Dienstag, 13. September 2011

Die Bücherliste

Das Buch "101 Dinge, die man tun muss" hat mir 77 Bücher empfohlen. Viele von denen habe ich noch nicht gelesen und werde es wohl auch nicht tun. Aber ich war schliesslich immer ein Leser und so ergänze ich die Liste mit einigen Büchern, die ich gelesen habe und für empfehlenswert halte. Darunter auch Sachbücher und Reportagen, denn die Wirklichkeit schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Folgende Aufzählung, das ist klar, ist genau so unvollständig und irrelevant, wie alle anderen.

Andreas Altmann: Reise durch einen einsamen Kontinent *
Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem **
Alex Capus: Eine Frage der Zeit
Stephen Clarke: A Year in the Merde
Alexandre Dumas: Les trois Mousquetaires
Umberto Ecco: Das Foucaultsche Pendel
Andreas Eschbach: Ausgebrannt, Der Nobelpreis
Graham Greene: Unser Mann in Havanna
Tony Hawks: Mit dem Kühlschrank durch Irland *
Aldous Huxley: Brave New World (Schöne neue Welt)
Werner Köhler: Cookies
François Lelord: Hectors Reise
Marina Lewycka: Caravan
Geert Mak: Das Jahrhundert meines Vaters *
Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon
Dietrich Schwanitz: Bildung **
Martin Suter: Small World, Die dunkle Seite des Mondes
J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe
Voltaire: Candide ou l'optimisme

* Reportage
** Sachbuch

Sonntag, 11. September 2011

Das Thema des Tages

Als die Moderatorin von WDR2 ein Gespräch über nine-eleven ankündigte, wollte ich gleich umschalten. Aber die ersten Worte des Gastes, änderte meine Meinung. Es handelte sich um Eric T. Hansen, ein US-Amerikaner in Deutschland und Mittelalterforscher. Denn nach der obligaten Frage "Wo waren Sie als es passierte?", erzählte er von seinen Forschungen über Karl dem Grossen und dass er am Abend des 11. September von ihm geträumt habe. Dabei sei ihm klar geworden, dass unsere Kultur, unser Denksystem seine Wurzeln im frühen Mittelalter, also vor über Tausend Jahren habe. So etwas geht nicht wegen eines Terroranschlages unter.
Eine wohltuende Erklärung, in meinen Augen. Haben wir doch in den letzten zehn Jahren zum Überdruss gehört, wie die Welt nach nine-eleven eine andere sein soll. Die Welt hat sich nun mal weiter gedreht und das Leben geht für die Menschen weiter. Auch wenn in dem Medien heute noch einmal ausführlich von dem "Tag, der die Welt veränderte" die Rede ist.
Das Gespräch war interessant und humorvoll. Am Schluss zeigte sich Hansen noch einmal als typischer Amerikaner: "Wir leben in der besten Welt und sie wird immer besser". Auch wenn ich diesen übertriebenen Optimismus gelegentlich etwas belächle, höre ich doch lieber solches, als das Neuste von einem Playboy aus Zürich.
Gestern Abend lief auf Arte eine Doku über das Erdbeben von Lissabon 1755. Auch damals gab es einen Kampf zwischen Vernunft und Hysterie, wobei zum Glück erstere siegte. Ob und wie diese Katastrophe die Welt verändert hat, wurde damals auch ausführlich diskutiert. Sie hat wohl der Aufklärung einen Schub gegeben. Aber eben nur einen Schub, denn sie war so oder so in Gang. Ich denke darum, dass es auch mit nine-elven ähnlich ist: Das eine oder andere wurde gefördert, ist aber nicht alleine aus diesem Ereignis entstanden.
Das Gedenkmal in Lissabon. In New York ist man, meines Wissen, noch nicht soweit.

