schwester keine Stelle findet und die Verantwortung für Lilo verlieren soll.
Dann aber gibt es diese spezielle Szene: Stitch schaut sich ein Märchen-Bilderbuch an und Lilo erzählt ihm die Geschichte des hässlichen Entleins, das ein Aussenseiter ist. Sie erzählt ihm, dass auch sie Aussenseiterin ist, seit ihre Eltern tot sind. Stitch verlässt darauf das Haus mit dem Buch, geht in den Wald, schaut das Bild des einsamen Entleins an und ruft um Hilfe.
Es ist der Moment, so betrachte ich es jedenfalls, wo Stitch erkennt, dass seine Umwelt nicht lediglich Objekt seiner Triebbefriedigung ist, sondern dass er von Individuen umgeben ist, dass er auch ein Individuum ist und dass er die anderen braucht. Das drückt sich im Verlauf der Geschichte auch dadurch aus, dass er zu sprechen beginnt und seine Bedürfnisse ausdrückt.
Er hat somit in einer Nacht eine Entwicklung durchgemacht, die beim Menschen 10 bis 15 Jahre dauert und bei manchen Leuten hat man das Gefühl, sie kämen nie soweit.
Ja, ich kann meine pädagogische Grundausbildung nicht ganz verleugnen und diese Geschichte hat ein bisschen darin herumgewühlt. Der Film wird mir darum etwas weniger clichiert und moralisch in Erinnerung bleiben, als erst gedacht.
Ein Wiki mit detailierten Infos zu „Lilo & Stitch„
26 Sonntag
Sie soll ja ein Kraftort sein, die Kirche von Einigen. Von dieser Kraft spürte ich allerdings nichts und auch das Innere der Kirche ist nicht sehr spektakulär. Der Altar ist, wie es sich gehört, nach Osten und somit zum See gerichtet, die bunten Fenster verhindern aber den Blick auf den See.
Was man in Einigen und in den anderen zu Spiez gehörigen Seegemeinden immer noch nicht geschafft hat, ist ein Seeuferweg. In Einigen kann man nicht einmal von einem Weg reden, denn nur bei Badi und Schiffländte kommt man an den See.
Seit vielen Jahre hatte ich die Sicht auf Einigen vom Zug aus und nahm mir vor, das Dorf einmal von Nahem zu erkunden … ok, erledigt!
28 Dienstag
Der Montag war als einziger Schönwettertag der Woche angesagt. Grund genug, an einen Ort zu gehen, wo man lieber bei schönem Wetter hingeht. Einen Flugplatz, zum Beispiel.
Nach Interkontinentalflug sieht das sieht das nicht aus und ist es auch nicht. Sportflugzeuge starten und landen hier. Das einzige Militärflugzeug dient als Kreiselfigur. Dafür ziert ein moderner Engel, pardon, Ikarus, den Vorplatz.
Als ich A. bat, zu raten, wo ich war, erriet er es nicht, obwohl dies nach Belp der am nächsten bei Bern gelegene Flugplatz ist: Grenchen.
Ich wählte einen unüblichen Weg dorthin. Ich fuhr erst via Lyss nach Büren und nahm dort den Bus nach Grenchen, der am Flughafen hält. Das heisst aber nicht, dass er abgelegen ist – er ist nur 15 Fussminuten vom Bahnhof Grenchen Süd entfernt.
Sonntag, 1. Januar 2017
Der Januar 2017
Süss und knackig soll das neue Jahr sein...
Best of Instagramm 2016
Von oben links nach rechts unten:
– Schneekanone neben dem Kinderskilift neben unserer Siedlung
– Bier-Würze fliesst aus dem Läuterfass
– Kalb auf der Weide in Entschwil
– Steinbruchbähnli in Ostermundigen
– Quartierkatze im Hopfen beim Nachbarn
– Reiterdenkmal auf der Burg in Krakau
– Thunersee
– Abendberg
– Egelsee Bern
3 Dienstag
Ich bin hier an der Ausfahrt des Panorama-Centers in Thun und merke wieder einmal, wie sehr ich mich schon an diese Aussicht gewöhnt habe, dass sie mir nur noch ausnahmsweise auffällt.
8 Montag
Nach der Sitzung bei der Dentalhygienikerin dachte ich mir, ich könnte die Arbeit mit einem Zvieri wieder zunichte machen. Also ging ich ins Coop Bümpliz auf einen Kaffee mit etwas dazu. Da fiel mit diese Wandmalerei auf:
Vier Figuren, resp. Gesichter, die die vier Jahreszeiten darstellen. Und es ist auch eher eine Skulptur, als eine Malerei. Nicht nur wegen des abgehobenen Untergrunds, sondern auch …. aber das sieht man, wenn man sich bewegt.
Die Köpfe drehen sich und schauen dem Betrachter nach. Eine optische Täuschung, die darauf beruht, dass die Gesichter konkav sind. Beim Künstler handelt es sich um Sandro del Prete, der auf solches spezialisiert ist. Bis vor kurzem hatte er seine Galerie, das Illusoria-Land, in Ittigen, wo ich auch schon war. Neu ist er in der Nähe von Hindelbank.
16 Montag
Ehrlich gesagt, habe ich auch schon darüber gespottet, dass auf der Wetterkarte von SRF-Meteo jeden Tag andere Dörfer beschriftet werden. Aber gefreut hat es mich trotzdem, dass heute mal mein Wohnort dran war.
19 Donnerstag
Der Anblick, beim Briefkasten leeren, heute morgen um halb neun.
In der heutigen Post war die Anmeldung zum GP-Bern (genau, der in der Terminliste). Ich will wieder den 4.7 km Altstadt-GP laufen und habe mich gleich angemeldet. Erstmals gehöre ich zur Kategorie „Sen.Master“. Ja, es seniort ganz gewaltig bei mir. Erst gestern habe ich mich bei den Schweizer Schach Senioren angemeldet. Einige Klubkollegen haben mir schon vorgeschwärmt, wie schön und interessant diese Seniorenturniere seien – und auch so familär.
27 Freitag
Immer wenn ich in Spiez vor dem Bahnhof stehe, muss ich einen Blick hinunter werfen. Und wenn ich ein Foto mache, fällt das nicht weiter auf, denn es hat immer ein paar Touristen, die das auch gerade machen.
29 Sonntag
Samstag Abend war das jährliche Treberwurst-Essen. Ich gönnte mir drei solche Teller und fühlte mich anschliessend etwas voll. Auf den Verdauungs-Schnaps musst ich verzichten, denn der Nachbar, der ursprünglich fahren wollte, machte krankheitshalber schlapp.
Best of Instagramm 2016
Von oben links nach rechts unten:
– Schneekanone neben dem Kinderskilift neben unserer Siedlung
– Bier-Würze fliesst aus dem Läuterfass
– Kalb auf der Weide in Entschwil
– Steinbruchbähnli in Ostermundigen
– Quartierkatze im Hopfen beim Nachbarn
– Reiterdenkmal auf der Burg in Krakau
– Thunersee
– Abendberg
– Egelsee Bern
3 Dienstag
Ich bin hier an der Ausfahrt des Panorama-Centers in Thun und merke wieder einmal, wie sehr ich mich schon an diese Aussicht gewöhnt habe, dass sie mir nur noch ausnahmsweise auffällt.
8 Sonntag
Pommes Frites?
Ja, ich habe auch schon mal Pommes Frites gemacht. Das ist aber so lange her, dass ich beim besten Willen nicht einmal mehr das ungefähre Jahr nennen könnte. Und dann waren es natürlich vorbereitete, gefrorene.
Nein, wenn ich wieder einmal Frites mache, dann komplett selbst gemachte, habe ich mir vorgenommen und am Samstag einen Gemüseschneider (so der etwas unverfänglichere Name) besorgt.
Ja, ich habe auch schon mal Pommes Frites gemacht. Das ist aber so lange her, dass ich beim besten Willen nicht einmal mehr das ungefähre Jahr nennen könnte. Und dann waren es natürlich vorbereitete, gefrorene.
