Sonntag, 1. Februar 2015

Der Februar 2015

15 Sonntag
Am Sonntag wieder mal etwas intimes. Ich komme auf’s Thema Pyjama, weil ich kürzlich auf einem deutschen Zeitungsportal gelesen habe, die Deutschen schliefen immer seltener nackt. Nun, das dürfte die Textilindustrie freuen. Der Schreiberling hingegen befand, seine Landsleute würden prüder. Diesen Zusammenhang sehe ich nicht. Prüde ist für mich jemand, der auf keinen Fall an einen FKK-Strand ginge oder jemand, der sich in der Garderobe hinter einem Paravent umzieht. Ich halte mich nicht für prüde, aber nackt schlafen – ab 35 Grad vielleicht. Denn, wenn ich mich nicht zudecke friere ich und wenn ich mich zudecke schwitze ich und friere deswegen auch wieder, wenn ich nichts anhabe. Ein Pyjama, welches warm gibt und den Schweiss aufnimmt ist das Beste. Ich habe kürzlich ein neues Pyjama gekauft und dachte erst, hundert Franken nur für ein Pyjama sei etwas viel. Aber nach der ersten Nacht war ich schon anderer Meinung.

16 Montag
Als ich ein neues Auto evaluierte, sah ich mir auch die Angebote von Skoda an. Ich entschied mich schliesslich für Renault. Schade, denn hätte ich mich für Skoda entschieden, so legt mir die neueste Werbung nahe, war ich wohl ein grossen Heckenschneidekünstler geworden. Wobei – ich habe ja weit und breit keine Hecken. Da war mein Entscheid wohl doch richtig.




Donnerstag, 1. Januar 2015

Der Januar 2015

2 Freitag
Mit diesem Jahr hat für mich die Flower-Power-Zeit begonnen. Nein, ich bin nicht mit fünfzig Jahren Verspätung Hippie geworden. Flower Power ist der Name einer Fitnessklubkette, die zur Migros gehört.
Ich bin nun Exersuisse (vormals Kieser Training) untreu geworden. Mir genügte das reine Krafttraining nicht mehr. Da ich nur ungern bei schlechtem Wetter joggen gehe, suchte ich einen Fitnessclub mir Laufbändern – und ein bisschen Wellness wollte ich auch. So kam es mir gerade recht, dass vor einiger Zeit die Flower Power Zentren einen Tag der offenen Türe durchführten. Darunter auch jenes in Thun, gleich neben dem Stadion. Die Anlage gefiel mir und da es auch noch eine Angebot von 2000 Franken für zwei Jahre gab, schlug ich zu. Genau Neujahr wollte ich anfangen und so schrieb ich mich zu Einführungstrainings am 1. und 2. Januar ein.
Beim ersten Training wurde ich erstmal vermessen. Blutdruck (normal) und Fett/Muskel/Wasser-Gehalt. Von ersterem zuviel, das wusste ich schon, aber gleich 28%? Da habe ich in letzter Zeit doch mehr zugenommen, als ich dachte. Vor einigen Jahren bei Kieser mass man noch 23%. „Die Ernährung ist das wichtigste!“ sagte mir Trainer Daniel und ich muss es ihm wohl glauben. Fertig Znüni-Kuchen? Schauen wir mal.
Als erste Trainingseinheit programmierte mir Daniel einen 40 min Lauf, den ich auf dem Laufband absolvieren konnte. Bei Flower Power wird alles programmiert und registriert
und an die Geheimdienste weitergeleitet.Beim zweiten Training (diesmal mit Mirjam) ging es darum, die Kraftgeräte einzustellen. Die sind alle vernetzt und man meldet sich bei jedem Gerät mit dem Badge an und auf dem Display werden einem alle Einstellungen angezeigt. Es werden auch die Anzahl Übungen gezeigt und man wird zum nächsten Gerät gewiesen. Sollte man eines überspringen, weil es gerade besetzt war, wird man wieder daran erinnert. Totale Überwachung also.
Abgeschlossen habe ich mit dem angenehmen, nämlich mit der Sauna. Die hat ein grosses Fenster und man hat beim schwitzen Aussicht auf die Stockhornkette, wenn es keinen Nebel hat.
Zusammengefasst: Bewusstere Ernährung, Ausdauer- und Krafttraining, Sauna. So hatten sich die Hippies in den sechziger Jahren „Flower Power“ wohl nicht vorgestellt.

5 Montag
Ich habe mich früher einmal darüber „beklagt“, dass ich von anderen Leuten als harmlos empfunden werde. Daran habe ich mich in den letzten Tagen erinnert und festgestellt, dass diese Harmlosigkeit auch sein Gutes hat.
Auf Twitter hat (wieder einmal) ein Shitstorm stattgefunden, der diesmal aber Opfer gefordert hat. Die, zumindest in den Schweizer Twitterkreisen, bekannte Zora Debrunner hat ihr Konto (vorläufig) gelöscht. Zora – ihr Künstlername – ist kein allzu zartes Pflänzchen. Sie hat viel debattiert, ist sehr verschiedenen Leuten gefolgt und hat auch mal mit grobem Vokabular gefochten. Nun gibt es halt auf Twitter einige Leute, die eher mit der Keule als mit dem Florett in den Kampf ziehen. Ja, als Kampf um die richtige Meinung, verstehen doch etliche Teilnehmer dieses Instrument namens Twitter.
Nun ist ein Streit so eskaliert, dass Zora einen ihrer Kontrahenten angezeigt und sich aus Twitter zurückgezogen hat. Dutzende von Twitterern haben Partei ergriffen und so diesen Shitstorm entfacht.
Mein Diskussionsstil ist zum Glück zurückhaltend und brav, so dass ich wohl kaum je Teilnehmer oder gar Gegenstand eines solchen Twitter-Gewitters werde. Mein Motto ist: Fliegt Scheisse durch die Luft, halte die Hände unten und versuche nicht welche einzufangen!

