Mittwoch, 1. Juli 2015

Der Juli 2015

Wäre es nicht schöner, wenn der 1. Juli Neujahrstag wäre? Jetzt ein paar Tage frei, das wäre doch was. Zugegeben, im Winter ein paar Tage nicht aus dem Hause müssen ist auch nicht schlecht.

12 Sonntag
16 Leute an meiner Grillparty, trotz einiger Absagen. Mein Bruder und meine Schwägerin waren krank, eine Bekannte musste einen noch höheren Geburtstag feiern (einen sechzigsten) und zwei Nachbarn waren auf Kreuzfahrt.
Erst am letzten Wochenende klagte ein 26-jähriger, ein Gleichaltriger habe seine Freunde zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Das mache man doch selbst in meinem Alter nicht, meinte er. Nein, auch in meinem Alter lädt man gerne zu Bier und Würsten. Das heisst aber nicht, dass man das andere lässt:


Da die Gäste nicht ohne Mitbringsel erscheinen wollen, bitte ich sie, etwas zum Dessertbuffet beizusteuern. Zwei Stückli pro Person. Aber daran halten sie sich jeweils nicht und so habe ich auch am Sonntag noch eine reichliche Zvieri-Platte übrig.

18 Samstag
Ich habe vor ein paar Tagen erwähnt, dass ich vor längerer Zeit (1990) einen einwöchigen Vollwertkochkurs besucht habe.
Das speziellste war jenes rechts unten. Ein Hörnlisalat in einer Gugelhopfform leicht zusammen gepappt, gestürzt und in der Mitte mit Hüttenkäse gefüllt. Wie schon gesagt: Vollwert ist nicht zwingend vegan.
Da nicht genügend Platten vorhanden waren, kam Jemand auf die Idee, Spiegel zu verwenden. So wurden den etliche Badezimmerspiegel abmontiert und natürlich sauber geputzt.

20 Montag
Es war eine schöne Zeit, obwohl sie mich unzählige Male an den Rand des Wahnsinns getrieben haben.

Kater Fox : 2.5.1994 – 21.4.2009
Katze Fix : 2.5.1994 – 20.7.2015

26 Sonntag
Einer der Höhepunkte im Juli ist für mich immer unser Biervereinsausflug. Diesmal hat der Braumeister einen Abstecher nach Saignelégier organisiert. Dort ist nämlich die Brasserie des Franches Montagnes, kurz BFM, zuhause.
Wir liessen uns die Brauerei zeigen und bewunderten auch den Lagerraum des „Flagschiffes“ von BFM, nämlich des „Abbaye du Saint Bon Chien“. Das ist ein  Starkbier, das hier in ehemaligen Wein- und Schnapsfässern reift (Eiche, versteht sich) und vom Chef J. Rebetez abgemischt wird. Beim „guten Hund“ handelt es sich um die ehemalige Brauereikatze, die nach ihrem Tod von den Brauern heilig gesprochen wurde und mit diesem Bier geehrt wird. Auch die Nachfolgerin hat einen speziellen Namen: „27.6“ – auch ein Bier natürlich.

Nach der Führung folge die Degustation begleitet vom viel nahrhaftem: Tête de Moine, Trockenwurst, Brot und Totché. Letzteres ist ein Sauerrahmkuchen der früher mit Briesch, der unverkäuflichen Milch der Kuh nach dem kalbern, zubereitet wurde.
Die BFM-Biere stiessen auf ziemlich geteilte Zustimmung. Da fast alle von eher säuerlicher Sorte sind, sehnten sich etliche Bierfreunde wieder nach einem 0815-Bier um den Gaumen zu neutralisieren. Das eine oder andere Glas blieb stehen, die Esswaren hingegen nicht.

Auch ich, beim Bier degustieren schon einiges gewohnt, war mit sauren Goûts langsam bedient. In eines von ihnen verliebte ich mich aber sogleich. Sicher kein Zufall, ist es jenes mit einer echten, fruchtigen Zutat: Zwetschgenmus. „La Torbille“ heisst es und ich bin bereits entschlossen, mich damit auch zu versuchen.
Was ich bei BFM auch gelernt habe – ich werde demnächst meine Katzen heiligsprechen und Biere nach ihnen benennen.
Den Abend verbrachten wir mit „normalem“ Bier (und Pizza), bei der Granicum-Brauerei in Grenchen. Wir „Oberländer“ erreichten danach gerade noch rechtzeitig Spiez, um das Feuerwerk des Seenachtfestes zu sehen.
Ich hatte übrigens mein iPhone zuhause vergessen und konnte feststellen, dass es auch ohne geht. Nicht vergessen hatte ich zum Glück den Fotoapparat.
Mehr zu Totché/Brieschkuchen hier.
Die Brauereien: BFM, Granicum.