Nein, wenn ich wieder einmal Frites mache, dann komplett selbst gemachte, habe ich mir vorgenommen und am Samstag einen Gemüseschneider (so der etwas unverfänglichere Name) besorgt.
Heute war dann Probe. Noch nicht mit echten Frites, sondern mit
Pfannenfrites – faktisch stabförmige Bratkartoffeln, aber schön fett und
salzig.
8 Montag
Nach der Sitzung bei der Dentalhygienikerin dachte ich mir, ich könnte die Arbeit mit einem Zvieri wieder zunichte machen. Also ging ich ins Coop Bümpliz auf einen Kaffee mit etwas dazu. Da fiel mit diese Wandmalerei auf:
Vier Figuren, resp. Gesichter, die die vier Jahreszeiten darstellen. Und es ist auch eher eine Skulptur, als eine Malerei. Nicht nur wegen des abgehobenen Untergrunds, sondern auch …. aber das sieht man, wenn man sich bewegt.
Die Köpfe drehen sich und schauen dem Betrachter nach. Eine optische Täuschung, die darauf beruht, dass die Gesichter konkav sind. Beim Künstler handelt es sich um Sandro del Prete, der auf solches spezialisiert ist. Bis vor kurzem hatte er seine Galerie, das Illusoria-Land, in Ittigen, wo ich auch schon war. Neu ist er in der Nähe von Hindelbank.
16 Montag
Ehrlich gesagt, habe ich auch schon darüber gespottet, dass auf der Wetterkarte von SRF-Meteo jeden Tag andere Dörfer beschriftet werden. Aber gefreut hat es mich trotzdem, dass heute mal mein Wohnort dran war.
19 Donnerstag
Der Anblick, beim Briefkasten leeren, heute morgen um halb neun.
In der heutigen Post war die Anmeldung zum GP-Bern (genau, der in der Terminliste). Ich will wieder den 4.7 km Altstadt-GP laufen und habe mich gleich angemeldet. Erstmals gehöre ich zur Kategorie „Sen.Master“. Ja, es seniort ganz gewaltig bei mir. Erst gestern habe ich mich bei den Schweizer Schach Senioren angemeldet. Einige Klubkollegen haben mir schon vorgeschwärmt, wie schön und interessant diese Seniorenturniere seien – und auch so familär.
27 Freitag
Immer wenn ich in Spiez vor dem Bahnhof stehe, muss ich einen Blick hinunter werfen. Und wenn ich ein Foto mache, fällt das nicht weiter auf, denn es hat immer ein paar Touristen, die das auch gerade machen.
29 Sonntag
Samstag Abend war das jährliche Treberwurst-Essen. Ich gönnte mir drei solche Teller und fühlte mich anschliessend etwas voll. Auf den Verdauungs-Schnaps musst ich verzichten, denn der Nachbar, der ursprünglich fahren wollte, machte krankheitshalber schlapp.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
Der Dezember 2016
3 Samstag
Der Politblogger aus Arlesheim verbringt einige Monate in London. Als er dies ankündigte, verriet er auch, warum London seine Lieblingsstadt ist: u.a. wegen der vielen Parks, dank der relativ geringen Bevölkerungsdichte. In Paris z.B. ist die Bevölkerungsdichte in der Kernstadt vier mal höher als in London. Ob er auch sonst etwas gegen Paris hat, weiss ich nicht, aber ich werde ja auch nicht mit jeder Stadt warm. So war ich schon zweimal in München und könnte mir nach wie vor nicht vorstellen, dort zu leben.
Dies brachte mich auf die Idee, Freunde nach ihrer Lieblingsstadt zu fragen: “ In welcher europäischen Grossstadt würdes du gerne ein halbes Jahr leben?“ Ohne an ein Sprachproblem zu denken, fügte ich hinzu, aber dies ergab sich bei den Antworten.
Den A. würde es nach Süden ziehen. Nach Rom oder ev. nach Florenz, auf jeden Fall nach Italien. Nachbar J. hingegen nach Norden, aber auch gleich in die Nachbarschaft, nach Deutschland. Berlin natürlich oder München (!). Und ich? Meine Traumstadt ist nach wie vor Amsterdam. Oder Paris, womit sich der Kreis schliesst.
5 Montag
Wenn ich im Restaurant „Barbière“ Richtung Fenster sitze, sehe ich diese Grafity.
Falsch geschrieben zwar, aber als Aussicht aus einem in-Restaurant durchaus passend. Durch die Quartiere Lorraine und Breitenrain weht der Wind des „Alternativen“. Auch wenn es mir schwerfällt, zu definieren, was alternativ bedeutet, glaube ich die entsprechende Atmosphäre zu spüren. Der Anschein des unfertigen und improvisierten, gepaart mit einer ambitiösen Küche mit einer Menukarte für eine „urbane“ Kundschaft, nicht für das typische Quartierbeizen-Publikum bestehend aus Bauarbeitern und Rentnern.
Aber ich will mich nicht beklagen. Das Essen ist gut und wenn mir nach Schnipo ist – dann hat’s ja an der anderen Strassenecke ein Coop-Restaurant.
9 Freitag
Nach dem traditionellen Bäregrabe-Essen spazierte ich noch die Gasse hinauf und machte dieses Stimmungsbild.
18 Sonntag
Eigentlich wollte ich nur das Glas noch ein bisschen nach rechts schieben – für’s Foto. Aber es fiel um und 2 dl kostbares Weihnachtsbier entleerten sich über Tisch, Boden und die Füsse einiger Bierfreunde. Nach viel Gelächter, Spott und natürlich fleissigem Aufputzen probierte ich es noch einmal:
Na also, geht doch! So wäre also unsere Bierklub-Weihnachtsfeier 2016 auch dokumentiert.
Weihnachten
Der Politblogger aus Arlesheim verbringt einige Monate in London. Als er dies ankündigte, verriet er auch, warum London seine Lieblingsstadt ist: u.a. wegen der vielen Parks, dank der relativ geringen Bevölkerungsdichte. In Paris z.B. ist die Bevölkerungsdichte in der Kernstadt vier mal höher als in London. Ob er auch sonst etwas gegen Paris hat, weiss ich nicht, aber ich werde ja auch nicht mit jeder Stadt warm. So war ich schon zweimal in München und könnte mir nach wie vor nicht vorstellen, dort zu leben.
Dies brachte mich auf die Idee, Freunde nach ihrer Lieblingsstadt zu fragen: “ In welcher europäischen Grossstadt würdes du gerne ein halbes Jahr leben?“ Ohne an ein Sprachproblem zu denken, fügte ich hinzu, aber dies ergab sich bei den Antworten.
Den A. würde es nach Süden ziehen. Nach Rom oder ev. nach Florenz, auf jeden Fall nach Italien. Nachbar J. hingegen nach Norden, aber auch gleich in die Nachbarschaft, nach Deutschland. Berlin natürlich oder München (!). Und ich? Meine Traumstadt ist nach wie vor Amsterdam. Oder Paris, womit sich der Kreis schliesst.
5 Montag
Wenn ich im Restaurant „Barbière“ Richtung Fenster sitze, sehe ich diese Grafity.
Falsch geschrieben zwar, aber als Aussicht aus einem in-Restaurant durchaus passend. Durch die Quartiere Lorraine und Breitenrain weht der Wind des „Alternativen“. Auch wenn es mir schwerfällt, zu definieren, was alternativ bedeutet, glaube ich die entsprechende Atmosphäre zu spüren. Der Anschein des unfertigen und improvisierten, gepaart mit einer ambitiösen Küche mit einer Menukarte für eine „urbane“ Kundschaft, nicht für das typische Quartierbeizen-Publikum bestehend aus Bauarbeitern und Rentnern.
Aber ich will mich nicht beklagen. Das Essen ist gut und wenn mir nach Schnipo ist – dann hat’s ja an der anderen Strassenecke ein Coop-Restaurant.
9 Freitag
Nach dem traditionellen Bäregrabe-Essen spazierte ich noch die Gasse hinauf und machte dieses Stimmungsbild.