6 Dienstag
Der eine Nachbar behauptet, er könne bei Vollmond schlecht schlafen. Wir andern befürchten ja, er würde die ganze Nacht auf dem Dach stehen und heulen. Das tut er aber zum Glück nicht.
Das Bild ist vom Neujahrsabend. Ich poste es erst jetzt, weil ich das USB-Kabel zum Fotoapparat verlegt habe. Es gefällt hoffentlich immer noch.

18 Sonntag
Da verkündete der Braumeister J., dass Mitglied S. einen schönen Mocken Raclettekäse gespendet habe und dass dieser am Freitag am Bierfreundestamm zum Einsatz käme. Nicht unbedingt zu meiner Freude, denn an ebendiesem Abend fand die Hauptversammlung des Schachklubs Thun statt. Als Vorstandsmitglied konnte ich da nicht gut fehlen. Aber immerhin, gab es dort „Suure Mocke“ – Tradition seit x Jahren. 2019 werden übrigens die 100 Jahre voll sein.
Als ich kurz nach elf nach Hause kam, war noch Licht im Gemeinschaftsraum und ich trat ein zu schauen, wer noch dort war. Der Braumeister natürlich und Nachbar HR., der erst vor kurzem dazugestossen war. Er hatte auch noch kein Raclette gehabt und jetzt wo ich kam … so kam es noch zu einem Mitternachtsraclette.
Am Samstag war der Geburtstag von A. und er lud mich ein, am Abend nach Bern zu kommen. Das Schneegestöber vor dem Fenster anschauend sage ich ab. Bald bereute ich meinen Entscheid, reservierte schnell ein Zimmer in einer günstigen Pension in Bern und meldete mich wieder an. So trafen wir uns um 20 Uhr im „Araber“, dem Aarbergerhof. Am Nebentisch entdeckten wir einen bekannten Berner Mocken, Endo Anakonda mit Künstlernamen. Er verliess aber schon bald das Lokal und wir interessierten uns sowieso in erster Linie für solches:


Safranspaghetti und Muscheln war meine Wahl. Zwei meiner Lieblinge in einem Gericht vereint. Unter der Woche ist wieder Zurückhaltung Trumpf.

28 Mittwoch
Im ersten Stock des Gebäudes, in welchem ich arbeite, ist die Firma „Swisscall“ eingemietet. In den Pausen stehen die Telefonierer (-innen) draussen vor dem Haupteingang zum rauchen und plaudern. Weil diese Arbeit so anstrengend ist, nehmen sie vom Parterre in den 1. Stock und zurück konsequent den Lift.
Aber vielleicht ist die Arbeit wirklich anstrengend. Jedenfalls dann, wenn man sich bewusst ist, was man da verkauft. Das einzige Produkt von „Swisscall“ ist nämlich ein Abonnement, welches einen vor Werbeanrufen schützen soll (Oh, Ironie!), das 99 Franken kostet. Etwas wohlverstanden, das man mit dem sogenannten „Sterneintrag“ bei Swisscom gratis bekommt.
Darüber berichtete diesen Dienstag der „Kassensturz“. Das Kamerateam war sogar im Haus in Ittigen. Der Chef war allerdings nicht zu sprechen – wen wundert’s?

31 Samstag
Wusstet ihr es schon? Der S.G. aus Spiez hat sein Auto eingeschossen. Nein, ich kenne ihn auch nicht und es geht mich auch gar nichts an. Aber ich weiss es jetzt halt trotzdem und das kam so:
Am Freitag Morgen war die Autobahnausfahrt Spiez total überlastet, so dass selbst meine Sicherheitszeit, die ich immer einplane, nicht mehr ausreichte, rechtzeitig auf dem Bahnhof zu sein. Nicht aufregen, sondern im Aperto einen Kaffee trinken, habe ich mir gesagt. Am Nebentisch sass ein Herr mit seinem Laptop. Er (Schadensinspektor?) rief dann auf seiner (?) Versicherungsagentur an und sprach mit Frau K. – er wiederholte ihren exotischen Namen. Es ging eben um S.G. – dieser Name fiel mindestens drei Mal. Jener aus der xxx-Strasse – es gebe noch einen anderen S.G., aber der habe nur einen Töff versichert.
Bevor ich noch mehr erfuhr, war es zum Glück Zeit auf’s Perron zu gehen. ICE, Ruheabteil. Keine weiteren Indiskretionen.