Freitag, 9. September 2011

Wieder ein neues Spielzeug

Alles spricht von DAB, oder zumindest ein, zwei Leute, und so konnte nicht viel Zeit vergehen, dass ich mir auch so ein DAB-Gerät anschaffen musste. Für das Auto. Allerdings wollte ich keinen neuen Autoradio anschaffen, denn die Tage meines jetzigen Wagens sind gezählt. Wer weiss, vielleicht wäre ich am Montag gar nicht mehr durch die Kontrolle gekommen. So kam mir dieses Produkt gerade recht. Ein unabhängiges Empfangsgerät, wie ein Navi befestigt, das den eingeschalteten DAB-Sender auf einen UKW-Frequenz umsetzt und so das vorhandene Autoradio bedient. Ausserdem kann man das Ding auch mitnehmen und via Kopfhörer DAB hören.
Im Auto wird es via Zigarettenanzünder betrieben. Das erste Mal, dass ich diese Vorrichtung brauche.
Meine Sorge war natürlich, dass in meinem engen Tal der Empfang mangelhaft wäre. Aber das "normale" DAB-Paket ist bestens zu empfangen. Das sind die DRS-Sender und die Musikprogramme. So kann ich jetzt morgens der Werbung und den Telefonspielchen entgehen und Swiss-Pop hören und am Abend das "Echo der Zeit" auf DRS4 News. Die Programme der anderen Sprachregionen und die Privatradios empfängt man nur auf DAB+. Dazu hingegen muss ich erst aus dem Tal hinaus. Sobald ich aus dem Dorf und über der Simme bin, kann ich z.B. Radio 24 hören. Leider keine Berner Sender, warum weiss ich zur Zeit nicht. Es hat auch Programme, die bisher nicht "on Air" zu empfangen waren, wie Radio Eviva, oder, für die Heiligen unter uns, Radio Maria(katholisch) und Life Channel(evangelisch). Letzterer scheint noch einigermassen geniessbar zu sein. Ein Nonstop Musikprogramm mit Beiträgen verschiedener Privatradios ist Swissmntholiday. Dieses und Radio Central haben ein Musikprofil, das mir zusagt. Ich würde mir aber trotzdem wünschen, dass auf der Senderliste auch bald Capital FM oder Radio 32 auftauchen würde. Noch genauer muss ich mir Radio Inside anhören, das viel Schweizer Musik verspricht. Ja, das neue Spielzeug gibt zu tun.

Mittwoch, 7. September 2011

Paradoxovaren

Zu "normalen" Zeiten wäre es wohl niemandem in den Sinn gekommen, Xherdan Shaqiri einen Kosovaren zu nennen. Als Mitglied der Nationalmannschaft ist er ganz klar ein Schweizer Bürger. Mit kosovarischen Wurzeln, aber Schweizer. Auch wenn die Familie Shaqiri beim Rütlischwur noch nicht dabei war.
Aber da gab es eben diese zwei Bluttaten, kurz hintereinander, die von Kosovaren verübt wurden. Die SVP schlachtete die Geschehnisse sofort aus und schalteten ein Inserat, bezogen auf den Ueberfall in Interlaken: "Kosovaren schlitzen Schweizer auf". Zu Recht ging ein Aufschrei durchs Land. Diese Aussage rücke eine ganze Volksgruppe anhand von Einzelfällen in ein schlechtes Licht.
Die SVP zog dieses Inserat - im Gegensatz zu vielen anderen - zurück, der Werbeeffekt war ja geleistet. Die SVP-Gegner machten auch weiter und begannen SVP-Plakate zu verfälschen. Der Fussballmatch vom Dienstag Abend lieferte diese Beschriftung: "Kosovaren retten Schweizer Nati".
Abgesehen davon, dass es ja nur einer war, plötzlich ist Shaqiri wieder ein Kosovare und kein Schweizer mehr. Ausserdem tut man genau das, was man der SVP vorwirft: Man bemüht einen Einzelfall um eine ganze Volksgruppe zu beleuchten. Im positiven Sinn zwar, aber doch mit der gleichen Methode. Den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen ist zwar eine beliebte Kampftaktik, macht einen aber unglaubwürdig, wenn man ebendiese Waffen vorgängig verurteilt hat.
Ich habe mich jetzt auch ein bisschen unglaubwürdig gemacht, denn ich habe diese Partei nicht weniger als fünf Mal genannt. Das soll aber die Ausnahme bleiben.