28 Dienstag
Kürzlich habe ich mich über einen Spruch auf Twitter genervt. Er ging ungefähr so: „Wir bezahlen den Menschen, die zu unserem Geld schauen mehr, als denen, die zu Menschen schauen“.
Verdient tatsächlich jeder Bankangestellte mehr, als ein Arzt oder eine Lehrerin? Aber nein, man musste den Spruch natürlich „richtig“, also clichiert, verstehen: Börsenspekulanten verdienen mehr als Pflegepersonal.
Man muss den Spruch sogar clichiert verstehen, denn es gibt noch viele andere, sehr angesehene Berufe, in denen man mehr verdient, als in der Pflege. Es braucht nicht viel, um einverstanden zu sein und dem Autor die Einsicht in gesellschaftliche Missstände zu bescheinigen. Und genau darum nenne ich solche Tweets Gefälligkeits-, ja sogar Selbstgefälligkeitstweets. Es ist gesagt, resp. geschrieben und Autor und Leser können sich mit erleichtertem Gewissen zurücklehnen und müssen nicht handeln.
„An den Taten sollt ihr sie erkennen, nicht an den Tweets“ werde ich gleich auf Twitter schreiben. Das im Bewusstsein, dass meine Taten auch an einem kleinen Ort sind. Darum halte ich mich Ratschlägen, erst recht mit Anklagen, sehr zurück.

Montag, 1. Juni 2015

Der Juni 2015

7 Sonntag
Noch ein Blick zurück auf Freitag: Vor der Reise nach Langenthal zur Aktionärsversammlung von Hasli-Bier entschloss ich mich zu einem Vorglühen der anderen Art. Ich schlug noch einen Haken zur Gelateria und liess mir eine Kombination aus Himbeer, Rhabarber und Limone auf ein Cornet propfen.
Dann ging es wirklich ins Bier, ebenso wie am Sonntag Nachmittag. Da wurden wir mit Eis von oben herab beglückt: mit Hagel. Es prasselte ganz dramatisch aufs Dach, aber die Hagelkörner schmolzen schnell, so dass der Boden nicht weiss wurde. Schäden haben wir im Diemtigtal, soweit ich es beurteilen kann, keine zu beklagen.

11 Donnerstag
Da geisterte in den Online-Portalen der Hinweis auf einen Test herum, dem man entnehmen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit man die nächsten fünf Jahre überlebt. Was für ein Blödsinn, habe ich mir gesagt – und ihn gemacht.
Nun, ich werde mit 98 prozentiger Wahrscheinlichkeit noch mindestens fünf Jahre leben. Das ist schon recht gut und wenn man bedenkt, dass der Fragebogen mit statistischen Daten aus Grossbritannien abgeglichen ist, kann ich als glücklicher Schweizer sicher noch ein Prozentchen drauflegen.
Es gibt im Internet ja noch etliche solche Lebenserwartungstests. In diesen werden deutlich mehr Gesundheitsfragen gestellt und sind wohl auch präziser. Ich erhalte dort jeweils eine Lebenserwartung zwischen 80 und 85 ausgerechnet, so dass auch obiges Resultat plausibel ist.
Wie dem auch sei: Auch die schönsten statistischen Daten können keinen Unfall oder eine schwere Krankheit voraussehen (zum Glück). Den Ratschlag, jeden Tag zu leben, als ob er der letzte wäre, halte ich zwar für übertrieben, aber geniessen sollte man wirklich jeden Tag.

22 Montag
Darf man da wirklich reinbeissen. Weissbrot, Salami und noch etwas Butter. Alles Substanzen, die nicht gerade als gesund gelten.

Nun, dies war heute mein Mittagessen, das ich auf meinem Trainspotting-Ausguck verdrückt habe. Ich bin weder Vegetarier, noch leide ich an einer Lebensmittelallergie. Gerade letzteres ist für die Betroffenen ein ernsthaftes Problem und kann sogar lebensbedrohlich sein. Darum habe ich auch etwas Mühe mit jenen, die ich Lifestyle-Allergiker nenne, speziell die Gluten-Verächter. Zugegeben, die erhöhte Nachfrage nach glutenfreien Produkten nützt auch den Zöliakie-Betroffenen, indem das Angebot besser wird. So hat alles zwei Seiten. Solange mir niemand vorschreibt, was ich essen darf, tue ich es bei anderen auch nicht.

26 Freitag
Da hatte ich nach dem Besuch bei meiner Zahnärztin und vor dem Freitagsstammtisch noch etwas Zeit und da ich von Bümpliz herkam, stieg ich am Europaplatz aus dem Tram, um mir diesen einmal anzusehen.

Hier steht das schon besprochene Haus der Religionen. Auch den Konsumgöttern kann hier gehuldigt werden und so testete ich, weil ich gerade Hunger hatte, das Angebot bei Subway. Nach einem aufwendigen Ritus (Welches Brot, welcher Inhalt, welche Sauce) erhielt ich ein Sandwich, das mich nicht sehr überzeugte. Diese Religion wechsle ich gleich wieder.
28 Sonntag
Wer Nespresso trinkt hat vielleicht auch ein schlechtes Gewissen. Einerseits wegen der Alu-Kapseln, die doch vorwiegend im Abfall landen, andererseits wegen des relativ hohen Preises. Acht bis zwölfmal soviel wie offener Kaffee koste der Kapselkaffee, habe ich schon gelesen. Das ist schwer zu beurteilen, da es bis jetzt keinen offenen Kaffee gab, der auch in Kapseln erhältlich war. Endlich hat Migros ihren Standardkaffee namens Boncampo in Kapseln im Angebot. Dort kosten zwanzig Kapseln mit total 100 g Kaffee Fr. 4.40, der hundert Gramm Preis des gemahlenen ist Fr. 1.10. Also Faktor vier. Bei Nespresso mag der Faktor höher sein, da man noch ein Lifestyle-Konzept darum herum gebaut hat. Aber das legt sich langsam.