Montag, 1. Dezember 2014

Der Dezember 2014

7 Sonntag
1971: „Hast du es schon gehört?“. Das, wonach mich mein Schulkamerad fragte, war ein neues Lied aus der Hitparade. „Dazwischen wird gestöhnt, so ‚ah, aah‘.“ Einen Lustschrei gibt es auch noch. Kein Wunder hingen die Pubertanten am Dienstag Abend an ihrem Mittelwellenradio um die Hitparade auf Radio Beromünster zu hören.
2014: Längst wird nicht mehr auf Mittelwelle, sondern via Internet, Satellit und DAB gesendet. Die Hitparade hat ihr eigenes Programm. Auch die volkstümliche Musik, einst wichtiger Bestandteil des „Landesprogramms“ ist eigenständig. Trotzdem nenne ich das heutige Radio SRF1 gerne mal Radio Beromünster, weil es immer noch ein bisschen die helvetische Biederkeit von damals transportiert.
Und dieses Radio spielt am Sonntag Morgen „Hot Love“ von T-Rex.

11 Donnerstag
„Der Mensch kann viele Male hinfallen. Ein Versager ist er erst dann, wenn er behauptet, man habe ihn umgestossen.“
Diesen Spruch eines US-Autors habe ich aus deinem Blog bei Stern-Online. Der Spruch ist mir so gut in Erinnerung geblieben, weil er eine Einsicht enthält, für die ich auch sehr lange gebraucht habe. Ich danke dabei an meinen unglücklichen Stellenwechsel im Jahr 2000. Dass ich wechseln wollte lag für mich irgendwie an den Umständen und so habe ich mich ohne weitere Abklärungen auf eine andere Stelle gestürzt. Dort wurde ich erst recht unzufrieden, aber gab die Schuld wieder den anderen. In diesem Falle nicht einmal ganz unberechtigt. Aber Schuldzuweisungen bringen eben nichts. Ich musste die Verantwortung für mich ganz übernehmen. Immerhin war das die Lehre aus über zwei Jahren Stellenlosigkeit.

15 Montag
Ich habe kürzlich zwei Yoghurt gekauft. Erdbeere und Mandarine. Ersteres Bio, das andere aus der Linie M-Classic. Ich habe also aus dem grossen Angebot ausgewählt und, das liegt in der Natur der Sache, anzahlmässig ein Vielfaches des vorhandenen nicht gewählt. Kein Kirschen-, Heidelbeer- oder Zitronenyoghurt – aber auch keines aus den Linien „legère“ oder M-Budget.
Wenn ich jetzt auch noch mit den anderen Produkten, die ich an diesem Tag nicht gekauft habe, anfinge, würde die Aufzählung endlos.
Aber es geht mir hier nicht ums Yoghurtregal in der Migros, sondern um das Haus der Religionen, welches in Bern eröffnet wurde. Hier ist die Sache sogar noch etwas weniger übersichtlich – auch weil ich nicht weiss, wen die Initianten eingeladen hatten. Fest steht, dass fünf Religionsgemeinschaften einen Kultraum haben und drei weitere indirekt beteiligt sind. Die christliche Seite ist durch eine Arbeitsgemeinschaft vertreten, die fast alle Kirchen vertritt. Aber zwei prominente christliche Gemeinschaften fehlen: Mormonen und Zeugen Jehovas. Bei den Muslimen ist nicht genau klar, ob der beteiligte Verein mehrere Konfessionen beinhaltet, Aleviten und Bahai sind aber separat beteiligt. Wie einheitlich Buddhisten und Hindu sind, kann ich nicht beurteilen. Letztere sind zudem die einzigen Polytheisten.
Ich frage mich, wie offen das Haus der Religionen wirklich ist. Hätte man auch einen Raum für Voodoo-Anhänger zur Verfügung gestellt, für Neu-Heiden oder solche, die die Verehrung der Olympier reaktivieren wollen.
Ich denke, dass hier, dem Integrationsgedanken zum Trotz, eine Auswahl getroffen wurde. Man hat ein Dutzend eingeladen und damit zwangsläufig fünf Dutzend ausgeschlossen. Nicht zuletzt die religionsfreien und das sind immer mehr. Für’s erste hat man also eine Begegnungsstätte für ca. 90% der Menschen in Bern, was auch nicht schlecht ist. (… und YB gibt’s ja auch noch)

23 Dienstag
Die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu handelt, ist bei uns wohl allen geläufig. So geläufig, dass sie auch gerne als Gleichnis herhalten muss. Zur Zeit, wo sehr viele Flüchtlinge nach Europa kommen, werden diese gerne mit Maria und Josef und ihrer Suche nach einer Herberge in Bethlehem verglichen.
Nur ist hier, wie so oft, das gut gemeinte nicht wirklich gut durchdacht. In der Bibel wird die Weihnachtsgeschichte nämlich nur in wenigen Sätzen und nur in zwei Evangelien beschrieben. Einiges, was für uns heute dazu gehört, wurde erst später dazuerfunden. Ich erinnere mich, dass wir in der ersten Klasse auch die Geschichte aufführten, wo die beiden von bösen Wirten immer weggeschickt werden. In der Bibel steht aber lediglich, dass sie in „der Herberge“, also Einzahl, keinen Platz fanden. Man kann sich also durchaus vorstellen, dass sie einen ganz bestimmten Ort angesteuert hatten und noch bevor sie sich über einer Alternative Gedanken machen konnten, setzten die Wehen ein. Also begab man sich in die nahegelegene Grotte (nein, kein Stall), wo sich praktischerweise auch eine Krippe fand, in die man das Neugeborene legen konnte. Auch Esel und Ochs wurden erst später dazuerfunden.
Maria und Josef waren auch keine Flüchtlinge, sondern kamen wegen einer Volkszählung nach Bethlehem. Aus der Stadt Davids stammen sehr viele Juden, so dass es kaum verwunderlich ist, dass alles voll war. Fliehen mussten sie erst vor den Truppen Herodes‘, der einen Kindermord verfügte. Dies ist allerdings nur bei einem Evangelisten beschrieben. Beim anderen kehren sie ganz normal nach Nazareth zurück.
Hier Wikipedia zur Weihnachtsgeschichte.