18 Sonntag
Eigentlich wollte ich nur das Glas noch ein bisschen nach rechts schieben – für’s Foto. Aber es fiel um und 2 dl kostbares Weihnachtsbier entleerten sich über Tisch, Boden und die Füsse einiger Bierfreunde. Nach viel Gelächter, Spott und natürlich fleissigem Aufputzen probierte ich es noch einmal:
Na also, geht doch! So wäre also unsere Bierklub-Weihnachtsfeier 2016 auch dokumentiert.
Weihnachten
Dienstag, 1. November 2016
Der November 2016
Schweigeminute
Das ist der Titel des Films, der gestern (31. Okt) im ZDF lief. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Siegfried Lenz. Es geht um eine Liebesgeschichte zwischen dem 18-jährigen Schüler Christian und seiner Englischlehrerin Stella.
Gefallen hat mir an der Geschichte, dass es nicht um unschuldige Liebe gegen böse Umgebung geht. Die Eltern haben Verständnis, die Mitschüler spotten, die Lehrerkollegen mahnen. Das ganze hätte sogar Potential zum Happy-End. Aber – und das hat mir weniger gefallen – sind Happy-Ends halt nichts für hohe Literatur und es braucht ein tragisches Ende. Stella verunfallt beim Segeln tödlich und Christian verliert seine erste grosse Liebe.
Viel wichtiger als die Geschichte, ohne dessen Umstand ich den Film gar nicht geschaut hätte, ist, dass er vorwiegend auf Bornholm gedreht wurde. Meist im Hafen von Sandvig, dem Nachbarort von Gudhjem, wo ich schon vier Mal in den Ferien war. Die Geschichte spielt zwar in Deutschland, aber ein Dorf, das sich seit den sechziger Jahre kaum verändert hatte, fand das Filmteam eben hier.
Ich schaue nur noch selten Spielfilme und bin manchmal ganz froh, einen Grund zu haben.
2 Mittwoch
Ist der Weg da Ziel? Oder doch das Ziel? Vielleicht auch beides…
Das Ziel selbst war heute klar, es lag an der Aare.
Den Weg dorthin habe ich mir aber etwas aussergewöhnlich gestaltet. Nach Bern auf dem direkten Weg, dann aber mit dem Postauto via Meikirch nach Lyss. Eine Strecke, die ich während der Berner Zeit sicher hundertmal mit dem Auto gemacht habe. Als Postautopassagier hatte ich nun die Musse, die Landschaft anzuschauen. Am interessantesten waren jene Streckenabschnitte, wo das Postauto die Hauptstrasse verlässt und eine Extra-Schleife durch ein Dorf fährt. Nach einer knappen Stunde war ich in Lyss, bestieg den Zug nach Büren und dort den Bus (diesmal von der RBS) nach Solothurn.
Nach Solothurn – mal zu einer Sitzung, mal zum Schach spielen und, jedes Jahr, zur Biermesse – aber einfach als Tourist? Das kommt kaum vor. Diesmal aber ja und ich schaute mir erstmals an, was jeder Tourist anschauen muss.
Genau, die St. Ursen Kathedrale! Dort wo einst ein Geisteskranker den Altar anzündete und wo der protestantische Bundesrat Willy Ritschard eine Totenmesse erhielt.
Ich gehe übrigens nie im Mittelgang durch Kirchen (fast nie), sondern rund herum. Die Seitenkapellen sind häufig interessanter, als das Mittelschiff und die schräge Perspektive reizvoller, als die Symmetrie.
Auch auf dem Rückweg leistete ich mir ein Extra. Mit dem Bus nach Herzogenbuchsee und ab dort auf dem üblichen Wege mir dem Zug nach Hause.
23 Mittwoch
Natürlich nicht, wie sollte Europa auch scheitern, denn Europa ist eine Landmasse, ein Kontinent, resp. der Teil des Kontinentes Eurasien westlich des Urals. Aber so wie fast alle Amerika sagen, wenn sie die USA meinen, sagen mittlerweile auch fast alle Europa, wenn die EU, ein wirtschaftlich-politischer Verein, gemeint ist.
Aber natürlich geht es um das Buch „Was, wenn Europa scheitert“ von Geert Mak. Es wurde 2012 veröffentlicht und kennt noch keine Flüchtlingskrise und noch keinen Kommissionspräsidenten Juncker. Das Buch aber trotzdem noch aktuell.
Der Autor beantwortet die Titelfrage nicht direkt, sondern beschreibt die Probleme der EU, die uns auch bestens bekannt sind. Neben der Bürgerferne und dem Demokratiedefizit, richtet er den Blick auf jenen Teil der Wirtschaft, der nach seiner Meinung einen zerstörerischen Einfluss ausübt: die Finanzwirtschaft. Sie gängle die Politik, anstatt das die Politik sie kontrolliere.
Die Einführung des Euro hält er für einen Fehler und denkt, dass dieser auch wieder verschwinden könnte. Aber er hat ein schönes Bild für solche Momente: Europa (also die EU) ist eine Kathedrale mit vielen Seitenschiffen. Wenn eines davon wegen eines Konstruktionsfehlers zusammenfällt, bleibt die Kathedrale doch in ihrem Fundament erhalten und erfüllt ihren Zweck weiter. Europa (und diesmal wirklich Europa) finde sowieso nicht in Politik und Verträgen statt, sondern in den Adressbüchern der Menschen Europas. Dort wo die Telefonnummern, die Post- und Mailadressen der Freunde auf dem ganzen Kontinent notiert sind.
25 Freitag
Anstatt mit dem Abstimmungssonntag beschäftige ich mich noch einmal mit dem letzten Weihnachtsessen. Serviert wurde in der Form eine „Tavolata“. D.h., die Komponenten jeden Ganges kamen in kleinen Platten auf den Tisch und die Teilnehmer des Essens konnten sich die Sachen auf den eigenen Teller schöpfen und die Platte weiterreichen. So sah die Vorspeise aus:
Tintenfischcarpaccio, Vitello tonnato, grilliertes Gemüse und hauchdünn geschnittener Schinken und Mortadella. Meerfrüchtesalat und Oliven waren auch noch dabei. So füllte ich mir den ersten Teller.
Als erster Gang kamen Pasta mit Pesto, Crevetten-Risotto und Steinpilzravioli. Letztere waren besonders gut. Den zweiten Gang zeige ich, wie er bereits auf meinem Teller war:
Loup de Mer, Rinds- und Kalbsschnitzerl, Pepperonata und Risotto. Salat und Kartoffeln kamen später. Aber weil der Geschäftführer euphorisch noch Fleisch nachbestellte, „musste“ ich noch zwei weitere Schnitzelchen vernichten.
Aus Zeitgründen musste ich aufs Dessert verzichten, aber, um ehrlich zu sein, mein Magen hätte wohl auch rebelliert.
29 Dienstag
Nach dem Essen mit A. gönnte ich mir noch einen Spaziergang durch und um meinen ehemaligen Wohnort Ostermundigen bis auf den Ostermundigenberg. Während der drei Jahre, die ich hier lebte, habe ich das nie geschafft. Darum wusste ich auch nichts davon, dass sich hier ein Grabstein befindet.
Es ist zwar nicht das Grab, des einstigen Berner Oberförsters Karl Kasthofer (1777-1853), denn dieses ist unbekannt, aber der Grabstein, der 1992 bei Bauarbeiten im Monbijou gefunden wurde. Hier, quasi mitten in seinem Revier, hat man ihm eine Gedenkstätte eingerichtet.
Hier ein Lexikoneintrag zu Karl Kasthofer.
Das ist der Titel des Films, der gestern (31. Okt) im ZDF lief. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Siegfried Lenz. Es geht um eine Liebesgeschichte zwischen dem 18-jährigen Schüler Christian und seiner Englischlehrerin Stella.