29 Montag
Da bin ich heute auf einen Artikel von Sarah Wiener gestossen, der Fernseh-Köchin, die ebensoviele Fans wie Verächter hat. Sie wundert sich darüber, dass die Veganer sich naturnah geben, aber trotzdem stark verarbeitete oder künstlich hergestellte Lebensmittel konsumieren. Sie meint, Sojamilch sei ebenso künstlich wie Coca-Cola. Klar, dass sie viel Gegenrede kassierte.
Sie spricht aber etwas an, über das ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. Das liegt daran, dass ich vor längerer Zeit einen Vollwert-Kochkurs gemacht habe. Eine ganze Woche haben wir Kursteilnehmer in einem geschlossenen Restaurant vollwertige Menus zu kochen, d.h. mit Lebensmitteln, die möglichst wenig verarbeitet wurden. Keine vegane, aber doch eine vegetarische Küche. Nur Mehlspeisen wie Brot und Teigwaren, natürlich Vollkorn, waren stärker verarbeitet.
Ich weiss nicht, wie der Kursleiter heute darüber denkt, denn damals dacht man bei sogenannten Ersatzprodukten nur an Tofu. Ob er heute auch mit Reismilch, Seitan und Ähnlichem hantiert? Ich glaube nicht.
Ich habe auch schon den Räuchertofu gelobt und mit Reismilch experimentiert. Aber vegetarisch kochen heisst für mich weiterhin: Gemüse, Früchte, Getreide – alles so naturbelassen wie möglich.

Freitag, 1. Mai 2015

Der Mai 2015

Ganz hübsch, wie er so vor sich hin blüht, der Bärlauch. Sogar am Wegesrand, resp. an der Hauptstrasse, dem Weg von der Station Worblaufen an meinen Arbeitsplatz. Gemässe Wikipedia hat das Kraut Dutzende von Namen, wie der Bär da reinkam erklärt es hingegen nicht.

Fisch soll schwimmern
Die Hausfrau Hanna hat von Crevetten geschwärmt. In diese Hymne konnte ich gleich mit einstimmen und so wie sie dabei an Schweden denkt, denke ich hierbei an Dänemark, resp. an Bornholm, an das Fischbuffet in der Räucherei von Gudhjem:

Hering in allerlei Zubereitungen, andere Fische und eben Crevetten. Alles à discretion. Und weil über der Bar deutlich angeschrieben ist „fisk skal svømme“ tranken wir stets auch genug Bier dazu. Aber nicht „lättöl“, Leichtbier also, sondern „fadøl“, Fassbier – normales Carlsberg halt.

Va, pensiero, sull'ali dorate  Mein Gedanke vor ein paar Tagen war: Wieder einmal Pouletflügeli! Also verabredete ich mich mit A. am Montag Mittag im Restaurant Tivoli.

Goldig sind sie tatsächlich, die Flügel und die Frites auch. Dazu den Gefangenenchor aus Nabucco zu zitieren mag etwas übertrieben sein. Gefangen sind wir ja nicht – oder wenn doch, dann wenigstens in goldenen Ketten, womit wir wieder bei der Farbe wären.
Diese Woche mit drei Arbeitstagen, an denen es sommerlich heiss wird und zwei freien Tagen, die uns einen Kälteeinbruch bescheren werden, sind allerdings auch nicht ganz das, was wir uns an unbegrenzter Freiheit gewünscht haben. Mit oder ohne Flügel.

20 Mittwoch
Sit i blogge, han i mir überleit, ob i o mou artikle uf dialäkt schribe sött. Ds problem isch, dass i ke grammatik und ke orthographie ha für miis Seeländer dütsch. Wär i Bärner chönnti wenigschtes uf e von Tavel oder dr Matter zrügg griife. So blibt mer haut nume los z’lege und z’luege, dass das ganze einigermaasse iiheitlech usgseet.
Ds problem von inhaut chäm de no derzue, würd jetz dr Matter singe. Immerhin hei mir mit üsne dialäkte eis problem nid, wi i angerne sproche: mir gseh ne nid aus z’primitiv um über aaschpruchsvoui theme z’rede. Dr chirurg u d’finanzexpertin müesse nid auf hochdütsch wächsle, we si über ihri fachgebiet rede. Es geit aus!
Mou, ei chliini sach gäb’s: d’liebeserklärig. Es git kes „I love you“ oder „je t’aime“ uf Bärndütsch. Mir müesse uf’s liecht dischtanziertere „i ha di gärn“ uuswiiche. Guet, wenigschtens teile mer das problem mit de Holländer.

Drum, we me nicht so rächt weis, wie me’s söu säge, de packt me dr schatz am beschte ar hang und fahrt mit ihm uf Paris u zeigt ihm die wang im Montmartre. Do schteit dä satz i über hundert schproche.

23 Samstag
Auf Englisch, so habe ich vernommen, ist ein Oldtimer ein alter Mensch, kein Auto. Wer also „I love oldtimers“ sagt, kommt in Verdacht, Pensionären nachzusteigen. Ich komme da auch schon bald in die Kränze.