25 Donnerstag
Lifestyle-Experten behaupten ja, Apéroplatten wie diese seien passé. Aber wer hört schon auf Experten. In unserer Familie zum Glück niemand.

Silvester

Samstag, 1. November 2014

Der November 2014

2 Sonntag
Am Samstag habe ich das Haus u.a. mit dem Vorsatz verlassen, noch ein paar schöne Bilder zu machen. Hätte ich aber nicht nach den ersten paar Kurven fast ein Vollbremsung hingelegt, um dieses Bild zu machen, hätte ich nicht einmal dies:

Ein Tag im Ballon wäre natürlich auch sehr schön gewesen. Ich fuhr aber nach Bern um einen Berg zu besteigen. Den immerhin 665m hohen Könizberg, wo ich auch noch nie war.
Danach ging ich auf den Bundesplatz, wo eine Demo gegen die Ecopop-Initiative stattfand. Man wolle, so sagten die Veranstalter, sich diesmal vor der Abstimmung engagieren und nicht erst danach wie bei der Masseneinwanderungsinitiative. Das tönt bereits etwas pessimistisch. Es ist tatsächlich so, dass es zwar viele Argumente gegen die Initiative gibt, aber auch viel mit Horrorszenarien operiert wird, die niemand mehr ernst nimmt.
Die Demo dürfte auch kaum einen Einfluss auf die Abstimmung haben, denn es trafen sich doch nur noch jene, die einer Meinung sind ums sich gegenseitig zu bestätigen und zu produzieren.
Witzigerweise hat das linke Nachrichtenportal Infosperber ein wenig Spielverderber gespielt und die Gegner der Initiative auseinander genommen. Gleichzeitig erschien dort aber auch der Gegenartikel, der mich am meisten überzeugt, trotz sehr sarkastischem Anfang.

5 Mittwoch
Nicht nur Halloween sondern auch der Brauerstamm könnte unter diesem Motto stehen. Ersteres kommt hoffentlich nie in meine Nähe – bei letzterem bin ich hingegen fast jeden Monat dabei. Da zeigen die Thuner Heimbrauer wieder, was sie ausgeheckt haben.

Natürlich alles andere als „Switzerland’s next Feldschlösschen“. Je spezieller, je geschmackvoller, desto besser. Ein diskret gewürztes Weihnachtsbier (vom einen Jürg), ein caramelliges Rauchbier (vom anderen Jürg) und ein Framboise (von Bruno) hatten es mir besonders angetan. Letzteres war sehr aufwendig, erzählte Bruno. Erst ein halbes Jahr reifen lassen, dann ein weiteres halbes Jahr frische Himbeeren einlegen. Das Resultat ist ein Himbeerbier, das schmeckt, als würde man sich tatsächlich eine frische Himbeere mit einem Schluck Bier über die Zunge gehen lassen.
Es gibt aber auch anderes. Die Brüder Samuel und Tobi sind auf saure Sachen spezialisiert. Letztes Mal präsentierten sie ein Bier, sauer wie Limettensaft, welches mir gut schmeckte. Diesmal gaben sie uns aber richtig Saures: ein Bier, angeblich nach einem finnischen Rezept, das kaum Beifall fand. Wenn die Finnen das wirklich trinken, dann waren sie vorher sicher zwei Stunden in der Sauna.

12 Dienstag
Am Montag Abend war ich bei einer Führung durch das Bundeshausstudio des Schweizer Fernsehens. Das Medienzentrum gleich vis-à-vis des Bundenshauses hat ein beachtliches Innenleben. Im 4. Untergeschoss befindet sich das TV-Studio in dem u.a. die Sendung „classe politique“ gesendet wird und zwar je eine pro Landessprache. Gleich daneben befindet sich der Saal für die Pressekonferenzen, der wir ein Hörsaal an der Uni aussieht – nur eben mit Kameras. Und Kameras hat es auch in den Parlamentssälen. Eine Bildregie dient nur dazu, das Geschehen in den beiden Sälen im Internet zu übertragen und für’s Archiv anzulegen.
Da gibt es auch noch ein kleines Studio mit einem Stehpult, einer Kamera und einer blauen Wand. Dort steht jeweils der Bundeshauskorrespondent, wenn er life zugeschaltet wird und hinter ihm der Bundesplatz zu sehen ist. Dieses Bild kommt von einer Fixkamera, die beim Restaurant Federal montiert ist.

Auf diesem nicht allzugut gelungenen Bild des grossen Regieraumes kann man auf je einem Monitor links und rechts dieses Life-Bild des Bundesplatzes sehen.
Am Schluss konnte die Besuchergruppe – alles Mitglieder der SRG-Regionalgenossenschaft Bern – dem TV-Journalisten Urs Wiedmer (u.a. ehemaliger Arena-Moderator) Fragen stellen.