Dienstag, 6. September 2011

Hauptstadtfrage (III)

Das erste Gegenargument, das kommt, wenn man von der Verlegung der Hauptstadt spricht, ist der Verlust der Arbeitsplätze des Bundes. Die Site der Bundesverwaltung nennt die Zahl von 37'000 Arbeitsplätzen, allerdings ohne deren geographische Verteilung zu benennen. Andernorts habe ich die Anzahl von ca. 20'000 in der Agglomeration Bern gelesen. Nicht alle, die Bundesverwaltung ist ja auch dezentralisiert, aber die meisten davon würden wohl verloren gehen. Wichtig wäre auch die Reaktion der ehemaligen Bundesbetriebe, wie SBB, Post oder Swisscom. Auch wenn es objektiv nicht nötig wäre, den Hauptsitz in der Hauptstadt zu haben, könnte es sein, dass diese Betriebe auch die geographische Nähe zur Regierung weiter suchen. Aber es wäre kaum nötig, alle diese Arbeitsplätze zu ersetzen, denn ein Teil der Bundesangestellten wohnt auch heute nicht in Bern und würde einfach nach Zürich pendeln, was das Berner Verkehrssystem sogar entlasten würde.
Trotzdem müsste man diesen Verlust von Arbeitsplätzen ernst nehmen und die Berner Wirtschaftsförderung müsste kräftig die Werbetrommel rühren, um neue Unternehmen anzulocken. Die leer gewordenen Verwaltungsgebäude könnten der Konzentration von kantonalen und städtischen Verwaltungen dienen und kleinere Standorte könnten wieder zu Wohnraum werden. Auch die Botschaftervillen würden frei und wären sicher attraktiv für zahlungskräftige Neuzuzüger.
Eine gute Möglichkeit, der Stadt neue Impulse zu geben, sehe ich in der Universität. In einigen Teilen, der Medizin oder den Naturwissenschaften, ist sie ja bereits heute Spitze. Diese könnte man ausbauen und so neue Spitzenleute, aber auch mehr Studenten holen. Heute sind es 14'000 Studenten - bis 20'000 könnte man sicher gehen. Studenten beleben die Stadt. Sie sind zwar keine guten Steuerzahler, aber gerade bei ausländischen Studenten könnte man hoffen, dass ein Teil nach dem Studium ihre Unternehmen oder Praxen in Bern eröffnen.

Montag, 5. September 2011

Herbstaktionen

Was bedeutet es, wenn bei Migros Trauben, Sauerkraut, Raclettekäse und Studentenschnitten Aktion sind? Genau, es wird Herbst! Gut, die Studentenschnitten fallen etwas aus der Reihe, aber es sind die, bei denen ich wohl noch schwach werde.
Nicht gerade schwach geworden, aber mit einem mulmigen Gefühl angetreten, bin ich bei der Fahrzeugkontrolle an diesem Nachmittag. Aber es gab keine Mängel zu reklamieren. Nur die Reifen seien bald durch, sagte mir der Kontrolleur. Das heisst wohl, dass ich sie beim nächsten Service gleich entsorgen lassen kann, da dann ja wieder Radwechsel ist. Und Abgaswartung auch.
Heute hat auch die lange erwartete Badezimmerrenovation begonnen. Ganz leer und kahl präsentiert sich das Räumchen jetzt. Es sieht so aus, als hätten sich die Kacheln alle gut entfernen lassen, so dass auch das Anbringen der neuen keine Probleme bieten wird. Die Duschwanne liegt auf dem Balkon bereit; sie wird wohl als nächstes eingebaut. Möglichst tief, so dass ich in Zukunft richtig in die Duschkabine eintreten kann.
Damit aber dieser Blog nicht zum reinen Badezimmerumbaublog wird, geht es morgen wieder mit der Hauptstadtfrage weiter.

