Freitag, 11. Januar 2013

Pferdekopf

Die Mafia soll, so heisst es, unwilligen Leuten als letzte Warnung einen Pferdekopf ins Bett legen. Wahr oder nicht, bei diesem Artikel geht es nicht in erster Linie um Pferde.
Eine französische Comic-Zeichnerin, deren Blog ich verfolge, will mit Mann und Tochter nach der USA übersiedeln. Sie beantwortet in einem Blogartikel Fragen ihrer Leser. Eine Frage war, ob sie keine Angst habe, ihr Kind in eine US-Schule zu schicken. Der Amoklauf von Newtown lässt grüssen.
Eine mögliche Antwort wäre, darauf hinzuweisen, dass es hunderttausende von Schulen in den USA gibt und die Chance (resp. Malchance), durch einen Amoklauf umzukommen für ein Kind immer noch bedeutend kleiner ist, als z.B. im Strassenverkehr. Da Laurel, so heisst die Dame, einen Hang zum makaberen hat, erklärt sie: "Wir haben der Kleinen eine Smith & Wesson gekauft. Damit kann man einem Pferd auf hundert Meter sicher den Kopf abschiessen."
Nicht gerade die feine Art, aber doch witzig. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt, weder für das Pferd noch für das Kind.
Hier der ganze Artikel (en français, bien sûr).

Mittwoch, 9. Januar 2013

Heiss

Letzten Samstag erfuhr ich via Twitter, dass auf dem dritten Programm über die "neue" Methode des Kaminanfeuerns berichtet würde. Unter anderem mit einem Interview von Stoeps Meyer, der diesen Umstand dann auch kräftig bewarb.
Neu feuert man also von oben herab: Die grossen Scheiter zuunterst, dann Anfeuerholz und schliesslich eine Anzündhilfe. Gemäss Stoeps sammelt man dazu am besten Weinkorken und legt diese in Sprit ein.
Ich habe dann meinen Ofen auch eingeheizt, aber mit der Einschränkung, dass ich keine Anfeuerholz und auch keine spiritualisierten Korken habe. So nahm ich denn Anzündwürfel, wie man sie für den Grill braucht, was rauchgasmässig wieder ein Rückschritt zur angepriesenen Methode ist.
Die Übung gelang und ich legte noch ab und zu ein Holzscheit nach. Gegen fünf Uhr abends schwitzte ich bei dreissig Grad. So beschloss ich, bevor auch noch das T-Shirt fallen müsste, das Feuer wieder ausgehen zu lassen.

Montag, 7. Januar 2013

Little Gutmensch

Das Wort "Gutmensch" hört und liest man in letzter Zeit öfters und ebenso die Klage darüber, dass ein an sich positives Wort als Schimpfwort benutzt wird. Ich meide zwar diesen Begriff, kann mich aber auch damit abfinden, dass sich der Sprachgebrauch nicht immer logisch entwickelt. Ein positiver Befund in der Medizin ist ja für den Patienten meist auch nicht positiv.
Vor ein paar Tagen bin ich beim herumzappen wieder mal auf die Comedy-Serie "Little Britain" gestossen. Einer der Sketches handelt jeweils vom behinderten und übergewichtigen Andy und seinem Freund Lou, der alles für ihn tut. Andy ist immer schlecht gelaunt und schickt seinen Freund abwechselnd Eis oder Chips holen. Wenn Lou mit der Sorte zurückkommt, die Andy unbedingt wollte, ist dieser unzufrieden und verlangt etwas anderes. Der Witz ist immer: Sobald Lou ausser Sichtweite ist, steht Andy auf, holt sich selbst etwas zu Essen oder macht irgendetwas anderes. Immer genau dann, wenn Lou zurückkommt, ist Andy wieder in seinem Rollstuhl.
Lou ist eine perfekte Karikatur eines Gutmenschen. Er ist extrem hilfsbereit und ist in seiner Naivität blind dafür, dass Andy ihn betrügt und ausnützt. Andy ist der intelligentere der zwei, denn er sorgt besser für sich selbst, wenn Lou abwesend ist, als dieser es kann. Abhängig ist eigentlich Lou, denn für Andy zu sorgen ist sein ganzer Lebenssinn.
Hier liegt der Kern in der abschätzigen Bedeutung von "Gutmensch": Unkritisches Helfen und halten des Hilfsempfängers in der Abhängigkeit, die eine beidseitige Abhängigkeit ist. Man könnte etwas kühler den Betroffenen vorwerfen, sie litten unter einem Helfersyndrom. Aber das macht es wahrscheinlich auch nicht besser.
Wikipedia über Gutmensch und Little Britain (glücklicherweise mit einem Bild von Lou und Andy).