Gefallen hat mir an der Geschichte, dass es nicht um unschuldige Liebe gegen böse Umgebung geht. Die Eltern haben Verständnis, die Mitschüler spotten, die Lehrerkollegen mahnen. Das ganze hätte sogar Potential zum Happy-End. Aber – und das hat mir weniger gefallen – sind Happy-Ends halt nichts für hohe Literatur und es braucht ein tragisches Ende. Stella verunfallt beim Segeln tödlich und Christian verliert seine erste grosse Liebe.
Viel wichtiger als die Geschichte, ohne dessen Umstand ich den Film gar nicht geschaut hätte, ist, dass er vorwiegend auf Bornholm gedreht wurde. Meist im Hafen von Sandvig, dem Nachbarort von Gudhjem, wo ich schon vier Mal in den Ferien war. Die Geschichte spielt zwar in Deutschland, aber ein Dorf, das sich seit den sechziger Jahre kaum verändert hatte, fand das Filmteam eben hier.
Ich schaue nur noch selten Spielfilme und bin manchmal ganz froh, einen Grund zu haben.
2 Mittwoch
Ist der Weg da Ziel? Oder doch das Ziel? Vielleicht auch beides…
Das Ziel selbst war heute klar, es lag an der Aare.
Den Weg dorthin habe ich mir aber etwas aussergewöhnlich gestaltet. Nach Bern auf dem direkten Weg, dann aber mit dem Postauto via Meikirch nach Lyss. Eine Strecke, die ich während der Berner Zeit sicher hundertmal mit dem Auto gemacht habe. Als Postautopassagier hatte ich nun die Musse, die Landschaft anzuschauen. Am interessantesten waren jene Streckenabschnitte, wo das Postauto die Hauptstrasse verlässt und eine Extra-Schleife durch ein Dorf fährt. Nach einer knappen Stunde war ich in Lyss, bestieg den Zug nach Büren und dort den Bus (diesmal von der RBS) nach Solothurn.
Nach Solothurn – mal zu einer Sitzung, mal zum Schach spielen und, jedes Jahr, zur Biermesse – aber einfach als Tourist? Das kommt kaum vor. Diesmal aber ja und ich schaute mir erstmals an, was jeder Tourist anschauen muss.
Genau, die St. Ursen Kathedrale! Dort wo einst ein Geisteskranker den Altar anzündete und wo der protestantische Bundesrat Willy Ritschard eine Totenmesse erhielt.
Ich gehe übrigens nie im Mittelgang durch Kirchen (fast nie), sondern rund herum. Die Seitenkapellen sind häufig interessanter, als das Mittelschiff und die schräge Perspektive reizvoller, als die Symmetrie.
Auch auf dem Rückweg leistete ich mir ein Extra. Mit dem Bus nach Herzogenbuchsee und ab dort auf dem üblichen Wege mir dem Zug nach Hause.
23 Mittwoch
Natürlich nicht, wie sollte Europa auch scheitern, denn Europa ist eine Landmasse, ein Kontinent, resp. der Teil des Kontinentes Eurasien westlich des Urals. Aber so wie fast alle Amerika sagen, wenn sie die USA meinen, sagen mittlerweile auch fast alle Europa, wenn die EU, ein wirtschaftlich-politischer Verein, gemeint ist.
Aber natürlich geht es um das Buch „Was, wenn Europa scheitert“ von Geert Mak. Es wurde 2012 veröffentlicht und kennt noch keine Flüchtlingskrise und noch keinen Kommissionspräsidenten Juncker. Das Buch aber trotzdem noch aktuell.
Der Autor beantwortet die Titelfrage nicht direkt, sondern beschreibt die Probleme der EU, die uns auch bestens bekannt sind. Neben der Bürgerferne und dem Demokratiedefizit, richtet er den Blick auf jenen Teil der Wirtschaft, der nach seiner Meinung einen zerstörerischen Einfluss ausübt: die Finanzwirtschaft. Sie gängle die Politik, anstatt das die Politik sie kontrolliere.
Die Einführung des Euro hält er für einen Fehler und denkt, dass dieser auch wieder verschwinden könnte. Aber er hat ein schönes Bild für solche Momente: Europa (also die EU) ist eine Kathedrale mit vielen Seitenschiffen. Wenn eines davon wegen eines Konstruktionsfehlers zusammenfällt, bleibt die Kathedrale doch in ihrem Fundament erhalten und erfüllt ihren Zweck weiter. Europa (und diesmal wirklich Europa) finde sowieso nicht in Politik und Verträgen statt, sondern in den Adressbüchern der Menschen Europas. Dort wo die Telefonnummern, die Post- und Mailadressen der Freunde auf dem ganzen Kontinent notiert sind.
25 Freitag
Anstatt mit dem Abstimmungssonntag beschäftige ich mich noch einmal mit dem letzten Weihnachtsessen. Serviert wurde in der Form eine „Tavolata“. D.h., die Komponenten jeden Ganges kamen in kleinen Platten auf den Tisch und die Teilnehmer des Essens konnten sich die Sachen auf den eigenen Teller schöpfen und die Platte weiterreichen. So sah die Vorspeise aus:
Tintenfischcarpaccio, Vitello tonnato, grilliertes Gemüse und hauchdünn geschnittener Schinken und Mortadella. Meerfrüchtesalat und Oliven waren auch noch dabei. So füllte ich mir den ersten Teller.
Als erster Gang kamen Pasta mit Pesto, Crevetten-Risotto und Steinpilzravioli. Letztere waren besonders gut. Den zweiten Gang zeige ich, wie er bereits auf meinem Teller war:
Loup de Mer, Rinds- und Kalbsschnitzerl, Pepperonata und Risotto. Salat und Kartoffeln kamen später. Aber weil der Geschäftführer euphorisch noch Fleisch nachbestellte, „musste“ ich noch zwei weitere Schnitzelchen vernichten.
Aus Zeitgründen musste ich aufs Dessert verzichten, aber, um ehrlich zu sein, mein Magen hätte wohl auch rebelliert.
29 Dienstag
Nach dem Essen mit A. gönnte ich mir noch einen Spaziergang durch und um meinen ehemaligen Wohnort Ostermundigen bis auf den Ostermundigenberg. Während der drei Jahre, die ich hier lebte, habe ich das nie geschafft. Darum wusste ich auch nichts davon, dass sich hier ein Grabstein befindet.
Es ist zwar nicht das Grab, des einstigen Berner Oberförsters Karl Kasthofer (1777-1853), denn dieses ist unbekannt, aber der Grabstein, der 1992 bei Bauarbeiten im Monbijou gefunden wurde. Hier, quasi mitten in seinem Revier, hat man ihm eine Gedenkstätte eingerichtet.
Hier ein Lexikoneintrag zu Karl Kasthofer.
Samstag, 1. Oktober 2016
Der Oktober 2016
3 Montag
Ich neige chronisch dazu, die beiden Klosterdörfer mit E zu verwechseln. Das bessert nur, wenn man auch ein Bild davon hat, habe ich mir gesagt und vor einiger Zeit Einsiedeln besucht. Jetzt war endlich das andere dran: Engelberg.
Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch noch abklären, ob ich den Titlis fotografieren könnte. Die Antwort: Am Mittag steht die Sonne ziemlich exakt drüber, was kein brauchbares Bild gibt. Ich muss das Vorhaben auf nächsten Sommer verschieben. Aber Hauptsache, ich war endlich mal dort.
11 Dienstag
Und ab und zue planet si es attentat, loot’s aber glich nie lo gscheh,
do chunnt ere iri gueti chindetstube quer u dr närveschonend café.
Das ist ein Zitat aus dem Lied „Näbe de gleis“ von Patent Ochsner aus ihrem Album „Fischer“. Leider ist unter den 200 YouTube-Videos von den Ochsnern genau dieses nicht dabei. Es handelt von einer Frau, die auf dem Bahnhof herumhängt, zwei Zigaretten kauft (kann man das heute noch?) und besagten nervenschonenden Kaffee. Wenn sie nicht mehr weiss, wie weiter, kommen ihr eben die Attentats-Gedanken.