Beim Thuner Fussballstadion ging es heute ab tatsächlich um Autos. Wobei „alt“ bei etwa 30-jährig beginnt. Dabei waren auch Käfer, Minis, ein Trabbi und etliche Vespas. Autos, die schon in meiner Jugend als Oldtimer bezeichnet worden wären, hatte es aber nur wenige. Immerhin einen Rolls:

Wobei mit weniger den noble Namen, als die roten Speichenräder beeindruckt haben. Solche möchte ich auch.

24 Sonntag
Sie haben den Eurovision Song Contest gewonnen, die Strichmännchen. Gut, sie haben einen jungen Mann namens Måns Zelmerlöw singen lassen, aber die eigentlichen Stars des Schwedischen Beitrags waren sie auf jeden Fall.
Eine gute Nummer, aber nicht meine erste Wahl. Ich habe am Samstag Abend mein iPhone gezückt und je eine Stimme für Israel und für Belgien abgegeben. Letzterer wurde immerhin Vierter.
Dass es der Schweizer Beitrag nicht ins Finale geschafft hat, war zu erwarten, auch wenn ich bis zuletzt gehofft habe. Jetzt geht sicher wieder die Diskussion los, ob die Schweiz weiterhin teilnehmen soll. Auf diese Frage ist meine Gegenfrage immer, welche Fussballmannschaft sich wohl abmeldet, weil sie dieses Jahr nicht Meister geworden ist. Keine natürlich – und schon bald beginnt das Rennen um die Teilnahme am nächsten ESC. In Schweden!

Mittwoch, 1. April 2015

Der April 2015

8 Mittwoch
Letzten Sonntag hat Agnetha Fältskog ihren 65. Geburtstag gefeiert. Ob sie tatsächlich gefeiert hat, weiss ich natürlich nicht, aber ich denke, sie hat keinen Grund, mit dem Alter zu hadern.
Als ABBA vor vierzig Jahren bekannt wurden, erhielt die Popwelt eine neue Traumfrau. Genau so wie Agnetha stellte man sich die typische Schwedin vor. Sie selbst wurde mit dieser Rolle nicht so recht glücklich und nach dem Ende der Band zog sie sich zurück. In den letzten Jahre zeigte sie sich wieder häufiger in der Öffentlichkeit. So mit einem Duett mit Gary Barlow.

Es ist zwar mehr sein Lied als ihres. Aber abgesehen davon, wie schön es ist, einen Liveauftritt von Agnetha zu sehen, ist es auch spannend, wie der zwanzig Jahre Jüngere seine Gesangspartnerin anhimmelt. Er wäre mit dem Titel dieses Artikels sicher einverstanden.

13 Dienstag
Der Braumeister brauchte dringend neues Material und so war ein Teil des Bierklubs letzten Samstag unterwegs. Nach dem Einkauf bei Sios in Wald ZH fuhren wir zum Kloster Fischingen. Dort fand an ebendiesem Samstag die Eröffnungsfeier der neuen Klosterbrauerei statt.

Das Kloster ist heute zwar immer noch eines, aber jetzt vor allem ein Seminarhotel. In den Wirtschaftsgebäuden befindet sich eine Schreinerei und neuerdings auch die Brauerei. Ein helles, das Eröffnungsbier, ein dunkles und ein IPA wurde ausgeschenkt. Freibier, wohlverstanden. Hier noch das Prost-Bild auf Twitter.
Zwar gab es auch Weisswurst und Bretzel, wir sparten uns den Appetit aber für die nächste Station, den Sternen in Frauenfeld. Dort wird hausgemachtes Bier ausgeschenkt und es gibt eine üppige Speisekarte. Spargeln im Blätterteig, Cordon Bleu, Älplermakkaronen und Hamburger im Bagel kamen auf unseren Tisch. Meines Wissens brauchte niemand von uns noch ein Abendessen.
Hier die Homepage der Brauerei: Pilgrim.ch

25 Dienstag
Um die Bierfreunde auf den Abend in Solothurn einzustimmen, sucht unser Braumeister jeweils eine Braui-Beiz irgendwo in der Schweiz aus, die wir auf einer möglichst interessanten Bahnstrecke erreichen können.
Diesmal fiel seine Wahl auf das Restaurant Schöntal in Arth. Mit der Brünigbahn und der Luzerner S-Bahn fuhren wir fünf Seen entlang bis wir im Bahnhof Arth-Goldau ankamen. Dann noch ein Stück mit dem Bus und wir erreichten das Restaurant, wo für uns reserviert war. Dann der Schock: Das Bier – also ihr eigenes – sei aus! Der Braumeister bestellte vor Schreck Cola, die meisten hielten sich an Erdinger.
Dört ääne uf em Bärgli …, nein, an der Wand, schaute uns die Geiss zu wie wir das Menu (Bouillon, mit Ei, Salat, Aargauer Braten mit Stock) zu uns nahmen. Der Kaffee wurde offeriert – eine nette Geste, die wir anerkannten, auch wenn die Enttäuschung blieb.
So freuten wir uns erst recht auf Solothurn und seine Biertage, resp. diesen einen. Letztes Jahr war die Messe in einem Zelt, weil die Reithalle besetzt war. Das hat offenbar auch den Veranstaltern gut gefallen, so dass auch dieses Jahr die Stände in einem Zelt waren und die Reithalle nur als Restaurant und Musiklokal diente.
Eines von (Oh, Schreck!) sieben Bieren, das ich degustierte. Ausnahmsweise eines aus der Flasche, dafür mit Etikette. Passt, denn Bier brauen ist eine Passion – an den Biertagen erste recht!