Sonntag, 6. Januar 2013

Alles Flaschen

Wenn ich das über die aktuelle Küchenbesatzung sage, ist niemand beleidigt. 48 Flaschen warten darauf mit meinem jüngsten Bier abgefüllt zu werden. Diesmal kommen eben so viele 33cl Einwegflaschen zum Einsatz, wie Mehrweg Halbliter Flaschen. Erstere sind vor allem gut, wenn man Bier weggibt und nicht sicher ist, ob die Flaschen auch wieder zurückkommen.
Auf dem Bild sieht man eine Flasche auf dem Flaschenreiniger. Eine Düse die, wenn man daraufdrückt, Wasser mit Desinfektionsmittel einspritzt. Danach muss man die Flaschen wieder auswaschen und schliesslich füllen und mit einem Kronkorken verschliessen.
Nächsten Dienstag am Brauerstamm kommen sie noch nicht zum Einsatz, denn zuerst heisst es noch fünf Wochen reifen.

Samstag, 5. Januar 2013

Kuscheldecke

Nein, dem sagt man nicht Wolken oder Hochnebel. Erst recht nicht grau. Der Morgen hat einfach noch eine silberne Kuscheldecke über das Diemtigtal gelegt. So können sich alle noch einmal in Ruhe recken und strecken und das Morgenessen einnehmen. Erst wenn die anwesenden und die hinaufgekommenen Skifahrer bereit sind, dann wird die Decke weggezogen und alle werden mit strahlend blauem Himmel verwöhnt. Die Sonne versteckt sich allerdings vorerst noch hinter dem Wiriehorn. In ein paar Wochen gibt es wieder volles Programm.
Ich selbst habe mich an der Skibar noch mit einem Jägertee verwöhnt. Als Belohnung, dass ich schon in der Stadt war, zum Einkaufen und zum Krafttraining.

Freitag, 4. Januar 2013

Weisst du wieviel Sternlein stehen?

Zwischen 10 und 70 Trilliarden, je nach Quelle. Aber es geht aktuell nicht um alle sondern um die paar, mit denen Horoskope fabriziert werden.
In der Schweiz wird die Zunft der Sterndeuter von Elisabeth Teissier und Monika Kissling angeführt. Letztere fungiert auch als "Madame Etoile" auf Radio SRF3 ihres Amtes. Dies ist etlichen Leuten ein Dorn im Auge und jetzt haben einige Piraten eine Petition dagegen gestartet. Argumentiert wird, dass ein von Gebühren gespeistes Medium keine Pseudowissenschaft propagieren solle. Die Radioverantwortlichen argumentieren, es handle sich um ein Unterhaltungselement. Indirekt widerspricht dem Frau Kissling, indem sie sich als Vertreterin der "ältesten Wissenschaft" der Menschen bezeichnet. Auch wirken die Beiträge auf mich nicht wie Unterhaltung, sondern so, wie man sich eine Beratung vorstellt. Natürlich mit so allgemeinen Formulierungen, dass sich niemand wegen eines falschen Rates in Gefahr brächte.
Ich bin auch der Meinung, dass Astrologie bei den SRG-Sendern keinen Platz haben sollte. Die SRG steht für mich (noch) für Seriosität und diese sollte sich aufs ganze Programm beziehen. Darum fände ich sogar eine Konzessionsbeschwerde angebracht.
Aber glaube ich aber nicht an eine Änderung. Vielleicht gibt es eine neues Jingle "Die SRF3-Unterhaltungsabteilung präsentiert: Madame Etoile" und Kissling wird den beliebten Astrologenspruch "Die Sterne machen geneigt, sie zwingen nicht" zum Besten geben. Ich bin so oder so nur selten geneigt, SRF3 zu hören.
Hier die Petition.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Ab in den Sack

Dies ist ein 60l Kehrichtsack. Nicht gerade ein schöner Gegenstand, aber ein wichtiger. Der Bärzelistag war wieder einmal Aufräum-Tag. Diesmal ging es vor allem Regalen und Schubladen an den Kragen, resp. an den Inhalt. Nippes der irgendwo vor sich hinstaubt. Papiere, die irgendwann einmal sortieren wollte, aber längst irrelevant sind. Ordner im Regal, deren Inhalt mich längst nicht mehr interressiert. Einer war tatsächlich voller Lohnabrechnungen aus den 80-er und 90-er Jahren.
Aber auch das Büchergestell wurde nicht verschont. Da stellt sich wieder die Frage: Darf man Bücher wegwerfen? Natürlich kann man Bücher weiterverschenken. Aber dann muss es ein gutes sein. Schlechte Bücher, finde ich, soll man nicht weitergeben, so wie man es mit einem misslungenen Kuchen auch nicht tun würde.
Ganz voll wurde der Kehrichtsack nicht, aber das macht mir nichts aus. Vielleicht habe ich jetzt 50 Rappen Abfallgebühr verschwendet, aber die Erleichterung, den Plunder los zu sein, ist viel mehr wert.
Dies schrieb ich vor genau einem Jahr.

Dienstag, 1. Januar 2013

Neues Jahr und alte Freunde

Am letzten Neujahr habe ich hier das Video "Happy New Year" von ABBA gepostet. Nicht unbedingt eine originelle Idee. Das Video ist über 20 Jahre alt und jeder Blogger auf der Welt konnte auf diese Idee kommen. Unter den über hundert Blogs, die ich lese war es aber keiner. Dieses Jahr hingegen habe ich das Video auf zwei Blogs gefunden.
Auch heute greife ich wieder auf ABBA zurück. Wie feiert man denn Silvester und Neujahr am liebsten? Mit Freunden natürlich!