15 Samstag
Als ich bei der NSB angestellt wurde, habe ich mir keine Gedanken gemacht, ob ich hinter dem Geschäftsmodell eines Buchclubs stehen könnte. Ich war einfach froh, wieder ein Einkommen zu haben. Sicher, die Bezugsverpflichtung ist ein zweischneidiges Schwert. Manche sahen nur das günstige Einstiegsangebot und fühlten sich betrogen, als sie merkten, dass sie alle zwei Monate ein Buch kaufen mussten. Umgekehrt kann dieser sanfte Zwang, regelmässig sich um ein interessantes Buch zu bemühen, doch nützlich sein.
Unser Angebot ist auch ziemlich breit: Thriller, Historienschinken, Komik, Kinderbücher, Lebenshilfe und auch CDs, DVDs und Deko-Gegenstände. Aber was mach ich Werbung – wir schliessen ja in einem Jahr.
Gelegentlich ärgere ich mich schon ab und zu über gewisse Bücher in unserem Angebot. Klar, sage ich mir dann, der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler (Hemut Thoma, ex RTL-Chef). Zwei Drittel unserer Fische sind weiblich und denen schmecken unter anderem Romane und Lebenshilfebücher.

Romane über dumme Männer und Bücher über abstruse Ernährungstheorien. Zu ersteren gehört auch die Vollidioten-Serie von Tommy Jaud (sinnvollerweise mit Oliver Pocher verfilmt), die ich mir auch angetan habe. Man muss schliesslich wissen, was man so verkauft. Sind unsere Kundinnen wirklich so frustriert von ihrem Frauenleben, dass sie sich mit solchen Geschichten abreagieren müssen? Ich weiss es nicht.
Der Wunsch nach Gesundheit und einer guten Figur ist natürlich immer da – auch bei Männern, auch bei mir – und so schiessen die Ernährungsratgeber überall schneller und dichter hervor, als die Kräuter, die sie propagieren oder verurteilen. Nachdem bereits Fett, Zucker, Fleisch und Lactose gekreuzigt und gesteinigt sind, kommt jetzt also das Gluten und der Weizen dran.
Weil Weizen erst seit ein paar tausend Jahren konsumiert wird, soll er an allen Zivilisationskrankheiten schuld sein. Was nicht einmal falsch ist, denn Getreide wie Weizen, Mais und Reis machten die sesshafte Zivilisation erst möglich.
Eine Radikaldiät mehr, die ebenso schnell verschwinden wird, wie sie gekommen ist. So kann ich unseren Kundinnen nur empfehlen: Kauft das Buch (das ist gut für unseren Umsatz), lest es und vergesst es (das ist gut für eure Gesundheit).
Hier noch ein Artikel zu Dumm wie Brot.

17 Montag
Für den Weg von der Station Worblaufen zu meinem Arbeitsplatz gibt es verschiedene Varianten. Nicht der direkteste, aber sicher der originellste führt über diese Treppe.

Diese Konstruktion vereinigt Treppe und Rampe. Leider habe ich bis jetzt noch nie jemand mit dem Kinderwagen oder gar mit Rollschuhen runterkurven sehen.
Die Treppe hat auch einen Namen – sie ist Marthe Gosteli gewidmet, einer Repräsentantin der Schweizerischen Frauenbewegung, die auch ein Archiv über diese gestiftet hat. Dieses befindet sich auf diesem Hügel in Worblaufen.
Mehr zu diesem Archiv hier.

23 Sonntag
Letzten Freitag trafen A. und ich uns zu unserem Weihnachtsessen. Nachdem uns die Eisblume in Worb etwas zu überkandidelt worden ist, haben wir uns eher währschaften Beizen zu gewandt. Diesmal dem Bären in Münsingen. Das Restaurant hat erst seit kurzem einen neuen Wirt und ich habe schon einiges Gutes darüber gehört. Auch A. war schon einmal dort und zufrieden.
A. bestellte Rindssteak, ich Schweinefilet und dazu tranken wir den portugiesischen Hauswein. Letzteres weist darauf hin, dass der Wirt portugiesische Wurzeln hat. Es ist eine Fleischküche: Ich hatte lediglich Nüdeli als Beilage, A. Croquettes und Gemüse, aber auch davon nicht viel. Ich will das aber nicht kritisieren, denn nicht selten ist es eher umgekehrt.
Beim Dessert blieben wir der iberischen Halbinsel treu:
Eine Crema Catalana. Fein, aber etwas zu zitronig, um doch noch etwas zu kritisieren. Aber nur dieses wenige – im Bären Münsingen isst man gut.
Schon bald geht es weiter mit Weihnachtsessen in der Brasserie Bärengraben. Dort wird es für mich genau gleich beginnen, wie schon hier: mit Nüsslersalat.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Der Oktober 2014