Sonntag, 1. März 2015

Der März 2015

10 Dienstag
Der Bahnhof Wankdorf hat einen Nachteil: Ich muss dort die S-Bahn nehmen und in Thun umsteigen. Aber auch Vorteile: Ich kann den Bus dorthin nehmen und dessen Station ist etwas näher beim Büro als der Bahnhof Worblaufen und ich kann dort die Abendsonne geniessen.
Hier am Westende des Perrons kann ich noch die SBB-Uhr anschauen bis mir der Zug vor der Nase durchfährt.

13 Freitag
Es widerspricht ja meiner Religion, pardon, meiner Weltanschauung, andere Leute heimlich zu fotografieren. Aber hier:

Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen habe ich ihre Köpfe …. also nur virtuell natürlich, ich bin ja kein Islamist.
Jedenfalls fielen mir die beiden Jungs – pardon, jungen Männer, anfangs zwanzig oder so – sofort auf. Denn, wenn man Freitag Abend im Zug sitzt sieht man ab und zu junge Typen mit einem Sixback Feldschlösschen beim vorglühen. Diese beiden jedoch haben sich ein 4-er Pack vom besseren geleistet: Bärner Müntschi. Naturtübes Bier von Felsenau.
So etwas gehört verbloggt. Die beiden sollte man eigentlich mit einem Bierorden auszeichnen und namentlich vorstellen. So bleiben sie aber anonyme Helden des Alltags. Prost!

22 Sonntag
Auf dem Blog der Frau Flohnmobil heisst eine wiederkehrende Rubrik „Beschildert geschildert“. Sie zeigt Bilder von originellen, manchmal auch schwer verständlichen Schildern – meist Warn- oder Verbotsschilder. Vor ein paar Tagen waren Warnungen vor dem Hunde dran. Da erinnerte ich mich gleich an ein Schild, das ich einmal aufgenommen hatte:

Ähnlich wie bei der Warnung vor dem „bisschen Hund“ ist auch dieses nicht ganz ernst gemeint, denn schliesslich geht es um eine Katze. Wenn diese aber wirklich böse und erst noch scharfsinnig (oder gar listig) ist, sollte man sich doch etwas in Acht nehmen.
Hier noch der Artikel bei Flohnmobil.

29 Sonntag - Sommerzeit
Keine Angst, das wird kein Artikel für und wider die Sommerzeit, dazu gibt es bereits genug Studien und Gegenstudien. Ich will nur über meine Erlebnisse mit der Zeitumstellung berichten. Die erste Begegnung mit der Sommerzeit hatte ich 1974 in Irland. Ich bemerkte sie, indem ich sie gerade nicht bemerkte, d.h. die Uhr nicht umstellen musste. Richtig bewusst wurde mir die Sache dann, als wir französisches Fernsehen schauen konnten. Die Filme auf France 3 kamen bereits um 19h30, was ich und meine Eltern sehr schätzten. 1980 war schliesslich das Jahr der Zeitinsel und das Spielchen lief auch mit ARD, ZDF und ORF. Seit 1981 sind wir in der Schweiz „gleichgeschaltet“ und ich kam so auch in den Genuss der Sommerzeit. Wie viele Junge fand ich das toll. So reichte es gut, nach Uni oder Büro noch ins Strandbad zu gehen. So wurde die Sommerzeit Routine und nur die Verlängerung auf Ende Oktober (ab 1990) fand und finde ich fragwürdig.
 Heute ist mir die Sommerzeit eher gleichgültig. Das hat sicher damit zu tun, dass ich mit meinem 80%-Pensum weniger auf der Jagd nach freien Sonnenstunden bin, aber auch damit, dass ich nicht mehr in der Stadt wohne, wo man auch wochentags noch schnell in ein Café sass und den lauen Sommerabend genoss. Vielleicht liegt es aber auch schlicht am Alter. Jedenfalls leide ich nicht an Jetlag, Migräne oder gar psychischen Problemen, weil wir die Uhr eine Stunde vorgestellt haben. Ich kann den Leuten, die klagen, natürlich nicht absprechen, dass sie etwas fühlen. Aber ich habe den Eindruck, dass es mit der Zeitumstellung ähnlich ist, wie mit dem Vollmond oder Freitag dem Dreizehnten. Da man um das Ereignis weiss, führt man irgendwelche Unannehmlichkeiten darauf zurück. Und zweimal im Jahr mit Grund jammern können, ist ja auch etwas.

Sonntag, 1. Februar 2015

Der Februar 2015

15 Sonntag
Am Sonntag wieder mal etwas intimes. Ich komme auf’s Thema Pyjama, weil ich kürzlich auf einem deutschen Zeitungsportal gelesen habe, die Deutschen schliefen immer seltener nackt. Nun, das dürfte die Textilindustrie freuen. Der Schreiberling hingegen befand, seine Landsleute würden prüder. Diesen Zusammenhang sehe ich nicht. Prüde ist für mich jemand, der auf keinen Fall an einen FKK-Strand ginge oder jemand, der sich in der Garderobe hinter einem Paravent umzieht. Ich halte mich nicht für prüde, aber nackt schlafen – ab 35 Grad vielleicht. Denn, wenn ich mich nicht zudecke friere ich und wenn ich mich zudecke schwitze ich und friere deswegen auch wieder, wenn ich nichts anhabe. Ein Pyjama, welches warm gibt und den Schweiss aufnimmt ist das Beste. Ich habe kürzlich ein neues Pyjama gekauft und dachte erst, hundert Franken nur für ein Pyjama sei etwas viel. Aber nach der ersten Nacht war ich schon anderer Meinung.