Warum denke ich an dieses Lied? Nun, mir kommen manchmal auch Gedanken, nach denen ich am liebsten die ganze Welt in die Luft fliegen lassen möchte. Ich habe aber auch eine gute Kinderstube genossen und glaube auch nicht an ein Jenseits, wo man mich für eine solche Tat feiern würde. Ausserdem ist heute der Kaffee in den Bahnhof-Kiosks besser.
23 Sonntag
Die Schachwoche. Nicht die Zeitschrift, die vor längerem eingestellt wurde, weil sich auch die Schachspieler am liebsten im Internet informieren, sondern meine letzte Woche, die im Zeichen des Schachs stand. So kann ich wieder einmal meine Schachbrett-Symbolik einsetzen und die Tage von Montag bis Freitag darstellen.
Am Montag lief, pardon, fuhr ich ins Schachlokal, um unseren Klubcup zu starten. Leider mit magerer Beteiligung von 10 Spielern. Ideal für einen Cup wären bekanntlich 16. Auch am Dienstag hüpfte ich in meiner Eigenschaft als Turnierleiter nach Thun. Diesmal zur Vorstandssitzung, bei der wir beschlossen den Dienstag anstelle des Montags zum Spielabend zu machen.
So konnte ich mich am Mittwoch Abend vor den Computer setzen und bereits die Terminpläne für nächstes Jahr mit dem neuen Spielabend aufzusetzen. Die ersten drei Tage der Woche waren somit der Administration gewidmet. Am Donnerstag war endlich auch für mich Schach spielen angesagt. Eine lange, zähe Partie ging zu Gunsten von weiss aus. Ich spielte leider mit schwarz. Auch am Freitag war ich aktiv, aber mit den Jasskarten. Unsere „Konkurrenz“, die Schachfreunde Thun organisieren neu auch ein Jassturnier. Hier konnte ich mal ganz frei von Verantwortung der Durchführung mitspielen. Ich landete auf einem der letzten Plätze, aber der Organisator hatte genügend Preise eingekauft, so dass für mich noch ein kleiner Panettone rausschaute.
Was folgt ist jetzt eine Woche ganz ohne Schach. So abwechslungsreich ist das Leben eines Vereinsmeiers…
30 Sonntag
„Wo warst du?“ – „In Scholefo!“
Nach ein bisschen Hin und Her war klar, dass er in La Chaux-de-Fonds war. Der Holländer, mit dem wir uns am Schachturnier befreundet hatten, konnte halt kein französisch.
Ich war am Samstag auch dort, in der Stadt mit dem breiten Boulevard mit seinen rechtwinklig abgehenden Seitenstrassen und seinen Parallelstrassen. Hier an der Espacité, im Rücken des Fotografen beginnt aber ein älterer Stadtteil mit Kirchhügel, wo die rechten Winkel Pause haben.
Ich spazierte um diesen Hügel und wieder dem Boulevard entlang ans andere Ende und dort den Hügel hinauf. Dort entdeckte ich ein Denkmal des Bundesrates Numa-Droz und einige Wohnblocks, die durchaus aus Sowjetzeiten hätten stammen können.
Die Skulptur wurde vermutlich zum 300j. Jubiläum der Marktrechte von La Chaux-de-Fonds errichtet und zeigt das Stadtwappen mit dem Bienenkorb. Im weissen Gebäude rechts befindet sich eine Migros-Filiale, die genau am Tag meines Besuchs die Pforten schloss. Offenbar fahren die Bewohner des Blocks lieber mit dem Auto ins Einkaufszentrum.
Auf einer erhöhten Längsstrasse wanderte ich zurück und stellte fest, dass in etlichen Strassen Trolleybusleitungen hängen, aber keine Trolleybusse unterwegs sind. Offenbar ist man daran, umzustellen. Man sieht, ich stadtwandere sehr assoziativ und ohne Fokus auf Sehenswürdigkeiten. Klar, Denkmäler und Kirchen sind selten zu übersehen und die schaue ich mir auch genauer an. Und manchmal verwirrt mich auch ein Gebäude.
Es sieht aus, wie eine Synagoge und es ich auch eine. Was mich verwirrte, ist, dass sie von einem achtzackigen Stern gekrönt wird und nicht von einem Davidsstern. Gemäss herumgoogeln kommt das noch in anderen Synagogen vor. Die Synagoge liegt an nur eine Strasse vom Boulevard entfernt, so dass ich mich gleich wieder auf diesem befand.
So toll der Boulevard auch ist in seiner Grosszügigkeit, ist er wohl für einen 40 Tausender Stadt überdimensioniert. Ausser dem Bahnhofplatz und dem Einkaufszentrum gleich daneben, wirkte die Stadt für einen Samstag Nachmittag doch recht leer. Kein Vergleich mit dem fast gleich grossen Thun. Die Chaux-de-Fonniers verlassen am Wochenende ihre Stadt.
Hier alles über Scholefo auf Wikipedia auf deutsch und noch ausführlicher auf französisch.
Ich neige chronisch dazu, die beiden Klosterdörfer mit E zu verwechseln. Das bessert nur, wenn man auch ein Bild davon hat, habe ich mir gesagt und vor einiger Zeit Einsiedeln besucht. Jetzt war endlich das andere dran: Engelberg.
Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch noch abklären, ob ich den Titlis fotografieren könnte. Die Antwort: Am Mittag steht die Sonne ziemlich exakt drüber, was kein brauchbares Bild gibt. Ich muss das Vorhaben auf nächsten Sommer verschieben. Aber Hauptsache, ich war endlich mal dort.
11 Dienstag
Und ab und zue planet si es attentat, loot’s aber glich nie lo gscheh,
do chunnt ere iri gueti chindetstube quer u dr närveschonend café.
Das ist ein Zitat aus dem Lied „Näbe de gleis“ von Patent Ochsner aus ihrem Album „Fischer“. Leider ist unter den 200 YouTube-Videos von den Ochsnern genau dieses nicht dabei. Es handelt von einer Frau, die auf dem Bahnhof herumhängt, zwei Zigaretten kauft (kann man das heute noch?) und besagten nervenschonenden Kaffee. Wenn sie nicht mehr weiss, wie weiter, kommen ihr eben die Attentats-Gedanken.
Warum denke ich an dieses Lied? Nun, mir kommen manchmal auch Gedanken, nach denen ich am liebsten die ganze Welt in die Luft fliegen lassen möchte. Ich habe aber auch eine gute Kinderstube genossen und glaube auch nicht an ein Jenseits, wo man mich für eine solche Tat feiern würde. Ausserdem ist heute der Kaffee in den Bahnhof-Kiosks besser.
23 Sonntag
Die Schachwoche. Nicht die Zeitschrift, die vor längerem eingestellt wurde, weil sich auch die Schachspieler am liebsten im Internet informieren, sondern meine letzte Woche, die im Zeichen des Schachs stand. So kann ich wieder einmal meine Schachbrett-Symbolik einsetzen und die Tage von Montag bis Freitag darstellen.
Am Montag lief, pardon, fuhr ich ins Schachlokal, um unseren Klubcup zu starten. Leider mit magerer Beteiligung von 10 Spielern. Ideal für einen Cup wären bekanntlich 16. Auch am Dienstag hüpfte ich in meiner Eigenschaft als Turnierleiter nach Thun. Diesmal zur Vorstandssitzung, bei der wir beschlossen den Dienstag anstelle des Montags zum Spielabend zu machen.
So konnte ich mich am Mittwoch Abend vor den Computer setzen und bereits die Terminpläne für nächstes Jahr mit dem neuen Spielabend aufzusetzen. Die ersten drei Tage der Woche waren somit der Administration gewidmet. Am Donnerstag war endlich auch für mich Schach spielen angesagt. Eine lange, zähe Partie ging zu Gunsten von weiss aus. Ich spielte leider mit schwarz. Auch am Freitag war ich aktiv, aber mit den Jasskarten. Unsere „Konkurrenz“, die Schachfreunde Thun organisieren neu auch ein Jassturnier. Hier konnte ich mal ganz frei von Verantwortung der Durchführung mitspielen. Ich landete auf einem der letzten Plätze, aber der Organisator hatte genügend Preise eingekauft, so dass für mich noch ein kleiner Panettone rausschaute.