12 Sonntag
Der holländische Ontbijtkoek war schon öfter Thema in meinem Blog und mein erster Versuch, einen herzustellen, war ein zumindest halbes Fiasko. Heute habe ich mich wieder daran gewagt, weil ich ein holländisches Rezept gefunden habe, das ich wirklich 1:1 umsetzen konnte. D.h., es wäre nicht ich, wenn ich nicht doch eine kitzekleine Änderung angebracht hätte. Ich habe statt Stroop, worunter die Holländer Apfelmelasse verstehen, Birnel verwendet. Es funktionierte!
Man nehme 375 g Mehl, 3 Teelöffel Backpulver, je einen halben Teelöffel Zimt, Ingwerpulver, Nelkenpulver, Kardamom und Koriander und je 50 g weissen und braunen Zucker. Nach dem dies etwas durchmischt ist, gibt man löffelweise 2 dl Milch und 150 g Honig (oder eben Birnel) dazu. Nachdem man einen gleichmässigen, zähflüssigen Teig hat, gibt man diesen in die gefettete und gemehlte Cake-Form und stellt sie in den auf 150 Grad vorgeheizten Ofen. Bei dieser Temperatur bleibt man und bäckt den Kuchen 60 Minuten.
Auch die Anweisung, den Kuchen sofort aus der Form zu nehmen, ist mir gelungen. Und wenn er kalt ist, dann:
Bei den Gewürzen ist sicher einiges an variieren möglich. Ich überlege mir schon, beim nächsten etwas mehr Zimt und vielleicht sogar etwas Kakaopulver zuzufügen.

13 Montag
Letzten Samstag hat auf dem Bundesplatz eine Misswahl stattgefunden. Dass die Juso gegen die in ihren Augen sexistische Veranstaltung demonstriert haben, sei ihnen geschenkt. Die Berner beschäftigt, wenn überhaupt, eher die Frage, ob und wie oft solche (kommerziellen) Anlässe auf dem Bundesplatz statfinden dürfen.
In einem Artikel im „Bund“ spielt sich die Diskussion zwischen Architekten und dem Polizeidirektor Reto Nause ab. Erstere möchten den Bundesplatz am liebsten immer leer sehen, als städtebauliches Monument sozusagen. Ich habe diese Architekten ein bisschen in Verdacht, dass sie ihre Werke am liebsten „rein“, also ohne Leben, ohne Menschen sähen.
Im Gegensatz dazu möchte Nause eine Piazza, einen Treffpunkt, auf dem immer etwas los ist. Auch ein Strassencafé hätte er noch gerne.
Ich bin eher auf Nauses Seite, möchte aber auch nicht, dass der Bundesplatz zum Rummelplatz wird. Der Platz hat ja auch die Funktion, dass man das Bundeshaus richtig ansehen kann. Dabei stören der Markt, die Demos, die Eisbahn im Winter nicht, der Glasdom vom letzten Samstag hingegen schon. Alles mit Mass heisst es eben auch hier.

19 Sonntag
Ausflug nach Avenches. Den sollte ich wiederholen.

22 Mittwoch - I nime no e Mojito
Wer denkt nicht an dieses Lied von Züri West, wenn er an der Strandbar seiner Trauminsel steht – oder zumindest davon träumt. Mein letzter echter Moijito ist schon eine paar Jahre her, aber immerhin hat die Migros einen Mojito-Sirup lanciert, den ich mir gerne zubereite. Auch den Soft-Drink Lemonsoda gibt es als Mojito-Version. Und dies:

Aber ehrlich gesagt, wenn ich schon mit Mojito-Geschmack ins Bett gehen will, dann von einem echten. Dasselbe gilt für andere Geschmäcker und so habe ich mich für die „normale“ Zahnpasta entschieden.

Montag, 1. September 2014

Der September 2014

5 Freitag
Wieder mal Früchtetag hatte ich gestern. Nebst Banane, Birne und Nektarine hatte ich erstmals auch Trauben gekauft. Jetzt dürfte das saisonmässig drin liegen. Fein sind sie, haben aber leider die nette Eigenschaft Kerne zu haben, die zwischen den Zähnen stecken bleiben. Gut habe ich Zahnseide im Büro.
Am heutigen Freitag habe ich frei genommen, quasi als ersten Erholungstag vor den baldigen Ferien. Dabei hatte ich auch Gelegenheit, mich mit dem Plättlileger zu unterhalten. Er sei im Plan, sagte er, und der Maler, ja, das könnte etwa Freitag werden. Da musste ich ihm klar machen, dass ich nächsten Freitag meine Wohnung schon mal etwas einrichten möchte und wieder in meinem Bett schlafen, bevor ich am Samstag früh abreise. Etwas verstimmt hat er mit dem Maler Kontakt aufgenommen und mir nun den Donnerstag Abend als Endtermin zugesichert.
A propos Ferien: Da hat mir Studiosus nach den Reiseunterlagen noch ein Päckchen zugeschickt. Dieses enthielt eine 5cm hohe Schachtel, welche wiederum die Adressträger für die Koffer und dieses Büchlein „Italien Verstehen“ enthielt. Einem geschenkten Gaul, soll man bekanntlich nicht ins Maul schauen, einer geschenkten Schachtel hingegen … jedenfalls fragte ich mich, was das soll. Der Begleitbrief klärte mich auf: „…sammeln Sie in der Studiosus-Box …. Tickets, Postkarten … alles was Sie an Ihren traumhaften Urlaub erinnert.“ Na gut. Trotzdem finde ich, dass gerade ein Reiseunternehmen, welches auf Nachhaltigkeit setzt, nicht Verpackungsmaterial im Übermass produzieren sollte. (Gegen das Buch ist nichts zu sagen, im Gegenteil)