16 Montag
Als ich ein neues Auto evaluierte, sah ich mir auch die Angebote von Skoda an. Ich entschied mich schliesslich für Renault. Schade, denn hätte ich mich für Skoda entschieden, so legt mir die neueste Werbung nahe, war ich wohl ein grossen Heckenschneidekünstler geworden. Wobei – ich habe ja weit und breit keine Hecken. Da war mein Entscheid wohl doch richtig.




Donnerstag, 1. Januar 2015

Der Januar 2015

2 Freitag
Mit diesem Jahr hat für mich die Flower-Power-Zeit begonnen. Nein, ich bin nicht mit fünfzig Jahren Verspätung Hippie geworden. Flower Power ist der Name einer Fitnessklubkette, die zur Migros gehört.
Ich bin nun Exersuisse (vormals Kieser Training) untreu geworden. Mir genügte das reine Krafttraining nicht mehr. Da ich nur ungern bei schlechtem Wetter joggen gehe, suchte ich einen Fitnessclub mir Laufbändern – und ein bisschen Wellness wollte ich auch. So kam es mir gerade recht, dass vor einiger Zeit die Flower Power Zentren einen Tag der offenen Türe durchführten. Darunter auch jenes in Thun, gleich neben dem Stadion. Die Anlage gefiel mir und da es auch noch eine Angebot von 2000 Franken für zwei Jahre gab, schlug ich zu. Genau Neujahr wollte ich anfangen und so schrieb ich mich zu Einführungstrainings am 1. und 2. Januar ein.
Beim ersten Training wurde ich erstmal vermessen. Blutdruck (normal) und Fett/Muskel/Wasser-Gehalt. Von ersterem zuviel, das wusste ich schon, aber gleich 28%? Da habe ich in letzter Zeit doch mehr zugenommen, als ich dachte. Vor einigen Jahren bei Kieser mass man noch 23%. „Die Ernährung ist das wichtigste!“ sagte mir Trainer Daniel und ich muss es ihm wohl glauben. Fertig Znüni-Kuchen? Schauen wir mal.
Als erste Trainingseinheit programmierte mir Daniel einen 40 min Lauf, den ich auf dem Laufband absolvieren konnte. Bei Flower Power wird alles programmiert und registriert
und an die Geheimdienste weitergeleitet.Beim zweiten Training (diesmal mit Mirjam) ging es darum, die Kraftgeräte einzustellen. Die sind alle vernetzt und man meldet sich bei jedem Gerät mit dem Badge an und auf dem Display werden einem alle Einstellungen angezeigt. Es werden auch die Anzahl Übungen gezeigt und man wird zum nächsten Gerät gewiesen. Sollte man eines überspringen, weil es gerade besetzt war, wird man wieder daran erinnert. Totale Überwachung also.
Abgeschlossen habe ich mit dem angenehmen, nämlich mit der Sauna. Die hat ein grosses Fenster und man hat beim schwitzen Aussicht auf die Stockhornkette, wenn es keinen Nebel hat.
Zusammengefasst: Bewusstere Ernährung, Ausdauer- und Krafttraining, Sauna. So hatten sich die Hippies in den sechziger Jahren „Flower Power“ wohl nicht vorgestellt.

5 Montag
Ich habe mich früher einmal darüber „beklagt“, dass ich von anderen Leuten als harmlos empfunden werde. Daran habe ich mich in den letzten Tagen erinnert und festgestellt, dass diese Harmlosigkeit auch sein Gutes hat.
Auf Twitter hat (wieder einmal) ein Shitstorm stattgefunden, der diesmal aber Opfer gefordert hat. Die, zumindest in den Schweizer Twitterkreisen, bekannte Zora Debrunner hat ihr Konto (vorläufig) gelöscht. Zora – ihr Künstlername – ist kein allzu zartes Pflänzchen. Sie hat viel debattiert, ist sehr verschiedenen Leuten gefolgt und hat auch mal mit grobem Vokabular gefochten. Nun gibt es halt auf Twitter einige Leute, die eher mit der Keule als mit dem Florett in den Kampf ziehen. Ja, als Kampf um die richtige Meinung, verstehen doch etliche Teilnehmer dieses Instrument namens Twitter.
Nun ist ein Streit so eskaliert, dass Zora einen ihrer Kontrahenten angezeigt und sich aus Twitter zurückgezogen hat. Dutzende von Twitterern haben Partei ergriffen und so diesen Shitstorm entfacht.
Mein Diskussionsstil ist zum Glück zurückhaltend und brav, so dass ich wohl kaum je Teilnehmer oder gar Gegenstand eines solchen Twitter-Gewitters werde. Mein Motto ist: Fliegt Scheisse durch die Luft, halte die Hände unten und versuche nicht welche einzufangen!

