Montag, 17. Januar 2011

Saumässige Rücksichten

Sie waren u.a. in diesem Artikel Thema und sind es immer wieder - die Geschichten, wo aus Rücksicht auf Minderheiten oder andere Kulturen irgendetwas (wirklich oder vermeintlich) verboten wird. Ob Mani Matter Lieder oder Schweineschnitzel in der Mensa, beliebte Protagonisten sind hierbei die Muslime. Ich zweifle manchmal, ob entsprechende Interventionen wirklich von Muslimen kommen. Der Auslöser oder zumindest die Fortführung liegt eher bei denen, die sich die absolute Political Correctness auf die Fahnen geschrieben haben. Man könnte sie "füdlegwöhnlichi Schwiizer" nennen - wogegen sich die Betroffenen sicher verwahren würden. Ich habe mir zum Thema eine Geschichte ausgedacht:
Eine Muslimin will im Loeb Sparkässeli für ihre Kinder kaufen. Die Verkäuferin zeigt ihr ein paar lustige Sparschweine, worauf ihr die Kunden erklärt, dass dies nicht in einem muslimischen Haushalt passe. Kein Problem für die Verkäuferin, denn es gibt ja auch Sparelefäntchen, Sparhühnchen, weitere Tierfiguren oder auch abstraktere Behältnisse. Die Kundin findet auch etwas passendes, kauft und geht zufrieden nach Hause. Eine andere Kundin - wie man sieht bin ich ein guter Feminist und überlasse alle aktiven Rollen weiblichen Darstellern - bekommt das mit. Als politisch korrekte Berufsbetroffene kann sie nicht anders, als einen Brief an die Direktorin zu schreiben. Darin fordert sie sie auf, aus Rücksicht auf unsere muslimisch gläubigen Mitbürger alle Schweinefiguren aus dem Sortiment zu nehmen.
Der Inhalt dieses Briefes gerät in die Oeffentlichkeit und schon sieht es so aus, als wären Islamisten einmal mehr daran, alte Schweizer Traditionen zu zerstören.
Dabei stand am Anfang der Geschichte einfach eine Kundin, die eine Entscheidung für sich getroffen hat. Ob anders Gläubige ein Sparschwein kaufen, war ihr gleichgültig, wahrscheinlich sogar, ob es andere Muslime tun. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in so mancher Affäre der letzten Zeit ähnlich lief, wie in meiner Geschichte. Darum misstraue ich den Kämpfern für die totale Toleranz ebenso, wie den extreme Forderungen aufstellenden Minderheiten.
Ein garantiert politisch korrektes Sparkässeli. Es sei denn irgendjemand gründe noch eine Religion, die Würfel vergöttert oder verteufelt.

2 Kommentare:

  1. ..... oy - warum grad 'n würfel als kässeli, der is' doch geradezu das symbol für spiel und lotterleben, was ja dem grundgedanken des sparens zuwiderläuft..... ;-)

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  2. Immer wenn ich mein Erspartes versaufen will, würfle ich: 1. Wiriebier, 2. Rugenbräu, 3. Egger, 4, Felsenau, 5, Burgdorfer, 6, Haslibier, 7. Feldschlösschen.

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