9 Sonntag - Schulhauspläne
Im Frühling wurde beschlossen, die Anzahl Schulstandorte im Diemtigtal auf zwei zu reduzieren. Einen vorne, also in Oey, und einen hinten. Zum Standort der hinteren Schule wurde mein Wohnquartier, das Allmiried erwählt. Hier steht zwar bisher kein Schulhaus, wohl aber die einzige Turnhalle der Gegend. Schon vor Jahren wurde die dreiplätzige Tennishalle umgebaut und der eine Platz in eine Mehrzweck- und Turnhalle verwandelt
Zuerst war geplant, einen weiteren Tennisplatz zu opfern und die Schule in die Halle einzubauen, dann aber erfuhr ein findiger Kopf, dass dieses Haus Augit zum Verkauf stand. Da dieses auch den besseren Vorplatz hat, als die Tennishalle, entstand der Plan, gleich ein richtiges Schulhaus hierhin zu bauen.
Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung bewilligte nun diesen Plan und nur ein paar wenige Quartierbewohner opponierten und machten sich damit unbeliebt. Ich blieb der Versammlung fern, denn ich mochte mich weder gegen meine Nachbarn, noch gegen das Schulhaus aussprechen.
Der zu erwartende Kinderlärm macht mir keine Sorgen, eher die Mama-Taxis, die vor unserem Haus durchfahren werden. Ich hoffe, es wird hier auf die Benutzung der Schulbusse bestanden.
Was generell fragwürdig an der Standortwahl ist, ist, dass es in unserem Quartier gar keine Familien hat, weil es sich ja um eine Ferienwohnungssiedlung handelt. Alle zukünftigen Schüler werden auf Velo oder Schulbus angewiesen sein. Es sei denn, die Gemeinde hätte da noch ein paar Baupläne, von denen wir noch nichts wissen.

27 Samstag


Unser Klub der Bierfreunde hatte seine GV. Dazu wurde als erstes der Apérotisch installiert. Und weil wir dieses Jahr nur zu siebt waren, fand der „offizielle“ Teil auch gleich an diesem Tisch statt. Mit Bier natürlich.


28 Sonntag
Mein Esszimmer.

Eigentlich ist es als Schlafzimmer gedacht, aber da ich eine Galerie habe, habe ich das Bett schon vor Jahren dort hinaufgezügelt. Somit habe ich also ein Esszimmer, welches ich auch gerne Rittersaal nenne, weil der Esstisch jetzt permanent ausgezogen ist und ich so jederzeit sieben Leute daran setzen kann.
Der Tischläufer überbrückt das bleiche Mittelteil und führt zum Apéro-Körbchen. Es enthält Flaschenöffner und Bierdeckel, aber auch Schreibzeug, Lesebrille und sogar den Fotoapparat. Vom Eckbank ist nur noch das kurze Stück geblieben, welches Rücken an Rücken zu einer kleinen Kommode steht. Auf dieser hat eine Amnesty-Kerze ihren Platz.
Links steht ein Buffet, das ich mir schon für meine vorherige Wohnung habe machen lassen, rechts ist der Durchgang zum Korridor – die Türe habe ich ausgehängt und in den Keller verbannt.
Hinter den Stoffbahnen verbirgt sich folgendes:


Diese Gestelle und die Stoffbahnen sind der Grund, warum ich am Donnerstag bei Ikea war. Früher stand an dieser Wand ein Schrank, der mir immer etwas unpraktisch und unflexibel erschien. So kam ich auf die Idee, dort Einzelgestelle auf Rollen hinzustellen. Putzsachen, Tischwäsche, Haushaltsgeräte und Sportsachen sind dort aufbewahrt. Links und rechts des Gestelles grössere Gegenstände, die auf dem Boden stehen, z.B. der Staubsauger.
Am Mittwoch hole ich noch ein Büchergestell bei der Migros und dann ist dieses Zimmer komplett eingerichtet. Es ist fast, wie eine neue Wohnung.

Freitag, 1. August 2014

Der August 2014

Gruss zum 1. August

3 Sonntag
Die Zeiten haben sich geändert. Kuli ist nicht mehr und die TV-Sender senden rund um die Uhr. (Ver-)Sendeschluss hingegen haben die deutschen Buchklubs.
Mittlerweile weiss ich etwas mehr über mein eigenes Schicksal in dieser Angelegenheit. Da die Informatik bis zum Schluss gebraucht wird, bleibt auch meine Stelle bis zum Lichterlöschen erhalten, also bis zum 31. Januar 2016. In diesem letzten Monat wird es vor allem darum gehen, Konten abzuschliessen und Daten zu archivieren.
Dann aber, heute in 18 Monaten, werde ich stellenlos und/oder pensioniert sein. Letzteres würde mir besser gefallen, denn als Rentenbezüger wäre ich niemandem verpflichtet. Ich muss nicht auf Stellensuche gehen oder, wenn doch, mich nur dort bewerben, wo es sinnvoll ist. Aber, die Rente wird mit Sicherheit tiefer sein, als das Arbeitslosengeld. Ich werde vor der gefürchteten Wahl zwischen mehr Geld und mehr Freiheit stehen. Mit welchen Zahlen ich genau rechnen muss, werde ich erste nächstes Jahr wissen.