Was folgt ist jetzt eine Woche ganz ohne Schach. So abwechslungsreich ist das Leben eines Vereinsmeiers…
30 Sonntag
„Wo warst du?“ – „In Scholefo!“
Nach ein bisschen Hin und Her war klar, dass er in La Chaux-de-Fonds war. Der Holländer, mit dem wir uns am Schachturnier befreundet hatten, konnte halt kein französisch.
Ich war am Samstag auch dort, in der Stadt mit dem breiten Boulevard mit seinen rechtwinklig abgehenden Seitenstrassen und seinen Parallelstrassen. Hier an der Espacité, im Rücken des Fotografen beginnt aber ein älterer Stadtteil mit Kirchhügel, wo die rechten Winkel Pause haben.
Ich spazierte um diesen Hügel und wieder dem Boulevard entlang ans andere Ende und dort den Hügel hinauf. Dort entdeckte ich ein Denkmal des Bundesrates Numa-Droz und einige Wohnblocks, die durchaus aus Sowjetzeiten hätten stammen können.
Die Skulptur wurde vermutlich zum 300j. Jubiläum der Marktrechte von La Chaux-de-Fonds errichtet und zeigt das Stadtwappen mit dem Bienenkorb. Im weissen Gebäude rechts befindet sich eine Migros-Filiale, die genau am Tag meines Besuchs die Pforten schloss. Offenbar fahren die Bewohner des Blocks lieber mit dem Auto ins Einkaufszentrum.
Auf einer erhöhten Längsstrasse wanderte ich zurück und stellte fest, dass in etlichen Strassen Trolleybusleitungen hängen, aber keine Trolleybusse unterwegs sind. Offenbar ist man daran, umzustellen. Man sieht, ich stadtwandere sehr assoziativ und ohne Fokus auf Sehenswürdigkeiten. Klar, Denkmäler und Kirchen sind selten zu übersehen und die schaue ich mir auch genauer an. Und manchmal verwirrt mich auch ein Gebäude.
Es sieht aus, wie eine Synagoge und es ich auch eine. Was mich verwirrte, ist, dass sie von einem achtzackigen Stern gekrönt wird und nicht von einem Davidsstern. Gemäss herumgoogeln kommt das noch in anderen Synagogen vor. Die Synagoge liegt an nur eine Strasse vom Boulevard entfernt, so dass ich mich gleich wieder auf diesem befand.
So toll der Boulevard auch ist in seiner Grosszügigkeit, ist er wohl für einen 40 Tausender Stadt überdimensioniert. Ausser dem Bahnhofplatz und dem Einkaufszentrum gleich daneben, wirkte die Stadt für einen Samstag Nachmittag doch recht leer. Kein Vergleich mit dem fast gleich grossen Thun. Die Chaux-de-Fonniers verlassen am Wochenende ihre Stadt.
Hier alles über Scholefo auf Wikipedia auf deutsch und noch ausführlicher auf französisch.
Donnerstag, 1. September 2016
Der September 2016
1 Donnerstag
Jetzt haben wir also Donnerstag, 1. September. Das hätte anders kommen können: Dem römischen Kaiser Tiberius wurde einst angeboten, diesen Monat nach ihm zu benennen, wie man es schon für (Gaius) Julius und Augustus gemacht hatte. Er hat dankend abgelehnt, wohl auch mit der Erkenntnis, dass spätenstens beim Dreizehnten zu Ehrenden Probleme auftauchen würden. So behielten also Sept-, Okt-, Nov- und Dezember ihre Namen, auch wenn die Nummerierung heute nicht mehr stimmt.
5 Montag
Vor Zehn Jahren eröffnete eine kleine Beiz an der Berner Herzogstrasse im Breitenrainquartier. Die Beiz nannte sich „Vetter Herzog“ nach dem General, nach dem die Strasse benannt ist. Schon bald wurden A. und ich Stammgäste dort. Fast jede Woche einmal assen wir dort zu Mittag.
Auch ein gutes Bier war immer Teil des Mittagessens. Erst Wabräu, später das Amber von BFM. Auch Flaschenbier wie Staropramen oder das Weizenbier von Aare-Bier genossen wir ab und zu.
Noch nicht jetzt, aber schon bald muss ich in der Vergangenheitsform über „Vetter Herzog“ schreiben, denn sie haben angekündigt per Ende Oktober zu schliessen. Traurig aber wahr. Felix, der Wirt, macht keine Geheimnis daraus: der Vetter schreibt seit einiger Zeit Verluste und es besteht keine Hoffnung wieder auf den Gewinnpfad zu kommen. Die Konkurrenz rund um den Breitenrainplatz hat zugenommen, wobei Felix und sein Compagnon Marco durchaus „mitschuldig“ sind, haben sie doch beim Aufbau der Brauereibeiz „Barbière“ mitgearbeitet und tun es immer noch. So werden die beiden Familienväter nicht arbeitslos.
8 Donnerstag
Endlich habe ich mir den höchsten Gipfel im eigenen Kanton angeschaut. „Angeschaut“ ist der richtige Begriff, denn als alpiner Gipfel ist das Finsteraarhorn für mich nicht erreichtbar. Ich kann mich nicht einmal an seinen Fuss stellen, wie das bei einigen seiner Nachbarn möglich ist.
Von Grindelwald fuhr ich mit dem Bus zum Berghaus Waldspitz. Eine ziemlich gruselige Fahrt, fährt das Postauto doch während der ganzen Zeit auf einer einspurigen Strasse. Zu guter Letzt wendet es 100 m vor dem Ziel und fährt rückwärts hinauf.
Zur Beruhigung, wanderte ich erst ein Stück Richtung First zu einer kleinen Alp, wo ich diese Aussicht genoss.
In der Mitte das Schreckhorn, links von ihm der obere, rechts der untere Grindelwaldgletscher. Über letzteren könnte ich das Objekt der Bergierde erreichen, wenn ich denn Gletscherwandern könnte. Aber mir ging es ja um eine Bild und um dieses zu machen, musste ich wieder westwärts, dem Strässchen entlang hinunter. Dann endlich, weit hinten, als würde es sich zieren, ist es sichtbar.
Im Wikipedia Artikel sieht man es im Panorama vom Nufenenpass aus. Dort ist dann auch erkennbar, dass es das Höchste ist, während es von Grindelwald wegen der Entfernung eher hamlos und klein wirkt. Vielleicht schaffe ich es ja auch mal auf den Nufenen und liefere ein Bild nach.
15 Donnerstag
Vom Diemtigtal aus gesehen ist er noch etwas näher als das Finsteraarhorn. Und anders als bei letzterem konnte ich ihm relativ nahe kommen. Wie im letzten Artikel erwähnt, startete ich in Château-d’Oex. Ich machte eine Wanderung nach Rougemont rund um den Berg La Laitemaire via den Weiler Ciernes Picat.
Nach einem rassigen Aufstieg von 450m war ich am höchsten Punkt der Wanderung, an der „Pforte“ zum Naturschutzgebiet zu dem auch der Vanil Noir gehört.
Vanil, so sagt mir Wikipedia, sei das alt-gallische Wort für Gipfel. Es gibt tatsächlich noch einen zweiten Vanil, den Vanil Carré in dieser Bergkette. Aber wo war das Objekt der Begierde, fragte ich mich, als ich dort stand. Ich war so nahe dran, dass mir die vorgelagerten Hügel die Sicht nahmen. erst wieder weiter weg und weiter unten sah ich ihn wieder.
Dafür ist er wieder weit hinten, denn vor ihm ist ein Creux, eine muldenförmige Hochebene zwischen seinen beiden Bergnachbarn. Darum besser das Bild vergrössern. Er ist in der Mitte und der einzige in der Reihe, der richtig spitz ist.
Wenn man an Château-d’Oex denkt, kommt einem vielleicht das Heissluftballonfestival in den Sinn oder Ballon, mit dem Bertrand Piccard um die Welt geflogen ist.