6 Dienstag
Der eine Nachbar behauptet, er könne bei Vollmond schlecht schlafen. Wir andern befürchten ja, er würde die ganze Nacht auf dem Dach stehen und heulen. Das tut er aber zum Glück nicht.
Das Bild ist vom Neujahrsabend. Ich poste es erst jetzt, weil ich das USB-Kabel zum Fotoapparat verlegt habe. Es gefällt hoffentlich immer noch.

18 Sonntag
Da verkündete der Braumeister J., dass Mitglied S. einen schönen Mocken Raclettekäse gespendet habe und dass dieser am Freitag am Bierfreundestamm zum Einsatz käme. Nicht unbedingt zu meiner Freude, denn an ebendiesem Abend fand die Hauptversammlung des Schachklubs Thun statt. Als Vorstandsmitglied konnte ich da nicht gut fehlen. Aber immerhin, gab es dort „Suure Mocke“ – Tradition seit x Jahren. 2019 werden übrigens die 100 Jahre voll sein.
Als ich kurz nach elf nach Hause kam, war noch Licht im Gemeinschaftsraum und ich trat ein zu schauen, wer noch dort war. Der Braumeister natürlich und Nachbar HR., der erst vor kurzem dazugestossen war. Er hatte auch noch kein Raclette gehabt und jetzt wo ich kam … so kam es noch zu einem Mitternachtsraclette.
Am Samstag war der Geburtstag von A. und er lud mich ein, am Abend nach Bern zu kommen. Das Schneegestöber vor dem Fenster anschauend sage ich ab. Bald bereute ich meinen Entscheid, reservierte schnell ein Zimmer in einer günstigen Pension in Bern und meldete mich wieder an. So trafen wir uns um 20 Uhr im „Araber“, dem Aarbergerhof. Am Nebentisch entdeckten wir einen bekannten Berner Mocken, Endo Anakonda mit Künstlernamen. Er verliess aber schon bald das Lokal und wir interessierten uns sowieso in erster Linie für solches:


Safranspaghetti und Muscheln war meine Wahl. Zwei meiner Lieblinge in einem Gericht vereint. Unter der Woche ist wieder Zurückhaltung Trumpf.

28 Mittwoch
Im ersten Stock des Gebäudes, in welchem ich arbeite, ist die Firma „Swisscall“ eingemietet. In den Pausen stehen die Telefonierer (-innen) draussen vor dem Haupteingang zum rauchen und plaudern. Weil diese Arbeit so anstrengend ist, nehmen sie vom Parterre in den 1. Stock und zurück konsequent den Lift.
Aber vielleicht ist die Arbeit wirklich anstrengend. Jedenfalls dann, wenn man sich bewusst ist, was man da verkauft. Das einzige Produkt von „Swisscall“ ist nämlich ein Abonnement, welches einen vor Werbeanrufen schützen soll (Oh, Ironie!), das 99 Franken kostet. Etwas wohlverstanden, das man mit dem sogenannten „Sterneintrag“ bei Swisscom gratis bekommt.
Darüber berichtete diesen Dienstag der „Kassensturz“. Das Kamerateam war sogar im Haus in Ittigen. Der Chef war allerdings nicht zu sprechen – wen wundert’s?

31 Samstag
Wusstet ihr es schon? Der S.G. aus Spiez hat sein Auto eingeschossen. Nein, ich kenne ihn auch nicht und es geht mich auch gar nichts an. Aber ich weiss es jetzt halt trotzdem und das kam so:
Am Freitag Morgen war die Autobahnausfahrt Spiez total überlastet, so dass selbst meine Sicherheitszeit, die ich immer einplane, nicht mehr ausreichte, rechtzeitig auf dem Bahnhof zu sein. Nicht aufregen, sondern im Aperto einen Kaffee trinken, habe ich mir gesagt. Am Nebentisch sass ein Herr mit seinem Laptop. Er (Schadensinspektor?) rief dann auf seiner (?) Versicherungsagentur an und sprach mit Frau K. – er wiederholte ihren exotischen Namen. Es ging eben um S.G. – dieser Name fiel mindestens drei Mal. Jener aus der xxx-Strasse – es gebe noch einen anderen S.G., aber der habe nur einen Töff versichert.
Bevor ich noch mehr erfuhr, war es zum Glück Zeit auf’s Perron zu gehen. ICE, Ruheabteil. Keine weiteren Indiskretionen.

Montag, 1. Dezember 2014

Der Dezember 2014

7 Sonntag
1971: „Hast du es schon gehört?“. Das, wonach mich mein Schulkamerad fragte, war ein neues Lied aus der Hitparade. „Dazwischen wird gestöhnt, so ‚ah, aah‘.“ Einen Lustschrei gibt es auch noch. Kein Wunder hingen die Pubertanten am Dienstag Abend an ihrem Mittelwellenradio um die Hitparade auf Radio Beromünster zu hören.
2014: Längst wird nicht mehr auf Mittelwelle, sondern via Internet, Satellit und DAB gesendet. Die Hitparade hat ihr eigenes Programm. Auch die volkstümliche Musik, einst wichtiger Bestandteil des „Landesprogramms“ ist eigenständig. Trotzdem nenne ich das heutige Radio SRF1 gerne mal Radio Beromünster, weil es immer noch ein bisschen die helvetische Biederkeit von damals transportiert.
Und dieses Radio spielt am Sonntag Morgen „Hot Love“ von T-Rex.