13 Mittwoch 
Regnet es im Mai, ist der April vorbei.
Ein Spruch, den es auch auf niederländisch gibt, wie ich kürzlich gelernt habe. Ich habe versucht, den Gedanken noch etwas weiter zu spinnen:
Regnet es im Juni, ischt auch der Meien umi!
He ja, dieses vermischen von Hochdeutsch und Dialekt ist beliebt bei Lumpenversen. Und wie lumpe, äh, dichte ich weiter? Juli reimt sich auf… Chueli? Nein, ich kombiniere lieber zwei Monate:
Regnet es in Juli und Augustus, 
isch bim Summer ganz der Pfuus duss!
Da erwarten wir vom September schon nicht mehr viel, denn dann warten wir gemäss Emil nur noch auf den Dezember. Dazwischen aber, wenn wir Glück haben, geniessen wir den goldenen Herbst.

17 Sonntag
Die Initianten des Geoblogs haben letzten Samstag wieder zur Wanderung eingeladen. Diesmal stand folgender Höhepunkt auf dem Plan:


Dieses begehbare, filigrane Kunstwerk, die neue Fussgängerbrücke nach Sigriswil. Nicht ganz unerwartet, wackelt das Ding, vor allem in der Mitte. Nicht auszudenken, wenn da eine Kompanie im Gleichschritt darüber marschieren würde. Aber das tut natürlich niemand. Einerseits, weil man eher vorsichtig langsam darüber geht und andererseits, weil man ja noch Bildchen machen muss.
Die Wanderung begann übrigens auf dem Vesuv – einem Hügel bei Heiligenschwendi, dem ersten von vielen Aussichtspunkten auf das Südufer des Thunersees. Ein weiterer war das Restaurant Krindenhof. Dort hatten wir aber eher Augen für Rösti, Steak, Fondue (!) oder – in meinem Fall – für Käseschnitte.
Am Schluss der Wanderung in Sigriswil bestiegen wir den Bus nach Thun und einen weiteren ins Lerchenfeld. Dort erwartete uns Martin Tschanz mit einem Lerchu-Bier. Er kredenzte uns sein Helles mit Namen Thunerli und in IPA. Er ist einer von vielen (gerade in Thun), die aus dem Schweizer Einheitsbräutrinker wieder Bier-Geniesser machen wollen.
Der Bericht im Geoblog. Die Homepages von Krindenhof und von Lerchubier.


Dienstag, 1. Juli 2014

Der Juli 2014

6 Sonntag
Blau, blau blüht der Enzian… – halt, das falsche Genre! Aber irgendein blaues Kraut war es doch? Ach ja, Bluegrass!
Am Samstag fand das Bluegrassfestival auf dem Grunderinseli in Thun, resp. im Thunersee statt. Ein Pflichttermin für den harten Kern unseres Bierclubs. Denn wo gutes Bier (gab es auf dem Grunderinseli leider nicht) oder gute Musik ist, das sind auch wir. Moderne Country-Musik aus Deutschland und den Niederlanden, sowie traditionelle Bluegrass-Musik aus der Schweiz (erst noch aus Meinisberg, quasi meiner Heimat) und aus Italien.
Bei Italien denkt man ja nicht unbedingt an Bluegrass. Aber diese Bluedust Bluegrass-Band gehört wahrscheinlich zum besten, was Europa zu diesem Thema zu bieten hat. Nicht nur die Instrumentierung mit Mandoline, Kontrabass und Banjo. Auch im Liedrepertoire liegen die typischen Themen Liebesleid, Liebesfreud, Spiritualität und Mord (wie der moderierende Mandolinist betonte) genau richtig. Im Zentrum der Band steht der Commodore unbestimmten hohen Alters, der nicht nur in Stimme und Ausstrahlung überzeugt, sondern auch permanent – ganz Italiener – permanent mit den Damen im Publikum flirtet. Besonders wenn er als Elvis-Inkarnation „O Sole Mio“ – pardon – „It’s now or never“ in Bluegrass-Version vorträgt.

26 Samstag Reise Bierklub
Letzten Samstag war es wieder soweit: Jahresausflug unseres Biervereins.
Der Braumeister hatte ein Progamm mit minimalen Anteilen an Fusswegen zusammengestellt. Das erwies sich als Glücksfall, da es fast durchgehend regnete.
Mit Feuchtigkeit hatten auch die beiden Attraktionen der Reise zu tun.
Für diesen Anblick mussten wir aber doch noch den Schirm zücken oder den Kopf einziehen. Es handelt sich um die Via Mala Schlucht. Heute mit einer alten und einer neuen Strasse ausgestattet. Früher aber benutzt man einen Säumerweg, der auf der rechten Seite unter den Brücken verläuft und heute kaum mehr sichtbar ist.
Für uns Touristen hat man hier eine Treppe zum Talgrund gebaut, wo man sich von der Enge der Schlucht beeindrucken lassen kann.
Lange hielten wir uns nicht dort auf, denn wir wurden langsam hungrig und durstig.

Am Trockenen, aber alsbald inseitig befeuchtet, genossen wir die zweite Attraktion – die Brauerei Monstein. Wir besichtigten die Brauerei und degustierten die Biere. Bald war die Diskussion, welches wohl das bessere Bier wäre: Das Helle, das Dunkle, das Starke oder gar das Wisky-Bier.
Wer’s mochte, lobte vor allem letzteres. Mir selbst schmeckte das Dunkle am besten und (fast) allen schmeckte die Fleischplatte.
Das sagt Wikipedia zur Via Mala und hier die Homepage der Brauerei Monstein.