18 Sonntag
Es ist schwere Kost. Nicht nur wegen der 760 Seiten, sondern auch inhaltlich. Der Roman erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie in der Schweiz über fünf Generationen von 1871 bis 1945.
Ein Paar in Endingen AG mit einer Tochter und einer Pflegetochter. Die beiden heiraten, ziehen nach Baden resp. Zürich, werden Eltern und Grosseltern. Der Letzte in der Reihe, der Urgrossenkel wird Zionist und wandert nach dem Krieg nach Israel aus. Niemand in der Geschichte heisst Melnitz. Er ist ein Geist, der die Juden immer wieder an die Vergangenheit, an die immer wiederkehrenden Judenprogrome erinnert.
Die Figuren sind fiktiv, nicht aber die Orte und die Geschichte darum herum. So muss man als Leser wohl zur Kenntnis nehmen, dass der Antisemitismus in der Schweiz, zwar gezügelt, aber nicht weniger schlimm war, als andeswo. Wäre die Schweiz im zweiten Weltkrieg besetzt worden, wären die Juden hier genauso verfolgt worden, wie in Deutschland. Etwas, das man hierzulande wohl noch viel weniger gerne hört, als, dass es nicht unsere Armee war, die uns vor der Besetzung bewahrt habt, sondern, dass wir einfach Glück hatten.
22 Donnerstag
Da hat man wieder mal zuviel Zeit und schnüffelt in der Comic-Abteilung herum. Davon hatte ich kürzlich gelesen – das musste ich haben.
Was wäre, wenn Marine Le Pen nächstes Jahr zur Präsidentin Frankreichs gewählt würde? Diese Frage will diese „Graphic Novel“ beantworten. Es ist quasi die Antwort auf Michel Houellebecqs „Unterwerfung“. Einigen sich dort die Konservative und Sozialisten auf einen muslimischen Kandidaten, um Le Pen zu verhindern, bleiben sie hier zerstritten und Le Pen gewinnt.
Die Autoren haben sich das Programm des Front National vorgenommen und beschreiben, was in Frankreich passieren könnte, wenn Marine Le Pen dieses Programm so schnell wie möglich realisieren würde.
Neben allen realen Politikern und Journallisten, gibt es in der Geschichte noch eine fiktive, zweite Hauptperson: die alte Widerstandskämpferin Antoinette. Sie lebt mit ihren Enkeln und einer afrikanischen Studentin zusammen. An ihnen werden die Auswirkungen des Machtwechsels gezeigt: Fremdenfeindlichkeit, Inflation, Überwachungsstaat. Letzterer übrigens nicht etwa vom FN, sondern vom jetzigen Präsidenten Hollande eingerichtet.
Distopien, also negative Utopien, sind gruselig und faszinierend zugleich. So faszinierend, dass man sich beim Gedanken ertappt, dies tatsächlich erleben zu wollen. Paradisische Zustände hingegen wären viel zu langweilig.
25 Sonntag
Dieses Wochenende sind etablierte Parteien und Einzelmasken in Biel zur Wahl angetreten. Stadtpräsident bleibt Erich Fehr von der SP. Sein Vater Herrmann wurde damals am Tag meiner Maturfeier gewählt – es gibt also so etwas wie eine Stadtpräsidenten-Dynastie.
Beim betrachten der Wahlplakate, fiel mir eines auf:
In der Mitte des Bildes scheinbar ein Bieler Wappen, aber nur mir einem Beil. An Stelle des anderen Beils der Schriftzug der Partei in Form einer Sichel. Beil und Sichel ? Nein, Hammer und Sichel, kennen wir doch. Es handelt sich tatsächlich um das Plakat der PdA, der Partei der Arbeit – der Kommunisten also. Ich bin erstaunt, dass sie es wagen, diese Symbolik – von der Sowjetunion genügend desavouiert, zu verwenden.
Abgeschreckt hat es die zugeneigten Wähler nicht, sie haben imerhin einen Sitz gemacht.
27 Dienstag
Letzten Samstag war ich auf einer Besichtigung im neuen Flusskraftwerk Hagneck.
Es ist seit einem Jahr in Betrieb und ersetzt das alte Kraftwerk (hinten im Bild). Das Wasser der Aare wird hier 18 Meter hoch gestaut und läuft neu durch zwei waagerecht eingebaute Turbinen. Diese, resp. ihre Umhüllung, konnten wir auch ansehen.
In den blauen Rohren vestecken sie sich. Die gelben Hebel steuern die Klappen, mit denen der Durchfluss geregelt und auch ganz abgestellt werden kann. Ob die Anzahl Wasserflaschen wirklich anschaulicher ist, oder ob 27 Millionen Kubikmeter nicht auch beeindruckend genug wären, sei dahingestellt.
Der verwendete Beton der ganzen Anlage ist gelb-beige gefärbt und hat so die Farbe des Jurakalks, der auch die unterhalb aufgeschichteten Inseln bildet. Wenn Pionierpflanzen diese Inseln besiedelt haben, soll sich dort ein Vogelparadies bilden, hofft man. Auch der Schiffshafen unterhalb des alten Kraftwerkes wurde aufgeschüttet. Ganz verlanden soll er aber nicht, weshalb man noch eine alte Turbine, quasi im Mueseumsmodus, laufen lässt, so dass auch dort weiter Wasser fliesst.
Noch ein Vergleich zum Nachdenken: Hagneck produziert zehn Mal soviel Strom, wie eine Solaranlage bei besten Bedingungen, wie sie auf dem Wankdorfstadion ist, aber zehn Mal weniger, als ein AKW.
Jetzt haben wir also Donnerstag, 1. September. Das hätte anders kommen können: Dem römischen Kaiser Tiberius wurde einst angeboten, diesen Monat nach ihm zu benennen, wie man es schon für (Gaius) Julius und Augustus gemacht hatte. Er hat dankend abgelehnt, wohl auch mit der Erkenntnis, dass spätenstens beim Dreizehnten zu Ehrenden Probleme auftauchen würden. So behielten also Sept-, Okt-, Nov- und Dezember ihre Namen, auch wenn die Nummerierung heute nicht mehr stimmt.
5 Montag
Vor Zehn Jahren eröffnete eine kleine Beiz an der Berner Herzogstrasse im Breitenrainquartier. Die Beiz nannte sich „Vetter Herzog“ nach dem General, nach dem die Strasse benannt ist. Schon bald wurden A. und ich Stammgäste dort. Fast jede Woche einmal assen wir dort zu Mittag.
Auch ein gutes Bier war immer Teil des Mittagessens. Erst Wabräu, später das Amber von BFM. Auch Flaschenbier wie Staropramen oder das Weizenbier von Aare-Bier genossen wir ab und zu.
Noch nicht jetzt, aber schon bald muss ich in der Vergangenheitsform über „Vetter Herzog“ schreiben, denn sie haben angekündigt per Ende Oktober zu schliessen. Traurig aber wahr. Felix, der Wirt, macht keine Geheimnis daraus: der Vetter schreibt seit einiger Zeit Verluste und es besteht keine Hoffnung wieder auf den Gewinnpfad zu kommen. Die Konkurrenz rund um den Breitenrainplatz hat zugenommen, wobei Felix und sein Compagnon Marco durchaus „mitschuldig“ sind, haben sie doch beim Aufbau der Brauereibeiz „Barbière“ mitgearbeitet und tun es immer noch. So werden die beiden Familienväter nicht arbeitslos.
8 Donnerstag
Endlich habe ich mir den höchsten Gipfel im eigenen Kanton angeschaut. „Angeschaut“ ist der richtige Begriff, denn als alpiner Gipfel ist das Finsteraarhorn für mich nicht erreichtbar. Ich kann mich nicht einmal an seinen Fuss stellen, wie das bei einigen seiner Nachbarn möglich ist.
Von Grindelwald fuhr ich mit dem Bus zum Berghaus Waldspitz. Eine ziemlich gruselige Fahrt, fährt das Postauto doch während der ganzen Zeit auf einer einspurigen Strasse. Zu guter Letzt wendet es 100 m vor dem Ziel und fährt rückwärts hinauf.