11 Donnerstag
„Der Mensch kann viele Male hinfallen. Ein Versager ist er erst dann, wenn er behauptet, man habe ihn umgestossen.“
Diesen Spruch eines US-Autors habe ich aus deinem Blog bei Stern-Online. Der Spruch ist mir so gut in Erinnerung geblieben, weil er eine Einsicht enthält, für die ich auch sehr lange gebraucht habe. Ich danke dabei an meinen unglücklichen Stellenwechsel im Jahr 2000. Dass ich wechseln wollte lag für mich irgendwie an den Umständen und so habe ich mich ohne weitere Abklärungen auf eine andere Stelle gestürzt. Dort wurde ich erst recht unzufrieden, aber gab die Schuld wieder den anderen. In diesem Falle nicht einmal ganz unberechtigt. Aber Schuldzuweisungen bringen eben nichts. Ich musste die Verantwortung für mich ganz übernehmen. Immerhin war das die Lehre aus über zwei Jahren Stellenlosigkeit.

15 Montag
Ich habe kürzlich zwei Yoghurt gekauft. Erdbeere und Mandarine. Ersteres Bio, das andere aus der Linie M-Classic. Ich habe also aus dem grossen Angebot ausgewählt und, das liegt in der Natur der Sache, anzahlmässig ein Vielfaches des vorhandenen nicht gewählt. Kein Kirschen-, Heidelbeer- oder Zitronenyoghurt – aber auch keines aus den Linien „legère“ oder M-Budget.
Wenn ich jetzt auch noch mit den anderen Produkten, die ich an diesem Tag nicht gekauft habe, anfinge, würde die Aufzählung endlos.
Aber es geht mir hier nicht ums Yoghurtregal in der Migros, sondern um das Haus der Religionen, welches in Bern eröffnet wurde. Hier ist die Sache sogar noch etwas weniger übersichtlich – auch weil ich nicht weiss, wen die Initianten eingeladen hatten. Fest steht, dass fünf Religionsgemeinschaften einen Kultraum haben und drei weitere indirekt beteiligt sind. Die christliche Seite ist durch eine Arbeitsgemeinschaft vertreten, die fast alle Kirchen vertritt. Aber zwei prominente christliche Gemeinschaften fehlen: Mormonen und Zeugen Jehovas. Bei den Muslimen ist nicht genau klar, ob der beteiligte Verein mehrere Konfessionen beinhaltet, Aleviten und Bahai sind aber separat beteiligt. Wie einheitlich Buddhisten und Hindu sind, kann ich nicht beurteilen. Letztere sind zudem die einzigen Polytheisten.
Ich frage mich, wie offen das Haus der Religionen wirklich ist. Hätte man auch einen Raum für Voodoo-Anhänger zur Verfügung gestellt, für Neu-Heiden oder solche, die die Verehrung der Olympier reaktivieren wollen.
Ich denke, dass hier, dem Integrationsgedanken zum Trotz, eine Auswahl getroffen wurde. Man hat ein Dutzend eingeladen und damit zwangsläufig fünf Dutzend ausgeschlossen. Nicht zuletzt die religionsfreien und das sind immer mehr. Für’s erste hat man also eine Begegnungsstätte für ca. 90% der Menschen in Bern, was auch nicht schlecht ist. (… und YB gibt’s ja auch noch)

23 Dienstag
Die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu handelt, ist bei uns wohl allen geläufig. So geläufig, dass sie auch gerne als Gleichnis herhalten muss. Zur Zeit, wo sehr viele Flüchtlinge nach Europa kommen, werden diese gerne mit Maria und Josef und ihrer Suche nach einer Herberge in Bethlehem verglichen.
Nur ist hier, wie so oft, das gut gemeinte nicht wirklich gut durchdacht. In der Bibel wird die Weihnachtsgeschichte nämlich nur in wenigen Sätzen und nur in zwei Evangelien beschrieben. Einiges, was für uns heute dazu gehört, wurde erst später dazuerfunden. Ich erinnere mich, dass wir in der ersten Klasse auch die Geschichte aufführten, wo die beiden von bösen Wirten immer weggeschickt werden. In der Bibel steht aber lediglich, dass sie in „der Herberge“, also Einzahl, keinen Platz fanden. Man kann sich also durchaus vorstellen, dass sie einen ganz bestimmten Ort angesteuert hatten und noch bevor sie sich über einer Alternative Gedanken machen konnten, setzten die Wehen ein. Also begab man sich in die nahegelegene Grotte (nein, kein Stall), wo sich praktischerweise auch eine Krippe fand, in die man das Neugeborene legen konnte. Auch Esel und Ochs wurden erst später dazuerfunden.
Maria und Josef waren auch keine Flüchtlinge, sondern kamen wegen einer Volkszählung nach Bethlehem. Aus der Stadt Davids stammen sehr viele Juden, so dass es kaum verwunderlich ist, dass alles voll war. Fliehen mussten sie erst vor den Truppen Herodes‘, der einen Kindermord verfügte. Dies ist allerdings nur bei einem Evangelisten beschrieben. Beim anderen kehren sie ganz normal nach Nazareth zurück.
Hier Wikipedia zur Weihnachtsgeschichte.

25 Donnerstag
Lifestyle-Experten behaupten ja, Apéroplatten wie diese seien passé. Aber wer hört schon auf Experten. In unserer Familie zum Glück niemand.

Silvester