Sonntag, 4. September 2011

Ein bisschen Mittelalter

Zuerst aber ein bisschen Bier. Am Samstag Morgen standen die Thuner Heimbrauer wieder vor dem Mühlistübli in Steffisburg und brauten live. Vom nur in die Gerstensuppe reinschauen, haben die Passanten und Freunde aber nicht so viel - darum schenkten Markus und Patrik auch einige Biere aus ihrer Produktion aus. Dazu natürlich auch Brezen und Weisswurst.
Ja, ich bin dem Prinzip, kein Bier vor Zwölf untreu geworden. Aber es ging ja noch weiter nach Kiesen. Dort fand aus Anlass des Dorfjubiläums ein Mittelaltermarkt statt. Mit allerlei Marktständen und mit Musik. Nach ein bisschen stöbern zog es uns schon bald wiederum zu einem Brauer. Zu Uelu aus Burgdorf, der seinen Bieren auch passende Namen wie Lancelot und Exsalibur verpasst hat. Nicht ganz authentisch waren die Plastikbecher, aber wer eines hatte, konnte auch sein Trinkhorn abfüllen lassen.
Auf dem Markt wurden auch ein paar Theaterstücke und Schaukämpfe aufgeführt, mehr interessierte uns aber die Musik. Zwei Bands, Kel Amrun und Koenix, spielten. Letztere gefielen uns besser:
Man sieht, hier ist ein modernes Schlagzeug im Spiel und auch die Mandoline, die hier gerade nicht gespielt wird, ist an einem Verstärker angeschlossen. Für die Musik gilt dasselbe, wie wohl für alle solchen Anlässe: Das Mittelalter ist seit 500 Jahren vorbei. Diese Feste sind heutige Veranstaltungen mit Elementen aus dem Mittelalter. Mir gefiel es so.

Donnerstag, 1. September 2011

Kondens...

...milch mag ich. Die gezuckerte aus der Tube. Mmmmh! Aber eigentlich meine ich Kondensstreifen. Solche sehe ich oft am Sonntag Abend, wenn ich mit Nachbarn auf dem Balkon sitze und Bier trinke. Wenn wir gerade kein Gesprächsthema haben, sinnieren wir darüber, wohin diese Flugzeuge unterwegs sind.
Es gibt aber Leute, die halten die Kondensstreifen nicht für Kondensstreifen, sondern für Chemtrails. Eine Verschwörungstheorie, die davon ausgeht, dass Geheimdienste oder Staaten oder sonst wer Chemikalien ausstreuen. Zum Zweck, das Volk zu impfen oder zu vergiften oder das Wetter zu verändern oder was auch immer.
Ich höre mir gerade einen Podcast zu diesem Thema an. Grund genug, die Produzenten dieses und vieler anderer kritischer Podcasts zu empfehlen. Es handelt sich um Hoaxilla, der Produktion eines Paares aus Münster. ihre Podcasts erstrecken sich über viele Themen wie Nessie, Vampire und vor allem allerlei Verschwörungstheorien. Zu den Chemtrails hat sich auch unser aller Wetterfrosch, Jörg Kachelmann, hier mal in einem Video gründlich zum Thema ausgelassen.
Und meine Meinung dazu? Ehrlich gesagt, ich mag Verschwörungstheorien. Wie ich schon früher Märchen und Sagen mochte. Ich erfinde auch gerne welche. Zum Beispiel diese, dass der erste Besitzer meiner Wohnung darum grüne Schüsseln gewählt hat, um alle nachfolgenden Besitzer in den Wahnsinn zu treiben. Aber er hat sein Ziel nicht erreicht. Nach zehn Jahren erfolgreichem Widerstandes von meiner Seite, wird nächste Woche mein Badezimmer vollständig neu gemacht und das grüne Zeug geht dorthin wo es hin gehört: Auf den Müll! Dort gehören übrigens auch die Chemtrails hin.