Zur Beruhigung, wanderte ich erst ein Stück Richtung First zu einer kleinen Alp, wo ich diese Aussicht genoss.
In der Mitte das Schreckhorn, links von ihm der obere, rechts der untere Grindelwaldgletscher. Über letzteren könnte ich das Objekt der Bergierde erreichen, wenn ich denn Gletscherwandern könnte. Aber mir ging es ja um eine Bild und um dieses zu machen, musste ich wieder westwärts, dem Strässchen entlang hinunter. Dann endlich, weit hinten, als würde es sich zieren, ist es sichtbar.
Im Wikipedia Artikel sieht man es im Panorama vom Nufenenpass aus. Dort ist dann auch erkennbar, dass es das Höchste ist, während es von Grindelwald wegen der Entfernung eher hamlos und klein wirkt. Vielleicht schaffe ich es ja auch mal auf den Nufenen und liefere ein Bild nach.
15 Donnerstag
Vom Diemtigtal aus gesehen ist er noch etwas näher als das Finsteraarhorn. Und anders als bei letzterem konnte ich ihm relativ nahe kommen. Wie im letzten Artikel erwähnt, startete ich in Château-d’Oex. Ich machte eine Wanderung nach Rougemont rund um den Berg La Laitemaire via den Weiler Ciernes Picat.
Nach einem rassigen Aufstieg von 450m war ich am höchsten Punkt der Wanderung, an der „Pforte“ zum Naturschutzgebiet zu dem auch der Vanil Noir gehört.
Vanil, so sagt mir Wikipedia, sei das alt-gallische Wort für Gipfel. Es gibt tatsächlich noch einen zweiten Vanil, den Vanil Carré in dieser Bergkette. Aber wo war das Objekt der Begierde, fragte ich mich, als ich dort stand. Ich war so nahe dran, dass mir die vorgelagerten Hügel die Sicht nahmen. erst wieder weiter weg und weiter unten sah ich ihn wieder.
Dafür ist er wieder weit hinten, denn vor ihm ist ein Creux, eine muldenförmige Hochebene zwischen seinen beiden Bergnachbarn. Darum besser das Bild vergrössern. Er ist in der Mitte und der einzige in der Reihe, der richtig spitz ist.
Wenn man an Château-d’Oex denkt, kommt einem vielleicht das Heissluftballonfestival in den Sinn oder Ballon, mit dem Bertrand Piccard um die Welt geflogen ist.
18 Sonntag
Es ist schwere Kost. Nicht nur wegen der 760 Seiten, sondern auch inhaltlich. Der Roman erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie in der Schweiz über fünf Generationen von 1871 bis 1945.
Ein Paar in Endingen AG mit einer Tochter und einer Pflegetochter. Die beiden heiraten, ziehen nach Baden resp. Zürich, werden Eltern und Grosseltern. Der Letzte in der Reihe, der Urgrossenkel wird Zionist und wandert nach dem Krieg nach Israel aus. Niemand in der Geschichte heisst Melnitz. Er ist ein Geist, der die Juden immer wieder an die Vergangenheit, an die immer wiederkehrenden Judenprogrome erinnert.
Die Figuren sind fiktiv, nicht aber die Orte und die Geschichte darum herum. So muss man als Leser wohl zur Kenntnis nehmen, dass der Antisemitismus in der Schweiz, zwar gezügelt, aber nicht weniger schlimm war, als andeswo. Wäre die Schweiz im zweiten Weltkrieg besetzt worden, wären die Juden hier genauso verfolgt worden, wie in Deutschland. Etwas, das man hierzulande wohl noch viel weniger gerne hört, als, dass es nicht unsere Armee war, die uns vor der Besetzung bewahrt habt, sondern, dass wir einfach Glück hatten.
22 Donnerstag
Da hat man wieder mal zuviel Zeit und schnüffelt in der Comic-Abteilung herum. Davon hatte ich kürzlich gelesen – das musste ich haben.
Was wäre, wenn Marine Le Pen nächstes Jahr zur Präsidentin Frankreichs gewählt würde? Diese Frage will diese „Graphic Novel“ beantworten. Es ist quasi die Antwort auf Michel Houellebecqs „Unterwerfung“. Einigen sich dort die Konservative und Sozialisten auf einen muslimischen Kandidaten, um Le Pen zu verhindern, bleiben sie hier zerstritten und Le Pen gewinnt.
Die Autoren haben sich das Programm des Front National vorgenommen und beschreiben, was in Frankreich passieren könnte, wenn Marine Le Pen dieses Programm so schnell wie möglich realisieren würde.
Neben allen realen Politikern und Journallisten, gibt es in der Geschichte noch eine fiktive, zweite Hauptperson: die alte Widerstandskämpferin Antoinette. Sie lebt mit ihren Enkeln und einer afrikanischen Studentin zusammen. An ihnen werden die Auswirkungen des Machtwechsels gezeigt: Fremdenfeindlichkeit, Inflation, Überwachungsstaat. Letzterer übrigens nicht etwa vom FN, sondern vom jetzigen Präsidenten Hollande eingerichtet.
Distopien, also negative Utopien, sind gruselig und faszinierend zugleich. So faszinierend, dass man sich beim Gedanken ertappt, dies tatsächlich erleben zu wollen. Paradisische Zustände hingegen wären viel zu langweilig.
25 Sonntag
Dieses Wochenende sind etablierte Parteien und Einzelmasken in Biel zur Wahl angetreten. Stadtpräsident bleibt Erich Fehr von der SP. Sein Vater Herrmann wurde damals am Tag meiner Maturfeier gewählt – es gibt also so etwas wie eine Stadtpräsidenten-Dynastie.
Beim betrachten der Wahlplakate, fiel mir eines auf:
In der Mitte des Bildes scheinbar ein Bieler Wappen, aber nur mir einem Beil. An Stelle des anderen Beils der Schriftzug der Partei in Form einer Sichel. Beil und Sichel ? Nein, Hammer und Sichel, kennen wir doch. Es handelt sich tatsächlich um das Plakat der PdA, der Partei der Arbeit – der Kommunisten also. Ich bin erstaunt, dass sie es wagen, diese Symbolik – von der Sowjetunion genügend desavouiert, zu verwenden.
Abgeschreckt hat es die zugeneigten Wähler nicht, sie haben imerhin einen Sitz gemacht.
27 Dienstag
Letzten Samstag war ich auf einer Besichtigung im neuen Flusskraftwerk Hagneck.
Es ist seit einem Jahr in Betrieb und ersetzt das alte Kraftwerk (hinten im Bild). Das Wasser der Aare wird hier 18 Meter hoch gestaut und läuft neu durch zwei waagerecht eingebaute Turbinen. Diese, resp. ihre Umhüllung, konnten wir auch ansehen.
In den blauen Rohren vestecken sie sich. Die gelben Hebel steuern die Klappen, mit denen der Durchfluss geregelt und auch ganz abgestellt werden kann. Ob die Anzahl Wasserflaschen wirklich anschaulicher ist, oder ob 27 Millionen Kubikmeter nicht auch beeindruckend genug wären, sei dahingestellt.
Der verwendete Beton der ganzen Anlage ist gelb-beige gefärbt und hat so die Farbe des Jurakalks, der auch die unterhalb aufgeschichteten Inseln bildet. Wenn Pionierpflanzen diese Inseln besiedelt haben, soll sich dort ein Vogelparadies bilden, hofft man. Auch der Schiffshafen unterhalb des alten Kraftwerkes wurde aufgeschüttet. Ganz verlanden soll er aber nicht, weshalb man noch eine alte Turbine, quasi im Mueseumsmodus, laufen lässt, so dass auch dort weiter Wasser fliesst.
Noch ein Vergleich zum Nachdenken: Hagneck produziert zehn Mal soviel Strom, wie eine Solaranlage bei besten Bedingungen, wie sie auf dem Wankdorfstadion ist, aber zehn Mal weniger, als ein AKW.
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